Project Gutenberg's Emprung + Andacht, Ewigkeit, by Max Herrmann-Neie

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
www.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll have
to check the laws of the country where you are located before using this ebook.

Title: Emprung + Andacht, Ewigkeit

Author: Max Herrmann-Neie

Release Date: September 10, 2014 [EBook #46831]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EMPRUNG + ANDACHT, EWIGKEIT ***




Produced by Jens Sadowski





                             Max Herrmann




                          Emprung + Andacht
                               Ewigkeit


                     Kurt Wolff Verlag  Leipzig

                  Bcherei Der jngste Tag Band 49
              Gedruckt bei Dietsch & Brckner in Weimar




Erkenntnis ist ein Wald von Schnee


   Erkenntnis ist ein Wald von Schnee um meine Stirn.
   Ich stehe still. Tatkraft zerbricht unter der Last.
   Zermalmter Zweig. Bin ich fr immer ungebetner Gast
   und mu ein Leben lang von fremder Tr zu fremder Tre irrn?

   Im Sonnenaufgang stirbt mein Stern. Ein See
   von blauer Seele gibt sich einem Berg verkrmmten Dunkels hin.
   Ich weine selbstgeflliges Mitleid. ngste mich nach einem Sinn,
   der leuchtend leitet durch den endlos aufgetrmten Wald von Schnee.

   Ich halte meine Hnde unbewut wie zum Gebet
   fr einen fremden Mann, fr eine fremde Frau.
   Ich zwinge mich zur Lust . . . zum Ernst . . . und ich verblasse
      grau
   ein wesenloser Schatten, der von seinem lang schon toten Herrn in
      wesenloser Zwietracht geht . . .

   Denn Liebe wird Verleumdung. Zweikampf prallt aus Glck.
   Kein Leichtsinn singt Verlorenes zurck.
   Dies starb: Frommsein, voll Heiterkeit, in allem ohne Snde wider
      dich und mich.
   Jeder fhlt bei jedem Schritt im Herzen der einen unvergelichen
      Sekunde Messerstich.




Immanuel leidet in der groen Stadt


   In die groe Stadt mochte Gott nicht mit mir gehen:
   er hat mich bis an die Grenze gebracht; am Kreuz mit dem
      goldbeschriebenen Stein,
   das ihm mein Vater auf unserm Felde weihte, blieb er pltzlich
      stehen,
   gab mir noch ein Lied seiner Augen zum Geleite, schwand ins Geriesel
      der Silberpappel und lie mich
   allein. -- -- --

   Aber hier ist immer ein Flackern auf Tennispltzen,
   kommt immer abends aus Gartenbhnen der Stimmen Sturz;
   Hunde (ach mein sehr geliebter Wolf daheim!) nicht mehr als einer
      Tapete Fetzen
   unbeachtet vorbeigeweht, und jedes Bild und Zeichen so
      herzzerreiend kurz!

   Willst du dich einem hingeben, steigt vom andern
   schon der Schein herauf und leuchtet und blitzt -- und zerstiebt
      . . .
   Tausend Gesichter hat meine Stube, immer entblt sich eine neue
      Scham, und ich mu ewig wandern,
   o warum verlie mich Gott, der die Dinge deutlich machte, da er
      jede Geste mit ihrer eignen Gte
   nahm und festhlt und unverlierbar liebt!




Letzter Notschrei


   Alle Dinge tun
   meinem Kopfe weh:
   Klappern am Buffet
   und des Ventilators Lrm-Taifun.
   Wie die Zeitung schmal
   ist und allzu klein:
   wr' so gern allein
   hinter einer Larve im Lokal!
   Essender Geschmatz,
   Winke, mir geschickt,
   wie ein Spitzel blickt,
   zielen feindlich feig nach meinem Platz.
   Des Klavieres Klang
   und der Kellner dreist
   lauernd und ein feist
   bser Brger -- ach wie bin ich krank!
   Gnge sind Gefahr,
   Dolche stehn versteckt,
   und nach Giften schmeckt
   alles, und entsetzlich welkt mein Haar!
   Meine Stube schreit
   wie ein sterbend Kind.
   Alle Dinge sind
   Mrder! Und die Heimat liegt so weit!
   Alles ist verspielt --
   was verweil' ich noch? --
   Da die Mutter doch
   meinen armen Kopf in ihrem lieben Schoe hielt!




Keiner Seele darf ich Antwort geben


(Dem lieben, guten Fritz Grieger)

   Ihr im Sommer leeren Dcher, Dielen,
   Hfe, und ihr weien Villen, deren
   schne Fraun und Herrn an fernen Seen
   mit der Lssigkeit des Freiseins gehen;
   Bhnenhuser, ausgebrannt wie Gruben;
   und ihr grn verstummten Vorstadtstuben,
   wo jetzt Stieglitze Verstecken spielen;
   Schulen, die in Ferien verwildern,
   Staub auf Bnken, Tafeln, Kaiserbildern,
   o wie lehnt ihr arm in eurer Leere,
   jede sthnt: Wie ich Getrieb entbehre!
   Wo sind meiner flinken Schwrme Fllen,
   da sie mich in lauter Wrme hllen,
   da sie mich mit ihrem immer wachen
   Atemwind zu einer Harfe machen?
   Ach, den Glocken auf den Korridoren
   ist die strenge Stimme wie erfroren,
   und die Geige hat Gefhl und Jung-Sein
   und die Uhr ihr Augenlicht verloren,
   und der Treppen frhes Auf-dem-Sprung-sein
   hngt wie umgebracht und ungeboren!

   O wie fhl ich eure arme Leere
   tief im Herzen mit und dieser bangen
   langen Weile laue Sonntags-Schwere!

   Und der Barren und die Kletterstangen
   und der lustige Rundlauf sind Gespenster
   wie die Furcht der lautlos starren Fenster,
   die zuvor wie Morgenwlder sangen,
   wenn das Lineal verstohlen Takt schlug
   und das Pfeifen auf dem Federkasten
   einen Trumer zur beglnzten Schlacht trug . . .

   Wie vergeh ich im erzwungnen Fasten
   der Buffets und ungedeckten Tische,
   wo die hellen Frauen rastend saen
   und mit schmalen Gesten tastend aen,
   und im Garten sterben eure Fische,
   denen Fremde gutzutun vergaen!

   Wie vergeh ich mit den leeren Sthlen
   der Parkette und der Logen-Lcken,
   und im Staub, wie eingestrzte Brcken,
   Trmmern so geblieben von Kulissen
   und Maschinen jh gehemmt wie Mhlen,
   deren Rad mit Eins auf Halt gerissen!

   Wie vergeh ich mit den Sofakissen
   und den Vasen und dem Aschenbecher
   hinter den geschlossnen Jalousien --
   wann wird wieder heimlich an gewissen
   Sonntagnachmittagen Schal und Fcher
   bei euch sein und jemand auf euch knien,
   wann Beschwrung immer schwler, wilder
   und verwirrter Zrtlichkeit Geraun
   rinnen ber Spiegel, Buch und Bilder
   und euch wieder in das Leben baun?

   Wie vergeh ich grau in eurem Graun!

   Aber ihr seid nur fr kurze Zeit
   leichthin weggelegt und fast vergessen,
   nur fr Wochen sachte eingeschneit,
   ihr habt Pflicht und Werk besessen,
   und es wird euch immer wieder werden,
   wenn mit weichen Wiederkehr-Geberden
   sich Willkommenkrnze wehend winden
   und die ausgeruhten, muntern Fe
   euren Fliesen flinkre Tnze finden,
   und die alten guten Morgengre
   und die alten guten Schlu-Chorle
   wieder Glied an Glied zur Kette binden.

   Wie beneid' ich eure lauten Sle!

   Denn ich bin ein ganzes banges Leben
   hilflos leergelassen und verschttet,
   keiner Seele darf ich Antwort geben,
   keinem Lied im gleichen Echo schweben,
   keine mde Schwester betten, keiner
   Drstenden den Krug zum Munde heben;
   niemand, wr' er noch so wst zerrttet,
   der vor meinem Haus um Obdach bittet,
   niemand, der mich lieben Lehrer nennt!
   Ungentzt verkmmern meine Gaben,
   weder Sommer darf, noch Herbst ich haben,
   und wie junges, grnes Gras verbrennt,
   geh' ich ungeerntet aus als einer,
   der die eignen Kinder nicht erkennt.




Mein Herz ist leergebrannt -- -- --


   Mein Herz ist leergebrannt. -- Den Herbstwind treibt
   trostlose Sehnsucht durch die welken Wege. --
   Jetzt wei ich, da mir auch kein Dunkel bleibt,
   wohin zu ewigem Schlaf mein Haupt ich lege.

   Ich hre meinen Gott nicht mehr: er hebt
   aus seinem Wald kein Wort zu mir hernieder.
   Mein Herz ist leergebrannt. Der Herbstwind grbt
   mit hohlen Hnden in sein Grab sich wieder.

   Wozu wird mir noch Tag an Tag getan?
   Was glotzt der Nchte glserne Pagode?
   Mein Herz ist leergebrannt. Und Charons Kahn
   trgt mich durch welkes Laub zu wachem Tode.




Der Mutter


I

   Die Mutter schilt mich ohne Grund -- ich wehre mich -- wir zanken --
   wie kannst du wissen, was ich heimlich fr und fr gelitten
   und immer wieder durchgelitten hab' . . . ich mchte um Verzeihung
      bitten
   fr jeden Schlag, den du mir gabst, und dir fr jede Hrte danken!
   Weit du denn, wie das ist, wenn in einsamer Nacht
   ich wach sein mu und irgendein Tier vor mir flieht,
   wenn man im Spiegel sich selbst wie entzaubert sieht
   in roher Nacktheit, maskenlos ungeschlacht?
   Ich mchte dir so gern, so gern! stets etwas Schnes schenken,
   und hab' doch immer Angst vor deinem hilflos herben Staunen:
   Du hieltest es erbittert, oh! fr eine von meinen erbarmungslosen
      Launen
   und weintest heimlich -- aber ich mu Martyrblume! Schwester!
      denken . . .

   Und -- Gott ist krumm! -- ich mu dich immer wieder krnken!


II

   Mein Leben ist aus deinem Glck und Gram
   ein Kreuz von sem und von bittrem Holze;
   Entbehrung noch, der Fleck auf meinem Stolze,
   sei gut, weil sie aus deinem Kelche kam.
   Der Gang im Schnee; in Bchern wie in kalten,
   verlassnen Korridoren stumm zu stehn;
   oder wenn um die Stirne die Gestalten
   des eignen Schpfersturms gespenstisch wehn:
   holt sich von dir Besttigung und Stimme
   und weint und lacht sich reif an deiner Brust,
   denn dein war alles, eh es mir bewut
   und wichtig ward: der Flu, in dem ich schwimme,
   umflsterte dein Haar. Ich rann wie Sand
   ganz wei aus deiner spielgewlbten Hand,
   und wie ich selber mich im Spiel versinne,
   fliet Ernst und Lust in deine Hand zurck,
   und alles wird, was immer ich beginne,
   zu deinem Grame und zu deinem Glck.




Lob des Mondes

(Der Bresthaften Trostgesang)


(In ehrfrchtiger Zuneigung Else Lasker-Schler gewidmet)

   Mitternacht ladet zu Gast die Gelhmten,
   hat fr die Blinden Frchte und Wein;
   die sich des Leids vor der Sonne schmten,
   hllt sie behutsam in Mondenschein.

   Fiebernde khlt die Milch ihrer Sterne,
   Stotternde singen mit ihrem Wind,
   aus dem Gerll der verfallnen Zisterne
   hebt die Verlorne ihr ausstzig Kind.

   Bucklige, die sich mit Eifersucht grmten,
   finden den Sesam, Gtter zu sein --
   Die sich des Leids vor der Sonne schmten,
   gehn durch den Mond in den Himmel hinein.

   Und der Taube, im Rauschen der Sterne,
   lchelt, weil Hymnen im Herzen ihm sind.
   Aus dem Gerll der verfallnen Zisterne
   hebt die Verlorne ihr ausstzig Kind.

   Da aus den blutenden Wachtfeuer-Bchen
   eine Hand seine Wunden berhrt.
   Stummgeborene glhn von Gesprchen,
   in das Pathos der Wolken entfhrt.

   Flchtige Schwalbe die Hand des Gelhmten,
   Blick des Blinden im spiegelnden Wein:
   die sich des Leids vor der Sonne schmten,
   gehn durch den Mond in den Himmel hinein.




Bettler, wo kehrtest du ein


   Bettler, wo kehrtest du ein, mit dem ich einst sprach,
   der seines Lebens Pein wie Brot mit mir brach?

   Deine Stimme fiel hart, wund, wie ein Stein ins Gras,
   ich fhlte mich schuldig und schenkte dir was.

   Du logst mich an, aber dein Blick bat: Ich kann ja nicht anders,
      verzeih!
   Und dein ins Joch gezwngtes Rckgrat sprach dich von allem frei.

   Dann schrittest du weiter, das Haupt verklrt von Weh und Hohn;
   ber dir sangen die Vgel im Laub: Das ist mein lieber Sohn!

   Manchmal bange mit trostlosen Trumen allein
   ruf ich dich lange: Bettler du, liebe Lge, wo kehrtest du ein?




Verirrt in dieser Fremdheit Not


   Was hab' ich noch mit euch zu tun:
   mit dir, du Frau, mit dir, du Mann;
   der ich mich selbst nicht trsten kann,
   vergrmt und grau
   mu fremd in fremdem Bette ruhn.

   Wie bang ich dann verloren bin
   in fremdem Zug zu fremder Zeit
   und ohne Sinn getragen hin
   von jeder Heimat weit, so weit --
   kein Haus hlt still, kein Waldrand will
   den Weg zurck Gefhrte sein,
   und Sterne stehn auf Bergen stumm --
   ich aber mu, vor Angst ganz klein,
   in einen fremden Raum hinein;
   der wchst wie Dornen rings herum.

   Und bin mit keinem Ding vereint,
   so schlaflos fremd in fremdem Bette
   und noch den eignen Fen feind,
   und warte, da mich Gott errette . . .

   Die Wagen rollen immerzu
   hin durch mein Herz, die ganze Nacht,
   auf falschem Gleis zu falscher Ruh,
   und bang am Wagenfenster wacht,
   der sich verirrte -- Bruder du
   im gleichen Bann,
   da nichts, da nichts ihn trsten kann,
   verngstet fremd in fremdem Bett
   und schlummerlos als wie geschnrt
   auf das verhate Henkers-Brett,
   von dem kein Flgel ihn entfhrt --
   Gro Tore drohn. Spitz schielt ein Licht
   mit bsem Auge unerlst.
   Der Morgen wie ein Grab aufbricht,
   in das ein fremder Tod mich stt.




Trme in der groen Stadt


   Wir wollen uns immer die Hnde reichen
   ber Patina-Grn und Lichter-Flug,
   doch unsrer ehernen Zungen Zeichen
   (Wo ist die Stille, die einst uns trug?)
   haben sich nie vereint,
   immer war irgendein Feind
   zwischen uns: Rderspeichen,
   Autohupen, Reklamen, ein Stadtbahnzug!

   Wir starren, verdorrte Bume, in Schwle
   (Manchmal schwebt uns ein Luftschiff nah . . .)
   drstend nach der Sterne Khle
   und der Wolken Gloria.
   Rauch erdrosselt weh
   unser: Kyrie!
   und wie Henkersthle
   stehn Pltze; Drhte sind wie Mrdernetze da.

   ber uns kommen Nachtmanver, Kanonen,
   wir mchten ausschlagen wie auf dem Wall
   junge Pferde, aber wir mssen uns schonen
   und stehen immer wie im Stall.
   Goldner Kreuze Last
   liegt auf uns verhat.
   Wo unsre Brder wohnen,
   wissen wir nicht. In Scherben zerschellt unsrer einsamen Stimmen
      Schall . . .

   Unsre Leiber sinken verloren, erbleichen
   bei Patina-Grn und Lichter-Flug.
   Wir liegen wie einbalsamierte Leichen,
   ewiger Krieg tausend Wunden uns schlug.
   Sind nie vereint,
   immer trennt uns ein Feind,
   da wir uns nie erreichen --
   Wo ist die Stille, die einst uns trug . . . und ertrug?




Ein Abend ist vertan -- ein Tag zerschlagen -- --


   Ich mu mich wieder in dies Glashaus bannen,
   an das kein Echo und kein Lockruf pocht,
   wo Trume, trostlos wie erfrorne Tannen,
   sich ducken um ein bald verdmmernd Docht.

   Ein Abend ist vertan . . . ein Tag zerschlagen . . .
   vernichtet Liebe viel und wie erstickt
   in Gittern, wo der Nachtigallen Schlagen
   verstummt und unstet die Gazelle blickt.

   Und drauen ist vielleicht der Witwer Wald,
   der neben meinem Lied am Morgen lief,
   den weiten Weg zu seinem Grab gegangen.

   Und drauen kniet vielleicht in Knechtsgestalt
   der Strahlende, den meine Sehnsucht rief,
   sich hin, den Todesstreich jetzt zu empfangen.




Wenn ich wieder durch die Fremde irre . . .


(Einem sehr geliebten Dichter)

   Und gewi, wenn Kleinmut mich zersplittert,
   nur ein Wort von dir mir Wimpel wird,
   wenn der Trambahnzug auf Brcken zittert,
   da ich mich an Fremde wie verirrt
   schmiege und erwarte hilflos Zeichen
   einer Freundschaft, die nicht kommen kann,
   blht aus Gesten, die den deinen gleichen,
   alle Labsal unsrer Liebe dann.

   Huserschatten schweben schonungsvoller,
   wenn in Dmmerung mich mein Schicksal fngt,
   allerwegen in des Irrwahns toller
   Glcksjagd meine Not zu deiner drngt.
   Wenn ich, aus mir selbst geworfen, strme,
   berholt mich deines Himmels Chor,
   und aus diesen fremden hohen Trmen
   reit mich eine Flut zu dir empor.




Werd' ich noch einmal Bruder entgrteter Geister?


(Der unerschtterlichen Geradheit und aufrechten Bereitschaft Franz
Pfemferts dankbarst zugedacht)

   Werd' ich mich noch einmal durch alles Bittre durchbeien,
   nahe den Alpen der Tat fliegen durch Gluten von Glck,
   gtig durch Grten gehn und Blutenden Heiland heien,
   Neid aus den Augen nehmen und vom zitternden Nacken Gebck?

   Werd' ich noch einmal mein Ringen ins Reine reien,
   Rad eurer Rede sein und vom Starren der Steine ein Stck,
   stummen Dunkels ein Busch und eine Welle vom Weien,
   und die Tcke der Not zwingen in Trnen zurck?

   Werd' ich noch einmal ber das Morden Meister
   von Mund zu Mund in aller Gedchtnisse Bund,
   wird mein Belastetes lchelnd wieder sich lehnen

   an ein Gelnder von goldener Gte, die rund
   gttlich Umarmung ufert um wunder-wahrmachende Geister? --
   Oder bleib ich auf fremder Spur kreisend ein sinnloses Sehnen
      . . .




Zum Herzen meines Vaters

(das, Opfer des Weltkrieges, am 20. 12. 1916, jh brach)


   Vater, bleibe ber deinem Sohne
   und erlse mich in deinem Schlaf,
   eh ich alt an deiner Arbeit frohne,
   fruchtlos bin wie du, vom gleichen Hohne
   durch die Welt getrieben, der dich traf.

   Vater, segne meinen Weg ins Weite,
   da er deine Knechtschaft segnen kann!
   Gib mir durch die Lande das Geleite,
   da ich Sanftmut send dir zur Seite
   shne, was in deinem Gram begann.

   Vater, fahre fort mit mir zu reden
   von der Rache, die du dir verschwiegst,
   da du endlich jauchzend ber jeden
   Gegner deiner schamverschwiegnen Fehden
   in dem offnen Feld der Gte siegst.

   Vater, la mein Werk sich furchtlos breiten
   ber jeden Bruder unsrer Brust:
   Vater, wenn wir sanften Sinnes schreiten
   in dem groen Reigen der Befreiten,
   hat dein Sterben seinen Stern gewut!

   Vater, sieh: dann schlichtet sich in schne
   Friedlichkeit dein mhevoller Pfad . . .
   Frhlingswind im Wald verklrter Tne,
   Vater, wache ber deine Shne
   und erlse dich in unsrer Tat!

   Wir gehen im Rosengarten, da
   sind Lilien und Blumen genug; wir
   wollen unserer Schwester einen
   Kranz machen, so wird sie sich vor
   uns freuen.

   _Jakob Bhme_,
   ^De triplici vita hominis.^




Was ihr verschenkt, wird euer Reichtum werden


   Keine Finsternis, kein Schlummer euch ganz verschlingt:
   einer Geliebten Verstummen die weien Sterne euch bringt.

   Schttelt die Kissen und schpft in den Morgenkrug
   aus dem himmlischen Bronn khles Licht euch genug.

   Geht mit Zauberworten weiche Wand sanft entlang,
   pflckt die blauen Monde aus dem Maskenschrank.

   In ihrem Schweigen wird der Vogel Herzeleid
   heimatlich wie im Gezweige grner Mdigkeit.

   Was den Tag euch taub macht, was euren Abend bestiehlt,
   segnet euch, wenn unterm Laubdach Gottes ihr Psalmen spielt.




Schweigen mit dir


   Schweigen mit dir: das ist ein schnes Schwingen
   von Engelsfittichen und Gottes Kleid
   und s, unsagbar sanftes Geigenklingen
   verweht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

   Schweigen mit dir: das ist verschwistert Schweifen
   auf weien Wegen und geliebtem Pfad
   und Fhlen, wie sich Blut zu Blute reifen
   und ranken will aus segensreicher Saat.

   Schweigen mit dir: das ist der Schwalben Schwirren
   um abendliche Trme sonnensatt
   und Wonnig-Wissen, wenn wir uns verirren,
   uns blht gemeinsam doch die Ruhestatt.

   Schweigen mit dir: das ist aus Schwachsein Schwellen
   zu immer grrer Flle, Form und Frucht,
   ist Wrme von Kaminen, Hut in hellen,
   verstohlnen Stuben, Bad in blauer Bucht.

   Schweigen mit dir: so sicher singt das Sehnen
   von Seele sich zu Seele wunderbar --
   ich wei mein Haupt in deinem Schoe lehnen
   und deine Hnde streicheln hold mein Haar!




Verse von Ausreise und Wiederkehr


   Wie eines armen Schchers Nacken
   vor dem verfluchten Beil des Henkers friert,
   das schrecklich nah und immer nher rckt,
   da er in schlaflos schlimme Nchte stiert
   und hrt im Traum, schrill, seine Knochen knacken,
   und geht durch den Gefngnishof verzerrt, gebckt:
   so ngstet mich die Stunde, da ich von dir scheiden mu
   und ganz allein durch fremde Straen streifen soll
   ins Schreckhaft-Leere nach deinen Hnden greifen soll,
   und recht verlassen Sehnsucht leiden mu -- -- --

   Du mut mir deine Sterne schicken
   und deine Gedanken mir zu Gerten geben,
   die mein zages, verzrteltes Zgern zchtigen,
   du mut mich mit Trumen von dir zu tchtigen
   Taten tauglich machen und mit deinen Blicken,
   die mir kommen, wenn meine Augen sich zum Himmel heben,
   trsten, da die Freude auf meine Wiederkehr
   und auf das neue Glck mit dir mich nicht verzweifeln lt,
   wenn ich in fremder Kammer trnenbernt
   nachts zum bestirnten Firmamente bete --
   (denn ich bin allzu sehr
   verschchtert, wenn ich feindliche Triften betrete.)

   Dann aber macht mich deine Liebe entschlossen
   und hlt mein Herz hoch und meinen Mut! -- -- --

   Und pltzlich ist die bange Zeit verflossen,
   und ich bin wieder bei dir,
   und du wiegst den heimgekehrten Odysseus auf deinem Blut.




Blumenlied


   Noch sind die Blumen von dir
   frisch wie am Tag,
   da deine Hand abschieds-zitternd in meiner Hand lag,
   und dein Herz tat sich auf wie ein Brevier!

   Der Zug stand fahrtbereit,
   aus manchem Fenster fiel ein gleichgltiger Blick --
   Meine Augen sagten zu dir: Erschrick
   nicht vor unserer Einsamkeit!

   Dann zerri uns das Signal wie ein Schlag --
   Nachts: du schlfst einsam, ich wache einsam am Tisch --
   und deine Blumen sind frisch
   wie am Abschiedstag.




Mein Gethsemane


   Dies ist mein schwerstes Kreuz und schwerer noch als Armut,
      Krankheit, Dunkelsein zu
   tragen:
   wenn pltzlich, eben als mein Herz noch voller bermut und
      Zrtlichkeiten sang,
   aus meinem Munde oder meinen Augen Geieln gehn, die unser Innigstes
      zerschlagen,
   und lassen unsern Abend leerer noch als trunkner Jhzorn oder
      ungelenker Zank.

   Aber ich wei doch nicht und werde es mein Leben lang nicht wissen,
   woher die Trnen kamen und worin ich schuldig war,
   und ist auch meine Ruhe zur Nacht von Trnen verschwommen, von Reue
      zerrissen,
   und mein Gehirn wie unfruchtbare Erde und verdorrtes Laub mein Haar,
   in dem Strme, vor denen ich hilflos bin, Strme ohne Sinn und
      Ursprung whlen,
   und bleibt nur Hoffen, da du mir verzeihst, wie Sonne im April
   ber Entsagung als der heilige Geist, der alle Fieber khlen
   und alle Wunden heilen und sich an jede Lende legen will --

   Spr' ich doch stets, und bis zum Tod nach Jahren noch,
   wie jetzt in dieser Schuld, die ich nicht wei, ganze Saaten von
      Glcklichsein versanken,
   wie ich mit einemmal verlassen und belastet mit unsichtbarem Joch
   nichts hab', als die Geduld mehr, es zu leiden ohne feig aufsssige
      Gedanken,
   es hinzunehmen wie alles, was aus deiner Nhe sich zu mir
      herniederneigt,
   als mir zu Recht bestimmt, und selbst wenn Unrecht mir geschhe, so
      zu schweigen und ohne
   Wanken
   mich zu erfllen, da ich auf die eigne Zagheit zeigen kann, wie
      Jesus in Gethsemane auf seine
   ohne Schuld zitternden Hnde zeigt.




Abendliches Leni-Lied


   Wir wandeln wieder lssig ber Land,
   ich und mein Hund. Die ersten Bltter bleichen.
   Der Abendwind kommt khl wie deine Hand
   und will die Striemen aus der Stirn mir streichen.

   Und pltzlich rhrt es mich, zu meinem Hund
   verinnigt Zrtliches von dir zu sagen,
   wie eine Blumenurne wird mein Mund
   von Liebesgttern an dein Herz getragen.

   Der Mond steigt langsam aus dem Wolkenwald,
   an Sternen tastet sich die Nacht, die blinde,
   sthnend herauf. Ich bete, da ich bald
   mein Lied auf deinen Lippen wiederfinde.




Du meiner Beete stille Grtnerin


   Wo deine Fe wandeln, blht Vergimeinnicht,
   du meiner Beete stille Grtnerin.

   Du ffnest deine Hand und wirfst die weien Wellen
   wippender Stze ber meinen Geist.

   -- Gedanken gehn in Waffen . . . Glied an Glied . . .

   Im Mond sind Mhlen, winterlich verwaist,
   so braun wie ausgebrannt, umzunt von Nervenlicht.

   -- Schlfst du? Trumst du von mir? Entstellen
   dein Atmen ngste? Fhlst du, wie ich bei dir bin?

   Stumm singt die Nacht ihr namenloses Lied.




Dialog an den Drei-Steinen


Der Mann:

   Ich wei den Winter noch, mit den erstarrten
   hungernden Hnden durch den Schnee im Traum
   empor sich grabend, und in einem Garten
   uns zwei erwachend, hier, am blauen Saum
   unendlich aufgetaner Farbigkeit --
   und schon die Tage zhlend, die zum Turm
   mit neuen Opferflammen himmelweit
   aufzngelten im ewigen Koppensturm --
   wie Maulwurf stoend aufwrts nach dem Licht,
   was ewige Lampe der Erinnerung strahlt,
   schon Frhling, der das gttliche Gedicht
   der bunten Matten um die Bauden malt . . .
   so trumte ich --

Die Frau:

   Und nun es wahr geworden
   und Regenbogen berm Weg uns ist,
   fhl' ich nur dies: wie fern du von mir bist!
   Oft lauerst du, als mchtest du mich morden
   um irgendeiner unbewuten Schuld
   und nicht gewollter alter Snde willen;
   dann rhrt dich nicht die Demut, die Geduld,
   zu der sich meines Blutes Strme stillen . . .

Der Mann:

   Verzeih! . . ich wei, du mut viel Nachsicht haben:
   es qulten dort mich, in der Niederung,
   zuviele Schatten, die sich kleiner gaben,
   als ihnen gut war, und Zergliederung
   der eignen Schwche stets aufwhlend wie
   Selbstmord hat mich so sehr betubt, erblindet,
   da meine Freude keinen Pfad mehr findet,
   auf dem sie fufrei schreitet --

Die Frau:

   Du, ich schrie,
   als ich dein Antlitz sah, dort an der Bahn,
   so berwltigt von geheimem Wahn,
   vom Zwiespalt war es als wie eines Henkers
   Gesicht! -- ich schrie trostlos in mich hinein
   und betete nur dieses: tot zu sein
   vor deinem Tod! --

Der Mann:

   Ich bin vor dir sehr klein!
   Ich wollte mit der Flle des Beschenkers,
   des Frchtereichenden, des Spendenden,
   mit goldnen Festen, niemals endenden,
   dir nahn -- ich wollte diese hohen Tage
   zu einem Reigen reiner Lust dir machen,
   verheimlichen, wie ich mich selbst zernage
   im Leid, und wollte lachen, ber Trmmern lachen! --

Die Frau:

   Du -- dieser Ton zerschneidet mir die Sinne!
   Glaubst du noch immer: opfern hiee lieben?

Der Mann:

   Jetzt werd' ich erst mit Mrderreue inne,
   wie sehr mein Mut vor dir zurckgeblieben
   und zahm geworden ist; ich war ein Hund,
   den nur sein Hunger auf die Fhrte hetzte,
   ich jagte, jagte mir die Fe wund --

Die Frau (innig):

   Du bist der Erste und du bist der Letzte;
   du hast mich nie getuscht; oft war es schwer,
   dir gut zu sein -- was wre denn die Gte,
   wenn sie uns mhelos im Grtchen blhte --
   ohne dich wre mein Erleben leer!

Der Mann:

   -- Deute mir dies: ich wandle auf den Hhen,
   die ich ersehnte wie ein Hungerbrot,
   wandle mit dir allein, und spre Not
   und Nichtigkeit, und ist mir nun, als flhen
   mich alle Engel dieser grnen Grnde
   und aller ihrer Felsen In-Sich-Ruhn
   und ihrer Teiche Paradies, als stnde
   auf heiligem Boden ich mit staubigen Schuhn
   unwrdig, anzubeten!

Die Frau:

   Was ist Snde?
   Wir tun ja doch nur, was wir mssen tun!
   Und du hast immer so an dir gelitten,
   da tausendfach dir lngst vergeben ist.

Der Mann:

   Vielleicht war meine Einsamkeit nur List,
   das zu erschleichen, was sich die erstritten,
   die Freundschaft ber sich ergehen lieen
   und nicht verzweifelten, wenn Liebe schlug . . .

Die Frau:

   . . . und die im ersten Bilde Helden hieen,
   im letzten: tricht vor dem kleinsten Trug.

Der Mann:

   Du reifst und reifst mit dieser Berge Reifen,
   ich schrumpfe immer widriger zum Zwerg.

Die Frau:

   Denk' an dein Werk, an nichts als an dein Werk,
   so wirst du dich als Siegenden begreifen!

Der Mann:

   Ich schme mich der Unrast, die mich knechtet:
   nicht eine Stunde leb' ich meinem Stern!
   Ich setzte meinen Sklaven mir zum Herrn
   und hab' mich selbst aus Eigennutz entrechtet.
   Wie schm' ich mich vor dieser Dinge Gre,
   wie wnschte ich, ein Baum, ein Fels zu sein:
   Zwecklosigkeit des Gottes ist im Stein,
   im Zweige mehr als in der Menschenble,
   die immer nach dem Mantel jagen mu
   und immer, in ein kleinlich Ziel gezunt,
   zum Finstern Feind sagt und zum Frohen Freund!

Die Frau:

   Du qulst dich so . . . ich wei nicht . . . dieser Ku
   auf deine wehzerqulte Stirn, das Letzte,
   was ich zu geben habe . . . ich bin arm . . .
   ein Obdach nur . . . ich wei wie dich der Schwarm
   der bsen ngste durch das Dickicht hetzte . . .
   o hetzte er dich doch an meine Brust!
   ich will dich hten und ich will dich halten,
   und wenn du wieder einsam wandern mut,
   will ich zu Haus sein und die Hnde falten,
   fr dich zu beten, will gern einsam bleiben
   und nur mit deiner Einsamkeit vermhlt!

Der Mann:

   Ich habe dich so namenlos geqult . . .

Die Frau:

   Wie du dich selbst geqult hast!

Der Mann:

   Sieh, es treiben
   die Nebel durch den schmalen Klippenspalt . . .
   die Wlder singen . . . Orgelfugen rauschen . . .

Die Frau:

   Es rauscht mein Blut! -- Hier will ich stehn und lauschen,
   ob unserm Weh kein Echo widerhallt . . .
   Gott, sei uns gut!

Der Mann:

   Versuche nicht die Tiefen,
   wenn du mit mir bist, denn an mir ist Fluch,
   seit Kain!

Die Frau (mutig):

   Wie meine Mtter einst dich riefen,
   rufe ich dich: la jenen durch ein Buch,
   durch eine schemenhafte Pflicht . . . um kleiner
   Hingebung willen nicht zuschanden werden!
   Gott, sei uns gut! -- -- oder du hast auf Erden
   nicht einen Spiegel mehr! . . .

Der Mann (mit ihr knieend):

   Gott! mach' uns reiner
   als Morgenrte ber Gipfelwiesen!
   La deine Liebe sich mit ihrer Liebe
   verschwistern! -- Gott! Ich Zwerg vor ewig Riesen! . . .
   Und da mir nur ein Traum von ihren bliebe!

Die Frau:

   Nimm ihm die Demut, nimm ihm alles Bange
   und mach' ihn so mit meinem Leben reich! -- --
   Ich sterbe gern . . .

Der Mann:

   Wir sterben Wang' an Wange . . .

Stimme aus den Wolken:

   Und werdet Ihm mit Stein und Sternen gleich.




Aus der Nachfolge Jakob Bhmes


(Mit brderlichen Gren zu Franz Jung)

   Gestellet fr uns selbsten zum Ingedenk
   und Aufrichtung in dieser
   verwirreten, elenden und trbseligen
   Zeit . . .

   _Jakob Bhme_
   ^De triplici vita hominis.^




In fremder Straen fremde Nacht verschlagen


   In fremder Straen fremde Nacht verschlagen
   erzittre ich mit dem verirrten Kinde,
   das fremde Menschen auf die Festtribne tragen,
   und der Trompeter blst, da es die Mutter finde.

   Die Grillen zirpten und die Sterne sangen,
   und Gott ging neben mir und war so gut,
   und lchelnd spielt' ich mit den goldnen Spangen
   an seinem Hut.

   Und fremde Schatten silberten sich seiden
   aus einem groen fremden Mond,
   mein Herz sprang brennend durch die dunklen Weiden
   und sang: O kommt!

   Kommt wieder Lampen meiner Stadt und Hallen
   und hebt mein Haupt
   in weie Kissen, die sich wallend ballen,
   und Lieder, die von Gottes Abschied fallen
   in einen Traum, der an ihn glaubt.




Dieser Welt entgrntes Witwentum


   Witwe wurde ich der Wunder weiland,
   welche Gottes Brutigam verhie,
   und ich warf mich vom verzckten Heiland,
   der die Kindlein zu sich kommen lie.

   Was entlief ich, ehe der Empfngnis
   berschwenglich Rauschen mich befiel,
   zirkelte Mariens Herbstbedrngnis
   in ein fruchtlos spottend Frhlingsspiel?

   Und verfrhte, was mir frommen konnte:
   wachen Abend, den der Sommer segnet;
   goldnen Mittag, den September sonnte -- -- --

   Und von nichts als Eitelkeit umflossen,
   bin ich allzu herb in mir verschlossen,
   da mein Herz vergit, wem es begegnet.




Auch der Zweifler bleibt in Gottes Sphre


   Heile Hunger, Giftqual und Begierde
   und verschtte jede Leidenschaft,
   jeden Zank, der nicht zu Gottes Zierde
   seine Schiedlichkeit zusammenrafft!

   Aber was, noch mit sich selber streitend,
   seine Fackel nach den Wolken wirft,
   Schild und Schild zur Sonnenbrcke breitend,
   ber die der Fu gen Eden schlrft:

   sei geschrt zum ungeheuren Brande,
   der in einer Flamme sich verzehrt
   ber Feindes-Lande, Freundes-Lande!

   Und die Stadt, die sich vor Gott verstockt,
   weil sie ihn noch gtiger begehrt,
   gilt ihm mehr, als die ihn lchelnd lockt.




Herr, kannst du nicht die Dinge strafen


   Herr, kannst du nicht die Dinge strafen,
   sie widerstreben deinem Sohn:
   der Kissen Eigensinn lt ihn nicht schlafen
   und in Verzweiflung treibt das Telephon.

   Die Lampe macht sich launenhaft zum Feinde,
   mit dem ein ungewisser Krieg beginnt,
   und eine ganze drohende Gemeinde
   hat Hinterhlte, wo sie Aufruhr sinnt.

   Die Dunkelheit ist stumm im Bunde
   mit jeder Ecke, jeder Wand,
   es hhnt die Uhr mit falscher Stunde
   und Rundes rinnt aus meiner Hand.

   Und viel ist strrisch in Verstecken,
   die Riegel geben mir nicht nach --
   Herr, soll mich noch ein Stein beflecken,
   ein hohles Holz mit solcher Schmach?

   Oder: sind dir die Dinge nher
   und mehr dein Sohn, als ich es bin,
   und stelltest du sie mir als Spher
   um meine Leidenschaften hin?

   Damit sie mich vor dir erproben
   und Spiegel meiner Schwachheit sind --
   wie wird mein Bitten, wird mein Toben
   an ihnen ein vertaner Wind!

   Da ich an ihnen Demut lerne
   und die Geduld, die bei dir thront,
   damit ein Hauch von deinem Sterne
   mit mir im gleichen Raume wohnt.

   Damit ich ohne berheben
   behte, was mir Nachbar bleibt,
   und wei: der Dinge Dmmern und mein Leben
   sind deiner Einsamkeit gleich einverleibt.




Ich nahm den sehr verhaten Pfad -- --


   Ich nahm den sehr verhaten Pfad, wo zwischen
   modernden Teichen dich ein Hohlweg fngt;
   wo Dunst von Unrat und verwesten Fischen
   als Wolke ber deinem Atem hngt;
   wo immer Nacht ist; wo sich die Gedanken
   wie Krten ducken in das dstre Moor
   und deine Wnsche sich mit widrig kranken,
   geifernden Gliedern klammern an das Rohr.
   Dort suchte ich das Letzte zu erschleichen,
   ob es mir irgend noch beschieden sei,
   in deiner frechsten Fratze zu erbleichen,
   Miton zu spein aus deinem Eulenschrei.
   Ich suche dich in deiner letzten de,
   in deiner Scham, in der dich keiner liebt,
   ich aber suche noch die glcklos blde
   Grimasse, die dein Angesicht verschiebt,
   und ich will lieben deine scheelste Schande,
   der ich in deinem Stolz nicht leuchten darf,
   und den sein Schicksal aus dem Morgenlande
   ertrumter Heimat als Enterbten warf.
   Leicht ist es, dich im lichten Laub zu finden, --
   ich will dich, wo du heillos hlich bist,
   feindselig und entstellt, mit gierig blinden,
   tappenden Gesten abgefeimter List
   Nachstellungen ersinnst und Hinterhlte
   und nicht das eigne Knigtum mehr kennst,
   wo eine knstlich hingehaltne Klte
   die Flamme leugnet, drin du qualvoll brennst.
   Ich suche dich in deinem schlimmsten Flecken,
   dort, wo du wertlos und voll Ekel sinkst,
   will ich fr meine Demut dich entdecken,
   da du mit mir aus einem Scherben trinkst,
   die schale Fulnis trinkst, und doch derselben
   lechzenden Durstbegierde einverleibt
   dein Mund und meiner, und in schmutzig gelben
   Lehmfurchen meine Spur an deiner bleibt;
   mit dir ein Schade sein und ein Gebrechen,
   die letzte Gnade, die ich mir erbat,
   mit dir die lsterlichsten Zoten sprechen,
   mit dir der Helfer widerlichster Tat:
   doch irgendwie in deine Schlucht zu schlpfen
   und teilzuhaben, sei es, wo zuletzt
   du dich verlierst, mich innig zu verknpfen
   dem Netz, in das der gleiche Ha uns hetzt,
   ist Gnade vor der einsam blauen Lichtung,
   wo Reinheit Rache wird am fernen Mond,
   und noch mit dir Verrat und Selbstvernichtung
   ist mehr als Ewigkeit, die einsam thront.




Veracht' ich mich, um Gott mehr zu gefallen?


   Veracht' ich mich, um Gott mehr zu gefallen?
   Mach' ich ein Fest aus abgeschriebnen Federn?
   Wein' ich mich sacht in Schlaf . . . und werden Zedern
   entrcken mich in endlos grne Hallen?

   Fhl' ich, wie du mich trgst? Schpft aus der Quelle
   die Hand, die mich behtete, ein Leben,
   das nie vergeht? Und kehrt nicht zaghaft eben
   der Zweifler in das Dunkel der Kapelle?

   Soll meinen Schlummer fremder Atem kruseln,
   der Irrtum dessen, dem ich mich enture
   und dienen will, wenn mich Erkenntnis stupt?

   Du tust mich in dein Rechnen, und betubt
   erduld' ich es, und, ob mein Stolz sich strubt,
   ist nur mein Herz noch Uhrwerk im Gehuse.




Himmelfahrt


   Brand in Inbrunst himmlischer Essenz
   brach aus seines Hingangs Heiligkeiten,
   Strahl des ersten Bltenlichts im Lenz
   und der Schatten schrg an seinem Schreiten.

   Und das Feuer unter seines Fues
   hingewlbter Schwinge ward Figur,
   und der Mondschein des Mariengrues
   spiegelte die Perlen auf der Schnur.

   Da er zgert im Triumph der Zeichen,
   lockt verfnglich Satans letzte Lust:
   sich dem Grtner Gottes zu vergleichen.

   Und er strauchelt fast . . . und bleibt gebckt . . .
   bis sein Gang, sein Lcheln, seiner Brust
   tiefe Melodie ihn weit entrckt.




Des Erlsers letzter Sieg


   Seine stillen Augen sind Kristalle,
   die des Tages dunkles Kreuz bewahren
   aufgehngt in seinen hellen Haaren
   schaukelt klingend unsers Abends Halle . . .

   Aber als ein Sturm mit den Gestirnen
   unsanft spielt, birst seines wolkenbleichen
   Angesichtes Schild und zngelt Zeichen,
   die bedrohn, und Wunder, welche zrnen.

   Aus der Brust, die pltzlich aufgebrochen
   rot Vulkan ist, sprengt das Herz Verbluten
   unter den entbrannten Dornenruten
   seiner schmerzhaft steilgebumten Knochen.

   Doch zwei Hnde bleiben, die erblindet
   auf dem grnen Hirtenstabe rasten,
   da zur Nacht, die zrtlich sie betasten,
   alles wieder seinen Frieden findet.





End of Project Gutenberg's Emprung + Andacht, Ewigkeit, by Max Herrmann-Neie

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EMPRUNG + ANDACHT, EWIGKEIT ***

***** This file should be named 46831-8.txt or 46831-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/4/6/8/3/46831/

Produced by Jens Sadowski
Updated editions will replace the previous one--the old editions will
be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
law means that no one owns a United States copyright in these works,
so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
States without permission and without paying copyright
royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
of this license, apply to copying and distributing Project
Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
specific permission. If you do not charge anything for copies of this
eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
performances and research. They may be modified and printed and given
away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
trademark license, especially commercial redistribution.

START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or
destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement. See
paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
works in the collection are in the public domain in the United
States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
United States and you are located in the United States, we do not
claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
displaying or creating derivative works based on the work as long as
all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
in a constant state of change. If you are outside the United States,
check the laws of your country in addition to the terms of this
agreement before downloading, copying, displaying, performing,
distributing or creating derivative works based on this work or any
other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
representations concerning the copyright status of any work in any
country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
performed, viewed, copied or distributed:

  This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
  most other parts of the world at no cost and with almost no
  restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
  under the terms of the Project Gutenberg License included with this
  eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
  United States, you'll have to check the laws of the country where you
  are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
contain a notice indicating that it is posted with permission of the
copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
the United States without paying any fees or charges. If you are
redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
posted with the permission of the copyright holder found at the
beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
any word processing or hypertext form. However, if you provide access
to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
  the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
  you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
  to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
  agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
  within 60 days following each date on which you prepare (or are
  legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
  payments should be clearly marked as such and sent to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
  Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
  Literary Archive Foundation."

* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
  you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
  does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
  License. You must require such a user to return or destroy all
  copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
  all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
  works.

* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
  any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
  electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
  receipt of the work.

* You comply with all other terms of this agreement for free
  distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
electronic works, and the medium on which they may be stored, may
contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from. If you
received the work on a physical medium, you must return the medium
with your written explanation. The person or entity that provided you
with the defective work may elect to provide a replacement copy in
lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
or entity providing it to you may choose to give you a second
opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
violates the law of the state applicable to this agreement, the
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
volunteers and employees are scattered throughout numerous
locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
date contact information can be found at the Foundation's web site and
official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

    Dr. Gregory B. Newby
    Chief Executive and Director
    gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements. We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search
facility: www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

