Project Gutenberg's Mrchen und Erzhlungen fr Anfnger, by H. A. Guerber

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Title: Mrchen und Erzhlungen fr Anfnger
       Zweiter Teil

Author: H. A. Guerber

Release Date: March 23, 2014 [EBook #45189]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK MARCHEN UND ERZAHLUNGEN FUR ANFANGER ***




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  ]




=Mrchen und Erzhlungen.=

Erster Teil.

With vocabulary and questions in German on the text

BY H. A. GUERBER.

Cloth. 163 pages. 60 cents.

                   *       *       *       *       *

=Mrchen und Erzhlungen.=

Zweiter Teil.

With vocabulary. Can be used to follow the above or as an independent
reader

BY H. A. GUERBER.

Cloth. 202 pages. 65 cents.




  Heath's Modern Language Series

  Mrchen und Erzhlungen
  fr Anfnger

  _EDITED WITH COMPLETE VOCABULARY_

  BY
  H. A. GUERBER

  Zweiter Teil

  D. C. HEATH & CO., PUBLISHERS
  BOSTON      NEW YORK       CHICAGO


  COPYRIGHT, 1896,
  BY H. A. GUERBER.




PREFACE.


This second part of "Mrchen und Erzhlungen" is intended to continue
the work begun in the first, and to bridge over the remaining space
between German for Americans and German for Germans. The stories
are carefully graded so as to enlarge the pupils' vocabulary and to
familiarize them with many new idioms, while introducing most of the
terms used in the first part.

It is provided with a complete vocabulary, and can hence be used either
as an independent reader, or in the manner indicated in Part I; but the
questions have been omitted, as at this stage teachers prefer to frame
their own questions, which they can best adapt to the age and needs of
their pupils.

None of the tales in this little collection are original, but all
have been completely rewritten and modified to suit the purpose for
which they are intended. "Der Weihnachtsabend," "Rosa von Tannenburg,"
"Das hlzerne Kreuz," and "Die Taube," can be found, related at great
length, in Christoph Schmidt's collection of medival tales. "In
sicherer Hut" and "Das Neujahrslied" are two of the popular stories of
Johanna Spyri, a writer who in German literature holds about the same
place as Miss Alcott does here.

"Barbarossa" and "Anekdoten" are semi-historical folk tales of Germany,
"Der Bauer und der Advokat" is a proverb-story, and "Die zehn Feeen,"
"Tisch, Sack und Pack," "Der Lange, der Breite und der Scharfugige,"
and "Rbezahl" are genuine northern fairy-tales from various sources.

In the last tale only--which is by Hoffmann--have I retained a few
sentences of the original, but it has been greatly shortened to sustain
the interest of young readers, who weary of long descriptions. All
these stories can be used to advantage with more advanced pupils for
rapid sight-reading and for reproduction.

The collection of poems at the end of this little volume represents the
most famous poets of Germany; and while the most usual pieces are not
given here, care has been exercised to select such as can be easily
memorized and are suitable for pupils of all ages.

To sustain the reader's interest and to secure sufficient incident and
action, several medival tales have been told in this volume. They have
not been related in the conventional medival style, however, because
at this stage of the pupil's advancement it is of paramount importance
that every word and idiom should be such as can be put to immediate
use. Hence "Sie" and "Du" are used in preference to all other forms in
the conversation, the former being introduced even more freely than the
latter, because it is the person which the pupils will have the most
occasion to employ.

The stories in this reader are a means and not an end. They are merely
intended as stepping-stones to guide beginners across what often seems
to them the almost impassable Slough of Despond, which divides the two
languages, and to lead them safely to the attractive field of true
German literature.

It is in the hope that pupils will learn to love and appreciate the
standard German works all the sooner, that these efforts have been made
to shorten and simplify the preliminary stages, which have hitherto
been proverbially hard.

The writer is specially indebted to Miss Eva von Blomberg for the
kindly interest she has shown in the work, and for her help in the
reading of the proof-sheets.




Inhalt.


                                                  Seite

     I. Der Weihnachtsabend                          1

    II. Die zehn Feeen                               9

   III. In sicherer Hut                             13

    IV. Tisch, Sack und Pack                        21

     V. Barbarossa                                  30

    VI. Das Neujahrslied                            35

   VII. Rosa von Tannenburg                         47

  VIII. Der Bauer und der Advokat                   77

    IX. Das hlzerne Kreuz                          81

     X. Der Lange, der Breite und der Scharfugige  88

    XI. Die Taube                                   96

   XII. Anekdoten                                  107

  XIII. Rbezahl                                   116

   XIV. Kleine Gedichte                            127

        VOCABULARY                                 143




Mrchen und Erzhlungen.




1. Der Weihnachtsabend.


In einem groen Tannenwald wanderte ein kleiner Knabe ganz allein.
Tiefer Schnee lag auf dem Boden; es war sehr kalt, und es dmmerte
schon. Der Knabe hatte ein Bndel auf dem Rcken und whrend er langsam
vorwrts ging, sah er ngstlich rechts und links. Endlich stand er
still. Die Thrnen rannen ihm ber die Wangen, die vor Klte blau
waren, und er rief ngstlich:

"Was soll ich thun! Ich habe den Weg sicher verloren. Wo bin ich? Die
Nacht kommt, ich sehe keine Huser, der Wald scheint endlos und ich
werde hier vor Klte sterben, wenn die Wlfe mich nicht erst fressen!
Wenn die liebe Mutter hier wre, wrde sie sicher sagen, da Gott
helfen wrde. Nun, ich kann versuchen, ob Er das Gebet eines Kindes
erhrt."

Der Knabe kniete jetzt auf den Schnee nieder, und whrend er betete,
hrte er auf einmal entfernten Gesang. Erfreut sprang er auf, ging
schnell durch das dichte Gebsch, und stand einige Minuten nachher vor
der Thr eines kleinen Hauses im Walde, aus welchem die Tne eines
Weihnachtsliedes schallten.

Die Musik klang so schn, da das Kind die Thr ffnete, und schchtern
herein blickte. In der Stube (Zimmer) stand ein knstlich aus Steinen,
Moos, und grnen Zweigen geformter Berg, an dessen Seite eine Hhle
war, worin Joseph und Maria standen, und wo das Christkind in einer
Krippe lag.

Vor diesem knstlich geformten Berg saen ein Mann, eine Frau und drei
Kinder. Sie schauten das Christkind an und sangen ihr Weihnachtslied.

Als der letzte Vers zu Ende war, sprang die Frau auf, und sagte:

"Es ist so kalt. Ist wohl die Thr offen?"

Sie ging auf die Thr zu und sah dort das Gesicht des kleinen Fremden.

"Ach, Kind! Was machst du da?" rief sie erstaunt. "Komm' doch herein.
Du siehst ja so kalt aus!"

Sie zog den Knaben in die warme Stube, machte die Thr zu, setzte einen
Stuhl vor das Feuer und sagte freundlich:

"Setze dich dahin! Wenn du dich ein wenig erwrmt hast, kannst du mir
sagen, woher du kommst, und was du so allein in dem groen Wald thust."

Nach einigen Minuten war der Knabe erwrmt genug, um ihre Fragen zu
beantworten. Er erzhlte, da sein Vater im Kriege gefallen, da die
Mutter sehr krank gewesen, und da sie auch endlich gestorben sei. Er
erzhlte auch, da er ganz allein auf der Welt sei, ohne Eltern, ohne
Verwandte und ohne Geld.

Als die Mutter starb, hatte sie ihm gesagt, da er zu ihrer einzigen
Freundin in dem fernen Dorfe, wo sie einst gewohnt hatte, gehen solle,
und da die Leute dort, obschon selbst sehr arm, ihm vielleicht Brot
und Hlfe geben wrden, bis er gro genug wre, um sein eigenes Brot zu
verdienen.

Als die Frau im Forsthause hrte, da der Knabe ein verwaistes (ohne
Vater und Mutter) Kind sei, und da er seit frh morgens gar nichts zu
essen gehabt, gab sie ihm schnell eine gute, warme Suppe, ein groes
Stck Brot, und ein Stck Weihnachtskuchen dazu.

Whrend der Knabe a, und mit den drei Kindern plauderte, sprachen Mann
und Frau zusammen. Die Frau sagte:

"Lieber Mann, du hast gehrt! Der Himmel hat uns das Kind sicher
hierher geschickt! Wir sind zwar nicht reich, aber wo es genug fr fnf
zu essen giebt, kann ein sechster auch etwas zu essen finden. Wenn
wir unsere Kinder so jung allein in der Welt lassen mten, wie diese
armen Eltern, wrden wir sehr dankbar sein, wenn Jemand sie freundlich
aufnhme."

"Ja, das ist wahr," erwiderte der Frster. "Wenn der Knabe die Wahrheit
gesprochen, und er das Kind guter ehrlicher Leute ist, soll er bei uns
ein Obdach finden."

Der Frster rief jetzt den Knaben zu sich, stellte ihm noch einige
Fragen und las die Papiere, welche der Knabe aus seinem Bndel zog. Der
Frster fand dabei einen Brief von dem Kaplan des Regimentes, worin
geschrieben stand, da die Eltern des Kindes gute, ehrliche Leute
gewesen, und da der Knabe selbst ein begabtes und folgsames Kind sei.

Nachdem der Hausvater diesen Brief gelesen, zgerte er nicht lnger,
dem Knaben zu sagen, da er bei ihm bleiben solle.

August, so hie der Knabe, war so froh hier zu bleiben, denn es gefiel
ihm in der Frsterfamilie schon gar gut. Mann und Frau waren beide so
freundlich, und mit den Kindern hatte er schon Bekanntschaft gemacht.

Ehe er zu Bett ging, stand der kleine August mit den anderen Kindern
vor dem knstlich aus Moos, grnen Zweigen und Steinen geformten Berg,
und stimmte ein, als sie das Weihnachtslied noch einmal sangen.

Der Knabe, den die armen Leute so mitleidig in ihre Familie
aufgenommen, war so gut und folgsam, da sie nie bereuten, sich seiner
erbarmt zu haben. August half immer, so viel er konnte. Er brachte
der Frau Holz und Wasser, half ihr auch sonst im Hause, und war immer
munter und dienstfertig.

Die Frsterfrau sagte oft: "August, du bist ein folgsamer, fleiiger
Knabe, und wenn meine Kinder immer so folgsam sind wie du es bist,
werde ich eine glckliche Mutter sein."

In der Dorfschule war August der fleiigste von allen Schlern, und
lernte so schnell und so gut, da der Lehrer ihn sehr lobte. Zu Hause,
wenn er nichts fr die Mutter oder fr den Vater thun konnte, zeichnete
August immer.

Jedes Stck Papier, jeder glatte Stein, jedes Stck glattes Holz
war ihm dazu gut, und bald konnte er Blumen, Bume und Tiere so gut
zeichnen, da die Frsterfamilie sie sehr bewunderte.

Als der Frster einmal auf den Jahrmarkt ging, brachte er jedem der
Kinder ein kleines Geschenk. August bekam da einen kleinen Malkasten.
Der Knabe war so glcklich ber dieses Geschenk, da er seine Freude
gar nicht genug aussprechen konnte und jetzt malte er sehr eifrig.

Eines Tages schickte ihn der Frster in das Schlo, um einige Vgel
dorthin zu bringen. Unterwegs sah August einen Mann im Walde sitzen.
Dieser malte eifrig und bemerkte August nicht, bis dieser voll
Bewunderung ausrief:

"Ach, wie schn! Da ist der Bach, und das Wasser sieht so klar aus. Da
sind die bemoosten Steine und durch die Zweige des groen Baumes kann
man hie und da einen Fleck blauen Himmels sehen."

Der Knstler, denn es war ein Knstler, war ber diese Bewunderung so
erfreut, da er mit dem Knaben sprach, und als August ihm sagte, da
er so gerne Blumen und Bume zeichne, gab er ihm ein Stck Papier und
sagte ihm, da er den Baum auf seinem Bilde abzeichnen solle.

August setzte sich neben den Knstler hin und zeichnete eifrig. Seine
Zeichnung war so gut, da der Knstler den Frster besuchte und ihm
sagte, da August sehr begabt sei, und da er ein Knstler werden solle.

"Da der Knabe verwaist ist und ohne Mittel, will ich ihn in mein Haus
nehmen und ihm Unterricht geben," fgte er hinzu.

August ging nun mit dem Knstler in die Stadt und arbeitete sehr
fleiig, aber jede Weihnacht brachte er bei der Frsterfamilie zu. Als
August siebzehn Jahre alt war, besuchte der Knstler den Frster wieder.

"Guter Frster," sagte er, "August ist ein guter junger Mann, und er
hat schon alles gelernt, was ich ihm lehren kann. Er wird einmal ein
berhmter Knstler werden, aber dazu sollte er jetzt nach Italien gehen
und fnf Jahre dort studieren. Das Geld zu der Reise kann ich ihm nicht
geben, aber wenn Sie es ihm geben knnen, werden Sie es nie bereuen."

Der Frster sann lange nach und entschlo sich endlich, seine kleinen
Ersparnisse herzugeben, damit August nach Italien reisen knnte,
um dort die berhmten Kunstwerke und Knstler zu sehen und viel zu
studieren.

August ging; er schrieb jedes Jahr an die Frsterfamilie, und die guten
Leute freuten sich immer ber seine Briefe. Nachdem er fnf Jahre in
Italien gewesen, konnte August so schn malen, da er einige Bilder
verkaufen und das geliehene Geld dem Frster zurckschicken konnte.

Zugleich sandte August einen Brief und eine groe Kiste. Der Frster
las den Brief mit Freuden, denn August erzhlte, wie gut es ihm
gegangen, wie viel er gelernt, und wie dankbar er dem Frster und
seiner Familie sei, fr all das Gute, das sie ihm erwiesen (gethan).
Dann fuhr er fort:

"Hiermit sende ich dir ein Bild, mein erstes, und ich hoffe, da es
euch allen gefallen wird. Zum Andenken an den Weihnachtsabend, an dem
ihr mich in euere Familie aufnahmet, habe ich eine heilige Familie
gemalt."

Als der Frster den Brief fertig gelesen, holte er den Hammer und
ffnete die groe Kiste. Daraus nahm er endlich ein wunderschnes
Bild der heiligen Familie, und die guten Leute konnten es nicht genug
bewundern.

Mehrere Jahre vergingen wieder, der Frster wurde sehr krank und er
mute sein erspartes Geld alles verbrauchen. Whrend seiner Krankheit
war sein Sohn Christian Frster an seiner Stelle. Christian war ein
braver, junger Mann und that seine Pflicht sehr gut, aber ein bser
Mann, welchen der Vater einmal hatte bestrafen mssen, weil er Holz
gestohlen, schrieb dem Prinzen, da der alte Frster krank sei, und da
dessen Sohn trge sei.

Ohne die Sache zu untersuchen, schrieb der Prinz jetzt dem Frster
einen Brief, indem er sagte, da er auf Neujahr das Forsthaus bergeben
solle, und da er seine Dienste nicht mehr brauche.

Als der arme Frster diesen Brief gelesen, war er sehr traurig. "Ach,"
sagte er, "der alte Prinz, der Vater dieses jungen Mannes, hatte mir
versprochen, da ich dieses Haus nie verlassen solle, und da Christian
an meiner Stelle Frster sein solle, wenn ich zu alt dazu sein wrde.
Das bin ich noch nicht. Ich war nur krank; aber jetzt mssen wir alle
verhungern, denn im Winter werden weder Christian noch ich Arbeit
finden."

Christian, der verheiratet war, und zwei kleine Kinder hatte, war
ebenso traurig; aber obgleich er in die Stadt ging, um den Prinzen zu
besuchen, konnte er ihn nicht sehen.

Es war wieder Weihnachtsabend geworden. Die Frsterfamilie sa wie vor
zwanzig Jahren in der warmen Stube. Der Frster schaute das schne Bild
an, das August gemalt hatte, und als die Kinder baten:

"Grovater, wir wollen doch das schne Weihnachtslied singen,"
antwortete er:

"Ach, Kinder, ich kann nicht singen. Ich bin zu traurig. Wo werden wir
nchste Weihnacht sein? Ach wenn der gute August nur hier wre, wrde
er auch traurig sein, denn er hat das Forsthaus auch lieb."

Whrend der alte Mann so traurig sprach, hatte sich die Thr leise
geffnet, und jetzt trat ein groer, junger Mann herein.

"Vater!" rief er, "Vater, du hast Recht!" Das Forsthaus ist mir sehr
lieb! Sei nicht mehr traurig, du wirst noch manche Weihnacht hier
zubringen knnen. Als ich gestern in der Stadt ankam, erzhlte mir mein
alter Lehrer alle deine Leiden. Ich kenne den Prinzen sehr gut. Er
besuchte mich oft in Italien, und stand gern dabei, whrend ich meine
Bilder malte.

"Als ich hrte, da er befohlen, da du das Forsthaus verlassen
sollest, ging ich sogleich zu ihm, und erzhlte ihm, da der Mann,
der ihm gesagt, da Christian unfhig sei, als Frster zu dienen, ein
Lgner sei. Der Prinz lie den Mann kommen und fragte ihn, warum er
den Christian und die ganze Frsterfamilie verleumdet habe.

"Der Mann fiel sogleich auf die Kniee, bat um Verzeihung und gestand
Alles. Der Prinz gab mir ein Schreiben, das ich dir als Weihnachtsgru
berbringe."

August zog jetzt ein Papier aus der Brusttasche, und gab es dem
Frster. Darin stand, da der Frster im Hause bleiben solle, so lange
er lebe, und da sein Sohn Christian Frster sein solle, wenn der Vater
nicht mehr stark genug sein wrde, in den Wald zu gehen.

Der Prinz sicherte Vater und Sohn einen viel greren Gehalt zu, als
sie noch je gehabt, und die ganze Familie war sehr glcklich.

Der glcklichste von allen aber war der schon jetzt berhmte Knstler
August, welcher der Frsterfamilie endlich hatte helfen knnen, nachdem
sie ihm so lange geholfen hatte.




2. Die zehn Feeen.


Vor langen Jahren wohnte ein Bauer und seine Frau auf einem schnen
Gute in Nord-Deutschland. Das Paar war so arbeitsam, da sie bald sehr
reich wurden; und da sie nur eine einzige Tochter hatten, lieen sie
dem Mdchen alle Freiheit, und sie arbeitete sehr wenig. Sie ging zwar
regelmig in die Schule und lernte viel, aber die Hausarbeit war ihr
immer zuwider, und sie wute sehr wenig davon.

Das Mdchen, welches Elsa hie, war so schn und so munter, da es bald
viele Freier hatte, und als es zwanzig Jahre alt war, heiratete es
einen reichen, jungen Bauer, den es von ganzem Herzen liebte.

Das junge Weib (Frau) kam in das groe Bauernhaus, wo viele Knechte
und Mdchen es erwarteten, und da die Mutter seines Mannes eine sehr
tchtige Hausfrau gewesen war, dachten sie Alle, da die neue Herrin
die Hausarbeit bernehmen und ihnen alle ntigen Befehle austeilen
wrde.

Natrlicherweise versuchte die junge Frau dies Alles zu thun, aber da
sie sehr unerfahren war, und gar nicht an die Arbeit gewhnt, wurde
sie bald sehr mde, und schon whrend der Flitterwochen weinte sie
sehr viel. Ihr Mann, dessen Mutter immer frh und spt gearbeitet
hatte, und die ihrem Haus gut obgewaltet, wurde oft ungeduldig, als er
das unordentliche Haus sah, kein Essen bereit fand und die Mgde und
Knechte umherschlendern sah.

Eines Tages, nachdem sie schon mehrere Monate verheiratet gewesen
waren, verlie er murrend das Haus, Elsa zurufend, da es kein Wunder
sei, da Alles so unordentlich sei, wenn sie so tagelang mit den Hnden
im Schoo sitze!

Elsa weinte bitterlich, nachdem er fortgegangen war, und dachte, da
es doch schade sei, da sie so unwissend wre, und da sie zu Hause so
verwhnt gewesen, da sie jetzt keine gute Hausfrau wre und ihren Mann
so unglcklich machte.

"Ach," seufzte sie, "htte ich nur zehn kleine Feeen, die mir willig
dienten, dann wrde ich die Arbeit fertig bringen knnen!"

Diese Worte waren kaum heraus, da stand ein groer Mann, in einen
grauen Mantel gehllt, vor ihr und fragte wohlwollend:

"Nun, mein Kind, was haben Sie? Warum weinen Sie so bitterlich?"

"Ich weine, weil mein Mann nicht zufrieden ist. Ich kann die Hausarbeit
nicht besorgen. Ich kann weder die Mgde und Knechte leiten, noch Alles
in Ordnung halten. Wenn ich nur zehn Feeen da htte, vielleicht ginge
es mir besser."

"Nun," antwortete der stattliche Mann, "zehn Feeen sollen Sie haben!"

Er schttelte seinen Mantel aus, und zehn kleine Feeen sprangen auf den
Boden und standen dienstfertig vor ihrer neuen Herrin.

"Da," sagte der alte Herr, "da sind Ihre neuen Diener. Sie sind treu
und sehr fleiig, und sie werden Ihnen die Hausarbeit erleichtern. Aber
da alle Leute sich sehr wundern wrden, wenn sie diese kleinen Feeen
herumhantieren shen, so will ich sie verstecken, damit sie Niemand
sehen kann. Strecken Sie Ihre Hnde aus, kleine Frau."

Elsa streckte ihre kleinen, weien, unthtigen Hnde aus und der Mann
rhrte jeden Finger an und sagte: "Daumen, Zeige-Finger, Mittel-Finger,
Ring-Finger, Kleiner-Finger. Feeen, nehmt alle euere Pltze darin!"

Denselben Augenblick sprangen alle zehn kleinen Feeen auf Elsas Schoo,
und versteckten sich schnell in ihre zehn Finger!

Der alte Mann mit dem weiten Mantel verschwand auch, und die
erstaunte, kleine Frau blieb ganz allein. Sie sah ihre Finger
verwundert an. Aber bald regten sich ihre Finger ungeduldig. Die darin
versteckten kleinen Feeen waren nicht gewhnt, trge still zu liegen,
und von ihnen aus ihrer Trumerei geweckt, sprang die junge Frau auf
und machte sich an die Arbeit.

Ihre Hnde waren jetzt so flink, ihre Finger so geschickt, da die
Arbeit lustig herging, und als Mgde und Knechte die Hausfrau so
fleiig arbeiten sahen, schmten sie sich ihrer Trgheit und arbeiteten
auch wieder fleiig wie zuvor.

Das Haus wurde bald ein Musterhaus, und der junge Hausherr sagte oft
stolz:

"Meine Mutter und meine Schwiegermutter waren beide tchtige
Hausfrauen, aber meine Frau kann Alles noch besser und schneller thun.
Man knnte behaupten, da sie ebensoviele flinke Diener, als Finger
htte!"

Die schne und glckliche Elsa lchelte oft, als sie ihn dieses sagen
hrte, denn sie hatte Niemand anvertraut, da sie zehn geschickte,
kleine Feeen in ihren Fingern versteckt hatte.

Elsa hatte viele Kinder, und man sagt, da ihre Tchter die kleinen
Diener erbten, denn sie waren auch fleiig und arbeitsam, und man
rhmte ihre flinken Finger berall.




3. In sicherer Hut.


In einer der schnsten Straen in Dresden steht ein steinernes Haus.
In diesem Hause wohnt eine glckliche Familie, bestehend aus Vater,
Mutter, und drei Kindern. Die lteste Tochter ist fnfzehn Jahre alt,
der einzige Knabe zwlf Jahre alt, und das jngste Kind, die kleine
Rita, ist erst fnf Jahre alt.

Dieses kleine Mdchen liebt das Stadtleben nicht. Sie ist viel
glcklicher auf dem Lande, und sie freut sich immer, wenn die Ferien
herankommen, da sie Dresden wieder verlassen kann.

Eines Tages strmte sie in das Zimmer, wo ihr Vater in einem Lehnstuhl
sa, seine groe Zeitung lesend.

"Vater, lieber Vater, morgen fangen die Ferien an! Wann knnen wir auf
das Land gehen?"

Der Vater kte das Kind und erwiderte zrtlich: "Wir reisen bermorgen
ab, und diesmal gehen wir in die Berge, wo es noch viel schner ist,
als auf dem Lande."

Rita tanzte vor Freude, als sie dieses hrte, und als sie drei Tage
spter in dem kleinen Gasthof hoch auf dem Berge ankamen und sie die
schnen Wlder und die herrlichen Blumen sah, war sie sehr glcklich.

Rita sprang herum bis der Vater sie mit einer kleinen Heuschrecke
verglich. Er schickte sie bald ins Freie unter Aufsicht der
Gouvernante, die das Kind ja nicht aus den Augen lassen sollte, denn
es waren viele gefhrliche Stellen im Walde, wo man sich leicht htte
verirren knnen.

Nicht sehr weit von dem einsamen Gasthofe war eine kleine Htte, wo ein
Holzhacker mit seiner Familie wohnte. Die Holzhackerfamilie bestand aus
fnf barfigen Knaben, welche die vornehmen Kinder erstaunt ansahen.

Der jngste von diesen Knaben, der kleine Hans, konnte seine Augen von
dem fremden Knaben nicht abwenden, denn dieser hatte eine Peitsche, die
er laut knallen lie.

"Oh, wenn ich nur eine solche Peitsche htte, die so laut knallt!"
sagte Hans endlich, und sah seinen Stock, mit dem kleinen daran
befestigten Strick, traurig an, obschon er ihn bis dahin als seinen
grten Schatz angesehen.

Aber diese Peitsche konnte nicht knallen, wie diejenige des kleinen
Fremden, und jetzt hatte Hans alle Freude daran verloren.

Am folgenden Morgen kam die kleine Rita zur Thr heraus. Der Vater
stand da, und Rita lief frhlich herum. Sie war so glcklich in den
Bergen zu sein, und als sie die schnen Blumen sah, schlug sie vor
Freude in die Hnde.

Sie pflckte die Blumen und hatte bald einen groen Blumenstrau. Nach
und nach, als der Blumenstrau grer wurde, nherte sie sich der
kleinen Htte, wo Hans stand. Er sah Rita an, und als sie nher trat,
sagte er:

"Ich wei, wo schne Blumen wachsen!"

"Schner als diese?" fragte Rita, den Blumenstrau hinhaltend.

"Oh, ja; viel schner. Dort in dem Walde sind groe Bsche roter
Blumen."

"Ach, wie herrlich!" rief Rita entzckt. "Vater," schrie sie, "komm'
doch, wir wollen gleich in den Wald gehen. Der Knabe sagt, da da groe
Bsche ganz voll roter Blumen stehen. Bitte, komm' doch!"

"Nein, Kind, nicht jetzt," erwiderte der Vater lchelnd. "Jetzt mut du
in das Haus kommen, um dein Frhstck zu essen. Deine liebe Mutter ist
krank, und du sollst heute sehr artig sein."

Rita ging jetzt in das Haus. Spter aber kam sie wieder heraus, von
der Gouvernante begleitet. Sie wre gern in den Wald gegangen, aber
die Gouvernante sagte, sie solle da bleiben, damit die Mutter sich
nicht allein fhle, denn Vater, Schwester und Bruder waren den Berg
hinabgegangen, um den Arzt fr die kranke Mutter zu holen.

Bald rief die kranke Mutter die Gouvernante wieder in das Haus und Rita
blieb allein. Sie spielte eine Weile mit der Puppe, dann dachte sie an
die schnen, roten Blumen.

"Der Wald ist nicht weit," sagte sie zu sich selbst. "Ich will schnell
dahin gehen und einen Strau roter Blumen fr die liebe Mutter
pflcken."

Das Kind sprang schnell fort, und kam bald in den Wald. Da war es khl
und grn, aber zuerst sah sie keine roten Blumen.

Sie wollte eben zurckgehen, als sie durch die Bume etwas rotes sah.
"Das sind die roten Blumen!" rief sie entzckt, und rannte weiter in
den Wald hinein.

Als sie dahin kam, sah sie, da die Blumen nicht mehr sehr frisch
waren. Ein wenig weiter sah sie einen anderen Busch. Die Blumen darauf
schienen viel frischer. Sie ging dahin und hatte bald beide Hnde voll
Blumen.

Unterdessen war der Vater mit dem Arzte angekommen. Der Arzt sagte, da
die Dame nicht gefhrlich krank sei, und da die gute Bergluft sie bald
wieder gesund machen wrde. Darauf ging er fort.

Die Gouvernante mute nun der Mutter vorlesen und dachte dabei, Rita
sei entweder bei dem Vater oder bei der groen Schwester. Erst als es
Zeit zum Abendessen geworden, dachte man wieder an das kleine Mdchen.

"Wo ist das Kind?" fragte der Vater.

"Ich habe sie drauen unter dem groen Baume gelassen, als die gndige
Frau mich rief," erwiderte die Gouvernante. "Aber da Sie einige Minuten
nachher zurckkamen, dachte ich, da Rita bei ihrer Schwester sei,"
fuhr sie fort.

"Mit mir ist Rita nicht drauen gewesen," antwortete die groe
Schwester. "Sobald der Arzt fortging, bin ich in mein Zimmer gegangen
um mich auszuruhen, denn ich war sehr mde und wollte schlafen. Rita
war aber nicht mehr unter dem Baume, als wir zurckkamen."

Der Vater sprang jetzt erschrocken auf. "Wir mssen das Kind finden,"
rief er, und alle folgten ihm nach. Sie gingen berall hin, riefen
laut, aber sie sahen und hrten nichts von ihr.

Der Vater war bla vor Angst. Er rief die Dienstboten des Gasthauses
herbei, um ihm zu helfen, das Kind zu suchen. Sie suchten den ganzen
Abend umsonst, und als es dunkel wurde, nahmen sie Fackeln und Laternen
und suchten die ganze Nacht. Der Holzhacker suchte auch, obschon er den
ganzen Tag gearbeitet hatte und sehr mde war.

Am Morgen erst kam er mit dem mden Vater zurck in sein Haus.

"Das kleine Mdchen mu in den Flu gefallen sein," sagte er traurig.
"Ich wei nicht, wo wir jetzt noch suchen knnen, ich wei nicht wo sie
ist."

"Aber ich wei es!" rief der kleine Hans.

"Du!" rief der Vater erstaunt.

"Ja, ich wei es," wiederholte Hans.

"Nun, dann zeige uns, wo sie ist," rief der Holzhacker.

Der kleine Hans ging sogleich in den Wald. Die zwei Vter folgten ihm.
Hans ging auf den ersten roten Busch zu und schien erstaunt, das kleine
Mdchen nicht da zu sehen.

"Wo ist sie?" fragte er den Vater. "Sie ist hierher gekommen, um rote
Blumen zu pflcken."

Der Holzhacker sagte: "Rote Blumen wollte sie? Dann ist sie vielleicht
weiter gegangen."

Er ging jetzt mit dem Vater etwas weiter in den Wald. Bald kamen sie an
einen Busch, wo Jemand viele Blumen gepflckt hatte.

"Hier ist sie sicher gewesen," sagte der Holzhacker. "Nehmen Sie sich
in Acht, mein Herr, der Busch ist dicht an dem Abhang! Sie werden
hinunterfallen!"

"Ach!" rief der Vater, "vielleicht ist mein armes Kind da hinunter
gefallen!"

Der Holzhacker hatte sich auf den Boden geworfen, und bog sich jetzt
ber den Rand des Abgrundes.

Bald sagte er erstaunt, aber doch sehr leise: "Das Kind liegt nicht
weit von hier auf einem vorspringenden Felsen. Sie liegt so still!
Entweder ist sie fest eingeschlafen, oder ..."

"Ach!" rief der Vater, "ich mu hinunter!"

"Das knnen Sie nicht, mein Herr!" rief der Holzhacker. "Sie kennen
unsere Felsen nicht, und es ist eine gefhrliche Stelle. Ich will
selbst hinuntergehen!"

Whrend er noch sprach, hatte der Holzhacker die Schuhe schnell
ausgezogen, das Seil, das er trug, um den Leib gebunden und das andere
Ende desselben an einem Baume befestigt.

Der Vater half ihm mit zitternden Hnden und der Holzhacker sagte:
"Mein Herr, Sie wissen, da ich nur ein armer Holzhacker bin. Wenn ich
verunglcken sollte, sorgen Sie fr meine Frau und die Kinder, deren
Vater sein Leben fr Ihr Kind gewagt."

"Ja, das will ich!" rief der Vater ernst. Er konnte nicht weiter reden,
denn die Angst um das kleine Mdchen nahm ihm die Sprache.

Als der Holzhacker eben bereit war, kamen mehrere Mnner herbei. Den
ngstlichen Winken des Vaters folgend, kamen sie sehr leise herbei und
nachdem sie vernommen, da das Kind auf einem vorbringenden Felsen
liege, halfen sie dem Holzhacker langsam hinunter. Dieser klammerte
sich mit den Hnden und mit den nackten Fen an den Felsen und als er
endlich das Kind erreichte, legte er die Hand auf dasselbe.

Sobald er Rita berhrte, wachte sie auf, denn sie war wirklich nur
eingeschlafen. Sie machte eine rasche Bewegung, und wenn der Holzhacker
sie nicht festgehalten htte, wre sie sicher in den Abgrund hinab
gestrzt.

"Gott sei Dank!" rief er. "Das Kind war nur eingeschlafen." Der
wartende Vater hrte diese Worte auch und wre er nicht vor Angst
sprachlos gewesen, htte auch er "Gott sei Dank!" gerufen.

Der Holzhacker sagte jetzt zu dem Kinde: "Siehst du, Kleine, du sollst
jetzt deine Arme um meinen Hals schlingen, und festhalten, denn ich
brauche Hnde und Fe zum hinaufklettern. Das Seil allein ist nicht
stark genug, und sonst mssen wir in den Abgrund fallen."

Rita versprach festzuhalten, schlang beide Arme um den Hals des guten
Mannes und jetzt ging es langsam aufwrts.

Endlich kamen beide wohlbehalten oben an. Als der glckliche Vater sein
Kind in den Armen hielt, rief es frhlich:

"Ach, Vater, ich bin so froh, da du gekommen bist. Ich habe so lange
gewartet. Ich wollte die schnen Blumen pflcken und dann bin ich
pltzlich hinunter gefallen.

"Ich konnte weder hinauf noch hinunter gehen. Ich war so mde und
schlfrig, da ich die Augen nicht mehr offen halten konnte. Doch
frchtete ich, weiter hinunter zu fallen. Da dachte ich: Wenn ich
mein Abendgebet bete, so schickt der liebe Gott einen schnen Engel
herunter, um mich zu schtzen, bis der Vater kommt. Hast du den Engel
wohl gesehen, Vater?"

"Nein, gesehen habe ich ihn nicht, aber der liebe Gott hat ihn doch
heruntergeschickt," rief der glckliche Vater.

Der Vater war so glcklich, sein Kind wieder wohlbehalten in den Armen
zu haben, da er seine Freude nicht genug aussprechen konnte.

Die kleine Rita wurde von der Mutter, Schwester und Gouvernante
frhlich empfangen; und an demselben Tage ging sie noch mit dem Vater,
um den Holzhacker und seine Familie zu besuchen.

Der wackere Mann wurde sehr reichlich belohnt, und als Rita den kleinen
Hans fragte, was er sich wohl wnschte, da er sie doch gefunden, rief
er:

"Ich mchte am allerliebsten eine groe Peitsche haben, die so laut
knallen kann, wie diejenige Ihres Bruders."

Schon am folgenden Tage wurde sein Wunsch erfllt. Der kleine Hans
knallte mit seiner Peitsche vom Morgen bis zum Abend und war der
glcklichste Junge in dem ganzen Riesengebirge.




4. Tisch, Sack und Pack.


Vor langen Jahren wohnte ein armer Mann in einer rmlichen Htte mit
seiner Frau und seinen drei Shnen Jacob, Michel und Heinrich.

"Jacob," sprach der Vater sehr oft, "Jacob, du wirst bald Hausherr
sein, denn ich bin sehr krank, und sterbe bald. Wenn ich nicht mehr da
bin, sollst du Mutter und Brder wohl versorgen."

Jacob versprach immer, da er Mutter und Brder wohl versorgen wolle;
aber er hielt nicht Wort, und als der Vater gestorben und begraben war,
rief er aus:

"Jetzt will ich in die Welt gehen, um mein Glck zu suchen. Michel, du
kannst mitkommen, aber Heinrich soll hier zu Hause bleiben, denn er ist
zu dumm."

Die Mutter aber bat die zwei ltesten Brder so sehr, da sie den
jngsten endlich mitnahmen.

Die zwei ltesten Shne nahmen alles Geld und alles Essen im Hause,
aber Heinrich nahm nichts; er lie Alles, was er hatte, seiner Mutter
und ging weinend fort.

Nachdem sie einige Stunden gegangen waren, setzten sie sich am Wege
nieder und die zwei ltesten Brder nahmen ihre Lebensmittel und fingen
an zu essen.

Heinrich hatte keine Lebensmittel mitgebracht und die Brder lachten
ihn aus, aber er sagte gelassen, da er besser Hunger leiden knnte,
als seine arme, verwitwete Mutter.

Als die Brder das hrten, schmten sie sich doch ein wenig, und gaben
ihm von ihren Lebensmitteln zu essen, ehe sie weiter gingen. Nach zwei
Tagen kamen die drei Brder in ein Schlo, wo niemand zu sehen war.
Da die zwei ltesten sich frchteten, zuerst einzutreten, schickten
sie den jngsten voran. Er trat in das erste Zimmer und blieb erstaunt
stehen, denn da war ein groer Haufe kupferner Pfennige.

Die zwei Brder folgten ihm und als sie das Geld sahen, leerten sie die
Lebensmittel schnell aus ihren Scken und packten sie voll kupfernes
Geld. Heinrich nahm nur ein einziges Stck Geld und dann ffnete er
eine zweite Thr und trat in ein zweites Zimmer, wo ein groer Haufe
silbernen Geldes war. Als die zwei ltesten Brder das silberne Geld
sahen, leerten sie ihre Scke wieder, und packten sie voll Silbergeld.

Heinrich aber nahm wieder nur ein Stck Silber, dann ffnete er eine
andere Thr und trat in ein drittes Zimmer, wo ein groer Haufe Gold
war.

Als die zwei ltesten Brder das Gold sahen, leerten sie das Silber
schnell aus ihren Scken, fllten sie mit Gold und gingen schnell aus
dem Schlosse, denn sie hatten jetzt viele Reichtmer und frchteten,
da Jemand kme und sie ihnen fortnhme.

Der jngste Bruder, der nur ein Stck Gold genommen, nahm die
Lebensmittel, und indem er seinen Brdern folgte, a er alles. Endlich
kamen alle drei in einen Wald. Da die zwei ltesten das schwere Gold
getragen, waren sie sehr mde, lieen ihre Scke fallen, und legten
sich nieder, um etwas auszuruhen. Sie waren beide sehr hungrig und
hieen Heinrich in das Schlo gehen, und ihnen die Lebensmittel, die
sie dort gelassen, bringen.

"Ach," erwiderte Heinrich, "zu dem Schlosse will ich doch nicht allein
gehen, und ohne die wrde ich keine Lebensmittel da finden, denn ich
habe sie ja alle gegessen!"

Als die hungrigen Brder das hrten, wurden sie sehr bse, prgelten
den armen Heinrich, lieen ihn halbtot am Boden liegen, nahmen ihre
goldgefllten Scke, und gingen heim.

Der arme Heinrich durfte ihnen nicht folgen. Er hatte nichts zu essen,
und dachte endlich:

"Ich will wieder in das Schlo gehen. Vielleicht finde ich noch etwas
zu essen da, und wenigstens kann ich Gold genug fortbringen, um reich
zu sein, denn ich wei ganz gut, da meine Brder mir nie ein einziges
Stck Geld geben wrden."

Er ging allein in das Schlo, ging durch die Zimmer wo Kupfer und
Silber lag, und als er in das Zimmer, wo das Gold lag, gekommen war,
nahm er seinen Rock und fllte ihn mit Goldstcken. Er wollte soeben
fortgehen, als er einen schrecklichen Lrm hrte, und als er zitternd
da stand, kamen drei groe Riesen, die laut riefen:

"Wo ist der Ruber? Er soll sterben!"

Sie wollten den Jngling tten, aber da er laut um sein Leben bat,
sagten sie endlich, da sie es ihm lassen wollten, aber da er ihr
Schatzhter sein sollte.

"Damit du ja nicht Hunger leidest," fgten sie hinzu, "stellen wir hier
einen kleinen Tisch hin. Klopfe darauf, wenn du zu essen wnschest, und
rufe laut: 'Lebensmittel fr einen Knig!' und du wirst Alles haben,
was du nur wnschen kannst."

Der Jngling, der sehr hungrig war, klopfte sogleich auf den Tisch, und
in einem Augenblick war er mit vielen Speisen bedeckt, und der Jngling
konnte nach Belieben essen.

Heinrich blieb ein ganzes Jahr hier im Schlosse. Aber da er immer
allein war, langweilte er sich endlich sehr. Eines Tages nahm er den
Tisch, rief laut:

"Htet euere Schtze selbst, Ihr Herren Riesen," und ging aus dem
Schlosse.

Er ging lange und kam endlich in einen dichten Wald. Hier begegnete er
einem armen Manne, der bittend sagte:

"Geben Sie mir etwas zu essen, guter Jngling, ich bin ja so hungrig!"

"Das will ich gern thun, armer Mann," sagte der Jngling. Er stellte
seinen Tisch unter einen Baum, klopfte darauf, rief laut: "Lebensmittel
fr einen Knig!" und sobald der Tisch mit guten Speisen bedeckt war,
lud er den Mann zum Essen ein.

Der alte Mann a und trank und sagte endlich:

"Das ist ein schner Tisch! Sehen Sie, guter Jngling, ich werde
Ihnen diesen Pack fr den Tisch geben. Es ist ein wunderbarer Pack.
ffnen Sie ihn und sagen Sie laut: 'Soldaten herbei!' und Sie werden so
viele Soldaten haben, als Sie wollen. Dann sagen Sie wieder, 'Soldaten
hinein!' so werden sie alle wieder in dem Pack verschwinden."

"Nun," sagte Heinrich, "das ist mir schon Recht. Sie sollen den Tisch
haben. Geben Sie mir den Pack."

Der alte Mann gab ihm den Pack, nahm den Tisch und Beide gingen ihres
Weges. Heinrich war nicht weit gegangen, so dachte er:

"Es ist doch schade, da ich meinen guten Tisch nicht mehr habe. Was
werde ich jetzt thun, wenn ich hungrig bin?" Dann dachte er auch: "Ich
mu sehen, ob mein Pack gut ist."

Er ffnete den Pack und sagte laut: "Zwei hundert Husaren herbei!"

Aus dem Pack sprangen sogleich zwei hundert Husaren, auf schnen
Pferden, und der Oberst fragte ehrerbietig:

"Was wnschen Sie, mein Herr?"

"Gehen Sie den Weg entlang. Sie werden bald einem kleinen, alten Mann
begegnen. Er hat einen Tisch, bringen Sie mir denselben," erwiderte
Heinrich.

"Gut!" antwortete der Oberst, und er sprengte mit seinen Husaren davon.

Nach einigen Minuten kamen sie mit dem Tische zurck. Heinrich ffnete
den Pack wieder, und rief laut:

"Zwei hundert Husaren hinein!" und sogleich sprangen Husaren und Pferde
in den Pack.

Jetzt hatte der Jngling Tisch und Pack und er war sehr froh. Er ging
getrost seines Weges. Endlich begegnete er einem Bettler mit einem
Sack, der ihn um etwas zu essen bat.

"Ja, das kann ich Ihnen geben," sagte der Jngling. Er stellte seinen
Tisch unter einen Baum, klopfte darauf und rief laut: "Lebensmittel fr
einen Knig!" und in einer Minute war der Tisch mit reichen Speisen
bedeckt.

Der Jngling lud den Bettler zum Essen ein. Er a und trank und sagte
endlich:

"Sie haben da einen gar schnen Tisch. Geben Sie mir den Tisch. Ich
gebe Ihnen meinen Sack dafr. Es ist ein wunderbarer Sack. ffnen Sie
ihn und sagen Sie laut: 'Schlo heraus!' so wird ein schnes Schlo vor
Ihnen stehen. Dann, wenn Sie 'Schlo hinein!' rufen, verschwindet das
Schlo in dem Sack."

"Das ist mir Recht!" sagte Heinrich und er gab seinen Tisch fr den
Sack.

Er war nicht sehr weit gegangen, da dachte er: "Ach, ich mchte meinen
schnen Tisch doch wieder haben!"

So ffnete er den Pack, rief laut: "Drei hundert Uhlanen heraus!" und
als sie alle schnell aus dem Sack krochen, gebot er ihnen, dem Bettler
nach zu gehen, und den Tisch zurckzubringen.

Die Uhlanen gehorchten sogleich. Dann ffnete Heinrich den Pack, rief
laut: "Drei hundert Uhlanen hinein!" und sie verschwanden alle in dem
Pack. Heinrich ging getrost seines Weges und kam zuletzt in die Stadt,
wo seine Brder jetzt wohnten. Sie aen und tranken den ganzen Tag,
da sie jetzt so viel Gold hatten. Die Mutter hatten sie in die Stadt
mitgebracht, aber die arme Frau mute Tag und Nacht kochen, damit ihre
Shne genug zu essen hatten.

Heinrich ging in das Haus seiner Brder, aber er sah so rmlich aus,
da sie ihn auslachten, und obwohl sie ihn in dem Stalle schlafen
lieen, gaben sie ihm kein einziges Stck Brot zu essen.

Der Jngling, der seinen Tisch, seinen Pack und seinen Sack in dem
Garten versteckt hatte, wartete nur bis die Nacht herankam. Dann
ffnete er den Sack und rief laut, "Schlo heraus!" In einer Minute
wurde er ein schnes Schlo da im Garten gewahr. Dann ffnete er den
Pack und rief laut: "Zwanzig Soldaten heraus!"

Sobald die Soldaten heraus waren, befahl er ihnen, das Schlo zu
bewachen, und ihn morgens um vier Uhr aufzuwecken.

Die Soldaten bewachten das Schlo sogleich, und er ging mit dem Tisch,
dem Sack und dem Pack hinein.

Dann stellte er den Tisch in das prchtige Ezimmer, klopfte darauf
und rief laut: "Lebensmittel fr einen Knig!" und als der Tisch mit
den besten Speisen bedeckt war, setzte er sich und a und trank nach
Belieben.

Dann schlief er auf einem goldenen Bette ein, und frh morgens weckten
ihn die Soldaten auf, wie er befohlen. Er nahm Tisch, Sack und Pack
und ging in den Garten. Dann ffnete er den Pack, rief laut: "Zwanzig
Soldaten hinein!" und die zwanzig Soldaten verschwanden in dem Pack.
Dann ffnete er den Sack, rief laut: "Schlo hinein!" und das Schlo
verschwand auch.

Heinrich versteckte Tisch, Sack und Pack und ging in den Stall, wo die
bsen Brder ihn fanden, und ihn wieder auslachten. Sie fragten ihn
auch, warum er kein Gold aus dem Schlosse gebracht.

"Ach," erwiderte er stolz, "ich habe etwas Besseres als Gold," und er
zeigte ihnen den Tisch. Die Brder waren erstaunt und sie sprachen von
dem Tisch mit allen ihren Freunden. Endlich hrte der Knig auch davon.
Er schickte zwei Offiziere und lie dem Jngling sagen, er solle ihm
den Tisch leihen.

Heinrich sagte: "Ja, der Knig kann den Tisch haben, aber wenn er mir
in drei Tagen nicht zurckgegeben ist, so erklre ich dem Knig Krieg."

Der Knig freute sich sehr ber den Tisch. Er wollte ihn behalten. Er
lie Zimmerleute und Schreiner kommen und sagte streng:

"Zimmerleute und Schreiner, Sie mssen binnen drei Tagen einen anderen
Tisch verfertigen, der diesem so gleich ist wie ein Ei dem anderen!"

Die Zimmerleute und Schreiner arbeiteten Tag und Nacht und binnen drei
Tagen hatten sie einen Tisch verfertigt, der dem anderen glich wie ein
Ei dem anderen.

Als der Knig diesen Tisch dem Jngling schickte, klopfte er darauf und
rief laut: "Lebensmittel fr einen Knig!" aber da der Tisch sich nicht
sogleich deckte, merkte er, da der Knig den Wundertisch noch hatte.

"Tragen Sie diesen Tisch zu dem Knig!" rief er den Dienern laut zu,
"und sagen Sie ihm, da wenn er mir meinen Wundertisch nicht sogleich
schickt, ich ihm den Krieg erklren werde."

Als der Knig dieses hrte, lachte er laut, denn er dachte: "Der
Jngling ist arm, er hat weder Soldaten noch Geld, er kann mir keinen
Schaden thun." Aber bald lachte der Knig nicht mehr, denn der Jngling
kam vor das Schlo, ffnete den Pack, rief laut: "Hundert tausend
Infanterie und hundert tausend Kavallerie heraus!" und in einem
Augenblick hatte er ein groes Heer (Armee) von zwei hundert tausend
Mann.

Der Knig frchtete sich sehr vor diesem groen Heer, und schickte
einen Boten mit einer weien Fahne, um dem Jngling zu sagen, da er
seinen Tisch wieder haben solle, und die Hand der Prinzessin dazu, wenn
er das Heer nur fortbringen wolle.

Der Jngling sagte: "Nun, das ist mir schon Recht, aber die Hochzeit
mu noch heute stattfinden!"

Dann ffnete er den Pack, rief laut: "Hundert tausend Infanterie und
hundert tausend Kavallerie hinein!" und das groe Heer verschwand
sogleich in dem Pack. Der Jngling ging allein in den Palast. Da wurde
er mit der schnen Prinzessin getraut und der Wundertisch wurde fr
das Hochzeitsfest gebraucht. Alle Gste aen und tranken so viel sie
wollten, und nachdem sie lange getanzt hatten, sagte der Knig:

"Nun, Schwiegersohn, gehen Sie jetzt schlafen!"

"Ich mu zuerst noch einmal in den Garten gehen!" erwiderte Heinrich.
Er ging in den Garten, machte den Sack auf, rief laut: "Schlo heraus!"
und augenblicklich stand ein schnes Schlo da. Dann ging der Jngling
wieder in den Palast, nahm seine Braut bei der Hand, und fhrte sie in
sein Schlo.

Da wohnte er lange Jahre glcklich mit Frau, Mutter und Kindern. Dank
dem Tische, dem Sack und dem Pack, hatte er immer Alles, was er nur
begehren konnte. Er starb in hohem Alter und seine Kinder erbten das
Reich und die drei Wunderdinge. Diese wurden in den Keller gebracht,
da man ihrer nicht mehr bedurfte, aber da wurden sie morsch. Es kam
endlich eine Zeit, wo Krieg im Lande war. Da erinnerte sich der Erbe
des Packes. Er lie ihn holen, aber er zerfiel in Stcke. So ging es
auch mit dem Tische und mit dem Sacke, und jetzt sind die Nachkommen
Heinrichs wieder sehr arm.




5. Barbarossa.


Auf dem Kyffhuser Berg in Thringen, stehen noch die Ruinen
eines uralten Schlosses, wo Friedrich Barbarossa, der rotbrtige
Hohenstauffen Kaiser, einmal wohnte.

Ein Bauer ging eines Morgens frh ber den Berg; er wollte sein
Pferd, ein schnes Tier, auf den Markt bringen, um es als Streitro
zu verkaufen. Da er das Pferd frisch nach dem Markte bringen wollte,
fhrte er es langsam am Zgel, und als er eine schne, kleine, blaue
Blume an dem Weg sah, pflckte er sie, und steckte sie in sein Hutband.
Es war so neblig, da man nicht weit sehen konnte, und Bauer und Pferd
erschraken ein wenig, als sie pltzlich einen kleinen, alten Mann vor
sich stehen sahen.

"Guten Morgen, Bauer," sprach er freundlich, "wohin gehen Sie?"

"Auf den Markt, um mein Pferd zu verkaufen."

"Das Pferd da? Ein schnes Tier!" rief der Mann. "Um welchen Preis
denken Sie es zu verkaufen?"

"Um vier hundert Thaler," antwortete der Bauer, "denn das Pferd ist
jung und gesund. Es wird ein prchtiges Streitro geben."

"Ja, das ist wahr," erwiderte der kleine Mann nachdenklich. "Darum
mchte ich es um den Preis kaufen. Kommen Sie mit mir, Bauer," fgte er
hinzu, "und ich werde Ihnen das Geld geben."

Der Bauer, der den kleinen alten Mann noch nie gesehen, war ein wenig
erstaunt ber diese Begegnung, aber dennoch erwiderte er langsam:

"Nun das ist mir schon Recht!"

"Dann folgen Sie mir!" rief der kleine, alte Mann, und anstatt den
gewhnlichen Weg zu gehen, fhrte er ihn durch Wald und Gestrpp. Bald
kamen sie zu einem kleinen Pfad, der in eine groe Hhle fhrte.

Der Bauer hatte nie von einer Hhle in dem Berge gehrt, aber der
kleine Mann ging schnell hinein, und winkte ihm zu, mit dem Pferde
herein zu kommen.

Der Bauer war sehr erstaunt als er in die Hhle kam, denn da waren
tausende von schlafenden Pferden, und bei jedem Pferd war ein
schlafender Knecht in Rstung.

Der kleine Mann nahm jetzt den Zgel aus der Hand des Bauers, fhrte
das Pferd an einen leeren Platz, band es fest, und sogleich schlief es
auch fest ein. Dann fhrte er den Bauer noch weiter, und brachte ihn
bald in einen weiten, unterirdischen Saal, der mit Edelsteinen und Gold
reichlich verziert war. Viel Gold und viele Edelsteine lagen in Haufen
herum, und der kleine alte Mann nahm einige Goldstcke und reichte sie
dem Bauer als den bestimmten Preis fr das Pferd.

Der Bauer steckte das Gold in seine Tasche und sah sich verwundert
um. Sein Erstaunen wurde immer grer, denn mitten im Saale stand ein
groer Marmortisch. An dem Marmortisch sa ein schlafender Ritter. Er
war in voller Rstung, nur den Helm hatte er abgelegt, der lag auf dem
Boden, mit seinem Schwerte, seiner Lanze, und seinem Schild. Der Ritter
schlief fest. Ein langer, feuerroter Bart hing ihm tief ber die Brust
herab, und war fast dreimal um den Marmortisch gewachsen. Um ihn her
waren viele schlafende Ritter, die auch wie Helden aussahen, und hinter
dem Lehnstuhl des schlafenden Rotbarts stand ein kleiner, schlafender
Zwerg.

Whrend der Bauer erstaunt still stand, regte sich der Rotbart auf
einmal, ffnete die Augen und rief dem Zwerg ernst zu:

"Geh hinauf, mein Zwerg, und sieh, ob die Raben noch um den Berg
fliegen."

Auf einmal wurde der Zwerg wieder lebendig, ging eilig hinaus, kam bald
wieder zurck, und meldete feierlich:

"Die Raben fliegen noch um den Berg herum."

"Dann mu ich noch hundert Jahre schlafen!" seufzte der Rotbart. Seine
Augen fielen wieder zu, und er schlief bald fest ein.

Der kleine Mann, der auch regungslos da gestanden, fhrte jetzt den
Bauer wieder hinaus, und als sie an der ffnung der Hhle standen,
sagte er hflich:

"Sie haben da eine wunderschne kleine Blume, in Ihrem Hutband, ich
mchte sie gar gern haben; wollen Sie sie mir geflligst geben?"

"Ja, gewi!" erwiderte der Bauer. Er ri die Blume schnell aus dem
Hutband, legte sie in die Hand des alten Mannes, und wollte ihn eben
fragen, wer der schlafende Rotbart sei, und warum so viele Krieger und
Kriegsrosse in dem Berg versammelt wren, aber der kleine Mann war
verschwunden.

Der Nebel war auch dichter geworden, und der Bauer suchte vergebens
nach der ffnung der Hhle, die er soeben verlassen. Es war erst
nachdem er einige Stunden lang umher geirrt, und der Nebel endlich vom
Winde weggeweht worden war, da er den Heimweg finden konnte.

Er ging schweigend nach Hause, sagte seiner Familie nichts von seinem
Abenteuer, und lie seine Frau glauben, da er das Pferd auf dem Markte
verkauft.

Am folgenden Morgen ging er frh auf den Berg, suchte eifrig nach dem
Pfad zu der Hhle, aber konnte ihn doch nicht finden. Tagelang suchte
er vergeblich, und endlich erzhlte er Alles einem alten Nachbarn, der
ihm sagte:

"Ach, du hast ja den Kaiser Friedrich Barbarossa gesehen! Meine Mutter
erzhlte mir schon vor langen Jahren, als ich noch ein sehr kleiner
Bursche war, da der Kaiser nicht gestorben sei, wie die Gelehrten es
in ihren dicken Bchern geschrieben. Er ist nach dem Heiligen Lande
gezogen, auf einem Kreuzzug, und viele Leute erzhlten damals, da er
in einem Flu ertrunken sei, aber meine Mutter behauptete immer, das
sei nicht wahr, und sagte mir oft, da er unter dem Kyffhuserberg
schlafe. Ja, sie hatte doch Recht, siehst du, und sie sagte auch, da
der Kaiser dort mit seinen Helden lange schlafen wrde. Nur einmal in
hundert Jahren lst sich der Bann auf einige Minuten. Dann schickt der
Kaiser den Zwerg hinaus, um nachzusehen, ob die Raben noch um den Berg
fliegen. Wenn sie nicht mehr herumfliegen, wird der Kaiser wissen,
da die deutsche Freiheit und Macht in Gefahr ist. Dann wird der rote
Bart den Marmortisch dreimal umringt haben. Alsdann wird der Kaiser
aufspringen, den Kriegsruf durch den Berg erschallen lassen, und dann
werden die schlafenden Helden erwachen, ihre Kriegsrosse besteigen, und
von dem Kaiser gefhrt, aus dem Berg heraus steigen!

"Dann wird der Kaiser seinen Helm auf dem Kopfe haben. Seinen Schild
wird er auf einen drren Birnbaum hngen, der sogleich wieder blhen
und Frchte tragen wird. Dann wird der tapfere Kaiser fr das liebe
Vaterland streiten, die Feinde besiegen, und Deutschland wird, Dank dem
Kaiser Friedrich Barbarossa, frei und noch mchtiger und grer sein,
als je zuvor."

Der Bauer hrte diese Prophezeihung mit Freuden, aber trotzdem er
manchmal suchte, konnte er weder die Hhle noch solche schne blaue
Blume finden, wie diejenige, welche er an dem nebeligen Morgen
gepflckt.




6. Das Neujahrslied.


Das Dorf B. liegt in einem schnen Thale, wo man grne, mit herrlichen
Blumen bestreute Wiesen sehen kann, und wo die Nubume ihre khlen
Schatten werfen. Von dem Dorf aus geht ein Fuweg den Berg steil
hinauf, und diesem Fuwege entlang stehen mehrere rmliche Huschen mit
kleinen Stllen.

Das kleinste Haus von allen steht am hchsten. Die Thr des Hauses ist
sehr niedrig. Das Haus hat nur zwei kleine Rume (Zimmer), und der
Stall dahinter ist auch sehr klein. Wenn die Ziege, die hineingeht,
nicht so mager wre, knnte sie unmglich Platz genug darin finden.

In diesem Huschen hat der Joseph gewohnt, aber er ist schon seit vier
Jahren tot und nun wohnen seine Frau und zwei kleine Kinder allein da.

Das ltere Kind, ein gesunder, starker Bube (Knabe) heit Sebastian
oder Basti, wie ihn die Mutter nennt, denn der Name scheint zu lang fr
einen so kleinen Buben. Er ist jetzt sieben Jahre alt und sehr stolz
auf die zarte, goldlockige, fnfjhrige Schwester Franziska. Diesen
langen Namen haben Mutter und Bruder nach der Sitte des Landes zu
Frnzchen abgekrzt, wenn sie das kleine lockenhaarige Kind anreden.

Diese Leute sind sehr arm, wie die meisten Bergbewohner. So lange der
Vater lebte und verdienen konnte, ging es ihnen gut, aber seit seinem
Tode mu die arme Frau von frh morgens bis spt abends arbeiten, damit
die zwei Kleinen genug zu essen bekommen.

Whrend des Sommers spielen die Kinder drauen, und obgleich die Mutter
so viel zu thun hat, sind ihre Kleider immer rein, sowohl wie ihre
munteren Gesichtchen.

Da die Kinder keine warmen Kleider haben, weder Mntel noch Mtzen,
noch Stiefel und Schuhe, bleiben sie whrend des langen Winters immer
im Hause, wo sie jedoch kein Spielzeug haben.

Wenn die Mutter Zeit hat, erzhlt sie ihnen Geschichten, whrend sie
sich mit Stricken oder Spinnen beschftigt, denn nur so kann sie etwas
fr ihre Kinder verdienen.

Als Basti acht Jahre alt wurde, war der Herbst sehr rauh und schon im
Oktober fiel tiefer Schnee und ging nicht mehr weg. Die zwei Kinder
blieben jetzt beim Ofen, nur die Mutter ging dann und wann hinaus, um
Arbeit zu suchen oder abzuliefern und um Nahrungsmittel einzukaufen.

Den Berg hinunter zu gehen war fast unmglich, denn der Schnee lag sehr
tief; aber die gute Mutter bahnte sich doch einen Weg. Wenn sie Arbeit
bekam, kam sie glcklich nach Hause, und, obschon sie so mde war,
setzte sie sich gleich fleiig an das Stricken oder Spinnen.

Oftmals aber konnte sie nichts verdienen; dann konnte sie kein Brot
kaufen, und da muten sich Mutter und Kinder mit der Milch der mageren
Ziege begngen.

Die Kinder gingen immer frh zu Bett, doch die Mutter sa stundenlang
an der Arbeit, whrend drauen der kalte Wind heulte und pfiff.
Die gute Mutter sang dann gewhnlich ein Lied, damit Frnzchen den
heulenden Wind nicht hre; aber an einem Winterabend konnte sie nicht
singen.

Das Kind lag im Bette mit weit offenen Augen und schaute der Mutter zu,
endlich sagte es:

"Aber, Mutter, warum singst du doch nicht?"

"Ach, ich kann nicht," seufzte die mde Frau, und prete die Hand an
die Brust, wo sie oft einen Stich fhlte nach ihren anstrengenden
Wanderungen zum Dorfe im Thal.

"Aber ich kann singen!" rief Basti und fing an mit fester, klarer
Stimme das Lied zu singen, das die Mutter ihnen bisher immer als
Schlaflied gesungen hatte.

Als die Mutter die schne klare Stimme hrte, scho ihr pltzlich ein
Gedanke durch den Kopf.

"Basti," sagte sie, "wenn du willst, kannst du mir helfen, etwas zu
verdienen."

"Ach, Mutter, das will ich gern thun," rief der kleine Sohn und wollte
sogleich aus dem Bette springen. Die Mutter aber sprach:

"Bleibe im Bett, mein Kind. Morgen werde ich dir ein Lied lehren, und
am Neujahrstag kannst du es den Dorfleuten vorsingen. Dann geben sie
dir Brot und vielleicht sogar Kuchen und Nsse."

Der kleine Basti freute sich so ber den Gedanken, der Mutter helfen zu
knnen etwas zu verdienen, da er fast nicht einschlafen konnte; und,
als ihm die Augen endlich zufielen, trumte er von Kuchen und Nssen,
die so gut schmeckten.

Kaum war er des Morgens erwacht, so wollte er gleich das Lied lernen,
aber die Mutter sagte, da er warten msse, bis sie mit der Arbeit
fertig sei, und sie sich ruhig hinsetzen knne.

Der Tag schien dem ungeduldigen Basti sehr lang, und er erzhlte
dem Frnzchen mehrmals, da er ein Lied lernen solle, und da er am
Neujahrsabend Brot und vielleicht sogar Kuchen und Nsse heimbringen
werde.

Als es dunkel geworden und die Mutter die kleine Lampe angezndet
hatte, und die Strickarbeit zur Hand nahm, fing sie an, den ersten
Vers des Liedes zu singen. Sie wiederholte denselben mehrmals und bald
sang Basti mit. Das Frnzchen, das dem Bruder Alles nachmachte, fing
auch an zu singen, und ihre Stimme war so rein (klar), da die Mutter
erstaunte.

Die Kinder waren beide so aufmerksam, da sie das Neujahrslied bald
singen konnten, obschon es vier lange Verse hatte.

Neujahrsmorgen kam, die Mutter ging zur Kirche, und als sie nach Hause
kam, rief sie die zwei Kinder zu sich, zog ihnen die warmen Strmpfe
an, die sie nachts fr den kalten Gang gestrickt, und hie Basti seines
Vaters Schuhe anziehen. Zuletzt wickelte sie das kleine Mdchen in das
Tuch, das sie gewhnlich selbst umlegte.

Die Mutter trug das Frnzchen den Berg hinunter, denn der Schnee war
so tief, da sie nicht gehen konnte bis sie in das Dorf kamen, wo man
Pfade gemacht hatte, und wo das Gehen nicht so schwer war.

Zuerst gingen sie in den Gasthof des Dorfes und da sangen die Kinder
ihr Lied so lieblich, da die Gste sie sehr lobten, und mehrere
Pfennige aus der Tasche zogen, um sie den glcklichen Kindern zu geben.

Die Frau des Hauses war auch sehr freundlich. Sie gab ihnen Brot
und jedes Kind bekam eine groe Handvoll Nsse und ein groes Stck
Kuchen. Basti war so froh, da er laut und herzlich dankte; die kleine
Schwester aber war schchtern, und dankte nur leise, obgleich sie vor
Freude rosenrot war.

Die Kinder besuchten noch fnf oder sechs Huser und bekamen mehr
Pfennige, Brot, Kuchen und Nsse. Als sie aus dem sechsten Hause kamen,
war es so bitterkalt, da die Mutter, die drauen gestanden, es nicht
mehr aushalten konnte. Das zarte Mdchen zitterte auch und konnte vor
Klte nicht mehr singen, so nahm sie die Mutter wieder auf den Arm und
kletterte mhsam mit ihr den Berg hinauf, whrend Basti voraus lief so
schnell es ihm die groen Schuhe erlaubten.

Als sie wieder daheim angelangt, und als Hnde und Fe wieder warm
waren, holte Basti den Korb herbei. Die Kinder bekamen jetzt zum
Abendessen Brot, ein Stck Kuchen, und einige Nsse, und feierten so
einen frhlichen Neujahrsabend.

Die Mutter war auch froh und sehr dankbar; sie hatte nun Brot genug fr
mehrere Tage und in dem Korbe fand sie einige Pfennige, die sie sehr
gut brauchen konnte.

Der Winter dauerte noch lange. Die arme Frau mute sich sehr
anstrengen; doch als die warme Sonne wieder schien, konnten die Kinder
wieder ausgehen und muten nicht mehr frieren.

Die Ziege kam auch heraus, fra schnes, frisches Gras, und gab ein
wenig mehr Milch, welche die Kinder so gerne tranken. Nur die Mutter
schien nicht froh; sie arbeitete dennoch fleiig, aber manchmal mute
sie sich ein wenig ausruhen, denn ihre Krfte verlieen sie oft.

Sie konnte nicht mehr essen, und als Basti eines Tages das letzte Stck
Brot, das noch im Hause war, mit ihr teilen wollte, sagte sie, sie
habe keinen Hunger. Der Kleine sah die Mutter neugierig an, und fragte
klglich:

"Bist du krank, Mutter?"

Die arme Frau erwiderte langsam:

"Mir ist nicht ganz wohl, Basti. Wenn ich morgen nach dem Dorfe
hinunter gehe, will ich zum Herrn Doktor gehen. Der wird mir einen
guten Rat geben."

Als sie diese Worte sprach, sank sie pltzlich ohnmchtig zurck.
Der kleine Basti schaute die Mutter eine Weile an, dann nahm er das
Frnzchen bei der Hand und sagte leise:

"Die Mutter schlft, Frnzchen, komm' mit mir; aber mache kein
Gerusch!"

Die kleine Schwester hatte weder Schuhe noch Strmpfe an, so konnte sie
nur leise gehen. Basti fhrte sie hinaus und nun gingen beide Kinder
den Fuweg hinunter dem Dorfe zu.

Als sie hinunter wanderten, sprach Basti ernst:

"Siehst du, Frnzchen, wir gehen nach dem Dorfe. Da werden wir unser
Lied noch einmal singen. Dann wird man uns wieder Brot, Kuchen, Nsse
und Pfennige geben. Die Mutter hat heute nichts gegessen, und es ist
kein Brot mehr im Hause, sie wird froh sein, wenn wir Brot nach Hause
bringen."

Die Kinder, die das Neujahrslied tglich zu Hause beim Spiele gesungen,
gingen jetzt in das Dorf. Da war alles verndert. Die Hausthren
standen alle offen, und in dem Garten vor dem Wirtshause stand ein
groer, viereckiger Tisch.

Um den viereckigen Tisch herum saen viele junge Leute, die aen und
laut lachten. Als Basti sein Lied anstimmte, rief einer der jungen
Leute den anderen zu:

"Still, still, wir wollen den Gesang hren!"

Die jungen Leute -- sie waren alle Studenten -- hielten jetzt inne, und
der Fhrer sagte gutmtig zu den Kindern:

"Kommt nher, wir wollen das Lied hren!"

Da fing Basti wieder an, und Frnzchen stimmte ein mit ihrer silbernen,
glockenartigen Stimme. Die Studenten lauschten und hrten mit Erstaunen
diese Worte:

    "Nun ist das alte Jahr dahin,
    Ein neues ist gekommen;
    Wir wnschen, da es euch erschien
    Zu eurem Heil und Frommen."

Als der erste Vers zu Ende kam, lachten die Herren lauter als je, bis
der lteste, ein groer, stattlicher Mann mit einem feuerroten Bart,
wieder mit donnernder Stimme rief:

"Still doch! Ihr erschreckt die armen Kleinen."

Bald wurde es wieder still und die Kinder, ermuntert durch einen
gtigen Wink des stattlichen Herrn, fuhren mit dem Liede fort:

    "Jetzt ist die kalte Winterzeit,
    Die Erde starrt im Eise,
    Doch ist der liebe Gott nicht weit
    Und hilft nach seiner Weise."

Der zweite Vers war jetzt zu Ende und als die Kinder eine kleine Pause
machten, flsterte ein junger Mann dem andern lchelnd zu:

"Gott hat uns heute wirklich vor Frost bewahrt!" Alle lachten wieder,
aber als der Fhrer die Kinder ermuntert, weiter zu singen, wurde es
wieder still und Basti und Frnzchen fuhren fort:

    "Doch wird es manchem Vglein schwer,
    Sein Futter zu erreichen,
    Und auch die Kinder ziehn umher
    Und suchen sich desgleichen."

"Die Kinder sollen es haben!" riefen jetzt alle Studenten, und jeder
streckte den Kindern einen Teller entgegen, worauf viele gute Sachen
waren. Basti und Frnzchen wollten aber nichts annehmen bis sie ihr
Lied fertig gesungen, und jetzt sangen sie herzlich den letzten Vers:

    "Nun bring' euch allen frh und spt
    Das Jahr viel Heil und Segen,
    Und wer nur Gott zum Freunde hat
    Dem hilft er allerwegen."

Jetzt klatschten die Herren laut. Der Beifall war allgemein, und der
Fhrer rief:

"Das ist ein schner Wunsch! Der bringt uns Glck auf die Reise."

Er zog das kleine Mdchen zu sich, setzte sie auf sein Knie, stellte
ihr einen Teller voll guter Dinge zu essen vor, whrend ein anderer
junger Mann den Basti ebenso versorgte. Die Herren waren so munter
und gtig, da die Kinder alle Furcht vergaen, und ihre Fragen sehr
unbefangen beantworteten. Bald vernahmen sie Alles, und als der
Fhrer hrte, da die Mutter nichts zu essen gehabt, und pltzlich
eingeschlafen sei, nachdem sie gesagt, der Arzt im Dorfe wrde ihr
vielleicht morgen helfen, sagte er:

"Kameraden, ich trage Ihnen eine Bergpartie an. Wir wollen diese
kleinen Wintervgel der Mutter zurckbringen, und vielleicht werde ich
dort oben meine erste Patientin finden."

"Dein Gedanke ist vortrefflich!" erwiderten alle.

"Aber wir wollen nicht mit leeren Hnden hingehen," fuhr er fort.
"Jeder soll etwas zu essen hinauftragen."

Die Herren waren alle mit diesem Plan einverstanden, und bald gingen
sie den Berg hinauf. Der kleine Basti lief als Fhrer voraus und das
kleine Frnzchen plauderte unaufhrlich mit dem groen Herrn, der ihre
Hand festhielt, damit sie nicht in den Bach falle.

Als die Kinder oben ankamen, sprangen sie beide jubelnd in die Htte.
Die Mutter war unterdessen wieder erwacht, und obgleich sie nicht Kraft
besa aufzustehen, rief sie die Kinder zu sich. Als sie zuerst keine
Antwort vernahm, erschrak sie, aber als Basti hereinstrzte, und ihr in
wenigen Worten Alles erzhlte, weinte sie vor Freude.

Dem Basti folgte der stattliche Herr dicht auf den Fersen. Er allein
kam in die Htte, und whrend die Kinder den anderen Herren die Ziege
zeigten, erzhlte er ihrer Mutter, da er Arzt sei und ihr helfen
wolle. Nach einiger Zeit kam er heraus und die Kameraden fragten
ngstlich:

"Nun, ist es sehr schlimm? Kannst du verschreiben?"

"Das kann ich!" lautete die lachende Antwort, "aber ihr sollt alle
helfen, die Verschreibung geben!"

"Sprich, wir werden gehorchen," riefen dann alle laut.

"Die Brse heraus! Jeder soll einen Thaler geben!"

Die Herren gehorchten alle und nachdem der Arzt die Thaler gesammelt
hatte, trug er das Geld in die Htte.

"Meine gute Frau," sagte er dann ernst, "Sie bedrfen strkende Speise,
und ein wenig mehr Ruhe. Wir haben Speisen mitgebracht und hier ist
Geld, damit Sie mehr kaufen knnen. Sie werden sehr bald hergestellt
sein, und dann werden Sie wieder arbeiten knnen."

Als die Frau die Menge Geld sah, rannten ihr die Thrnen der
Dankbarkeit ber das blasse Gesicht, und sie sagte ernst:

"Vergelte es Gott, mein Herr. Ach, ich bin so glcklich! Jetzt kann ich
meine Kinder bei mir behalten, und sie werden nicht der Gemeinde zur
Last fallen mssen, wie ich so sehr frchtete."

Eine Stunde spter, als der Mond aufging, stiegen die Herren den
steilen Pfad hinunter. Noch lange hrten sie die frhlichen Stimmen der
beiden Kinder, die ihnen nachriefen:

"Vergelt 's Gott! Danke tausendmal, gute Herren! Vergelt 's Gott! Auf
Wiedersehen, auf Wiedersehen!"

Die Mutter, Dank der strkenden Speise, wurde bald stark genug, um ihre
Arbeit wieder aufzunehmen, und Alles ging jetzt viel besser als zuvor.

Am folgenden Neujahrsabend sa sie mit den beiden Kindern vor dem
Ofen. Die Kinder sprachen noch immer von den lustigen Herren. Auf
einmal klopfte es laut an die Thr. Die Mutter, die nie Besuche hatte,
ffnete, und ein Mann trat herein. Er trug ein groes Bndel, das an
sie adressiert war.

"Was ist das?" rief sie erstaunt.

"Nun, ein Bndel fr Sie, aus Berlin, und da ist auch ein Brief."

Der Bote ging fort und die Frau las den Brief, der nur die folgenden
Worte enthielt:

"Gute Frau, Sie sind meine erste Patientin gewesen, darum fhle ich
noch groes Interesse fr Sie. Meine Kameraden und ich haben den
kleinen Basti und das Frnzchen auch nicht vergessen. Wir schicken
Ihnen ein kleines Andenken zum Neujahr. Es grt Sie bestens

                                                             Ihr Arzt."

"Ach, das kommt von den lustigen Herren!" riefen die Kinder entzckt.

Die Mutter ffnete jetzt das Bndel. Darin waren warme Kleider fr
Mutter und Kinder, Kuchen, Zuckerwerk, Nsse, und Spielzeug, und in der
Tasche des warmen, wollenen Kleides, das ihr bestimmt war, fand die
Mutter eine kleine Brse. Darin waren eben so viele Thaler wie Herren,
und auf einem kleinen Stck Papier standen diese Worte:

    "Und wer nur Gott zum Freunde hat,
    Dem hilft er allerwegen!"




7. Rosa von Tannenburg.


In Schwaben stand ehemals ein stattliches Schlo, worin der Ritter von
Tannenburg, dessen Gemahlin und ihre kleine Tochter Rosa glcklich
lebten. Sie waren gute, fromme Leute, liebten einander innig, und ihre
Unterthanen und Diener waren immer wohl versorgt.

Der Ritter mute oft in den Krieg ziehen, aber obgleich er der
tapferste Mann in dem Kaiserheer war, und die Feinde ihn frchteten,
war er immer sehr sanft und gut gegen die Armen und Unglcklichen.

Als Rosa von Tannenburg siebzehn Jahr alt war, wurde ihre angebetete
Mutter pltzlich sehr krank, und obgleich die besten rzte so schnell
wie mglich herbei geholt wurden, ward ihr Zustand immer gefhrlicher.

Als sie den herankommenden Tod fhlte, rief sie ihr Kind zu sich ans
Bett und sagte:

"Rosa, mein viel geliebtes Kind, du mut mir jetzt beistehen. Sei
mutig, meine Tochter, und hre, was ich dir sagen mchte, noch ehe ich
scheide.

"Du bist jetzt kein kleines Kind mehr, und du sollst deinen Vater
trsten, wenn ich nicht mehr da bin. Du sollst auch das Haus leiten,
und vergi ja nicht, da eine Herrin fr Vieles verantwortlich ist. Du
sollst deinen Leuten als ein Muster von Frmmigkeit, Arbeitsamkeit,
Wahrheit und allen Tugenden dienen. Bete oft, mein Kind, und der liebe
Gott wird dir helfen, deine Pflicht zu thun. Aber vergi ja nicht, da
du immer Wort halten mut, und da der Heiland uns selbst geboten hat:
Fge keinem Anderen zu, was du nicht willst, da man dir thu'."

Als die Mutter so gesprochen, versprach Rosa mit Thrnen, Alles zu
thun, und ihre Lehren nie zu vergessen.

Nachdem die gute Mutter ihr noch viele gute Ratschlge gegeben,
verschied sie noch ehe der Ritter von Tannenburg heimgekehrt, obgleich
er so schnell wie mglich aus dem Krieg kam, um seine geliebte Frau
noch einmal zu sehen.

Natrlich waren Rosa und ihr Vater sehr, sehr betrbt, aber da sie doch
beide gute Christen waren, dankten sie Gott, da die liebe Gattin und
Mutter glcklich im Himmel wohnen konnte, und beteten oft, da auch sie
einmal dahin kommen knnten. Einige Tage nach dem Begrbnis mute der
Ritter wieder in den Krieg ziehen, und die arme Rosa blieb allein im
Schlosse Tannenburg, mit ihren treuen Dienern.

Da sie jetzt den Haushalt besorgen und dazu allen Kranken und Armen
beistehen mute, war sie immer beschftigt, und als sie jeden Abend in
die Schlokapelle ging, um auf dem Grabe der Mutter ihr Abendgebet zu
verrichten, war sie sehr einsam. Sie dachte, da der Vater vielleicht
noch lange im Auslande bleiben wrde, und war sehr berrascht, als er
eines Abends im Herbst spt nach Hause kam. Der arme Ritter war schwer
verwundet, und den rechten Arm konnte er in Folge eines Schwerthiebes
gar nicht brauchen. Er war nach Hause gekommen, um von diesen
gefhrlichen Wunden zu genesen.

"Es kam mir sehr ungelegen, liebes Kind," sagte er. "Ich htte meinem
Kaiser doch beistehen mgen, aber Gottes Wille geschehe. Ich werde hier
bei dir bleiben, bis ich genesen, und dann werde ich wieder in den
Krieg ziehen, wo einer meiner Freunde meine Truppen jetzt lenkt."

Rosa war natrlich sehr froh, ihren Vater wieder bei sich zu haben, und
damit er die liebe Heimgegangene so wenig als mglich vermisse, that
sie Alles, was ihr mglich war, um ihm das Leben behaglich zu machen,
und um ihn zu zerstreuen und zu unterhalten.

Eines Abends, als sie beide allein im groen Saale saen, Ritter
vor dem Feuer, und Rosa am Spinnrad beschftigt, seufzte der Ritter
schmerzlich.

"Ach," dachte die liebende Rosa, "der Vater ist jetzt unglcklich. Die
Wunde schmerzt mehr als gewhnlich, und er denkt an meine verstorbene
Mutter, die er so zrtlich liebte. Ich mu ihn unterhalten, damit er
Schmerz und Verlust ein wenig vergit."

Darauf rief sie heiter: "Ach, Vater, wie froh bin ich, dich hier zu
haben, und nicht allein bleiben zu mssen. Unterhalte mich, Vater,
whrend ich fleiig arbeite. Erzhle mir etwas aus deiner Jugendzeit.
Erzhle mir zum Beispiel (z. B.), wie du die goldene Kette um deinen
Hals gewonnen."

"Ach, mein Kind," sagte der Vater lchelnd, als er der glcklichen
Jahre seiner Jugend gedachte, "ich habe dir das ja schon mehrmals
erzhlt."

"Ach, Vater, die lieben, alten Geschichten kann man nie zu oft hren.
Erzhle nur, erzhle!"

"Nun," sagte der Ritter, indem er sich behaglich in den Lehnstuhl
zurck lehnte, "als ich noch jung war, wurde ich als Edelknabe (Page)
an den kaiserlichen Hof gesandt, wo der Graf von Fichtenburg, dessen
Trme du von dem Erker aus sehen kannst, auch als Edelknabe diente.
Wir waren von gleichem Alter, wurden bald gute Freunde, und wurden
an demselben Tage zum Ritter geschlagen. Ach, Rosa, das war ein
prachtvolles Fest! Alle Leute der Umgegend waren gekommen, um das
Turnier zu sehen. Unter den Edelfrauen war keine so schn wie deine
Mutter, die erst siebzehn Jahre alt war, und der du sehr hnlich bist.

"Alle Ritter sollten am Turnier Teil nehmen, und der Kaiser hatte
dem Sieger eine goldene Kette bestimmt. Die schnste der anwesenden
Jungfrauen sollte ihm dieselbe um den Hals hngen, und Alle whlten
einstimmig Mathilde, deine liebe Mutter, zu diesem Amt. Ich hatte sie
schon oft gesehen, liebte sie innig und hoffte, ihre Liebe zu gewinnen,
darum that ich mein Mgliches um den Preis aus ihrer schnen Hand zu
erhalten. Aber, obgleich ich es damals nicht wute, liebte der Graf von
Fichtenburg deine Mutter auch, und auch er war fest entschlossen, den
Preis zu gewinnen. Das Turnier fand statt, und ich war der glckliche
Sieger. Ich erhielt die goldene Kette aus den schnen Hnden deiner
lieben Mutter, und an demselben glcklichen Tage versprach sie mir
auch ihre Hand. Als der Graf das hrte, war er sehr eiferschtig und
ungehalten, schwor da ich ihn verraten htte, und da er sich rchen
werde.

"Er verlie sogleich den kaiserlichen Hof, und seitdem habe ich meinen
ehemaligen Freund nie wieder gesehen. Schon manchmal hat er meine
Diener gefhrdet, hauptschlich den armen Burkhart, und man sagt, da
er mir noch bse ist, obgleich schon beinahe zwanzig Jahre vergangen,
und er vor zehn Jahren eine wunderschne Gemahlin heimfhrte."

Der Ritter unterbrach pltzlich seine Erzhlung, denn er hrte Lrm und
Geschrei im Schlohofe. Er sprang auf, um in den Hof zu gehen, aber
ehe er einen einzigen Schritt thun konnte, wurde die Thr gewaltsam
aufgerissen. Ein Mann in voller Rstung stand da, und rief mit
Donnerstimme: "Ritter von Tannenburg, Sie sind mein Gefangener!"

Als die arme Rosa das hrte, fiel sie dem Ritter zu Fen und bat
inbrnstig, ihren Vater nicht ins Gefngnis zu bringen, wo er sicher
sterben wrde, da er noch schwach sei und noch nicht vllig von seiner
gefhrlichen Wunde genesen.

Der Graf von Fichtenburg erwiderte hhnisch: "Vor zwanzig Jahren that
ich einen Eid, da ich mich rchen wrde. Bisher habe ich es nie
thun knnen, aber jetzt, da Ihr Schlo nur von Alten und Verwundeten
verteidigt, und Sie selbst krank sind, konnte ich desselben mchtig
werden. In einer Stunde werden Sie mich nach Fichtenburg begleiten, wo
Sie im Kerker bleiben werden so lange ich lebe!"

Als der Graf von Fichtenburg diese grausamen Worte gesprochen, rief er
zwei seiner Krieger, stellte sie vor die Thre, gebot ihnen, Wache zu
halten und den Ritter nicht aus den Augen zu lassen, und ging in die
anderen Rume, um zu plndern.

Die lautweinende Rosa und ihr Vater waren jetzt allein im groen Saale,
von den zwei Knechten bewacht. Der Ritter umfing seine weinende Tochter
mit dem gesunden Arm und sprach leise:

"Rosa, meine Tochter, sei mutig, hre genau zu, und du wirst deinen
Vater noch retten knnen. Das Bitten hilft Nichts; mein Feind ist zu
grausam. Er hat dich glcklicherweise nicht einmal bemerkt. In einer
Stunde werde ich gebunden nach Fichtenburg gebracht. Der Graf plndert
jetzt Schlo und Hof. Er wird unsere Diener alle hinaustreiben, und
er wird sie mit dem Tode bedrohen, wenn sie sich meiner erbarmen,
oder Jemanden von meinem Zustand hren lassen. Sie werden dir nicht
einmal beistehen knnen, du armes Kind, denn sie frchten sich vor des
Grafen Zorn. Mein Kind, du wirst wahrscheinlich auch in Nacht und Wind
hinausgestoen. Du wirst auch in dem Dorf kein Obdach finden knnen,
denn wie schon gesagt, die Leute frchten den Zorn des Grafen zu sehr.
Sei getrost, Rosa, sei mutig, gehe nur in den tiefen Wald hinein. Wenn
du zu der groen Eiche gekommen, gehe nach Norden. Nach einigen Stunden
wirst du die Htte eines Kohlenbrenners finden. Er wird dir ein Obdach
geben. Erzhle ihm Alles, er heit Burkhart, er ist mir sehr ergeben.
Er wei, wo alle meine Freunde sind, er wird sie aufsuchen, wird ihnen
sagen, wie es mir ergangen und ihren Beistand ansprechen. Gehe, mein
Kind, gehe mit Gott, dessen Obhut dein Vater dich anvertraut, da er
dich selbst verlassen mu!"

Die arme Rosa versprach ihrem Vater, Alles zu thun, was er ihr
befohlen, umarmte ihn krampfhaft, aber noch ehe sie Alles besprochen,
kam der Graf zurck und befahl den Knechten:

"Fhrt den Ritter hinaus!"

Die Mnner fhrten den Ritter hinaus, und als sie sahen, da er zu
schwach zum Gehen war, warfen sie ihn, fest gebunden, auf einen Wagen,
in den sie ein Bndel Stroh gelegt.

Rosa war unbemerkt ihrem Vater gefolgt. Sie wollte ihn nicht verlassen
und stand da, unter den rohen Mnnern, ihrem Vater trstende Worte
zuflsternd. Der Graf von Fichtenburg achtete ihrer gar nicht, gab den
Befehl zum Aufbrechen, und alle gingen hinaus. Der Graf schlo das
leere Schlo selbst zu, und ritt dann an der Spitze seiner Schaar eilig
davon. Die arme Rosa folgte, so lange sie konnte, aber, da sie nur
Hausschuhe an hatte, und der Weg sehr steinig war, mute sie bald inne
halten.

Die Reiter verschwanden bald in der Dunkelheit und das arme Mdchen,
das noch nie allein und zu Fu ausgegangen war, sah sich ganz verlassen
und allein, ohne Beschtzer, noch Obdach. Ihre Thrnen flossen
natrlicherweise, aber da sie sehr mutig war, sagte sie bald zu sich
selbst:

"Nun, das Weinen hilft Nichts. Mein armer, verwundeter Vater ist in des
grausamen Grafen Gewalt. Ich mu ihn sobald als mglich retten; da ich
doch nicht allein reisen kann, um seine Freunde aufzusuchen, mu ich
den Kohlenbrenner aufsuchen, und das so schnell als mglich."

Rosa schritt mutig in den dichten Wald hinein, und ging langsam
vorwrts, bis sie am Morgen frh die bezeichnete Eiche fand. Sie war
jetzt so mde und von dem Schreck so angegriffen, da sie sich sehr
schwach fhlte. Nach einiger Zeit ging sie weiter, aber da ihre dnnen
Schuhe jetzt ganz zerrissen, und ihre des Gehens ungewohnten Fe
blutig waren, kam sie nur sehr langsam und sehr mhsam vorwrts.

Es war Abend ehe sie in einiger Entfernung ein Feuer sah, und als
sie schmerzlich hinkend dahin kam, wurde sie von dem erstaunten
Kohlenbrenner, dem Diener ihres Vaters, freudig empfangen.

"Ach, gndiges Frulein, wie kommen Sie hierher, zu dieser Stunde,
allein und zu Fu?"

In einigen flchtigen Worten erzhlte sie ihm Alles, und als Burkhart
hrte, da sein Herr von dem Grafen gefangen genommen worden, war er
sehr bse.

"Weinen Sie nicht, gndiges Frulein!" rief er. "Sie werden einige Tage
hier im Walde mit meiner Frau und Tochter zubringen. Unterdessen werde
ich die Freunde Ihres Vaters aufsuchen und sie werden den bsen Grafen
schwer bestrafen fr diesen Betrug."

Er brachte das erschpfte Mdchen in sein Haus, wo seine Frau und seine
Tochter sie freundlich und dienstfertig empfingen, und nachdem Rosa
ihnen Alles ausfhrlich mitgeteilt, rief der Kohlenbrenner erstaunt:

"Nein, ich kann nicht verstehen, da der Graf Sie nicht auch ins
Gefngnis brachte. Er mu doch vermuten, da Sie die Freunde Ihres
Vaters aufsuchen werden! Vielleicht bereut er es schon, da er Sie
nicht auch binden lie, und vielleicht sendet er schon heute seine
Reiter aus, um Sie einzuholen. Ich will in das Dorf gehen. Niemand
wei, da ich der Knecht des Ritters von Tannenburg gewesen. Da werde
ich lauschen, und ich werde bald hren, ob man Sie suchen wird."

Burkhart, der Kohlenbrenner, brach sogleich auf, kam bald in das Dorf
von Fichtenburg, ging ins Wirtshaus, setzte sich an einen Tisch, und
trank sein Bier langsam, augenscheinlich, ohne sich um irgend Etwas zu
bekmmern. Aber dennoch lauschte er jedem Gesprch aufmerksam.

Bald kamen zwei Knechte murrend herein.

"Nun, was giebt's?" fragte der Wirt neugierig, indem er ihnen das Bier
einschenkte.

"Ach, der Herr schickt uns heute Morgen wieder aus, um das Frulein von
Tannenburg einzuholen. Er htte sie gestern so gut mitbringen knnen!
Aber jetzt mssen wir in aller Eile ausreiten, und berall hingehen,
bis wir sie gefunden haben."

Burkhart hatte genug gehrt! Er zahlte seine Zeche und ging langsam
hinaus, aber als er in dem Wald war, ging er eiligst nach Hause.
Sobald er da angekommen, rief er die erschrockenen Frauen zu sich, und
erzhlte ihnen Alles.

"Ach," rief Rosa, "da mein Vater im Gefngnis ist, so gehe ich auch
gern dahin, dann werde ich ihn sehen und trsten knnen!"

"Ach, gndiges Frulein, denken Sie ja nicht daran!" erwiderte der
Kohlenbrenner, "Sie wrden ihren Vater nicht einmal sehen! Nein, Sie
drfen nicht in die Hnde des bsen Grafen fallen. Sie sollen die
Kleider meiner Tochter anziehn, sich Hnde und Gesicht braunfrben
lassen, und wenn die Knechte des Grafen hierher kommen, werden sie nur
zwei Bauernmdchen sehen!"

Rosa zog die Kleider der jungen Buerin an, frbte sich Hnde und
Gesicht braun, und der Kohlenbrenner vergrub ihre eigenen Kleider in
dem kleinen Garten. Er war soeben fertig, als die Boten des Grafen
heranritten, und fragten, ob er das gndige Frulein von Tannenburg
nicht gesehen?

"Nun," erwiderte er einfach, "ist sie nicht in ihrem Schlosse?"

"Nein, das Schlo gehrt uns jetzt, aber das Frulein suchen wir
vergebens. Der Graf hat befohlen, da wir jedes Haus durchsuchen."

"Nun, Ihr knnt mein Haus durchsuchen," lachte der Kohlenbrenner, "und
wenn Ihr klug genug seid, ein gndiges Frulein darin zu finden, mchte
ich es wissen," fgte er hinzu, nachlssig in seinem Garten weiter
arbeitend. Die Knechte gingen in das Haus, wo eine Buerin und ihre
zwei Tchter beschftigt waren, und sie erkannten die hochgeborene
Jungfrau von Tannenburg nicht in ihrem rmlichen Anzug. Sie gingen bald
fort und obwohl andere Mnner auch dahin kamen, um das gndige Frulein
zu suchen, so erkannte keiner Rosa.

Nach einigen Tagen ging der Kohlenbrenner wieder in das Dorf, wo er die
Knechte sagen hrte, da der Graf von Fichtenburg das gndige Frulein
nicht mehr suchen lassen werde, da er jetzt dchte, da sie whrend der
dunklen Nacht in den Strom gefallen und darin ertrunken sei.

Burkhart ging jetzt zufrieden nach Hause, und am folgenden Morgen brach
er frh auf, um die Freunde seines Herrn aufzusuchen, und ihnen seine
Not zu klagen. Rosa betete unterdessen Tag und Nacht fr ihren armen,
gefangenen Vater, und als der Kohlenbrenner nach Hause kam, eilte sie
ihm entgegen und fragte ngstlich:

"Nun, Burkhart, wann kommen die Freunde meines Vaters, um ihn zu
befreien?"

"Ach, gndiges Frulein," erwiderte der Kohlenbrenner traurig, "ich
bin berall hingegangen, aber alle Ritter sind jetzt abwesend. Der
Kaiser hat sie alle gerufen. Alle sind fort, und die Frauen, Kinder und
unfhigen Diener sind allein in den Schlssern. Alle die Edelfrauen
bedauerten Ihren klglichen Zustand, aber sie werden Nichts thun
knnen, bis der Krieg zu Ende ist."

"Dann wird mein armer Vater tot sein!" rief Rosa verzweifelnd. "Er ist
zu krank um das Kerkerleben auszuhalten."

Das arme Mdchen weinte bitterlich und sann Tag und Nacht, wie sie dem
lieben Vater helfen knnte. Eines Nachmittags ging sie mit Anna, des
Kohlenbrenners Tochter in den Wald, um Morcheln zu suchen. Bald sagte
Anna: "Ich habe mir schon manches Kleid mit diesen Morcheln verdient.
Der Graf von Fichtenburg it sie sehr gern, und jedesmal wenn ich einen
Korb voll in das Schlo trage, bekomme ich einen guten Preis dafr."

Da ging Rosa ein Licht auf, sie sagte ihrer Gefhrtin nichts davon,
aber als sie wieder in das kleine Haus gekommen, rief sie den
Kohlenbrenner zu sich und sprach:

"Lieber Burkhart, ich mu den Vater sehen, oder wenigstens einen
Versuch machen, Nachrichten von ihm zu haben. Du kannst nicht in das
Schlo gehen, man wrde dich dort als einen Vasallen meines Vaters
erkennen. Ich bin so gut verkleidet, da Niemand das gndige Frulein
von Tannenburg unter dieser braunen Farbe und den groben Kleidern
erkennen wird. Ich will morgen dahin gehen, unter dem Vorwand, Morcheln
zu verkaufen. Vielleicht kann ich mich nach dem Wohlsein meines teuren
Vaters erkundigen, ohne mich zu verraten."

Der Kohlenbrenner wollte zuerst Nichts davon hren, aber endlich mute
er das Mdchen doch gehen lassen, und frh am Morgen brach sie mit Anna
auf. Nach einem langen Gang kamen sie endlich an den Fu des Berges,
worauf das Schlo stand. Da gebot Rosa dem Mdchen, ihre Rckkehr zu
erwarten, und kletterte allein den Berg hinauf. Als sie an das Thor
kam, hrte sie Pferde stampfen und Waffen klirren, und sie hatte nur
Zeit aus dem Weg zu treten, als der Graf mit seinen Dienern heraus
brauste. Er sah das Mdchen scharf an, und Rosa zitterte vor Angst.
Das Zittern gefiel ihm, da er den Leuten nur Furcht einflen wollte,
und er hielt sein Pferd pltzlich an und sagte kurz:

"Was hast du in dem Korbe, und warum kommst du hierher?"

"Ich habe Morcheln zu verkaufen!" erwiderte Rosa schchtern.

"Oh, das ist gut, gieb sie der Pfrtnerin, sie soll sie in die Kche
tragen und der Kchin sagen, da ich sie heut' Abend essen werde, wenn
ich von der Jagd heimkomme."

Dann brauste der Graf weiter, und Rosa ging zitternd in den Schlohof.
Die Pfrtnerin kam ihr entgegen und als Rosa ihr den Befehl des Ritters
mitgeteilt, rief sie ungeduldig:

"Nun, dann mtest du diese zwei Kinder hten, whrend ich in die Kche
gehe!"

Die Pfrtnerin nahm den Korb und lie Rosa allein, mit zwei kleinen
Schreihlsen; aber die Kinder schrieen nicht lange, denn die sanfte
Stimme und die Schmeichelreden die sie jetzt hrten, statt ihrer Mutter
ewigen Scheltens, berraschten und entzckten sie sehr.

Sie waren ganz glcklich mit Rosa, und als die Pfrtnerin, nach einer
langen Stunde, endlich zurck kam, war sie erstaunt, ihre Kinder so
vergngt zu finden.

"Da hast du dein Geld und den leeren Korb," sagte sie etwas sanfter als
zuvor.

"Ich habe ein Bischen zu lange mit der Kchin geplaudert, aber es ist
so langweilig, immer hier mit den Kindern zu sein, und alle Hnde voll
zu thun zu haben. Mein Mann ist Gefangenwrter, darum mu ich auch das
Essen fr die Gefangenen bereiten. Kennst du kein Bauernmdchen, das
mir als Magd dienen knnte? Ich habe schon viele Mgde gehabt, aber sie
waren alle so ungeschickt, so trge, so nachlssig, da ich sie Alle
fortschicken mute. Knntest du nicht selbst kommen? Du gefllst mir,
und den Kindern auch, denn ich habe sie noch nie so artig gesehen."

Rosa, deren Herz laut pochte, als sie hrte, da der Pfrtner auch
Gefangenwrter sei, dachte schnell: "Ich will hier als Magd dienen,
dann kann ich Etwas von meinem Vater hren und ihn vielleicht auch
sehen," aber sie sagte der Pfrtnerin nur:

"Ich mu zuerst nach Hause gehen, aber wenn man da Nichts dagegen hat,
so komme ich morgen wieder, um in Ihren Dienst zu treten."

"Ja, geh," sagte die Pfrtnerin, "und sage deinen Eltern, da obwohl
der Lohn nicht gro sein wird, du zu Weihnachten ein neues Kleid
bekommen wirst, wenn du recht fleiig bist."

Rosa ging den Berg hinunter und als sie Anna wieder eingeholt, erzhlte
sie ihr Alles.

"Sie knnen der Pfrtnerin ja unmglich dienen, gndiges Frulein,"
rief diese erschrocken. "Sie ist ein bses, zankhaftes Weib. Niemand
kann es in ihrem Hause aushalten, selbst die strksten nicht, und Sie
sind auch nicht an die Arbeit gewhnt."

Rosa aber erwiderte nur, da sie Alles thun und leiden knne, um ihrem
Vater nahe zu sein, und obwohl der Kohlenbrenner ihr auch sagte, da es
sehr gewagt sei, ging sie doch frh am folgenden Morgen in das Schlo,
um der Pfrtnerin zu dienen.

Die zankhafte Frau war sehr froh, Rosa zu sehen und sagte ziemlich
freundlich:

"Nun, du bist recht zeitig gekommen. Sieh, jetzt will ich dir zeigen,
wie man die Suppe fr die Gefangenen zubereitet."

Die Frau machte eine dicke, unappetitliche Suppe, go sie in mehrere
Schsseln, die in einem groen Korbe standen, und sagte dabei, da sie
jetzt so viele Gefangene htten, weil der Graf krzlich ein Schlo
erobert htte. Rosa hrte Allem schweigend zu, aber sie htte laut
weinen knnen, als sie die derbe Kost sah, die man ihrem kranken Vater
gab. Als die Suppe fertig war, kam der Pfrtner mit seinen Schlsseln
und seiner Laterne und sagte:

"Frau, du mut mit in den Turm. Heute noch gehe ich mit dem Herrn in
den Krieg, und er hat befohlen, da du die Gefangenen besorgen sollst."

"Das will ich nicht thun! Die Magd kann es thun. Ich frchte mich in
die dsteren Gnge zu gehen. Ich frchte mich auch vor den Gefangenen.
Das Mdchen da, das ich soeben in meinen Dienst genommen, soll das
thun," erwiderte die Frau.

Der Pfrtner sah Rosa prfend an und sprach:

"Nun, Mdchen, willst du die Gefangenen dreimal tglich besuchen, und
ihnen Brot, Suppe und frisches Wasser bringen?"

"Ja, das will ich gern thun," sagte Rosa, deren Herz vor Freude laut
pochte.

Der Pfrtner nahm Schlssel und Korb, gebot Rosa die Laterne zu tragen
und ihm zu folgen, und schritt durch den Hof. Als er an den Turm
gekommen, nahm er einen groen Schlssel, ffnete die eiserne Thre,
machte sie hinter sich wieder zu und sagte:

"Mdchen, diese Thr mu immer verschlossen sein, hrst du?"

Dann ging er die langen, dsteren, hallenden Gnge und Treppen entlang.
Bald kam er zu den Kerkern.

"Siehst du, Kind," sagte er, "der Mann in diesem Kerker ist ein Mrder.
Er ist zwar angekettet, aber er ist doch gefhrlich. ffne nur diese
kleine Pforte, setze Schssel, Brot und Wasser da auf das Brett, und
mache schnell wieder zu."

Er zeigte Rosa, wie sie es thun sollte, und sie war froh, als er die
Pforte wieder zuschlo, denn der Mrder schrie und fluchte laut.

Sie gingen so, von einem Kerker zum anderen. Rosas Herz pochte immer
lauter. Keine Thr wurde geffnet, und der Gefangenwrter sagte immer:

"Gehe ja nicht da hinein, Kind, diese Leute sind alle gefhrlich!"

Endlich kamen sie an die letzte Thr und der Pfrtner sprach:

"Du kannst nur getrost hier hinein gehen. Hier liegt der verwundete
Ritter von Tannenburg gefangen. Er ist ein guter, frommer, ehrlicher
Mann, und es thut mir leid, da er hier im Kerker liegen mu."

Rosa zitterte und dachte:

"Ach, wenn mein Vater mich jetzt erkennt, ist alles verloren!"

Sie mute doch mit der Laterne hinein gehen, aber sie hielt sie so, da
man ihr Gesicht nicht sehen konnte. Der Pfrtner achtete gar nicht auf
sie und sagte freundlich:

"Nun, Herr Ritter, wie geht es Ihnen heute?"

"Mir geht es ziemlich gut, aber Pfrtner, sagt mir doch, habt Ihr noch
Nichts von meiner Tochter gehrt?"

"Nein, Herr Ritter, gar Nichts. Der Graf meint, sie sei tot, aber
vielleicht ist sie doch entkommen, da man noch keine Spur von ihr
gefunden. Herr Ritter, heute noch gehe ich in den Krieg. Meine Magd
wird Ihnen Ihr Essen bringen."

Der Ritter sah Rosa an, als er dieses hrte. Er konnte ihr Gesicht
nicht deutlich sehen, und das grobe Bauernkleid lie ihn ein
Bauernmdchen darin vermuten. Er sprach gtig:

"Armes Kind, es ist doch traurig, da ein so junges Geschpf in diesen
dsteren Kerker kommen mu. Hast du keine Eltern?"

Rosa wollte nicht deutlich antworten, da sie doch frchtete, da der
Vater ihre Stimme erkennen wrde, und sie stammelte etwas von einer
toten Mutter.

Der Ritter sprach noch einige Worte mit dem Pfrtner, und dann gingen
sie wieder hinaus. Als er die Thr schlo und die Treppen hinauf stieg,
sagte der Pfrtner noch einmal:

"ffne keine andere Thre, als die des Ritters von Tannenburg."

Nachdem er das uere Thor geschlossen, bergab er die Schlssel der
zitternden Rosa, und sagte ernst:

"Hier sind die Schlssel. Wenn du deine Pflicht nicht gut thust und
wenn ich die Gefangenen nicht wohl besorgt finde, so wirst du es ben
mssen. Der Graf hat gesagt, da die Person, welche die Gefangenen
besorgt, fr sie verantwortlich sein sollte; so gib Acht!"

Rosa mute versprechen, die Gefangenen gut zu hten, ehe sie die
Schlssel bernahm, aber sie konnte ihre Freude fast nicht verhehlen.

Noch an demselben Tage ging der Pfrtner mit dem Grafen und dessen
Kriegern fort. Die Thore wurden alle geschlossen, die alten Soldaten
wurden als Wchter auf die Mauern geschickt, und die schne, junge
Grfin, ihre Kinder und Diener waren allein im Schlosse.

Rosa wartete ungeduldig bis Mitternacht, wusch sich Hnde und Gesicht
ab, um die braune Farbe los zu sein, schlich barfu ber den Hof, mit
Schlssel und Laterne und ging ganz allein in den Turm. Da war es so
finster und das Schreien und Fluchen der Gefangenen so frchterlich,
da sie vor Schreck zitterte, dennoch ging sie tapfer vorwrts, ffnete
die Thr von ihres Vaters Kerker und trat hinein.

Als der Ritter von Tannenburg das Mdchen allein hereinkommen sah, so
in der Mitte der Nacht, fragte er betroffen:

"Was ist es, mein Kind? Brennt es?"

"Nein, ich bin nur gekommen um Ihnen Nachrichten von Ihrer Tochter zu
bringen," erwiderte Rosa, die ihr Gesicht noch immer verborgen hielt,
und ihre Stimme vernderte.

"Oh, sprich schnell!" rief der Ritter entzckt. "Sage mir, wo ist mein
Kind?"

"Hier!" schluchzte Rosa und umarmte schnell ihren Vater, der fast
ohnmchtig wurde.

Nachdem sie einander umarmt und gekt, und die erste Freude und
berraschung vorbei war, erzhlte Rosa ihrem Vater Alles und rief
endlich triumphierend:

"Vater, komm, jetzt bist du frei! Hier sind die Schlssel, komm
schnell!"

"Ach, Rosa, mein Kind, woran denkst du?" rief der Ritter. "Das kann ja
nicht sein. Du hast mir soeben gesagt, da du dem Pfrtner dein Wort
gegeben, die Gefangenen gut zu hten und jetzt willst du mich befreien?
Das kann nicht sein. Mein Kind, ich verlasse diesen Kerker nicht, bis
der Graf mir die Freiheit schenkt, oder bis meine Freunde mich erlsen.
Dein gegebenes Wort ist heilig, obgleich ich unschuldig gefangen bin."

Rosa bat und weinte vergebens, der Ritter wollte seine Freiheit nicht
nehmen, und als es tagte, mute die traurige Rosa allein hinaufgehen,
sich Gesicht und Hnde wieder braun frben, Feuer anmachen, und das
Frhstck fr die Pfrtnerin und deren Kinder zubereiten. Dann sprach
die Pfrtnerin:

"Rosa, heute gehe ich mit beiden Kindern in das Dorf hinunter, um meine
Mutter zu besuchen. Du sollst das Essen fr die Gefangenen besorgen,
und dich ausruhen, da du gestern so viel arbeiten mutest."

Die Pfrtnerin ging fort. Rosa machte das Frhstck der Gefangenen
bereit, aber sie selbst a nur eine Schssel voll Suppe und hob ihr
eigenes Frhstck fr ihren kranken Vater auf. Dann ging sie mit
Korb, Schlssel und Laterne in den Turm. Sie besorgte die Gefangenen
pnktlich, wie es ihr der Pfrtner befohlen, und kam zuletzt zu ihrem
Vater. Sie erzhlte ihm, da sie einen kleinen Garten zwischen zwei
leeren Flgeln im Schlohof gefunden, wo er ungesehen die frische Luft,
die er so ntig htte, genieen knnte, und endlich bewegte sie ihn,
dahin zu gehen.

Sie fhrte ihn ungesehen dahin, lie ihn im Sonnenschein sitzen, und
sprang fort, um seinen Kerker zu reinigen. Den ganzen Tag arbeitete
sie, suchte ihren Vater nur auf Augenblicke auf, und als die Sonne
unterging, und sie ihn in den Kerker zurckfhren mute, war er
erstaunt, die Vernderung zu sehen. Die Wnde waren wei getncht, das
hohe Fenster so klar und rein, da viel Licht herein kommen konnte, und
Alles so rein und frisch, da der Ort nicht wieder zu erkennen war.

Rosa weinte doch, als der Vater noch hartnckig verweigerte, seine
Freiheit anzunehmen, und ging traurig wieder in die Pfrtnerwohnung, wo
die Pfrtnerin bald eintrat.

Jetzt vergingen wieder viele Tage und da Rosa den Vater nur einige
Augenblicke whrend des Tages sehen konnte, besuchte sie ihn heimlich
jede Nacht, um die zwlfte Stunde, obwohl sie immer sehr mde war, da
sie den ganzen Tag arbeiten mute, um die zankende, scheltende Frau zu
befriedigen.

Sie mute auch die Kinder hten, wenn sie im Schlohof spielten, wo
auch die Kinder der Grfin, unter der Obhut einer Kinderwrterin
spielten. Diese verlie sie oft, um auf die Warte zu gehen, und ein
wenig mit den Soldaten zu plaudern.

Eines Tages, als alle vier Kinder in dem Hofe spielten, kam ein kleiner
Vogel, um aus dem groen Eimer, der ber dem tiefen Brunnen mitten im
Hofe hing, zu trinken. Adalbert, der kleine Sohn des Grafen, sah den
Vogel, wollte ihn fangen und sprang schnell auf den Brunnen zu. Da er
ganz unbewacht war, kletterte er hinauf, und lehnte sich weit hinber.
Der Vogel entwischte der kleinen, haschenden Hand und flog fort, der
Knabe aber verlor das Gleichgewicht und fiel in den Brunnen!

Die arme Mutter an ihrem Fenster, die nachlssige Kinderfrau auf dem
Turm, sowohl als Rosa, die soeben in den Hof gekommen, um nach den
Kindern zu sehen, sahen das Kind fallen. Rosa sprang an den Brunnen,
sah hinunter in die Tiefe und entdeckte, da das Kind nicht in das
Wasser gefallen, sondern von einem groen Nagel an seinen Kleidern
fest gehalten wurde. Aber das Kleidchen ri schon, und sie sah,
da das Kind verloren wre, wenn eine rettende Hand nicht sogleich
Hlfe brchte. Blitzschnell dachte sie, da es das Kind ihres Feindes
sei, aber zugleich erinnerte sie sich an ihres Vaters Lehren und war
entschlossen, ihr Leben zu wagen, um das Kind zu retten.

Sie gebot schnell der Kinderfrau, die Seile fest zu halten, sprang
selbst in den Eimer, und obgleich sie nicht wute, ob die Seile reien
wrden, rief sie ngstlich:

"La mich schnell hinunter, sonst ist das Kind verloren!"

Die Kinderfrau und der Wchter, der auch herbei geeilt, thaten, wie
sie ihnen befahl, und als der letzte Faden des kleinen Rockes eben
zerreien wollte, fing Rosa das erschrockene Kind in ihren Armen auf.

"Hinauf! Zieht uns hinauf!" rief sie und die Beiden zogen den Eimer
hinauf.

Die angstvolle Mutter am Fenster, die vor Schreck kein Glied rhren
konnte, sah den Eimer herauf kommen, und Rosa mit ihrem Kinde darin.
Aber alle Gefahr war noch nicht vorbei, denn die ffnung des Brunnens
war sehr weit. Als Rosa das erschrockene Kind dem Kindermdchen reichen
wollte, schwankte der Eimer, und wenig fehlte, so wre sie mit dem
Kinde in den Brunnen gestrzt.

"Das geht nicht," sagte sie mit blassen Lippen. "Nehmt die Stange und
schwingt den Eimer ein wenig. Wenn er nahe kommt, nehmt mir das Kind
aus dem Arme. Ich mu mit dem anderen die Seile fest halten. Sonst sind
wir beide verloren!"

Die Grfin sah den schwingenden Eimer, sah, da die Kinderfrau ihr Kind
schnell fate und auf die Erde stellte, sah Rosa einen Arm um einen der
Dachpfeiler werfen und ungefhrdet auf den Boden springen, und dann
sank sie besinnungslos nieder. Als sie die Augen wieder ffnete, war
das gerettete Kind vor ihr. Sie umarmte es laut schluchzend, und fragte
nach dem mutigen Mdchen, dem sie das Leben des Kindes verdankte.

Aber als die Grfin ihr ein Geschenk geben wollte, schlug sie es aus.

"Ach," sagte die schne Edelfrau, "das ist nur eine Kleinigkeit, mein
Kind. Ich kann dich nie genug belohnen. Wenn mein Mann nach Hause
kommt, wird er dich ein wenig besser belohnen knnen. Aber jetzt mut
du den Dienst der Pfrtnerin verlassen, zu mir kommen und meine Kinder
hten."

"Ach, nein, gndige Frau, das kann ich nicht!" rief Rosa, die gleich
dachte: "Wenn ich nicht mehr der Pfrtnerin Magd bin, kann ich den
Vater nicht mehr sehen!"

Doch fgte sie schchtern hinzu: "Danke, gndige Frau, aber ich kann
die Pfrtnerin nicht verlassen, sie hat zu viel zu thun."

Die Grfin konnte nicht verstehen, wie Rosa sich weigern konnte, den
Dienst der Pfrtnerin zu verlassen, aber sie bat Rosa vergebens, zu
ihr zu kommen. Es kam ihr auch sehr sonderbar vor, da ein Mdchen
mit so groben Kleidern, und so braunen Hnden und Gesicht, so fein
sprechen konnte, und sie sagte mehrmals zu sich selbst. "In Benehmen
und Sprache ist sie so wohl erzogen als ich. Wie kann sie der rohen
Pfrtnerin dienen?"

Rosa mute die Grfin jeden Tag besuchen, und da die Grfin sah, da
sie schne Frchte, guten Wein und Leckerbissen sehr freudig annahm,
gab sie ihr immer etwas Gutes zu essen. "Es ist merkwrdig," dachte sie
oft, "sie wird immer rot vor Freude, wenn ich ihr so Etwas gebe, und
doch it sie es nie in meiner Gegenwart."

Eines Tages kam der Wchter frh zu der gndigen Frau, bat um eine
Unterredung unter vier Augen, und erzhlte ihr, da die Magd der
Pfrtnerin um Mitternacht barfu durch den Hof gegangen, die Turmthre
geffnet und lange in dem Kerker geblieben.

"Gndige Frau, sie ist wahrscheinlich die Verlobte eines der Mrder,
oder Diebe, die da gefangen sind. Sie hat die Schlssel und wird sie
eines Nachts freilassen. Wir werden alle im Schlafe gemordet werden!"

Die Grfin war sehr erschrocken, als sie dieses hrte, aber sie sagte
bald: "Ich habe schon oft mit der Magd der Pfrtnerin gesprochen,
sie ist ein tugendhaftes Mdchen. Ich bin gewi, da sie nie etwas
Bses thun wird. Sie hat die Gefangenen schon seit einem Monat allein
besorgt; wenn sie sie freilassen wollte, htte sie es schon lngst
gethan. Dennoch mu ich erfahren, was diese nchtlichen Besuche
bedeuten; wachen Sie unermdlich, und das nchste Mal, wenn sie nachts
in den Turm geht, kommen Sie sogleich hierher. Ich werde dem Mdchen
heimlich folgen und sehen, was sie mit den Gefangenen zu thun hat."

Der Wchter versprach gut zu wachen, und am folgenden Abend schon rief
er die gndige Frau um Mitternacht. Sie schlich leise in den Turm,
folgte Rosa die Treppen hinunter, und die Gnge entlang, und als sie
einen Lichtstrom aus der offenen Thr eines Kerkers hervorquellen sah,
versteckte sie sich hinter die Thr und lauschte atemlos.

"Ach Vater," hrte sie Rosa sagen, "du bist doch so krank, deine Wunde
ist so schmerzhaft, warum willst du deine Freiheit nicht annehmen? Du
weit ja, da der Graf kein Recht hatte, dich gefangen zu nehmen. Ich
mchte weder ihm noch seiner Familie Bses zufgen. Ja, ich habe mein
Leben sogar auf das Spiel gesetzt, um den kleinen Grafen zu retten,
obgleich ich mir sagte, da es dem Grafen recht geschehen wrde, wenn
er fr seine Snde den Verlust seines Kindes leiden mte. Ja, mein
Vater, ich habe bisweilen so bse Gedanken, aber dann denke ich an die
gute Grfin, die mir diesen Wein und diese Speisen gegeben, die dich
allein am Leben erhalten. Aber, Vater, man sagt, da der Krieg noch
lange dauern kann, du wirst sterben, ehe deine Freunde dich erlsen,
nimm doch deine Freiheit an!"

"Mein Kind," erwiderte eine tiefe Stimme, "du hast dem Gefangenwrter
dein Wort gegeben, die Gefangenen gut zu bewachen, darum mu ich hier
bleiben, obwohl mich das Leben im Kerker ttet. Ich bin der Ritter von
Tannenburg; meine Freiheit will ich mit Ehren gewinnen, sonst bleibe
ich hier."

Die lauschende Grfin hatte genug gehrt, sie ging leise wieder hinaus,
sagte dem Wchter, da Alles in Ordnung sei und da er sich um die
nchtlichen Besuche der Magd der Pfrtnerin nicht mehr bekmmern
sollte, und ging zurck in ihre Gemcher.

"Ach," seufzte sie, "das sind gute, edle Leute! Knnte ich dem kranken
Ritter nur die Freiheit geben! Ich darf aber nicht, doch wenn mein Mann
zurckkommt, werde ich ihm Alles sagen."

Die Grfin war jetzt gtiger als zuvor gegen Rosa, gab ihr noch fter
strkende Speise und Weine, und bewunderte tglich mehr den Mut der
edlen Jungfrau, die einer rohen Frau diente, nur um ihrem Vater
tgliche Besuche abzustatten.

"Ach," sagte sie oft, "wre der Krieg nur vorbei, damit ich die Qual
des armen Mdchens enden knnte."

Eines Tages kam endlich ein Bote, mit der frhlichen Nachricht, da der
Krieg zu Ende sei; da der Graf binnen zwei Tagen zurckkommen wrde,
sammt Gefolge und Freunden, und da ein groes Gastmahl stattfinden
solle. Alle waren froh, nur die arme Rosa nicht, denn sie wute, da
sie mit der Rckkehr des Gefangenwrters die Schlssel hergeben msse,
und den lieben Vater vielleicht auf lngere Zeit nicht mehr sehen wrde.

An dem Morgen, wo der Ritter erwartet wurde, bemerkte die Grfin, da
Rosa rotgeweinte Augen hatte, aber sie sagte kein Wort darber. Bald
hrte man den frohen Klang der Trompeten, und der Graf ritt in den
Schlohof, sprang von seinem Pferde, umarmte hastig seine Gemahlin,
und hob den Knaben, seinen Liebling, hoch empor. Dann rief er seinen
Vasallen und Freunden stolz zu:

"Seht den Burschen an! er wird bald gro genug sein, mit in den Krieg
zu gehen."

Er kte ihn zrtlich, und fragte:

"Ist er immer gesund gewesen whrend meiner Abwesenheit?"

"Ja," erwiderte die Grfin, "aber dennoch httest du ihn nicht hier
gefunden, ohne die Aufopferung und den Mut eines jungen Mdchens, das
ihn einem furchtbaren Tode entri."

"Was sprichst du vom Tode?" rief der Graf erblassend; und die Frau
erzhlte ihm flchtig die Gefahr, in welcher der Knabe gewesen.

"Wo ist das Mdchen?" rief der Graf, "ich mu es sehen, und obgleich
alle meine Reichtmer nicht gengen, um es zu belohnen, mu ich ihm
meinen Dank aussprechen."

Auf einen Wink der Grfin wurde Rosa herbei gerufen, und da, in mitten
aller seiner Freunde und Vasallen, rief der Graf:

"Du bist ein mutiges Mdchen, ich werde dir mein Lebenlang dankbar
sein. Meine Frau sagt mir, da du noch gar keine Belohnung empfangen
hast, du sollst haben, was du willst, mein Kind, ich kann der Retterin
meines Kindes Nichts versagen, und wre es die Hlfte meines Vermgens.
Sprich, was willst du?"

"Gerechtigkeit!" rief die arme Rosa, ihm zu Fen fallend. "Sie halten
meinen Vater gefangen! Geben Sie ihn frei!"

"Dein Vater gefangen? Wie heit denn dein Vater?"

"Ritter von Tannenburg!" antwortete Rosa zitternd.

"Ritter von Tannenburg!" wiederholte der Graf, die Stirne runzelnd,
"der soll nie aus dem Kerker kommen. Ich hasse ihn!"

"Ach, Herr Graf, Sie haben Ihr Versprechen gegeben!" rief Rosa
ngstlich.

"Aber ~das~ kann und will ich nicht thun!" rief der Graf zornig.

Seine Freunde flsterten zusammen und sagten: "Was heit dies?
Tannenburg gefangen? Seine Tochter hier vergebens um seine Freiheit
flehend?" Dann hielten sie pltzlich inne, denn die Grfin nahm das
Wort, erzhlte ffentlich ihrem Manne, da Rosa den Vater selbst htte
befreien knnen, und da, wre der Ritter von Tannenburg nicht ein
ehrenhafter Mann gewesen, er das Schlo Fichtenburg in seinen Hnden
gehabt htte. Er htte die Grfin und ihre zwei Kinder tten, und sich
reichlich entschdigen knnen, fr Alles, was man ihm angethan.

Dann fiel sie vor ihrem Manne auf die Kniee mit dem kleinen Sohne, der
seine Bitten mit den ihrigen vereinte.

"Lieber Papa, mache Rosa glcklich. Sie hat den kleinen Adalbert aus
dem finsteren Brunnen gerettet."

Die flehenden Stimmen von Rosa, der Grfin und dem Kleinen, rhrten
auch die harten Krieger, und sie riefen Alle laut:

"Herr Graf, Sie haben Ihr Ehrenwort gegeben. Setzen Sie den Ritter in
Freiheit, sonst ..." fgten einige Stimmen drohend hinzu.

Aber die Drohung war nicht mehr ntig. Der Graf konnte den Bitten
seines Kindes nicht widerstehen und rief gerhrt:

"Ja, der Ritter von Tannenburg soll frei sein, und da ich nicht an
Gromut zurckbleiben mchte, soll er sein Schlo und seine Reichtmer
alle zurckhaben. Kerkermeister, gehen Sie und befreien Sie den Ritter!"

"Nein!" rief seine Frau, "das soll seine liebende Tochter, das gndige
Frulein von Tannenburg, selbst thun. Aber zuerst kommen Sie mit mir,
mein Kind," fgte die Grfin hinzu.

Sie fhrte die glckliche Rosa in ihr Gemach, half ihr Gesicht und
Hnde von der braunen Farbe befreien; zog ihr ein schnes, weies
Atlaskleid an, und nachdem sie so ihres Standes wrdig geschmckt war,
fhrte sie sie in den groen Saal, wo alle Ritter ber ihre Schnheit
erstaunten.

Von dem Grafen begleitet, ging Rosa zum letztenmal in den Kerker,
ffnete die Thre, und rief vor Freude schluchzend:

"Vater, lieber Vater, du bist frei!"

Erst nach einiger Zeit sah sie, da ihr Vater auch reich angezogen war;
und der Graf sagte:

"Mein gndiges Frulein, einige Freunde sind hierher gekommen, um Ihren
Vater auf seine Erlsung vorzubereiten, denn sie frchteten, da die
pltzliche Freude ihm schdlich sein wrde, da er noch so schwach ist.

"Aber jetzt, Tannenburg," fgte er hinzu, "mssen Sie mir verzeihen.
Ich bin ein ehrloser Mensch gewesen, aber wenn Sie mich wieder als
Freund annehmen wollen, werden Sie sehen, da ich Sie fr Alles
entschdigen werde."

Der Ritter von Tannenburg, der ihn einst innig geliebt, und der ihn
gut kannte, reichte ihm freundlich die Hand, und dann gingen sie alle
zusammen in den Speisesaal, wo Rosa und ihr Vater rechts und links an
der Seite des Hausherrn saen, und den Gsten ihre Erlebnisse erzhlen
muten. Alle bewunderten den Mut des tapferen Mdchens, das tiefe
Ehrgefhl des Vaters, die Gte der Grfin, und die Selbstberwindung
des Grafen.

Als die Mahlzeit beinahe zu Ende war, hrte man einen groen Lrm in
dem Schlohof, die Thren flogen auf, der Sohn des Kaisers trat hastig
ein, und rief laut:

"Graf von Fichtenburg, der Kaiser befiehlt Ihnen, den Ritter von
Tannenburg sogleich aus Verhaft zu lassen, ihm alle seine Gter
zurckzugeben, und ihn zu entschdigen, sonst sind Sie des Todes."

Der Graf sprang auf und sprach:

"Ich habe den Befehl des Kaisers nicht abgewartet; hier ist der
Ritter frei, und ich habe ihm schon versprochen, ihm sein Vermgen
zurckzugeben."

Natrlich war des Kaisers Sohn sehr erstaunt. Er lie sich Alles
erzhlen, sah die schne Rosa bewundernd an, und ging wieder an
den kaiserlichen Hof zurck, wo er seinem Vater Alles erzhlte und
hinzufgte:

"Vater, Sie haben mich schon mehrmals an das Heiraten gemahnt. Wenn
Sie mir das gndige Frulein von Tannenburg zur Gemahlin geben knnen,
werde ich sogleich heiraten, wenn es Ihnen beliebt."

Der Kaiser war sehr froh, dies zu hren. Er schickte sogleich einen
Boten mit einem Heiratsantrag nach Tannenburg, und nach kurzer Zeit
wurde Rosa des Prinzen Gemahlin, und spter sogar Kaiserin von
Deutschland!




8. Der Bauer und der Advokat.


Es war einmal ein reicher, aber sehr unwissender Bauer. Er hatte ein
schnes Gut, das er von seinem Vater geerbt hatte, war sparsam und
arbeitsam und wurde von seines Gleichen sehr geachtet.

Ungefhr zwei Stunden entfernt von seinem Gute lag eine groe Stadt,
wohin er sich wchentlich begab, um sein Vieh, Heu, Korn und noch viele
Produkte zu verkaufen. Auf dem Marktplatze, unter seines Gleichen,
hrte er Manches besprochen, und da das Thema oft Gerichtssachen
berhrte, hrte er oft den Namen eines berhmten Sachwalters der Stadt.

Jedermann lobte ihn und sagte, da er weiser und verstndiger als
irgend ein anderer sei. Der Bauer, der an einem Markttage frher als
gewhnlich seine Geschfte abgefertigt hatte, und der schon seit langem
sehr neugierig war, den berhmten Advokaten zu sehen, ging nach seiner
Geschftsstube. Als er eintrat, wurde er von einem Schreiber empfangen.

"Ich mchte den Advokaten sprechen," sagte der Bauer.

"Er ist jetzt beschftigt, aber er wird bald wieder frei sein. Setzen
Sie sich und warten Sie ein wenig," erwiderte der Schreiber hflich.

Der Bauer, der es nicht eilig hatte, lie sich das Warten gefallen, und
nach einer halben Stunde war der Advokat zu sprechen. Er lie ihn in
sein Privatzimmer eintreten. Der Bauer sah ihn neugierig an und sagte:

"Sind Sie der Herr Advokat?"

"Ja, der bin ich," antwortete der berhmte Mann.

"Nun, ich habe oft gehrt, da Sie so klug sind, darum bin ich
gekommen, um Sie um eine Consultation zu bitten."

"Nun, ich stehe Ihnen zu Diensten!" antwortete der Advokat.

Aber da der Bauer gar nichts mehr sagte, gedachte er, ihm zu helfen.
"Wollen Sie ein Gut kaufen?"

"Nein," antwortete der Bauer, "dafr bin ich noch nicht reich genug!"

"Wollen Sie vielleicht Ihr Gut verkaufen?"

"Nein, Herr Advokat, behte Gott, da ich das Gut, das ich von meinem
Vater erbte, verkaufen mu!"

"Nun," sagte der Advokat, "was wollen Sie denn?"

"Eine Consultation," antwortete der Bauer kurz, und fgte nichts hinzu.

"Wollen Sie Ihr Testament schreiben, einen Proze machen, oder einen
Heiratscontract ausschreiben lassen?" fragte der Advokat. "Sagen Sie
mir nur, wie ich Ihnen dienen kann, und ich stehe Ihnen zu Befehl."

"Nein," sagte der Bauer, "ich will weder Testament, noch
Heiratscontract haben, ich wnsche nur eine Consultation, weil
Jedermann versichert, da Sie so klug sind. Die will ich auch ehrlich
bezahlen, ich habe Geld genug dafr!" sagte er stolz, und schlug
mchtig auf seine Geldtasche.

Der Advokat, dem ein Licht aufgegangen war, setzte sich, nahm einen
Bogen Papier und eine Feder und sagte:

"Wie heien Sie?"

"Bernhardt," antwortete der Bauer, der ganz stolz war, da der Advokat
ihm endlich die gewnschte Consultation bewilligte.

"Sind Sie ledig, oder verheiratet?"

"Verheiratet seit fnfundzwanzig Jahren."

"Haben Sie Kinder?"

"Fnf: drei stattliche Shne und zwei brave Tchter!"

"Wie alt sind Sie?"

"Drei und fnfzig Jahre nchsten Winter."

"Gut!" sagte der Advokat, schrieb hastig einige Zeilen auf den
Papierbogen, faltete ihn zusammen, und bergab ihn dem stolzen Bauern.

"Wieviel bin ich Ihnen schuldig?" fragte er.

"Drei Thaler."

Der Bauer zahlte ohne Murren, und ging zufrieden nach Hause.

Es war schon Nachmittag, als er dahin kam, und er war mde nach seiner
langen Fahrt. Seine Frau kam ihm entgegen und sagte:

"Bernhardt, was sollen wir thun? Sollen wir das Heu bis morgen liegen
lassen, oder sollen wir es noch heute in die Scheune bringen? Das
Wetter ist schn, keine Wolken stehen am Himmel, aber es knnte doch
ein Gewitter geben, und dann wre das Heu verdorben."

Der Bauer, der keinen Verlust erleben mochte, und der sich doch fast zu
mde fhlte, um noch mehrere Stunden angestrengte Arbeit auszuhalten,
konnte sich nicht entschlieen, was er thun sollte. Auf einmal
erinnerte er sich an die Consultation, die er am selben Tage gekauft
hatte. Sein dsteres Gesicht heiterte sich pltzlich auf. Er zog das
Papier aus der Tasche, bergab es seiner Frau, da er selbst nicht lesen
konnte, und rief:

"Frau, da ist der Rat des klgsten Advokaten in der Stadt. Lies ihn,
wir wollen uns darnach richten."

Die Frau entfaltete das Papier, und las:

"Verschiebe nie auf morgen, was heute geschehen kann."

"Da!" rief der Bauer freudig, "da ist die Antwort auf deine Frage, und
da ich sie doch ziemlich teuer bezahlen mute, wollen wir uns darnach
richten."

Obgleich er so mde war, lie er wieder anspannen, ging selbst hinaus
und arbeitete bis es Nacht war, und bis alles Heu herein gebracht war.
Da es wunderschnes Wetter war, wurde er von allen seinen Nachbarn
wegen seiner Hast ausgelacht. Aber whrend der Nacht kam ein heftiges
Gewitter, das viel Schaden verursachte.

Der Bauer, der Dank seiner Consultation gar Nichts dabei verloren
hatte, rhmte den Advokaten, der ihm so gut geraten, und da er den Rat
nie verga, wurde er tglich wohlhabender. Oft hielt er seinen Wagen
vor dem Hause des Advokaten an, um seinem Ratgeber ein Paar Hhner,
einige frische Eier, oder schne, reife Frchte zu berbringen.




9. Das hlzerne Kreuz.


Frau von Linden wohnte in einem schnen Landhause, wo sie sich jedoch
sehr einsam fhlte, da ihr Mann und ihre Kinder alle gestorben waren.
Ihre Verwandten liebte sie nicht, weil sie sehr eigenntzige Leute
waren.

Die gute Frau war selbst gar nicht eigenntzig, von Morgen bis Abend
dachte sie nur, wie sie den Armen und Kranken helfen knnte, und wie
sie Gutes thun knnte.

Eines Tages mute sie in die Stadt gehen, und als ihre Geschfte zu
Ende waren, ging sie in das Mnster, um die schnen Statuen und Gemlde
zu sehen, und sich ein wenig in dem khlen, dunkeln, heiligen Raume
auszuruhen.

Die groe Kirche war um diese Stunde ganz leer und still, und nachdem
sie andchtig gebetet, ging Frau von Linden umher und bewunderte die
Gemlde und Statuen.

Sie schaute die groen Pfeiler an, schaute in die Wlbung hinauf, blieb
lange vor den schnen, heiligen Bildern stehen, und kam endlich zu der
letzten Kapelle, wo nur noch ein sehr kleines Licht brannte.

Es war in dieser Kapelle so dunkel, da Frau von Linden whnte
(dachte), ganz allein zu sein, bis sie ein unterdrcktes Schluchzen
hrte.

"Wer ist da?" rief sie erstaunt.

Das Schluchzen hrte einen Augenblick auf, und eine leise, klgliche
Stimme erwiderte schchtern: "Ich bin es."

Frau von Linden, die an der Stimme sogleich erkannte, da es ein Kind
war, das so leise geschluchzt hatte, sagte freundlich:

"Komm hierher Kind, und sage mir, warum du so schluchzest."

Jetzt trat aus dem Dunkel ein kleines Mdchen hervor. Es war ein Kind
von ungefhr acht Jahren und obschon etwas rmlich, doch sehr reinlich
gekleidet.

"Nun, Kleine," sagte die gute Frau, das Kind bei der Hand nehmend,
"erzhle mir jetzt, warum du ganz allein hier bist, und warum du so
klglich weinst. Was fehlt dir wohl?"

"Ach," seufzte das Kind, "ich weine, denn Vater und Mutter sind beide
tot, und meine Verwandten sind alle so arm und haben so groe Familien,
da sie sich meiner nicht annehmen knnen. Morgen mu ich das Haus
verlassen, wo ich mit meinen Eltern so glcklich lebte, denn ich habe
kein Geld, um die Miete zu bezahlen."

"Hast du gar keine Freunde?" fragte die Dame erstaunt.

"Ja, der gute Priester ist mein Freund, er hat mir heute zu essen
gegeben, und dann hat er mich hierher geschickt, um Gott um Hlfe zu
bitten. Er hat gesagt, da Gott das Gebet der verwaisten Kinder immer
erhrt, und da Er mir sicher helfen werde."

Die Dame sagte mit Rhrung:

"Der gute Priester hat Recht, mein Kind. Komm, zeige mir, wo er wohnt.
Ich mchte ihn gerne sprechen."

Die Dame nahm das Kind bei der Hand und ging mit ihr zum Priester.
Er empfing sie sehr freundlich, sagte ihr, da das Mdchen das Kind
ehrbarer Leute sei, und da es sehr arm und ganz verlassen sei.

"Nun," erwiderte die Dame, "da das Kind ohne Mittel und ohne Freunde
ist, so will ich mich ihrer annehmen. Sie soll bei mir in meinem
Landhause wohnen. Ich werde sie in die Schule schicken, sie soll alles
lernen, was ein Mdchen wissen sollte, damit sie einmal eine gute Frau
und Mutter werden, oder damit sie einst ihr Brot verdienen kann."

Die gute Dame nahm das verwaiste Kind mit, und hielt Wort. Das Mdchen
ging fleiig in die Schule, und als sie grer wurde, lernte sie alles,
was eine gute Hausfrau wissen mu.

Die Jahre gingen schnell vorbei, und als das Mdchen zwanzig Jahre alt
war, starb ihre Wohlthterin. Sophie, so hie das Mdchen, pflegte sie
zrtlich bis zu ihrem Tode, und ehe die Dame verschied, sagte sie:

"Sophie, du bist ein treues Mdchen gewesen, und es freut mich, da du
den jungen Grtner Hans heiraten sollst. Er ist ein guter, fleiiger
Mann, und du wirst eine glckliche Frau werden."

Als die Dame endlich starb, hielt sie ein kleines, hlzernes Kreuz in
der Hand, das sonst immer ber ihrem Bette gehangen, und das sie sehr
gern gehabt hatte.

Nachdem das Begrbnis vorber war, kamen die Erben alle herbei, und der
Advokat nahm das Testament der guten Frau und las es ihnen vor. Die
Dame hatte der Waise eine Summe von dreitausend Thalern hinterlassen,
und dabei stand auch im Testamente:

"Sophie ist mir eben so lieb, als ob sie meine Tochter wre. Darum soll
sie, nebst der Summe von dreitausend Thalern, die ich ihr hinterlasse,
noch etwas als Andenken haben. Sie darf selbst unter allen meinen
Habseligkeiten auswhlen, was ihr am liebsten ist."

Die Erben waren sehr entrstet als sie dieses hrten. Schon die Summe
von dreitausend Thalern schien ihnen zu viel. Sie frchteten, da die
Waise etwas sehr Kostbares whlen wrde. Aber, obgleich die Kchin und
die anderen Dienstboten ihr rieten, die Diamanten oder die Perlen der
verstorbenen Frau zu whlen, sagte die Waise:

"Nein, das will ich nicht thun. Die Dame hat mir schon viel gegeben.
Ich mchte die Erben nicht berauben. Der kleinste Gegenstand, den meine
Wohlthterin geliebt, und den ich in ihren Hnden gesehen, ist mir viel
lieber als Andenken, als etwas so kostbares."

"Sehen Sie," fuhr sie fort, "dieses hlzerne Kreuz mchte ich am
allerliebsten haben, denn sie hielt es noch in ihrer Hand, als sie
verschied."

Die Erben waren sehr froh, als die Waise das kleine, hlzerne Kreuz
whlte, und da sie alle frchteten, da das Mdchen ihre Wahl bereuen
wrde, holten sie ein Papier herbei und schrieben darauf:

"Als Andenken an meine Wohlthterin habe ich das hlzerne Kreuz
gewhlt. Dieses ist mein, und ich werde nie Anspruch auf irgend etwas
Anderes machen."

Dieses Papier mute Sophie unterzeichnen, und sie that es gern, denn
sie war mit dem hlzernen Kreuz ganz zufrieden und verlangte nicht mehr.

Einige Zeit nachher heiratete sie den jungen Grtner. Es ging ihnen
ganz gut, bis er eines Tages von einem Baume herunterfiel. Er war durch
diesen Fall schwer verletzt (verwundet), und als er nach einer langen
Krankheit wieder aufstehen konnte, fehlte ihm ein Arm und er konnte
nicht mehr in dem Garten arbeiten.

Die lange Krankheit hatte Sophiens Ersparnisse verzehrt, und nun sannen
sie auf Mittel und Wege, um ihr Brot zu verdienen. Endlich sagte der
Mann:

"Siehst du, mein treues Weib (Frau), ich werde nie mehr in dem Garten
schaffen (arbeiten) knnen. Ein kleines Geschft aber knnte ich noch
besorgen. Es ist kein Kaufladen im Dorfe. Wenn wir das Geld, welches
dir die selige Frau in ihrem Testament hinterlie dazu brauchen
knnten, wrde es leicht sein, ein kleines Haus im Dorfe zu mieten,
Waaren zu kaufen, und dann knnte ich unser Brot als Kaufmann anstatt
als Grtner verdienen."

Dieser Vorschlag schien der Frau sehr gut, und sie ging sogleich zu
dem Verwalter der verstorbenen Frau, um ihr Geld in Empfang zu nehmen.
Der Verwalter aber sagte ihr, da die selige Frau in ihrem Testamente
bestimmt habe, da das Geld ihr nur bergeben werden sollte, wenn sie
fnfundzwanzig Jahre alt geworden.

Als Sophie dieses hrte, war sie sehr traurig, und ging langsam nach
Hause, wo sie ihrem Manne alles erzhlte. Nach langem Nachdenken sagte
er endlich:

"Nun, wir knnen unterdessen doch nicht verhungern. Vielleicht knnten
wir die ntige Summe borgen und sie nchstes Jahr zurckbezahlen, wenn
du dein Geld bekommst."

Der Frau gefiel dieser Plan sehr gut und bald fanden sie einen
reichen Nachbarn, der ihnen das Geld gern vorstrecken wollte, und
sie versprachen ihm, das Kapital nebst Zinsen im folgenden Jahre
zurckzuzahlen.

Jetzt ging alles wieder gut bis sie auf einmal hrten, da der
Sachwalter pltzlich auf und davon gegangen, und da er alle ihm
anvertrauten Gelder mitgenommen htte. Er war so heimlich fortgegangen,
da man ihn nicht finden konnte, und bald wurde es berall bekannt, da
er ein elender Dieb gewesen und da er das Geld vieler Leute gestohlen
habe.

Bald erreichte die schlimme Nachricht den kleinen Laden, wo Sophie und
ihr Mann sich so viele Mhe gegeben, um alles in bester Ordnung zu
halten und ihr Brot ehrlicher Weise zu verdienen.

Als diese Nachricht auch dem Manne, der ihnen das Geld geliehen
hatte, zu Ohren kam, kam er sogleich in den kleinen Laden und sagte
Sophie, wenn sie ihm das Geld, das er ihnen geliehen, nicht sogleich
zurckbezahlten, wrde er Haus und Waaren in Besitz nehmen, um sich zu
entschdigen.

Als er fortgegangen, sahen sich die Eheleute traurig an.

"Liebe Frau, was ist jetzt zu thun?" rief der Mann in Verzweiflung.
"Das geliehene Geld knnen wir nicht so schnell zurckbezahlen. Der
Nachbar will nicht warten, und wir werden mit unseren drei kleinen
Kindern aus diesem Hause ziehen mssen. Wir werden alle verhungern,
denn ich kann nicht mehr arbeiten. Ich bin nicht stark genug, und mit
einem Arme bin ich so gut wie hlflos. Der liebe Gott hat uns sicher
vergessen."

"Ach, lieber Mann, das kann nicht sein! Er vergit seine Kinder eben so
wenig, wie wir die unsrigen. Wir wollen zu Ihm beten. Vielleicht zeigt
Er uns einen Ausweg, so da wir unser Brot ehrlich verdienen knnen."

Die Frau ging jetzt in ihr Zimmer, nahm das kleine hlzerne Kreuz, das
Andenken an ihre Wohlthterin, kte es und dachte:

"Ach, wie leid wrde es der guten Frau thun, wenn sie wte, wie
unglcklich ich jetzt bin?"

Dann lie sie das kleine Kreuz zu Boden fallen, fiel auf die Kniee und
betete inbrnstig. Ihr Herz wurde bald leichter und als sie wieder
aufstand, sah sie das Kreuz auf dem Boden liegen, und hob es sorgfltig
auf.

Ein Stckchen Holz war im Fallen davon abgebrochen. Als sie es wieder
an das Kreuz kleben wollte, sah sie zum erstenmal, da das Kreuz hohl
war, und geffnet werden konnte.

Als sie es geffnet, schrie sie in freudiger berraschung auf, denn
im Innern des hlzernen Kreuzes war ein wunderschnes Diamanten-Kreuz
versteckt.

Sogleich trug sie dasselbe zu ihrem Manne, der auch sehr darber
erstaunt war. Als sie den Advokaten befragte, ob sie die Edelsteine
behalten drfte, sagte er:

"Gewi, gute Frau, die Diamanten gehren Ihnen."

Die Erben waren sehr bse, als sie hrten, da Sophie Diamanten in
ihrem hlzernen Kreuz gefunden, aber sie konnten keine Ansprche
darauf machen, denn sie hatten selbst das Papier geschrieben, worin es
bestimmt hie, da das Kreuz Sophien gehre.

Sophie verkaufte nun schnell die schnen Diamanten, und bekam Geld
genug, um alle ihre Schulden zu bezahlen. Das Geschft ging jedes Jahr
besser und die Familie litt keinen Mangel mehr.

So lange sie lebte, erzhlte Sophie ihren Kindern und Enkeln
(Kindeskindern) die Geschichte von dem hlzernen Kreuz, und fgte immer
bei:

"Wenn man nur seine Pflicht thut und dem lieben Gott vertraut, braucht
man Nichts zu frchten, denn Er wird Alles gut machen, obgleich
manchmal Alles sehr finster aussieht."




10. Der Lange, der Breite und der Scharfugige.


Es war einmal ein alter Knig, der nur einen einzigen Sohn hatte, den
er sehr gern htte heiraten sehen. Aber der junge Mann konnte keine
Braut finden, und der Vater gab ihm endlich einen goldenen Schlssel
und sagte:

"Mein Sohn, gehe in das obere Stockwerk des Turmes, sieh dich dort um,
und sage mir, welche Prinzessin dir dort am besten gefllt."

Der Prinz ging in das obere Stockwerk des Turmes, ffnete eine kleine,
eiserne Thr mit dem goldenen Schlssel, und kam in ein Zimmer mit
zwlf Fenstern. Auf jedes Fenster war das Bild einer wunderschnen
Prinzessin gemalt.

Der Jngling sah sich erstaunt um, denn die schnen Prinzessinnen
errteten, lchelten, streckten die Hnde aus, kurz, schienen lebendig;
nur konnten sie nicht sprechen. Sie waren alle so blendend schn, da
der Prinz keine besondere auswhlen konnte, und zgernd da stand, bis
er sah, da das eine Fenster mit einem weien Vorhang bedeckt war.

Er trat schnell zu diesem Fenster, zog den Vorhang zurck, und sah
eine sehr schne Prinzessin, die aber so bla und elend aussah, als ob
sie eben aus dem Grabe gestiegen wre. Der Prinz sah sie eine Zeitlang
schweigend an, erbarmte sich ihrer, und rief laut "Diese, und keine
Andere, will ich zur Gemahlin, und sollte es mir mein Leben kosten!"

Die wunderschne, blasse Prinzessin wurde rosenrot bei diesen Worten,
und sogleich verschwanden alle Bilder. Der Prinz ging schnell die
Treppen hinunter und erzhlte seinem Vater, wie er den Vorhang von dem
Bilde gezogen und wie er die schne, blasse, leidende Prinzessin am
liebsten haben mchte. Der Knig aber rief traurig:

"Ach, mein Sohn, warum hast du gerade diese blasse, leidende Prinzessin
gewhlt? Du wirst jetzt groe Gefahr laufen, denn die Prinzessin wird
von einem Zauberer gefangen gehalten, und Alle, die versuchten, sie zu
befreien, sind nie zurckgekommen. Aber da du dein Wort gegeben, mut
du jetzt gehen, und ich hoffe, da du bald wohlbehalten mit deiner
Prinzessin, heimkommen wirst!"

Der Jngling verabschiedete sich von seinem Vater, und ritt munter
fort, um seine schne Braut zu holen. Er kam bald in einen dichten
Wald, wo er einem groen Manne begegnete, der ihm laut zurief:

"Halt, Prinz! nehmen Sie mich in Ihren Dienst. Ich mchte mit Ihnen
gehen. Sie werden nie bereuen, da Sie mich mitnahmen!"

"Wer sind Sie?" fragte der Prinz kurz, "und was knnen Sie thun?"

"Ich heie der Lange, und ich kann mich nach Belieben verlngern. Sehen
Sie das Nest, da, auf dem Baume? Ich will es Ihnen holen!"

Der Lange streckte sich hher und hher bis sein Kopf die Bume
berragte, nahm das Nest, wurde pltzlich kleiner und kleiner, und
reichte es dem Prinzen.

"Das ist sehr schn!" sagte der Prinz, "aber Vogelnester ntzen mir
nicht viel. Ich mchte meinen Weg aus diesem Walde finden!"

"Nun, das ist sehr leicht," rief der Lange.

Er streckte sich wieder in die Hhe bis er dreimal so hoch als der
hchste Baum war, und sah sich neugierig um. In einigen Minuten wurde
er wieder klein, nahm den Zgel von des Prinzen Pferd, und fhrte
ihn bald aus dem dichten Walde hinaus. Da war eine weite Ebene, und
jenseits derselben konnte man groe, graue Felsen sehen.

"Ach!" sagte der Lange pltzlich, "Da ist mein Kamerad! Sie sollten ihn
auch in Ihren Dienst nehmen!"

Der Prinz sah einen kleinen, dicken Mann. Er fragte ihn neugierig, wer
er sei, und was er wohl thun knne.

"Ich bin der Breite. Ich kann mich sehr breit ausdehnen! Machen Sie
Platz und ich will Ihnen zeigen, wie weit ich mich ausdehnen kann."

Der Lange nahm das Pferd beim Zgel und fhrte es schnell wieder in
den Wald. Als der Prinz sich umwandte, sah er, da der Breite sich so
ausgedehnt, da er die ganze Ebene fllte.

"Nun, das ist, wenigstens, etwas sehr Auerordentliches!" rief der
Prinz erstaunt. "Breiter, du kannst mitkommen. Ich nehme dich in meinen
Dienst auf!"

Die drei Reisenden gingen weiter, und kamen bald zu einem Manne, der
die Augen verbunden hatte.

"Frst!" rief der Breite, "hier ist unser dritter Kamerad. Sie sollten
ihn auch in Ihren Dienst nehmen!"

"Ach!" sagte der Frst mitleidig, "der arme Mann ist ja blind."

"Nein," rief der Mann mit den verbundenen Augen. "Ich bin nicht blind,
sondern ich habe so scharfe Augen, da ich der Scharfugige heie.
Meine Augen sind so scharf, mein Prinz, da ich durch die hrtesten
Steine sehen kann, denn sie spalten sich alle sobald als ich meinen
Verband abgenommen und sie fest anschaue!"

"Nun," erwiderte der Prinz, "ich mchte gern wissen, was hinter jener
Felswand steht, knnen Sie mir das sagen?"

"Das kann ich!" rief der Scharfugige.

Er streifte den Verband ab und sah die Felsen fest an.

Sogleich spalteten sie sich, und der Prinz wurde ein eisernes Schlo
gewahr, wo der Zauberer die schne Prinzessin, die er liebte, gefangen
hielt.

Da der Lange, der Breite und der Scharfugige mit ihm waren, und
jedes Hindernis sogleich aus dem Wege schafften, kamen sie bald zu
dem eisernen Schlosse, dessen Thren sich weit ffneten, um ihnen den
Eintritt zu erleichtern, aber die sich schlossen sobald sie hinein
gegangen waren.

Der Prinz und seine drei Gefhrten sahen sich erstaunt um. Niemand war
da, um sie zu begren, und nachdem der Prinz sein Pferd in den Stall
gebracht, traten sie in das Schlo.

Im Hofe, im Stall und auch im groen Saale sahen sie viele Herren
und Diener, aber alle waren versteinert. Endlich kamen sie in den
Speisesaal, wo die Diener alle versteinert waren, aber wo eine
reichlich gedeckte Tafel ihrer wartete. Sie aen und tranken, und als
sie sich nach einem Platz zum Schlafen umsahen, ffneten sich die
Thren weit und der Zauberer fhrte eine schne, blasse Prinzessin
herein.

Der Zauberer hatte einen schwarzen Rock, einen langen, weien Bart,
weie Haare, und statt eines Grtels, hatte er drei eiserne Ringe um
den Leib. Die Prinzessin trug ein weies Kleid, eine Perlenkrone, einen
silbernen Grtel, und sah bla und traurig aus.

Der Prinz erkannte die Prinzessin, und wollte ihre schne weie Hand
kssen, aber der Zauberer rief:

"Halt, mein Prinz! Ich wei ganz gut, da Sie diese Prinzessin freien
wollen. Nun, Sie sollen sie haben, wenn Sie sie drei ganze Nchte
hindurch nicht einmal aus den Augen lassen. Wenn sie verschwindet,
sollen Sie, wie alle Ihre Vorgnger, auch versteinert werden."

Der Zauberer fhrte die schne Prinzessin zu einem Stuhle, in mitten
des Zimmers, und lie sie da. Der Prinz sa an ihrer Seite und sprach
zu ihr, sie aber erwiderte kein Wort.

Er dachte, da er wach bleiben und die schne Prinzessin nicht aus den
Augen lassen wrde, aber er schlief dennoch ein.

Der Lange, der sich dreimal um den Stuhl der Prinzessin gewickelt
hatte, schlief auch ein; so wie auch der Breite und der Scharfugige.

Als der Morgen heranbrach, wachten sie alle auf, und sahen, da
die Prinzessin verschwunden war. Der Prinz jammerte laut, aber der
Scharfugige nahm seinen Verband ab, ging ans Fenster und rief:

"Jammern Sie nicht, mein Prinz. Ich sehe die Prinzessin. Hundert Meilen
von hier ist ein Wald. In diesem Walde ist eine Eiche; an der Eiche
ist eine Eichel und darin ist die Prinzessin! Wir wollen sie holen."

Der Lange nahm den Scharfugigen auf seine Schultern und machte sich
so lang, da er bei jedem Schritt zehn Meilen zurcklegen konnte. In
einigen Minuten brachten sie die Eichel dem Prinzen.

"Werfen Sie sie auf den Boden, mein Prinz!" rief der Lange, und sobald
der Prinz dieses gethan, stand die schne Prinzessin vor ihm. In
demselben Augenblick ffneten sich die Thren weit und der Zauberer
trat herein. Als er die Prinzessin gewahr wurde, war er so bse, da
einer der eisernen Ringe um seinen Leib zersprang. Er fhrte die
Prinzessin aus dem Saale, und der Prinz und seine drei Diener waren den
ganzen Tag allein. Sie hatten genug zu essen und zu trinken, aber sie
konnten weder Zauberer noch Prinzessin finden, und sahen nichts als
versteinerte Mnner.

Am Abend aber fhrte der Zauberer die Prinzessin wieder in den Saal,
und der Prinz und seine Gefhrten wachten wieder.

Aber da sie sehr mde waren, schliefen sie endlich alle ein, und als
der Prinz aufwachte, war die Prinzessin wieder verschwunden. Er weckte
seine Diener auf. Der Scharfugige nahm seinen Verband ab und rief laut:

"Zwei hundert Meilen von hier ist ein Berg. Auf dem Berge ist ein
Felsen. In dem Felsen ist ein Edelstein, und das ist die Prinzessin!
Wir wollen sie holen."

Der Lange nahm den Scharfugigen auf seinen Rcken und trug ihn schnell
zu dem Berg. Der Scharfugige zerspaltete den Felsen mit seinen
scharfen Augen, und brachte dem Prinzen den Edelstein. Der warf ihn
auf den Boden und die schne Prinzessin stand mitten im Saale als die
Thren sich ffneten und der Zauberer hereintrat.

Als er die schne Prinzessin da stehen sah, war er so bse, da ein
zweiter eiserner Ring zersprang! Er fhrte die Prinzessin wieder hinaus
und lie den Prinzen und seine Diener wieder den ganzen Tag allein. Am
Abend fhrte er die schne Prinzessin zum dritten Mal herein und sagte:

"Wenn ich die Prinzessin morgen nicht hier finde, so werden Sie alle
versteinert werden!" und lie sie allein.

Obwohl alle sich vornahmen, nicht zu schlafen, schliefen alle doch
ein, und als der Prinz aufwachte, war die schne Prinzessin wieder
verschwunden. Der Scharfugige streifte seinen Verband ab und rief laut.

"Drei hundert Meilen von hier ist das schwarze Meer. Auf dem Grund
dieses Meeres ist eine Schale. In der Schale ist ein goldener Ring. Das
ist die Prinzessin. Wir mssen alle drei dahin gehen, um sie zu holen!"

Der Lange trug den Breiten und den Scharfugigen schnell dahin,
streckte seinen Arm so weit als mglich aus, aber konnte dennoch den
Boden des Meeres nicht erreichen. Dann dehnte sich der Breite so viel
als mglich aus, und trank so viel Wasser, da der Lange die Schale
endlich erreichen konnte. Er nahm den Ring und ging schnell zurck,
denn es war bald Zeit zum Sonnenaufgang. Er lie den Breiten fallen und
das Wasser, das er getrunken, bildete einen See in einem Thal.

Der Lange ging aber schnell weiter und kam in das Schlo, als die
Thren sich ffneten. In demselben Augenblick warf er den goldenen Ring
auf den Boden, und als der Zauberer herein trat, sah er die schne
Prinzessin.

Er war so bse, sie wieder da zu finden, da der dritte eiserne Ring
zerbarst. Dann wurde er in einen Raben verwandelt und flog pfeilschnell
davon. Alle die versteinerten Leute wurden jetzt lebendig. Die
Prinzessin wurde rosenrot, und konnte wieder sprechen. Der glckliche
Prinz fhrte sie seinem Vater zu, heiratete sie, und seine drei Diener,
der Lange, der Breite und der Scharfugige, tanzten lustig bei dem
Hochzeitsfest. Sie wollten aber dem Prinzen nicht mehr dienen und
gingen in die Welt hinaus, wo man sie noch finden kann. So lautet das
Mrchen!




11. Die Taube.


Auf einem ziemlich hohen Berge in Deutschland stand ein altes Schlo.
In dem Schlosse wohnte der Ritter von Falkenburg mit seiner schnen
Frau und ihrer kleinen Tochter Elsa. Der Ritter war ein sehr guter und
tapferer Mann, immer bereit, den Armen und Schwachen zu helfen.

Seine Frau, Ottilie, besuchte die Kranken und Armen und gab viele
Almosen. Die Unglcklichen kamen immer zu ihr, um ihr ihr Leid zu
klagen und konnten die Gte der schnen Frau nicht genug loben. Die
kleine Tochter Elsa war ungefhr zehn Jahre alt und blieb immer bei
ihrer Mutter.

Das Schlo war sehr einsam, denn auer dem Dorfe am Fue des Berges
waren keine Huser in der Nhe. Zu jener Zeit, im vierzehnten
Jahrhundert, hatten die Kinder nicht so schne Bcher und Spielsachen
wie jetzt.

Die kleine Elsa konnte zwar lesen und schreiben, auch nhen und
stricken, aber ihre grte Freude war, in ihrem kleinen Garten viele
bunte Blumen zu ziehen.

Eines Tages als sie bei der Mutter unter einem dicht belaubten Baume im
Garten sa, hrten sie pltzlich ein Krachen und im nchsten Augenblick
fiel ihnen ein groer Raubvogel vor die Fe. Die kleine Elsa erschrak
sehr, und ihr Geschrei verscheuchte den Vogel, der schnell fortflog.

"Schrei nicht so, meine Tochter," sagte die Mutter. "Der Vogel ist
schon wieder fort. Es war ein Raubvogel. Er wollte uns nichts zu Leide
thun, aber verfolgte wahrscheinlich einen anderen Vogel."

Sie hrten jetzt ein kleines Gerusch hinter sich, und fanden, unter
einem Busche, eine schne, weie, verwundete Taube.

Die kleine Elsa hob sie auf und sagte:

"Sieh, Mutter! die arme Taube zittert noch vor Furcht. Ich kann das
Klopfen ihres kleinen Herzens fhlen. Sieh, wie wei ihre Federn sind,
und die Beine und Krallen sind rot wie Korallen. Was wollen wir damit
thun, liebe Mutter?"

"Nun, wir wollen sie dem Koch geben, und du sollst sie zu Mittag
essen," sagte die Mutter, das Kind scharf beobachtend.

"Ach, liebe Mutter, das wre ja zu grausam!" rief die kleine Elsa die
Mutter ngstlich ansehend.

Als sie aber die Mutter lcheln sah, rief sie freudig: "Mutter, du hast
mich wohl prfen wollen, nicht wahr?"

"Ja, mein Kind," erwiderte die Mutter, "und es freut mich, da du ein
gutes, fhlendes Herz hast. Du darfst die Taube behalten. Stecke sie in
einen Kfig, fttere sie gut, und gieb ihr frisches, klares Wasser und
reinen Sand bis sie grer und strker ist und herumfliegen kann, ohne
den Raubvgeln zur Beute zu fallen."

Die kleine Elsa hatte groe Freude an ihrem Vogel. Bald wurde die Taube
so zahm, da die Thr des Kfigs immer offen stand, und bald flog sie
ungehindert durchs Fenster ein und aus. Die Taube hatte das Kind so
gern, da sie es nie lange verlie, und wenn sie auch hoch oben auf
dem Turme des Schlosses sa, flog sie herunter, sobald die kleine Elsa
pfiff.

Die Mutter sagte oft: "Deine Taube gibt dir ein gutes Beispiel, sie ist
so folgsam, da ich hoffe, mein Tchterchen wird auch immer so schnell
meinem Rufe folgen."

Eines Tages kam die Witwe des Ritters von Hohenburg, mit ihrer Tochter
Emma in das Schlo. Die Dame schien sehr traurig, und als sie den
Ritter von Falkenburg sah, rief sie ihm zu:

"Edler Ritter, als mein geliebter Mann so jung an einer gefhrlichen
Wunde sterben mute, hie er mich zu Ihnen kommen, wenn ich je Hlfe
brauchte. Er sagte mir: 'Der Ritter von Falkenburg ist ebenso gut wie
tapfer, und, da du weder Vater noch Bruder hast, mut du ihn zu Hlfe
rufen, wenn du deren bedarfst.' Meine zwei Nachbarn sind beide sehr
schlecht; der eine nimmt mir meine schnen Wlder, und der andere nimmt
mein Korn und mein Gras. Wenn ich klage, lachen sie beide, und da ich
keine Verwandten habe, und ganz allein mit meiner Tochter und einigen
treuen Bedienten wohne, denken die bsen Ritter, da sie thun knnen,
was ihnen beliebt. Helfen Sie mir, Herr Ritter, sonst wird mir und
meinem Kinde bald nichts mehr bleiben."

Der Ritter von Falkenburg antwortete nicht sogleich, und die
kleine Elsa rief: "Ach, Vater, hilf doch der schnen Frau und dem
kleinen Mdchen! Als ich meine kleine Taube annahm um sie vor dem
bsen Raubvogel zu beschtzen, sagte mir die Mutter, da man einem
Schwcheren immer helfen und ihn beschtzen soll."

"Deine Mutter hat Recht," erwiderte der Vater. "Ich werde der Dame
helfen, so gut ich kann. Ich antwortete nur nicht sogleich, weil ich
auf einen guten Plan sann, um die beiden Ritter zu bestrafen."

Der Ritter und seine Frau luden die Witwe jetzt ein, einige Tage im
Schlo Falkenburg zu verweilen (bleiben). Unterdessen ging der Ritter,
um ihre Feinde aufzusuchen. Er sagte ihnen, da er die gndige Frau von
Hohenburg unter seinen Schutz genommen habe, und da er ihnen den Krieg
erklren wrde, wenn sie sich nicht als gute Nachbarn zeigten.

Die zwei Ritter wuten so wohl, da der Ritter von Falkenburg immer
Wort hielt, und frchteten sich so sehr vor diesem tapferen Manne, da
sie jetzt beide ihr Ehrenwort gaben, die gndige Frau von Hohenburg in
Ruhe zu lassen.

Die Witwe war dem Ritter von Falkenburg sehr dankbar, als sie vernahm,
da ihre Feinde ihr Ehrenwort gegeben, sie nicht mehr zu berauben.

Die zwei kleinen Mdchen, die unterdessen sehr gute Freundinnen
geworden waren, wren gerne zusammen geblieben, aber jetzt mute die
Witwe mit Emma nach Hause gehen.

"Mutter, ich mchte Emma etwas geben, um ihr meine Liebe zu bezeugen,"
sagte die kleine Elsa.

"Nun, mein Kind, gieb ihr, was du willst. Wenn du ihr etwas giebst,
das du selbst schtzest (liebst), wirst du ihr deine Liebe am besten
zeigen."

Die kleine Elsa sann eine Weile nach und dann rief sie: "Emma soll
meine Taube haben! Den Vogel habe ich am liebsten!"

Es war ihr schwer, sich von der Taube zu trennen, dennoch gab sie sie
ihrer Freundin. Da sagte der Ritter:

"Frulein Emma, Sie werden die Taube in einen Kfig stecken mssen
bis sie Elsa vergessen hat, sonst fliegt sie sogleich wieder hierher
zurck."

Die Freunde trennten sich jetzt und Emma und ihre Mutter gingen nach
Hause, wo die Taube in einen Kfig gesteckt wurde. Am folgenden Tage
kamen zwei Pilger in das Schlo Hohenburg. Sie hatten lange, braune
Rcke mit Kapuzen an, und erzhlten viel vom Heiligen Lande, wohin sie,
wie sie sagten, eine Pilgerfahrt gemacht.

Emma und ihre Mutter hatten viele Freude an ihren Erzhlungen, und als
sie am folgenden Morgen wieder weiter zogen, sagte die Dame:

"Da Sie nach Thringen reisen, werden Sie gegen Abend im Schlosse
Falkenburg ankommen. Da werden Sie bernachten; bitte, gren Sie den
Ritter und seine Gemahlin von mir."

"Ja," rief Emma, "bitte gren Sie auch das Frulein Elsa, und sagen
Sie ihr, da die Taube sehr wohl ist."

Die Pilger versprachen, der Familie von Falkenburg die Gre zu
bestellen, und da sie sagten, da sie den Weg nach dem Schlosse nicht
kannten, schickte die gute Frau von Hohenburg einen jungen Diener mit,
um ihnen den Weg dahin zu weisen.

Dieser junge Diener war ein Italiener, sprach aber gut Deutsch. Der
Ritter von Hohenburg hatte ihn erzogen, weil seine Eltern beide tot
waren. Die Pilger dachten, der Diener verstehe nur Deutsch und whrend
sie ihm folgten, fingen sie an, Italienisch zu sprechen.

Der Diener wollte ihnen eben sagen, da er Italienisch verstehe, als
er hrte, da diese Mnner keine Pilger, sondern Ruber waren. Sie
gehrten zu einer Bande von Rubern, welche der Ritter von Falkenburg
aus der Gegend getrieben hatte, und sie wollten sich jetzt rchen.

Ihr Plan war, als Pilger in das Schlo zu gehen. Sie wuten, da man
sie da bernachten lassen wrde. Sie wollten nachts ein Licht ins
Fenster stellen, zum Zeichen fr ihre Verbndeten drauen, da sie zur
Gartenthr kommen sollten. Diese Thr wollten sie dann geruschlos
ffnen, die Verbndeten hereinlassen und dann wollten sie die Einwohner
des Schlosses tten, die Rume plndern und endlich das Schlo anznden.

Der Jngling hrte das alles, und einmal, als der eine Pilger ber
einen Stein fiel, sah er, da er eine sthlerne Rstung unter dem
braunen Rocke trug. Er frchtete sich sehr, und wute nicht, was er
thun sollte.

Bald kamen sie an einen kleinen Flu. Das Wasser lief zwischen zwei
hohen Felsen und darber war ein Baumstamm als Brcke geworfen. Da
sagte der lteste der Pilger:

"Vielleicht hat der Diener meine Rstung doch gesehen. Er knnte uns
verraten. Gehe du erst hinber; ich werde ihn dann hinbergehen heien
und ihm folgen. Wenn wir auf die Mitte der Brcke kommen, werde ich ihn
in das Wasser hinunterstoen und dann kann er uns nicht verraten."

Als der junge Diener das hrte, wurde er sehr bla vor Angst, und er
sagte zu den Pilgern:

"Ach, ich kann nicht ber die Brcke gehen, mir schwindelt!"

"Nun, ich will dich hinbertragen," sagte der lteste Pilger.

"Nein, nein!" rief der Diener. "Sie wrden mich fallen lassen! Sehen
Sie, gute Pilger, Sie brauchen meine Hlfe nicht mehr. Von hier aus
geht der Weg gerade zum Schlosse, wo Sie bernachten sollen. Lassen Sie
mich jetzt nach Hause gehen."

Die falschen Pilger sprachen jetzt noch ein wenig auf Italienisch, und
whrend der lteste sagte, da es besser wre, den Jngling zu tten,
sagte der jngere, da er ihn solle gehen lassen. Endlich rief der
lteste:

"Nun, er kann gehen. Wir werden die Brcke in den Flu werfen. Dann
kann Niemand hinber, und du weit, da es viele Stunden braucht,
wenn man den anderen Weg herumgehen mu. Er versteht doch kein Wort
Italienisch und wenn er auch Alles verstanden htte, knnte er unseren
Plan dem Ritter nicht frh genug sagen. Ehe ein Bote den anderen Weg
herumkommen kann, werden der Ritter und seine Familie tot und das
Schlo niedergebrannt sein."

Endlich lieen die Pilger den Jngling gehen, und sobald er nicht mehr
von ihnen gesehen werden konnte, lief er so schnell als mglich nach
Hause. Da erzhlte er der Witwe Alles. Sie erschrak sehr und wollte den
Ritter warnen, aber es war unmglich, schnell genug dahin zu gelangen.

Der Diener sagte: "Gndige Frau, man kann nicht mehr ber den Flu
gehen bis man an die groe Brcke, fnfzehn Meilen von hier, kommt.
Man mte Flgel haben, um schnell genug dahin zu kommen."

Die kleine Emma, die Alles gehrt hatte, rief jetzt: "Ach, Mutter, die
Taube! die Taube! Schreibe schnell einen Brief. Wir werden ihn der
Taube um den Hals binden, und sie fliegt sicher gleich zu Elsa!"

Die Mutter verstand. Ohne eine Minute zu verlieren, schrieb sie eine
Warnung. Der kleine Brief wurde der Taube fest um den Hals gebunden und
dann wurde sie frei gelassen.

Sie flog hoch auf, und nach einigen Minuten flog sie schnell gegen
Falkenburg.

"Gott gebe, da unsere Warnung glcklich ankommt!" sagte die Witwe.

Sie brachte die Nacht auf dem Turm zu, wo sie betete und unermdlich
gegen Falkenburg hinschaute, wo sie frchtete, das rote Licht eines
Feuers zu sehen.

Unterdessen waren die Pilger in dem Schlosse von Falkenburg angekommen.
Der Ritter hie sie willkommen, und bat sie, sich im Pilgerzimmer ein
wenig auszuruhen, und sagte, da er ihren Erzhlungen erst nach dem
Abendessen gern zuhren wrde.

Die Familie von Falkenburg sa allein im Wohnzimmer als sie ein kleines
Gerusch hrten. Elsa ging an das Fenster und rief schnell: "Mutter,
hier ist meine Taube! Sieh, sie ist entflohen! Emma hat ihr ein rotes
Band um den Hals gebunden, und ach, da ist auch ein Stck Papier!"

Vater und Mutter traten jetzt nher. Der Ritter nahm das Papier,
entfaltete es und las:

"Guter Ritter von Falkenburg.

"Die zwei Pilger, die Sie im Hause haben, sind Ruber. Sie waren
gestern hier ber Nacht und mein Diener hat sie ber den Berg fhren
mssen, da sie sagten, da sie den Weg zu Ihrem Schlosse sonst nicht
finden wrden.

"Unterwegs sprachen sie Italienisch, und Bernhardt, der in Italien
geboren ist, hat Alles verstanden. Sie haben die Brcke zertrmmert.
Diese Nacht sollen sie ein Licht in das Fenster des Pilgerzimmers
stellen. Ihre Verbndeten werden dann kommen und von den Pilgern durch
die Gartenthr herein gelassen werden. Whrend Sie schlafen, sollen Sie
alle ermordet werden. Die Ruber wollen das Schlo plndern und darauf
anznden. Gott gebe, da diese Warnung nicht zu spt kommt und Sie sich
werden verteidigen knnen.

                                                  "Emma von Hohenburg."

Der Ritter war sehr erstaunt, aber jetzt, da er gewarnt worden, war
keine Gefahr mehr, und er machte schnell einen Plan, um die Ruber in
Verhaft zu nehmen.

Der Ritter rief dann seine Diener, teilte ihnen alles mit und erklrte,
was er thun wollte, um die Ruber zu verhaften. Dann lie er die
falschen Pilger hereinkommen.

Sie fingen gleich an zu sagen, da die Frau von Hohenburg sehr gtig
gewesen sei, und ihren Gru schicke. Dann fingen sie an, den Ritter und
dessen Gemahlin zu loben.

Der Ritter war so bse, diese falschen Worte zu hren, da er bald
ausrief:

"Schweigen Sie! Sie lgen! Ich wei alles! Sie sind keine frommen
Pilger, sondern Ruber. Sie sind hierher gekommen, um mich, meine
Familie und alle meine Diener zu morden. Sie wollen durch ein Licht
in dem Fenster Ihres Zimmers Ihre Verbndeten hierher bringen, sie
durch die Gartenthr in das Schlo fhren, und wenn Sie alle gemordet
und genug geplndert haben, wollen sie das Schlo in Brand stecken
(verbrennen)."

Die Pilger waren hchst erstaunt, aber ehe sie ein Wort sagen konnten,
rief der Ritter seine Diener herbei und lie die zwei bsen Mnner in
Verhaft nehmen.

Dann zndete er selbst ein Licht an, stellte es in das Fenster, und um
die bestimmte Stunde hrte man ein leises Pochen am Gartenthor.

Der Ritter, der einen Pilgerrock ber seine Rstung gezogen, lie die
anderen Ruber in den Hof herein kommen, wo alle seine bewaffneten
Diener versteckt waren, und in einigen Minuten waren sie alle
festgebunden!

Die Familie von Falkenburg war von einem furchtbaren Tode verschont und
sie sprachen oft davon, wie wunderbar sie durch Gottes Gte gerettet
worden. Emma von Hohenburg lie eine Taube in ihr Wappen malen, damit
Ihre Nachkommen diese Geschichte nie vergessen sollten.




12. Anekdoten.


Von Friedrich Wilhelm IV, Knig von Preuen, werden viele sehr
unterhaltende Anekdoten erzhlt, unter welchen auch folgende:

Eines Tages, als der Knig auf der Reise war, hielt er in einem kleinen
Dorfe an, um etwas am Wagen ausbessern zu lassen. Da er nicht sogleich
weiter fahren konnte, trat er unterdessen in die Dorfschule ein.

Es waren viele Kinder dort, und der Lehrer lie sie lesen, schreiben,
rechnen und singen, damit der Knig sehen knne, wie sorgfltig er die
Kinder unterrichtet hatte. Der Knig hrte befriedigt zu, und als das
Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen zu Ende war stand er auf und sagte:

"Herr Lehrer, ich mchte gerne einige Fragen an die Kinder stellen,
erlauben Sie dies wohl?"

"Gewi, Majestt, gewi," erwiderte der alte Lehrer, und verbeugte sich
tief vor dem Knig.

"Nun, Kinder, sagte der Knig, jetzt habt ihr die Fragen eueres Lehrers
sehr richtig beantwortet. Jetzt wollen wir einmal sehen ob ihr meine
Fragen eben so gut beantworten knnt."

Er nahm einen Apfel, der auf dem Pulte des Lehrers lag und fragte:

"Nun, Kinder, pat auf. In welches Reich gehrt dieser Apfel?"

Die Kinder zgerten, denn sie frchteten sich ein wenig vor dem groen
Knig. Dieser wartete geduldig, und da er ein kleines Mdchen sah, das
sehr kluge, blaue Augen hatte, sagte er zu ihr:

"Kannst du mir nicht sagen, kleines Mdchen, in welches Reich dieser
Apfel gehrt?"

Das kleine Mdchen antwortete sogleich: "Er gehrt ins Pflanzenreich,
Herr Knig."

"Das ist gut, mein Kind, das ist die richtige Antwort," rief der Knig
erfreut. "Der Apfel, so wohl wie alle Frchte und Gemse, gehrt zur
Pflanzenwelt."

Jetzt sagte er, ein Goldstck aus der Tasche nehmend: "Knnt ihr mir
sagen, Kinder, in welches Reich dieses Goldstck gehrt?"

Die Kinder blieben wieder stumm. Nur das kleine, blauugige Mdchen
sagte endlich schchtern:

"Das Goldstck gehrt in das Mineralreich, Herr Knig."

"Du hast wieder richtig geantwortet, mein Kind," rief der Knig freudig
aus. "Wer kann aber jetzt meine dritte und letzte Frage beantworten?
Welchem Reiche gehre ich an?"

Die Kinder schwiegen wieder alle. Der Knig wartete eine Zeitlang sehr
geduldig, dann wiederholte er seine Frage, aber vergebens. Endlich
fielen seine Augen wieder auf das kleine Mdchen und er sagte gtig:

"Nun, mein Kind, du hast bisher meine Fragen so richtig beantwortet,
kannst du diese nicht auch beantworten? Weit du es nicht?"

"Ja, Herr Knig, ich ~wei~ es schon," erwiderte das Mdchen, wurde
aber rosenrot und verstummte wieder.

"Nun dann, sprich," fuhr der Knig gtig fort.

Das Mdchen zauderte noch einen Augenblick, denn sie durfte dem Knig
doch nicht sagen, da er dem Tierreich angehre. Das wre gar zu
unhflich, dachte sie bei sich selbst. Endlich aber blickte sie freudig
auf und sagte mit heller Stimme:

"Sie gehren dem Himmelreich an, Herr Knig."

Diese Antwort gefiel dem Knig so gut, da er mit Thrnen in den Augen
freundlich erwiderte:

"Gott gebe, mein Kind, da ich einmal dahin komme!"

       *       *       *       *       *

Friedrich der Groe konnte nicht gut schlafen; dehalb befahl er, da
seine Pagen, der Reihe nach, die Nacht in einem Nebenzimmer durchwachen
sollten, damit immer Jemand bereit sei, ihm vorzulesen, wenn er es
wnschte.

Eines Nachts klingelte er um zwei Uhr Morgens. Niemand kam. Er
klingelte wieder, aber umsonst. Er rief laut, aber es kam immer Niemand
auf seinen Ruf.

Der Knig war jetzt recht bse; er sprang aus dem Bette, zog schnell
Schlafrock und Pantoffeln an, und ging in das Nebenzimmer, um zu sehen,
ob Niemand da sei, wie er befohlen.

Als er hereintrat, sah er einen seiner Pagen an dem Tische sitzen. Er
hatte ein Blatt Papier vor sich, die Feder in der Hand, und obgleich
der Brief, den er schrieb, noch nicht beendigt war, schlief er fest,
seinen Kopf an den Lehnstuhl geschmiegt.

"Ach, so wacht mein Page!" dachte der Knig. "Er schlft gut. Wenn ich
nur ebenso gut schlafen knnte!"

Der Knig sah den Jngling eine Zeitlang an, dann fuhr er zu sich
selbst fort: "Nun, der Jngling sieht recht mde aus. Was kann er wohl
geschrieben haben, das ihn so ermden konnte?"

Friedrich nahm das Papier und las folgendes:

    "Teure Mutter.

"Es freut mich, da ich dir endlich ein wenig Geld schicken kann, --
Geld, das ich ehrlich verdient habe. Du weit, mein Gehalt ist nicht
gro, darum habe ich dir bisher so wenig Geld schicken knnen.

"Aber jetzt hat der Knig befohlen, da ein Page immer nachts im Zimmer
neben seinem Schlafgemach wachen soll. Meine Kameraden wachen nicht
gern, und sie haben mir jedesmal einen Thaler gegeben, damit ich an
ihrer Stelle wache. Schon drei Nchte hintereinander habe ich nun
gewacht, und habe so das Geld verdient, das ich dir hiermit sende. Ich
bin aber so schlfrig, da ich die Augen fast nicht mehr offen halten
kann. Morgen kann ich nicht wieder wachen, sonst wrde ich sicher
einschlafen, und dann wre der Knig nicht gut bedient."

Der Brief war nicht vollendet; hier hatte der Schlaf den Jngling
bermannt. Der Knig legte das Blatt wieder hin, ging in sein
Schlafgemach, holte eine Brse voll Gold, steckte sie dem Jngling in
die Tasche und legte sich wieder ins Bett. Spter, als er ein kleines
Gerusch in dem Nebenzimmer hrte, klingelte er wieder.

Der Jngling trat sogleich herein. Zufllig fiel seine Hand auf seine
Tasche, worin er einen harten Gegenstand fhlte. Schnell zog er ihn
heraus, und als er eine Brse voll Gold sah, brach er in Thrnen aus.

"Was fehlt dir denn?" fragte der Knig erstaunt.

"Ach, Majestt," rief der Jngling, "ich bin in dem Nebenzimmer
eingeschlafen, weil ich so mde war. Whrend ich schlief, mu Jemand
in das Zimmer gekommen sein und mir diese Brse voll Gold in die
Tasche gesteckt haben. Eine solche Summe habe ich nie gehabt. Es
ist wahrscheinlich gestohlenes Gut und nun werde ich vielleicht des
Diebstahls beschuldigt werden."

"Nein, nein!" rief der Knig jetzt. "Niemand wird dich des Diebstahles
beschuldigen. Das Geld habe ich dir selbst in die Tasche gesteckt. Du
bist ein guter, ehrlicher Junge, denn ich wei, warum du eingeschlafen
warest. Von nun an sollst du ein greres Gehalt haben, damit du deiner
Mutter helfen kannst, ohne deine Nachtruhe zu entbehren."

       *       *       *       *       *

Der Knig Friedrich hatte ein Lustschlo, wo er sich gern aufhielt und
wo er mit seinem Freunde, dem Schriftsteller Voltaire, viele schne
Stunden verbrachte. Es fiel dem Knig einst ein, da sein Schlo viel
schner sein wrde, wenn der Park nur grer wre.

Er lie Plne dafr entwerfen, und als man sie ihm brachte, gefielen
sie ihm gar gut.

"Fhren Sie diese Plne sogleich aus," befahl er seinen Dienern. "Aber
was ist das?" fgte er hinzu, und deutete mit dem Finger auf eine
Stelle auf dem Plane, der ihm vor Augen lag.

"Das ist das Land des Mllers von Sans-Souci, welches er durchaus nicht
verkaufen will."

"Was! Mir nicht verkaufen will?" rief der Knig. "Unverschmter Kerl!
Fhrt ihn sogleich hierher, er wird es mir abtreten mssen!"

Der Mller kam und der Knig redete ihn an:

"Nun, Mller, wollt Ihr mir Euere Mhle um einen guten Preis abtreten?"

"Nein, das will ich nicht!" rief der Mller. "Die Mhle gehrte meinem
Vater und Grovater. Ich bin darin geboren, und gedenke darin zu
sterben und sie meinen Kindern zu hinterlassen."

Der Knig zeigte dem Mller seine Plne, erklrte ihm, warum er das Gut
kaufen wolle, und bot ihm einen sehr hohen Preis dafr.

Der Mller wollte aber die Mhle um keinen Preis verkaufen und
wiederholte sein Nein, bis der Knig rgerlich (bse) wurde und heftig
ausrief:

"Wit Ihr wohl, hartnckiger Mller, da ich Euch die Mhle nehmen
kann, ohne zu fragen und ohne sie zu bezahlen!"

Der Mller schmunzelte nur und erwiderte zuversichtlich:

"Ja, Herr Knig, aber es giebt auch Richter in Berlin, die Sie bald
dafr bestrafen wrden; man kann nicht unbestraft rauben!"

Als der Knig diese zuversichtliche Sprache hrte, war er zuerst
erstaunt; bald aber lachte er herzlich und sprach:

"Ich bin sehr froh, da meine Unterthanen so fest an die Gerechtigkeit
meiner Richter glauben, dehalb soll der Mller seine Mhle behalten."

Der Plan des Parkes wurde verndert, aber zum Andenken an dieses
Ereignis hie der Knig sein Landschlo, so wie die Mhle, "Sans-Souci."

       *       *       *       *       *

Friedrich der Groe war fast immer im Kriege mit den anderen Nationen
und brauchte dehalb immer viele Soldaten. Eines seiner Regimenter
bestand nur aus auerordentlich groen und schnen Mnnern. Eines Tages
stellte sich ein sehr groer und stattlicher Franzose dem Hauptmanne
vor, und sagte ihm, da er gerne dem Knig von Preuen dienen wrde.

Seiner Gre halber, nahm ihn der Hauptmann sogleich an, lie ihm eine
Uniform machen, und sagte ihm, da er so schnell als mglich Deutsch
lernen solle.

"Einstweilen," fgte er bei, "mt Ihr wenigstens die Antwort auf
drei Fragen lernen. Der Knig hat gar scharfe Augen. Er wird sogleich
bemerken, da Ihr neu im Dienste seid, und er wird Euch die drei Fragen
stellen, die er jedem neuen Soldaten zu stellen pflegt. Sie lauten
so: Erstens, Wie alt seid Ihr? Zweitens, Wie lange seid Ihr in meinem
Dienste. Drittens, Erhaltet Ihr pnktlich Uniform und Lohn?

"Da er immer dieselben Fragen zu stellen pflegt, und immer nach
derselben Reihenfolge, sollt Ihr die drei Antworten dazu genau lernen,
damit Ihr frischweg antworten knnt."

Einige Zeit darauf kam der Knig, um das Regiment zu mustern. Als er zu
dem Franzosen kam, hielt er pltzlich still, sah ihn wohl vergngt an,
und sagte rasch:

"Wie lange seid Ihr in meinem Dienste?"

Der Franzos, der die Frage gar nicht verstand, gab pnktlich die erste
eingelernte Antwort.

"Ein und zwanzig Jahre, Majestt."

"Was! Wie alt seid Ihr denn?" rief der Knig hchst erstaunt.

"Ein Jahr, Majestt!"

Diese Antwort berraschte den Knig noch mehr.

"Entweder seid Ihr verrckt oder ich bin es!" rief der Knig rgerlich.

"Beide, Majestt!" antwortete der Soldat, der die eingelernte Antwort
auf die dritte Frage ohne Zaudern gab.

Als der Hauptmann jetzt die Sachlage erklrte, lachte der Knig
herzlich und befahl dem Soldaten so schnell wie mglich Deutsch zu
lernen.

       *       *       *       *       *

Eines Tages kehrte der Knig von Preuen in einem kleinen Dorfe ein,
und besuchte den Priester.

"Nun, guter Priester, sind Sie mit Ihren Leuten zufrieden?" fragte der
Knig freundlich.

"Ja, Majestt. Es sind meistens recht brave Leute. Es thut mir nur
leid, da die Mnner das Wirtshaus der Kirche vorziehen. Sonntags gehen
sie immer ins Wirtshaus, da rauchen sie und trinken Bier, whrend ihre
Weiber dem Gottesdienst beiwohnen."

"Nun!" sagte der Knig, "wir wollen sehen, ob wir diesem Unfug ein Ende
machen knnen."

Am folgenden Sonntag, als die Kirchenglocken luteten, und die Frauen
in die Kirche gingen, kehrten die Mnner wie gewohnt in das Wirtshaus
ein. Ein Unbekannter kam auch herein.

Die Bauern saen wie gewhnlich um einen groen Tisch herum. Sie
rauchten unermdlich und sprachen wenig. Der Fremde sa auch an dem
Tisch, zndete seine Pfeife an, und rauchte auch. Bald kam der Wirt.
Er trug einen groen Krug voll Bier, stellte ihn auf den Tisch vor den
ltesten Bauer, der an dem einen Ende des Tisches sa und ging wieder
fort.

Der alte Bauer legte die Pfeife nieder, nahm den Krug in beide Hnde,
hob ihn auf und trank. Als er genug getrunken hatte, reichte er den
Krug seinem Nachbarn und jetzt hrte ihn der Fremde sagen "Gieb's
weiter!" (Gieb das deinem Nachbarn).

Der Mann, der den Krug jetzt empfing, trank auch so viel ihm beliebte,
reichte den Krug seinem Tischnachbarn und sagte auch:

"Gieb's weiter!"

So ging der Krug von Hand zu Hand. Jeder trank und wiederholte
dieselben Worte, "Gieb's weiter!" Sonst sprachen die Bauern kein Wort.
Als der Krug zweimal die Runde des Tisches gemacht, stand der Fremde
pltzlich auf, hob die Hand, und gab seinem Nachbarn eine tchtige
Ohrfeige.

"Gieb's weiter!" rief er mit donnernder Stimme. "Diese Ohrfeige soll
die Runde gehen, wie der Krug eben die Runde gegangen ist."

Der Fremde schlug jetzt den Mantel zurck und die Bauern sahen die
Uniform, die er darunter trug, und erkannten sogleich den Knig.

"Gieb's tchtig weiter!" donnerte er wieder, seinem erstaunten Nachbarn
eine zweite und noch tchtigere Ohrfeige gebend. "Gieb's weiter, sage
ich und schlag tchtig, sonst..."

Er brauchte den Befehl nicht mehr zu wiederholen. Der Mann schlug
tchtig! Die Ohrfeigen gingen jetzt um den Tisch herum, so schnell wie
mglich. Nachdem die Ohrfeigen mehrmals die Runde gemacht hatten, rief
der Knig:

"Halt! das ist jetzt der Ohrfeigen genug fr heute. Aber wenn ihr
Mnner Sonntag morgens hier in dem Wirtshause sitzt, anstatt in die
Kirche zu gehen, sollt Ihr etwas noch schlimmers kriegen als Ohrfeigen."

Der Knig ging hinaus. Die Bauern folgten ihm sogleich und gingen jetzt
jeden Sonntag pnktlich in die Kirche und der Priester hatte nie mehr
Ursache zum Klagen.




13. Rbezahl.


Vor vielen tausend Jahren hauste ein mchtiger Geist in dem
Riesengebirge. Die Gnomen und Kobolde waren seine Unterthanen und
diese kleinen Leute waren immer sehr beschftigt, Gold, Silber und
Edelsteine zu suchen und in den schnen unterirdischen Palast des
Berggeistes zu tragen.

Eines Tages, nachdem er fnf hundert Jahre in dem Berge geblieben war,
ohne ein einziges Mal die Oberflche der Erde besucht zu haben, fiel
ihm ein zu sehen, was auf der Erde vorging.

Der Berggeist bestieg die hchste Kuppe des Gebirges und schaute hinab
auf das schne Land. Whrend seiner langen Abwesenheit hatte sich die
Welt sehr verndert.

Die Wlder waren nicht mehr so dicht, Straen liefen nach allen
Richtungen, nach den Drfern, die im Thale standen, und nach den
prchtigen Schlssern, die man ringsum auf den Hhen erblickte. Statt
einer Wste, wo Wolf und Br hausten, sah man jetzt wogende Kornfelder
und blhende Grten.

"Die Erde sieht nicht mehr aus wie ehemals!" rief der Berggeist
erstaunt. "Seitdem ich zuletzt hier oben war, hat sich alles sehr
verndert! Ich mu doch einmal in das Thal gehen, um das Thun und
Treiben der Menschen nher zu betrachten."

So sprechend, verwandelte sich der Berggeist in die Gestalt eines
Jnglings, und ging den Berg hinunter. Er beschaute Drfer und Felder,
und kam endlich in einen prchtigen Garten, wo er das Lachen frhlicher
Mdchen vernahm.

Der Berggeist versteckte sich hinter einen Busch, und bald sah
er mehrere muntere Jungfrauen, die auf dem schnen grnen Rasen
spielten. Eine dieser Jungfrauen war besonders reizend, und der Geist
betrachtete sie mit besonderer Freude.

Endlich seufzte er und flsterte:

"Ach, wie schn wre es doch, wenn ich ein so schnes Geschpf in
meinem unterirdischen Schlosse immer unter den Augen haben knnte. Nun,
warum sollte ich sie nicht entfhren?" fuhr der Geist leise fort. "Das
wre mir sehr leicht!"

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als er sich pltzlich in einen
Sturmwind verwandelte, die wunderschne Jungfrau ergriff und aus dem
Kreise ihrer Gespielinnen forttrug.

Im Nu befand er sich wieder in seinem unterirdischen Palaste, wo er das
Mdchen sanft auf ein Ruhebett legte.

Dort kniete er demtig zu ihren Fen nieder und harrte geduldig,
bis sie die schnen Augen langsam ffnete, denn sie war ohnmchtig
geworden, als der Berggeist sie so pltzlich umfangen hatte.

Endlich erwachte die schne Prinzessin Emma mit einem Seufzer aus ihrem
Schlafe und blickte verwundert umher. Sie sah die glnzenden Wnde des
Palastes, die mit Diamanten, Perlen, Rubinen, Saphiren und Amethysten
geschmckt waren, und zuletzt fiel ihr Blick auf den harrenden Jngling
zu ihren Fen. Als die blauen Augen endlich auf ihm ruhten, rief der
Geist:

"Schne Jungfrau, frchte dich nicht, du stehst unter meinem Schutze,
und Niemand soll dir jemals ein Leid zufgen."

"Wer bist du?" fragte Emma erstaunt.

"Ich bin der Beherrscher des Riesengebirges und du befindest dich in
meinem unterirdischen Palaste. Hier sollst du als Knigin herrschen."

Emma hrte diesen Worten schweigend zu, und als sie bemerkte, wie
demtig der Berggeist vor ihr kniete, frchtete sie sich gar nicht
mehr, und beschlo, gute Miene zum bsen Spiel zu machen, bis sie
Gelegenheit finden wrde, sich aus der Gewalt des Geistes zu befreien.

Ihr Schweigen beunruhigte den Berggeist, doch schlug er ihr vor, die
Schtze seines Reiches zu beschauen. Das gefiel der Jungfrau, und sie
begleitete den Geist durch alle Zimmer und Sle des Schlosses, und
bewunderte die aufgehuften Edelsteine und die glnzenden Metalle,
welche die Kobolde und Gnomen eifrig zu schmelzen beschftigt waren.

Eine Zeitlang fand Emma Vergngen daran, die Herrlichkeiten dieses
unterirdischen Reiches zu bewundern, aber endlich wurde ihr die Zeit
lang.

Als der Berggeist einmal in ihr Gemach trat, fand er sie in Thrnen. Er
blieb einen Augenblick still stehen, dann fiel er auf die Kniee vor der
weinenden Schnen, und rief verzweifelnd:

"Schne Jungfrau, was fehlt dir? Hat dich Jemand beleidigt? Hast du
einen Wunsch, so sollst du ihn erfllt sehen, und koste es mir die
Hlfte meines Reiches! Gebiete nur, ich stehe zu deinem Dienste bereit."

"Dann fhre mich wieder nach meines Vaters Schlo," erwiderte Emma,
"und gieb mich meinen Eltern und Gespielinnen zurck. Ich langweile
mich zu Tode hier in deinem unterirdischen Reiche, wo ich auer dir
keine menschliche Gesellschaft habe."

"Ist das der Grund deiner Thrnen?" rief der Berggeist aufspringend.
"Ich kann dir deine Eltern und deine Heimat nicht zurckgeben, denn ich
kann mich nicht mehr von dir trennen. Aber wenn du dich langweilst, und
dich nach der Gesellschaft deiner Gespielinnen sehnst, soll dein Wunsch
erfllt werden. Warte nur, ich bin gleich wieder da."

Der Geist ging hinaus auf das Feld, zog einen Korb voll Rben aus, und
brachte sie, nebst einem Zauberstbchen, der schnen Prinzessin.

"Sieh her!" rief er frhlich. "In diesem Korbe findest du alles, was du
begehrst."

Zuerst wurde die Jungfrau sehr zornig, aber der Geist erklrte ihr,
da sie die Rben nur mit dem Zauberstbchen anzurhren brauche,
einen Namen aussprechend, so wrden die Gemse sogleich in Menschen
verwandelt werden.

Der Prinzessin gefiel dieser Gedanke sehr, sie nahm das Zauberstbchen
zur Hand, und im Nu verschwanden die Rben und an ihrer Stelle
erblickte Emma ihre geliebte Freundin Brunhilde, alle ihre anderen
Gespielinnen und zuletzt sogar ihren Hund und ihre Katze.

Jetzt lachte Emma wieder frhlich, und das Leben im Berge war ihr viel
ertrglicher als zuvor. Nach einiger Zeit aber bemerkte die schne
junge Herrin, da ihre Gefhrtinnen ihre frischen Farben allmhlig
verloren, und da sie immer magerer und schwcher wurden. Emma
frchtete, da sie krank seien, aber sie versicherten alle, da sie
sich sehr wohl befnden.

Eines Tages aber, als die Prinzessin aus ihrem Gemache kam, sah sie,
da die Gestalten ihrer Freundinnen so hinfllig waren, da sie vor
Mitleid in Thrnen ausbrach.

Sie lief schnell zum Berggeist, dem sie die heftigsten Vorwrfe ber
seine Betrgerei machte. Der Berggeist hrte schweigend zu, aber als
die Prinzessin mit ihren Vorwrfen zu Ende war, sagte er sanft:

"Schne Prinzessin, ich kann es leider nicht verhindern, da die
Abbilder deiner Gefhrtinnen allmhlich sterben. Siehst du, es sind nur
Abbilder, und so lange noch Saft und Kraft in den Rben war, konnten
sie frisch und lebensvoll bleiben.

"Jetzt aber sind die Sfte vertrocknet und deine Gefhrtinnen knnen
nicht mehr lange leben. Doch warum solltest du deine schnen Augen
dehalb ausweinen. Verwandele sie nur mit deinem Zauberstbchen wieder
zu Rben, und wirf sie weg. Dann werde ich dir frische Rben bringen,
und du kannst sie nach Belieben in Menschen verwandeln."

Diese Worte ermunterten Emma sehr; sie kehrte in ihr Gemach zurck, und
sobald sie die welken Gestalten der Gefhrtinnen mit dem Zauberstbchen
berhrt, verschwanden sie, und es blieben nichts als vertrocknete Rben
auf dem Boden liegen.

Diese wurden ohne Zgern zum Fenster hinausgeworfen, und Emma wartete
nun mit Ungeduld auf den Geist, der ihr versprochen, frische Rben
herbeizuschaffen.

Endlich kam er und sagte verlegen, da er vergebens frische Rben
gesucht. Es waren keine mehr zu finden, denn der kalte Winter war
gekommen, und die Erde starrte in Eis und Schnee.

Als die Prinzessin diese Nachricht vernahm, wurde sie sehr zornig,
und machte dem Berggeiste so heftige Vorwrfe, da er ihr versprechen
mute, so schnell wie mglich frische Rben wachsen zu machen.

Der arme Berggeist hatte jetzt alle Hnde voll zu thun. Er rief die
Gnomen und Kobolde, hie sie Schnee und Eis von einem Felde wegrumen,
und groe Feuer darunter anznden, damit der Boden durchwrmt wrde.

Whrend die Kobolde und Gnomen diese Befehle ausfhrten, ging der
Berggeist selbst in der Gestalt eines Bauers in die nchste Stadt, wo
er einen groen Sack voll Rbensamen einkaufte.

Der Rbensamen wurde auf das Eis und Schnee befreiten Feld gest, und
da die Gnomen die unterirdischen Feuer Tag und Nacht aufschrten,
fingen die Rben bald an zu wachsen.

Emma wurde jeden Tag ungeduldiger, und als die ersten kleinen Rben
wuchsen, zog der Berggeist einige heraus, um sie der Prinzessin zu
zeigen. Emma sah sie etwas verchtlich an und rief:

"Ach! wenn es so langsam geht, werde ich vor Kummer und Einsamkeit
sterben mssen, ehe die Rben gro genug sind, um mir von Nutzen zu
sein."

"Nein," versicherte der Berggeist, "es wird nicht lange dauern und du
hast Rben die Flle. Da sind schon einige Kleine."

Er eilte wieder hinaus um die unterirdischen Feuer anzuschren.
Unterdessen blieb die Prinzessin in ihrem Gemache und dachte traurig
an ihren Verlobten, den Prinzen Ratibor. Sie htte ihm gar gerne einen
Boten geschickt, um ihm zu sagen, da sie in dem unterirdischen Palaste
gefangen sei, und da er schnell kommen solle, um sie zu befreien.

Als sie so nachsann und ihre Augen auf die winzigen Rben fielen, kam
ihr ein pltzlicher Gedanke. Sie holte den Zauberstab herbei, berhrte
eine Rbe, verwandelte sie in eine Biene und flsterte ihr zu:

"Fliege hin, kleine Biene, zu meinem Verlobten, und sage ihm, da Emma
von dem Gnomenknig gefangen ist. Fliege schnell, und wenn du in drei
Tagen nicht zurck bist, so werde ich glauben, da dich ein Unglck
getroffen hat."

Die Prinzessin ffnete das Fenster, die Biene flog fort, aber auf dem
Wege wurde sie von einer Schwalbe gesehen und gefressen.

Drei Tage spter nahm die Prinzessin eine andere kleine Rbe,
verwandelte sie in eine Grille, und schickte sie mit derselben
Botschaft an ihren Verlobten ab.

Die Grille wurde aber von einem langbeinigen Storche gesehen und
verschlungen. Als Emma zuletzt eine Rbe in die Gestalt einer
geschwtzigen Elster verwandelte, rief sie ihr zu:

"Sage meinem Verlobten, er solle am dritten Tage, von heute an, mit
schnellen Pferden meiner harren an der Waldecke am Fue des Gebirges,
wo er mich zum ersten Male erblickte. Dorthin wrde ich kommen, um mit
ihm zu fliehen."

Die Elster flog schnell auf und davon, erreichte glcklich das Schlo
des Prinzen Ratibor, fand ihn in seinem Garten, und teilte ihm die
Botschaft der Prinzessin mit.

Voll Entzcken versprach der Prinz, die Prinzessin am dritten Tage am
Fue des Berges zu erwarten. Die geschwtzige Elster flog pfeilschnell
davon, um der Prinzessin diese Botschaft zu bringen.

Unterdessen waren die Rben mit merkwrdiger Schnelle gewachsen, und
der Berggeist kam jetzt, um der Prinzessin zu sagen, da sie bald Rben
die Flle haben sollte.

Die Prinzessin schien so freundlich, da er Mut bekam, in sie zu
dringen, ihm ihre schne Hand zu reichen und seine Gemahlin zu werden.

Die Prinzessin lchelte, errtete und sagte endlich sehr gtig:

"Du hast mir schon so viele Beweise deiner Ergebenheit gegeben, da ich
mir nur noch einen einzigen fordere, ehe ich deine Gemahlin werde."

Der entzckte Berggeist rief schnell:

"Sprich, schne Prinzessin! Ich will dir so viele Beweise meiner Liebe
geben, als du fordern wirst!"

"Nun, so zhle einmal die Rben, welche du fr mich gest hast, und
wenn du mir ihre Anzahl genau sagen kannst, so will ich deine Frau
werden."

Der Geist eilte fort, um sogleich die Zhlung zu beginnen, und whrend
er so beschftigt war, stieg Emma den Berg hinunter zu ihrem harrenden
Verlobten.

Der ahnungslose Geist zhlte eifrig, bis er ans Ende kam. Eben wollte
er zur Prinzessin eilen, um ihr die Zahl anzugeben, als es ihm
pltzlich einfiel, da er sich wohl um eine oder zwei verzhlt haben
knnte.

Darum zhlte er die Rben noch einmal, und als er fertig war, fand er
drei Rben mehr als das erste Mal.

"Ich mu mich wirklich geirrt haben," sagte er. "Nun will ich sie noch
einmal zhlen, damit ich die richtige Zahl finde."

Es war sehr langweilig. Am Ende wurde er aber doch fertig mit dem
Zhlen, und der Berggeist rannte jetzt in seinen Palast, um der
Prinzessin zu melden, da er Wort gehalten, und nun ihre Hand fordern
drfe.

Die Prinzessin war aber nirgends zu finden. Sie war weder im Garten,
noch in der Schatzkammer, noch in ihren Gemchern. Der Geist suchte
vergebens berall. Endlich fing er an zu frchten, da die Prinzessin
entflohen sei.

Er stieg schnell auf die hchste Kuppe des Gebirges, und da sah er
mit Entrstung, wie sie mit ihrem Verlobten auf raschen Pferden davon
jagte, und schon ber die Grenze seines Reiches geflohen war.

Der Geist war so zornig, da er in sein unterirdisches Schlo
zurckkehrte, und sich lange nicht mehr auf der Oberflche der Erde
blicken lie. Seit er von der Prinzessin so fein berlistet worden,
whrend er fr sie Rben zhlte, nennen ihn die Menschen Rbezahl.




Kleine Gedichte.


1. Der Schtz.

    Mit dem Pfeil, dem Bogen,
    Durch Gebirg und Thal
    Kommt der Schtz gezogen
    Frh am Morgenstrahl.

    Wie im Reich der Lfte
    Knig ist der Weih, --
    Durch Gebirg und Klfte
    Herrscht der Schtze frei.

    Ihm gehrt das Weite,
    Was sein Pfeil erreicht,
    Das ist seine Beute,
    Was da kreucht und fleucht.

                    Schiller.


2. Barbarossa.

    Der alte Barbarossa,
    Der Kaiser Friederich,
    Im unterird'schen Schlosse
    Hlt er verzaubert sich.

    Er ist niemals gestorben,
    Er lebt darin noch jetzt!
    Er hat im Schlo verborgen
    Zum Schlaf sich hingesetzt.

    Er hat hinabgenommen
    Des Reiches Herrlichkeit
    Und wird einst wiederkommen
    Mit ihr zu seiner Zeit.

    Der Stuhl ist elfenbeinern,
    Darauf der Kaiser sitzt;
    Der Tisch ist marmelsteinern,
    Worauf sein Haupt er sttzt.

    Sein Bart ist nicht von Flachse,
    Er ist von Feuersglut,
    Ist durch den Tisch gewachsen,
    Worauf sein Kinn ausruht.

    Er nickt als wie im Traume,
    Sein Aug' halb offen zwinkt;
    Und je nach langem Raume
    Er einem Knaben winkt.

    Er spricht im Schlaf zum Knaben:
    "Geh hin vors Schlo, o Zwerg,
    Und sieh, ob noch die Raben
    Herfliegen um den Berg.

    Und wenn die alten Raben
    Noch fliegen immerdar,
    So mu ich auch noch schlafen
    Verzaubert hundert Jahr."

                        Rckert.


3. Des Knaben Berglied.

    Ich bin vom Berg der Hirtenknab',
    Seh' auf die Schlsser all' herab;
    Die Sonne strahlt am ersten hier,
    Am lngsten weilet sie bei mir:
    Ich bin der Knab' vom Berge!

    Hier ist des Stromes Mutterhaus,
    Ich trink' ihn frisch vom Stein heraus;
    Er braust vom Fels in wildem Lauf,
    Ich fang' ihn mit den Armen auf:
    Ich bin der Knab' vom Berge!

    Der Berg, der ist mein Eigentum,
    Da ziehn die Strme rings herum;
    Und heulen sie von Nord und Sd,
    So berschallt sie doch mein Lied:
    Ich bin der Knab' vom Berge!

    Sind Blitz und Donner unter mir,
    So steh' ich hoch im Blauen hier;
    Ich kenne sie und rufe zu:
    Lat meines Vaters Haus in Ruh!
    Ich bin der Knab' vom Berge!

    Und wann die Sturmglock' einst erschallt,
    Manch Feuer auf den Bergen wallt,
    Dann steig' ich nieder, tret' ins Glied
    Und schwing' mein Schwert und sing mein Lied:
    Ich bin der Knab' vom Berge!

                        Uhland.


4. Morgenlied.

    Die Sterne sind erblichen
    Mit ihrem gldnen Schein;
    Bald ist die Nacht entwichen,
    Der Morgen dringt herein.

    Noch waltet tiefes Schweigen
    Im Thal und berall,
    Auf frisch betauten Zweigen
    Singt nur die Nachtigall.

    Sie singet Lob und Ehre
    Dem hohen Herrn der Welt,
    Der ber Land und Meere
    Die Hand des Segens hlt.

    Er hat die Nacht vertrieben:
    Ihr Kindlein frchtet nichts!
    Stets kommt zu seinen Lieben
    Der Vater alles Lichts.

                        Hoffmann v. Fallersleben.


5. Herbstlied.

    Bunt sind schon die Wlder,
    Gelb die Stoppelfelder,
    Und der Herbst beginnt.
    Rote Bltter fallen,
    Graue Nebel wallen,
    Khler weht der Wind.

    Wie die volle Traube
    Aus dem Rebenlaube
    Purpurfarbig strahlt!
    Am Gelnder reifen
    Pfirsiche mit Streifen
    Rot und wei bemalt.

    Sieh, wie hier die Dirne
    Emsig Pflaum' und Birne
    In ihr Krbchen legt!
    Dort mit leichten Schritten
    Jene goldne Quitten
    In den Landhof trgt!

    Flinke Trger springen,
    Und die Mdchen singen,
    Alles jubelt froh!
    Bunte Bnder schweben
    Zwischen hohen Reben
    Auf dem Hut von Stroh.

    Geige tnt und Flte
    Bei der Abendrte
    Und im Mondenglanz;
    Junge Winzerinnen
    Winken und beginnen
    Deutschen Ringeltanz.

                        von Salis.


6. Sprche.

    Gott gre dich! -- Kein andrer Gru
    Gleicht dem an Innigkeit.
    Gott gre dich! -- Kein andrer Gru
    Pat so zu jeder Zeit.

    Gott gre dich! -- Wenn dieser Gru
    So recht von Herzen geht,
    Gilt bei dem lieben Gott der Gru
    So viel wie ein Gebet.

                        J. Sturm.

    Wozu ist Geld doch gut?
    Wer's nicht hat, hat nicht Mut,
    Wer's hat, hat Sorglichkeit,
    Wer's hat gehabt, hat Leid.

                        von Logau.

    Der Schneeball und das bse Wort,
    Sie wachsen, wie sie rollen fort;
    Eine Handvoll wirf zum Thor hinaus:
    Ein Berg wird's vor des Nachbars Haus.

                        W. Mller.


7. Reiters Morgengesang.

      Morgenrot,
    Leuchtest mir zum frhen Tod?
    Bald wird die Trompete blasen;
    Dann mu ich mein Leben lassen,
    Ich und mancher Kamerad.

      Kaum gedacht,
    Wird der Lust ein End' gemacht;
    Gestern noch auf stolzen Rossen,
    Heute durch die Brust geschossen,
    Morgen in das khle Grab.

      Ach, wie bald
    Schwindet Schnheit und Gestalt;
    Thust du stolz mit deinen Wangen,
    Die wie Milch und Purpur prangen?
    Ach die Rosen welken all!

      Darum still
    Fg' ich mich, wie Gott es will.
    Nun so will ich wacker streiten;
    Und sollt' ich den Tod erleiden,
    Stirbt ein braver Reitersmann.

                        Fr. Hauff.


8. Mein Vaterland.

    Treue Liebe bis zum Grabe
    Schwr' ich dir mit Herz und Hand;
    Was ich bin und was ich habe,
    Dank' ich dir, mein Vaterland.

    Nicht in Worten nur und Liedern
    Ist mein Herz zum Dank bereit;
    Mit der That will ich's erwidern
    Dir in Not, in Kampf und Streit.

    In der Freude wie im Leide
    Ruf' ich's Freund und Feinden zu:
    Ewig sind vereint wir beide,
    Und mein Trost, mein Glck bist du.

    Treue Liebe bis zum Grabe
    Schwr' ich dir mit Herz und Hand;
    Was ich bin und was ich habe,
    Dank' ich dir, mein Vaterland.

                        Hoffmann v. Fallersleben.


9. Sprche.

    Der Rose ser Duft gengt,
    Man braucht sie nicht zu brechen;
    Und wer sich mit dem Duft begngt,
    Den wird der Dorn nicht stechen.

                        F. Bodenstedt.

    Sorgen sind meist von der Nesseln Art:
    Sie brennen, rhrst du sie zu zart;
    Fasse sie nur an herzhaft,
    So ist der Griff nicht schmerzhaft.

                        E. Geibel.

      Der ist kein khner Reiter,
      Wer nie den Sand gekt;
      Der ist kein wackrer Streiter,
      Wer ohne Wunden ist.

    Und hat die Welt dir weh gethan,
    So greif sie frisch von neuem an,
    Bis du, trotz Sturz und Wunden,
    Im Kampf sie berwunden.

                        J. Sturm.

    Am Abend wird man klug
    Fr den vergangenen Tag,
    Doch niemals klug genug
    Fr den, der kommen mag.

                        Rckert.


10. Muttersprache.

    Muttersprache, Mutterlaut!
    Wie so wonnesam, so traut!
    Erstes Wort, das mir erschallet,
    Ses, erstes Liebeswort,
    Erster Ton, den ich gelallet,
    Klingest ewig in mir fort.

    Ach, wie trb ist meinem Sinn,
    Wenn ich in der Fremde bin,
    Wenn ich fremde Zungen ben,
    Fremde Worte brauchen mu,
    Die ich nimmermehr kann lieben,
    Die nicht klingen als ein Gru!

    Sprache, schn und wunderbar,
    Ach, wie klingest du so klar!
    Will noch tiefer mich vertiefen
    In den Reichtum, in die Pracht;
    Ist mir's doch, als ob mich riefen
    Vter aus des Grabes Nacht.

    Klinge, klinge fort und fort,
    Heldensprache, Liebeswort,
    Steig empor aus tiefen Grften,
    Lngst verschollnes, altes Lied,
    Leb auf's neu' in heil'gen Schriften,
    Da dir jedes Herz erglht!

    berall weht Gotteshauch,
    Heilig ist wohl mancher Brauch;
    Aber soll ich beten, danken,
    Geb' ich meine Liebe kund,
    Meine seligsten Gedanken:
    Sprech' ich wie der Mutter Mund.

                        von Schenkendorf.


11. Sprche.

    Was verkrzt mir die Zeit?
    Thtigkeit.
    Was macht sie unertrglich lang?
    Miggang.
    Was bringt in Schulden?
    Harren und Dulden.
    Was macht gewinnen?
    Nicht lange besinnen.
    Was bringt zu Ehren?
    Sich wehren.

                        Goethe.

    Prahl' nicht heute: Morgen will
    Dieses oder das ich thun.
    Schweige doch bis morgen still,
    Sage dann: das that ich nun.

                        Rckert.


12. Meeresstille.

    Tiefe Stille herrscht im Wasser,
    Ohne Regung ruht das Meer,
    Und bekmmert sieht der Schiffer
    Glatte Flche rings umher.
    Keine Luft von keiner Seite!
    Todesstille frchterlich!
    In der ungeheuern Weite
    Reget keine Welle sich.

                        Goethe.


13. Die Teilung der Erde.

    "Nehmt hin die Welt!" rief Zeus von seinen Hhen
    Den Menschen zu; "nehmt, sie soll euer sein.
    Euch schenk' ich sie zum Erb' und ew'gen Lehen;
    Doch teilt euch brderlich darein."

    Da eilt, was Hnde hat, sich einzurichten;
    Es regte sich geschftig jung und alt.
    Der Ackermann griff nach des Feldes Frchten,
    Der Junker birschte durch den Wald.

    Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,
    Der Abt whlt sich den edlen Firnewein,
    Der Knig sperrt die Brcken und die Straen
    Und sprach: "Der Zehente ist mein."

    Ganz spt, nachdem die Teilung lngst geschehen,
    Naht der Poet, er kam aus weiter Fern';
    Ach, da war berall nichts mehr zu sehen,
    Und alles hatte seinen Herrn!

    "Weh mir! So soll denn ich allein von allen
    Vergessen sein, ich, dein getreuster Sohn?"
    So lie er laut der Klage Ruf erschallen
    Und warf sich hin vor Jovis Thron.

    "Wenn du im Land der Trume dich verweilet,"
    Versetzt der Gott, "so hadre nicht mit mir.
    Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?"
    "Ich war," sprach der Poet, "bei dir.

    Mein Auge hing an deinem Angesichte,
    An deines Himmels Harmonie mein Ohr;
    Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte
    Berauscht, das Irdische verlor!"

    "Was thun?" spricht Zeus: "die Welt ist weggegeben,
    Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein;
    Willst du in meinem Himmel mit mir leben,
    So oft du kommst, er soll dir offen sein."

                        Schiller.


14. Ein Gleichnis.

    Jngst pflckt' ich einen Wiesenstrau,
    Trug ihn gedankenvoll nach Haus;
    Da hatten, von der warmen Hand,
    Die Kronen sich alle zur Erde gewandt.
    Ich setzte sie in frisches Glas,
    Und welch ein Wunder war mir das!
    Die Kpfchen hoben sich empor,
    Die Bltterstengel im grnen Flor,
    Und allzusammen so gesund,
    Als stnden sie noch auf Muttergrund.

    So war mir's, als ich wundersam
    Mein Lied in fremder Sprache vernahm.

                        Goethe.


15. Die zwei Tugendwege.

    Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend emporstrebt;
    Schliet sich der eine dir zu, thut sich der andre dir auf:
    Handelnd erringt der Glckliche sie, der Leidende duldend.
    Wohl ihm, den sein Geschick liebend auf beiden gefhrt!

                        Schiller.




VOCABULARY.


A

=Abbild=, _n._, _pl._ -er, copy, effigy.

=abbrechen=, _imp._ brach ab, _p.p._ abgebrochen, to break off, to
interrupt.

=Abend=, _m._ -es, _pl._ -e, evening, eventide; heut' --, this evening.

=Abendessen=, _n._ supper.

=Abendgebet=, _n._ evening prayer.

=Abendrte=, _f._ evening red, nightfall.

=abends=, in the evening, evenings.

=Abenteuer=, _n._ -s, _pl._ -, adventure.

=aber=, but, though.

=abgebrochen=, _see_ abbrechen.

=abgefertigt=, disposed of, finished.

=abgenommen=, _see_ abnehmen.

=abfertigen=, to finish, to dispose of.

=Abgrund=, _m._ abyss, precipice.

=Abhang=, _m._ precipice.

=abkrzen=, to shorten, to curtail.

=ablegen=, to lay aside, take off.

=ablehnen=, _imp._ lehnte ab, _p.p._ abgelehnt, to refuse.

=abliefern=, to deliver.

=abnehmen=, _imp._ nahm ab, _p.p._ abgenommen, to take off.

=abreisen=, _imp._ reiste ab, _p.p._ abgereist, to travel off.

=abschicken=, to send away.

=abstatten=, to make, to pay.

=Abt=, _m._ abbot.

=abtreten=, to cede, to give up.

=abwarten=, to wait for.

=abwenden=, to turn aside.

=abwesend=, absent, away.

=Abwesenheit=, _f._ absence.

=abzeichnen=, to copy, to draw.

=abzustatten=, _see_ abstatten.

=ach=, ah, oh.

=Acht=, _f._ heed; sich in -- nehmen, to take care.

=acht=, eight.

=achten=, to regard, to heed, to pay attention.

=Ackermann=, _m._ farmer.

=Adalbert=, proper name.

=adressieren=, to address.

=Advokat=, _m._ lawyer; Herr --, Mr. Lawyer.

=hnlich=, like, resembling; der du sehr -- bist, whom you resemble
closely.

=ahnungslos=, unsuspecting.

=All=, =Aller=, =Alle=, =Alles=, all, everything; dies alles, all this.

=allein=, alone, only.

=allerliebsten=, best of all, dearest.

=allerwegen=, in all ways, at all times.

=allgemein=, general.

=allmhlig=, little by little.

=allzusammen=, all together.

=Almosen=, _n._ alms.

=als=, as, when, while.

=alsdann=, and then, then too.

=alt=, old.

=Alten=, old people.

=Alter=, _n._ -s, age.

=lter=, elder.

=lteste=, eldest.

=Amethyst=, _m._, _pl._ -e, amethyst.

=Amt=, _n._ -es, _pl._ mter, office; zu diesem --, for this office or
purpose.

=an=, by, on, in, at, to, of, with.

=andchtig=, devoutly.

=Andenken=, _n._ -s, remembrance, keepsake.

=andere=, other, other one.

=Anekdote=, _f._, _pl._ -n, anecdote.

=anfangen=, _imp._ fing an, _p.p._ angefangen, to begin.

=angeben=, to give, to tell.

=angebetete=, idolized.

=angegriffen=, _see_ angreifen.

=angehren=, _imp._ gehrte an, _p.p._ angehrt, to belong to.

=angekettet=, chained.

=angekommen=, _see_ ankommen.

=Angesicht=, _n._ countenance.

=angestrengt=, hard, sustained.

=angethan=, _see_ anthun.

=angezogen=, _see_ anziehen.

=angreifen=, to attack, to exhaust, to weaken.

=Angst=, _f._, _pl._ ngste, anxiety, fear.

=ngstlich=, anxiously, timidly.

=anhaben=, to wear, to have on.

=anhalten=, _imp._ hielt an, _p.p._ angehalten, to stop, to hold up, to
rein in.

=ankam=, _see_ ankommen.

=ankommen=, _imp._ kam an, _p.p._ angekommen, to arrive.

=anlangen=, to arrive, to reach.

=anmachen=, _imp._ machte an, _p.p._ angemacht, to make, to light, to
kindle.

=annahm=, _see_ annehmen.

=annehmen=, _imp._ nahm an, _p.p._ angenommen, to accept, to take; 83,
5, I will take charge of her.

=anreden=, to address, to speak to.

=anrhren=, to touch.

=ans= = an das, by the, from the.

=ansahen=, _see_ ansehen.

=anschauen=, _imp._ schaute an, _p.p._ angeschaut, to gaze at.

=anschren=, to poke, to excite.

=ansehen=, _imp._ sah an, _p.p._ angesehen, to look at, to gaze at, to
consider, to view.

=ansehend=, gazing at, viewing.

=anspannen=, to harness.

=ansprechen=, to bespeak, to speak to.

=Anspruch=, _m._, _pl._ Ansprche, claim.

=anstatt=, instead of.

=anstrengen=, sich --, to strive.

=anstrengend=, fatiguing.

=anstimmen=, to intone, to begin singing.

=antragen=, _imp._ trug an, _p.p._ angetragen, to propose.

=anthun=, to do, to perpetrate.

=Antwort=, _f._, _pl._ -en, answer, reply.

=antworten=, to answer, to reply.

=anvertrauen=, to confide, to entrust.

=anvertraut=, entrusted.

=anwesend=, present.

=Anzahl=, _f._ number.

=anziehen=, _imp._ zog an, _p.p._ angezogen, to dress, to put on.

=Anzug=, _m._ dress, attire.

=anzugeben=, _see_ angeben.

=anznden=, _imp._ zndete an, _p.p._ angezndet, to light.

=anzunehmen=, _see_ annehmen.

=anzuschren=, _see_ anschren.

=Arbeit=, _f._, _pl._ -en, work.

=arbeiten=, to work.

=arbeitend=, working.

=arbeitsam=, industrious.

=Arbeitsamkeit=, _f._ industry.

=rgerlich=, irritable, -ly, wrathfully.

=arm=, poor.

=Arm=, _m._ -es, _pl._ -e, arm.

=Armee=, _f._, _pl._ -n, army.

=Armen=, die --, the poor.

=rmlich=, poor, poverty-stricken.

=Art=, _f._ kind, species.

=artig=, good, obedient, nice.

=Arzt=, _m._ -es, _pl._ rzte, doctor.

=a=, =aen=, _see_ essen.

=Ast=, _m._, _pl._ ste, branch.

=atemlos=, breathless.

=Atlaskleid=, _n._ satin dress.

=auch=, also, too.

=auf=, on, upon, up, in, to; -- und davon, up and away, gone; aufs
neue, anew.

=aufblicken=, _imp._ blickte auf, _p.p._ aufgeblickt, to glance up.

=Aufbrechen=, _n._ departure.

=aufbrechen=, to depart.

=auffangen=, _imp._ fing auf, _p.p._ aufgefangen, to catch up.

=auffliegen=, _imp._ flog auf, _p.p._ aufgeflogen, to fly open or up.

=aufgegangen=, _see_ aufgehen.

=aufgehuften=, piled up.

=aufgehen=, _imp._ ging auf, _p.p._ aufgegangen, to rise, to go up.

=aufgenommen=, _see_ aufnehmen.

=aufgerissen=, _see_ aufreien.

=aufging=, _see_ aufgehen.

=aufhalten=, _imp._ hielt auf, _p.p._ aufgehalten, to stop, to tarry,
to pause.

=aufheben=, _imp._ hob auf, _p.p._ aufgehoben, to lift up, to keep, to
take care of.

=aufheitern=, _imp._ heiterte auf, _p.p._ aufgeheitert, to clear up, to
cheer up.

=aufhielt=, _see_ aufhalten.

=aufhren=, _imp._ hrte auf, _p.p._ aufgehrt, to cease.

=aufmachen=, _imp._ machte auf, _p.p._ aufgemacht, to open.

=aufmerksam=, attentive.

=aufnhme=, _see_ aufnehmen.

=aufnahmen=, _see_ aufnehmen.

=aufnehmen=, _imp._ nahm auf, _p.p._ aufgenommen, to take up, to adopt,
to receive.

=Aufopferung=, _f._ self-sacrifice, devotion.

=aufpassen=, _imp._ pate auf, _p.p._ aufgepat, to pay attention.

=aufreien=, to burst open.

=aufschren=, _imp._ schrte auf, _p.p._ aufgeschrt, to poke up.

=Aufsicht=, _f._ inspection, surveillance.

=aufspringen=, _imp._ sprang auf, _p.p._ aufgesprungen, to jump up.

=aufspringend=, jumping up.

=aufstand=, _see_ aufstehen.

=aufstehen=, _imp._ stand auf, _p.p._ aufgestanden, to stand up, to
rise.

=aufsteigen=, to climb up.

=aufsuchen=, _imp._ suchte auf, _p.p._ aufgesucht, to hunt up, to look
up, to visit.

=aufthun=, to open.

=aufwachen=, _imp._ wachte auf, _p.p._ aufgewacht, to wake up.

=aufwrts=, upwards.

=aufwecken=, _imp._ weckte auf, _p.p._ aufgeweckt, to awaken.

=aufzunehmen=, _see_ aufnehmen.

=aufzusuchen=, _see_ aufsuchen.

=Auge=, _n._ -s, _pl._ -n, eye; aus den Augen lassen, to lose sight of;
unter vier Augen, private conversation.

=Augenblick=, _m._, _pl._ -e, moment, instant; auf --e, for a moment,
at a time.

=augenblicklich=, instantaneously, in a moment.

=augenscheinlich=, apparently.

=August=, Augustus.

=aus=, of, out, from.

=ausbessern=, _imp._ besserte aus, _p.p._ ausgebessert, to mend.

=ausbrach=, _see_ ausbrechen.

=ausbrechen=, _imp._ brach aus, _p.p._ ausgebrochen, to break out, to
burst into.

=ausdehnen=, _imp._ dehnte aus, _p.p._ ausgedehnt, to spread out.

=ausfhren=, _imp._ fhrte aus, _p.p._ ausgefhrt, to carry out.

=ausfhrlich=, in detail, amply.

=ausgedehnt=, _see_ ausdehnen.

=ausgegangen=, _see_ ausgehen.

=ausgehen=, _imp._ ging aus, _p.p._ ausgegangen, to go out.

=ausgelacht=, _see_ auslachen.

=ausgezogen=, _see_ ausziehen.

=aushalten=, _imp._ hielt aus, _p.p._ ausgehalten, to endure, to stand,
to hold out.

=auslachen=, _imp._ lachte aus, _p.p._ ausgelacht, to make fun of, to
mock.

=Auslande=, im --, abroad.

=ausleeren=, to empty.

=ausliefern=, to deliver, to give up.

=ausreien=, _imp._ ri aus, _p.p._ ausgerissen, to pull out.

=ausrief=, _see_ ausrufen.

=ausrufen=, _imp._ rief aus, _p.p._ ausgerufen, to exclaim.

=ausruhen=, _imp._ ruhte aus, _p.p._ ausgeruht, to rest.

=aussahen=, _see_ aussehen.

=ausschicken=, _imp._ schickte aus, _p.p._ ausgeschickt, to send out.

=ausschlagen=, _imp._ schlug aus, _p.p._ ausgeschlagen, to refuse, to
reject.

=ausschreiben=, _imp._ schrieb aus, _p.p._ ausgeschrieben, to write
out, to draw up; -- lassen, to have drawn up.

=ausschtteln=, to shake out.

=aussehen=, _imp._ sah aus, _p.p._ ausgesehen, to appear, to seem.

=aussieht=, _see_ aussehen.

=aussprechen=, _imp._ sprach aus, _p.p._ ausgesprochen, to express, to
speak out.

=aussprechend=, expressing.

=ausstrecken=, _imp._ streckte aus, _p.p._ ausgestreckt, to stretch out.

=austeilen=, to deal out, to give, to apportion.

=auswhlen=, _imp._ whlte aus, _p.p._ ausgewhlt, to choose.

=Ausweg=, _m._ way out, means.

=ausweinen=, to cry one's eyes out.

=auer=, out, besides, except.

=uere=, outward, outer.

=auerordentlich=, extraordinary.

=ausziehen=, to take off, to set out, to move out, to pull up.

=auszuhalten=, _see_ aushalten.

=auszuliefern=, _see_ ausliefern.

=auszuruhen=, _see_ ausruhen.


B

=Bach=, _m._ -es, _pl._ Bche, brook.

=bahnen=, to beat a path, to break a path.

=bald=, soon.

=Band=, _n._, _pl._ Bnder, ribbon.

=band=, _see_ binden.

=Bande=, _f._ gang, band.

=Bann=, _m._ -es, spell.

=Br=, _m._, _pl._ -en, bear.

=Barbarossa=, Frederick the Red-Beard, emperor of Germany.

=barfu=, barefoot.

=barfig=, bare-footed.

=Bart=, _m._ -es, _pl._ Brte, beard.

=bat=, =baten=, _see_ bitten.

=Bauer=, _m._ -s, _pl._ -n, peasant, farmer.

=Buerin=, _f._ peasant woman or girl.

=Bauernhaus=, _n._ farmhouse.

=Bauernkleid=, _n._ peasant-dress.

=Bauernmdchen=, _n._ peasant-girl.

=Baum=, _m._ -es, _pl._ Bume, tree.

=Baumstamm=, _m._ tree-trunk.

=beantworten=, to answer.

=bedarfst=, needest; _see_ bedrfen.

=bedauern=, to regret, to pity.

=bedecken=, to deck, to cover.

=bedeuten=, to mean.

=bedienen=, to serve.

=Bediente=, _m._, _pl._ -n, servant.

=bedrohen=, to threaten.

=bedrfen=, to need, to require.

=beendigen=, to end.

=befahl=, _see_ befehlen.

=befand=, _see_ befinden.

=Befehl=, _m._ -es, _pl._ -e, order, command.

=befehlen=, _imp._ befahl, _p.p._ befohlen, to order, to command.

=befestigen=, to fasten.

=befiehlt=, _see_ befehlen.

=befinden=, _imp._ befand, _p.p._ befunden, to find, to be.

=befohlen=, _see_ befehlen.

=befragen=, to question, to ask.

=befreien=, to free, to set at liberty.

=befriedigen=, to consent, to please.

=befriedigt=, pleased.

=begab=, _see_ begeben.

=begabt=, gifted, talented.

=begeben=, sich, _imp._ begab, _p.p._ begeben, to betake one's self.

=begegnen=, to meet.

=Begegnung=, _f._ meeting.

=begehren=, to wish, to long for.

=beginnen=, _imp._ begann, _p.p._ begonnen, to begin.

=begleiten=, to accompany, to escort.

=begngen=, to be satisfied.

=begraben=, to bury.

=Begrbnis=, _n._ -sses, _pl._ -sse, burial.

=begren=, to greet.

=behaglich=, comfortable, agreeably.

=behalten=, _imp._ behielt, _p.p._ behalten, to keep.

=behaupten=, to assert, to think.

=Beherrscher=, _m._ ruler.

=behten=, to preserve; to watch; behte Gott, God preserve us.

=bei=, with, by, near, about, on, in, to; -- sich selbst, to one's self.

=beide=, both; die Beiden, both of them, both of us.

=Beifall=, _m._ -s, applause.

=beifgen=, _imp._ fgte bei, _p.p._ beigefgt, added.

=beim= = bei dem.

=Bein=, _n._, _pl._ -e, leg.

=beinahe=, nearly, almost.

=Beispiel=, _n._ example.

=Beistand=, _m._ assistance.

=beistehen=, to assist.

=beiwohnen=, _imp._ wohnte bei, _p.p._ beigewohnt, to attend.

=bekam=, =bekamen=, _see_ bekommen.

=bekannt=, known.

=Bekanntschaft=, _f._ acquaintance.

=bekommen=, _imp._ bekam, _p.p._ bekommen, to get, to receive, to
become.

=bekmmern=, to worry, to trouble.

=belaubten=, foliaged.

=beleidigen=, to offend.

=belieben=, to like; nach --, as you please.

=belohnen=, to reward.

=Belohnung=, _f._ reward.

=bemalt=, painted.

=bemerken=, to notice.

=bemoosten=, mossy.

=Benehmen=, _n._ carriage, behavior.

=beobachtend=, observing.

=berauben=, to rob.

=berauschen=, to daze, to intoxicate.

=bereit=, ready.

=bereuen=, to regret, to rue.

=Berg=, _m._ -es, _pl._ -e, mountain, hill.

=Bergbewohner=, _m._ mountaineer.

=Berggeist=, _m._ mountain spirit.

=Berglied=, _n._ mountain song.

=Bergluft=, _f._ mountain air.

=Bergpartei=, _f._ mountain excursion.

=Bernhardt=, Bernard.

=berhmt=, renowned, noted.

=berhren=, to touch, to move.

=besa=, =besaen=, _see_ besitzen.

=beschftigt=, busy, occupied.

=beschauen=, to view.

=beschlieen=, _imp._ beschlo, _p.p._ beschlossen, to determine.

=beschlo=, _see_ beschlieen.

=beschuldigen=, to accuse.

=beschtzen=, to protect.

=Beschtzer=, _m._ protector.

=besiegen=, to conquer.

=besinnen=, sich, to remember, to think over.

=besinnungslos=, unconscious.

=Besitz=, _m._ possession; in -- nehmen, to take possession of.

=besitzen=, _imp._ besa, _p.p._ besessen, to own, to possess.

=besondere=, special.

=besonders=, specially.

=besorgen=, to take care of, to look after, to see to, to tend.

=besprach=, _see_ besprechen.

=besprechen=, _imp._ besprach, _p.p._ besprochen, to talk over, to
bespeak.

=besser=, better.

=Besseres=, better.

=bestand=, _see_ bestehen.

=bestehen=, _imp._ bestand, _p.p._ bestanden, to form, to compose, to
consist.

=bestehend=, composed of.

=besten=, best; am --, best of all, in the best way.

=besteigen=, _imp._ bestieg, _p.p._ bestiegen, to mount, to bestride,
to climb.

=bestellen=, to deliver, to order.

=bestieg=, _see_ besteigen.

=bestimmen=, to appoint for, to destine to, to agree upon, to arrange
for.

=bestimmt=, positively.

=bestimmten=, agreed upon.

=bestrafen=, to punish.

=bestreuen=, to strew.

=Besuch=, _m._ -es, _pl._ -e, visit, call.

=besuchen=, to visit.

=betauen=, to cover with dew.

=beten=, to pray.

=betrachten=, to observe.

=betroffen=, amazed, struck.

=betrben=, to sadden.

=Betrug=, _m._ cheating, treason.

=Betrgerei=, _f._ treachery.

=Bett=, _n._ -es, _pl._ -en, bed.

=Bettler=, _m._ beggar.

=beunruhigt=, troubled, made uneasy.

=Beute=, _f._ booty, prey; zu -- fallen, to be a prey to.

=bewachen=, to guard, to watch.

=bewaffneten=, armed.

=bewahren=, to preserve.

=bewegen=, to move.

=bewegte=, induced, moved.

=Beweis=, _m._, _pl._ -e, token, proof.

=bewilligen=, to consent, to grant.

=bewundern=, to admire.

=bewundernd=, admiring, -ly.

=Bewunderung=, _f._ admiration.

=bezahlen=, to pay.

=bezeichnen=, to point out.

=bezeichnete=, designated.

=bezeugen=, to testify.

=biegen=, _imp._ bog, _p.p._ gebogen, to bend.

=Biene=, _f._, _pl._ -n, bee.

=Bier=, _n._ beer.

=Bild=, _n._ -es, _pl._ -er, picture.

=bilden=, to form.

=bin=, am; _see_ sein.

=binden=, _imp._ band, _p.p._ gebunden, to bind.

=binnen=, within.

=Birnbaum=, _m._ pear-tree.

=Birne=, _f._ pear.

=birschen=, to hunt deer.

=bis=, till, until.

=Bischen=, _n._ little, trifle.

=bisher=, until now, until then.

=bist=, art; _see_ sein.

=bisweilen=, at times.

=Bitte=, _f._, _pl._ -n, entreaty, prayer.

=bitten=, _imp._ bat, _p.p._ gebeten, to beg.

=bittend=, imploring, imploringly.

=bitterkalt=, bitterly cold.

=bitterlich=, bitterly.

=blasen=, _imp._ blies, _p.p._ geblasen, to blow.

=blasse=, pale.

=bla=, pale.

=Blatt=, _n._, _pl._ Bltter, leaf, sheet.

=Bltterstengel=, leaf-stems.

=blau=, blue.

=blauugige=, blue-eyed.

=Blauen=, _n._ im --, in the blue, in a clear sky.

=bleiben=, _imp._ blieb, _p.p._ geblieben, to stay, to remain.

=blendend=, dazzling.

=blicken=, to glance, to see.

=blickte ... auf=, _see_ aufblicken.

=blickte ... umher=, _see_ umherblicken.

=blieb=, _see_ bleiben.

=blind=, blind.

=Blitz=, _m._ lightning, flash.

=blitzschnell=, quick as a flash.

=blhen=, to bloom.

=blhende=, blooming.

=Blume=, _f._, _pl._ -n, flower.

=Blumenstrau=, _m._ bouquet.

=blutig=, bloody.

=Boden=, _m._ ground, floor.

=bog=, _see_ biegen.

=Bogen=, _m._ sheet, bow.

=borgen=, to borrow.

=Brse=, _f._ purse; die -- heraus, 44, 27, take out your purses.

=bse=, bad, mad, angry, cross; mir -- ist, is angry with me.

=Bses=, wicked, bad, harm.

=Bote=, _m._, _pl._ -n, messenger.

=Botschaft=, _f._ message.

=brach ... auf=, _see_ aufbrechen.

=brach ... aus=, _see_ ausbrechen.

=brachte=, _see_ bringen.

=brachte ... zu=, _see_ zubringen.

=Brand=, _m._ fire; in -- stecken, to set afire.

=brannte=, _see_ brennen.

=Brauch=, _m._ custom, use.

=brauchen=, to need, to use.

=braun=, brown.

=braunfrben=, to color brown.

=brausen=, to rush, to go noisily.

=Braut=, _f._ bride.

=brave=, good, honest, worthy.

=brechen=, _imp._ brach, _p.p._ gebrochen, to break, to pick.

=breit=, broad.

=Breite=, broad one, Broady.

=brennen=, _imp._ brannte, _p.p._ gebrannt, to burn, to sting; brennt
es? is the house afire?

=Brett=, _n._, _pl._ -er, board, shelf.

=Brief=, _m._, _pl._ -e, letter.

=bringen=, _imp._ brachte, _p.p._ gebracht, to bring.

=Brot=, _n._ bread.

=Bruder=, _m._, _pl._ Brder, brother.

=brderlich=, in a brotherly fashion.

=Brcke=, _f._, _pl._ -n, bridge.

=Brunhilde=, a proper name.

=Brunnen=, _m._ well.

=Brust=, _f._, _pl._ Brste, breast, chest.

=Brusttasche=, _f._ breast-pocket.

=Bube=, _m._, _pl._ -n, boy, lad.

=Buch=, _n._, _pl._ Bcher, book.

=Bndel=, _n._ bundle.

=bunt=, gay, many-colored.

=Burkhart=, a proper name.

=Bursche=, _m._, _pl._ -n, lad, youth, boy.

=Busch=, _m._, _pl._ Bsche, bush.

=ben=, to suffer for, to do penance for.


C

=Christen=, Christians.

=Christian=, a proper name.

=Christkind=, _n._ Christ-child.

=Consultation=, _f._ consultation, advice.


D

=da=, as, there, so, then.

=dabei=, besides, there, therein, meanwhile, with them.

=Dachpfeiler=, _m._ the pillar supporting the roof.

=dachte=, _see_ denken.

=dchte=, _subj. of_ denken.

=dafr=, for it, for that, in exchange.

=dagegen=, against it.

=daheim=, at home.

=dahin=, then, thither, there; 42, 7, gone.

=dahinkommen=, to come there.

=dahinsetzen=, _imp._ setzte dahin, _p.p._ dahingesetzt, to put there,
to place there.

=dahinter=, behind it.

=damals=, then, at that time.

=Dame=, _f._, _pl._ -n, lady.

=damit=, so that, with it.

=dmmern=, to become dark; 1, 3, es dmmerte, twilight was falling.

=Dank=, thanks, thanks to, gratitude.

=dankbar=, grateful, thankful.

=Dankbarkeit=, _f._ gratitude.

=danke=, thank you.

=danken=, to thank, to owe.

=dann=, then, at that time; -- und wann, now and then.

=daran=, on it, of it.

=darauf=, upon it, on it, thereupon, afterwards.

=daraus=, out of it.

=darein=, in it.

=darf=, dare, may; _see_ drfen.

=darin=, in it.

=darnach=, according to that.

=darber=, about it, over it.

=darum=, therefore.

=das=, the, that, which, who, whom.

=dasselbe=, the same.

=da=, that.

=dauern=, to last.

=Daumen=, _m._ thumb.

=davon=, of it, about it; auf und --, up and away.

=davonfliegen=, _imp._ flog davon, _p.p._ davongeflogen, to fly away.

=davonsprengen=, _imp._ sprengte davon, _p.p._ davongesprengt, to
gallop off.

=dazu=, for that, besides.

=decken=, sich, to cover one's self.

=deckte sich=, _see_ sich decken.

=dehnte ... aus=, _see_ ausdehnen.

=dein=, thy.

=dem=, the, to the, they, thy, which, to whom.

=demselben=, same, on the same, the selfsame.

=demtig=, humble, humbly.

=den=, the, to the, whom, that, which, the one.

=denken=, to think.

=denkst=, _see_ denken.

=denn=, because, for.

=dennoch=, still, yet, nevertheless.

=denselben=, that one, the same, it.

=der=, the, of the; _rel. pron._ who; _dem. pron._ he, it; -- bin ich,
I am he; -- eine, one of them.

=derbe=, rude, plain.

=deren=, whose, her, the latter.

=des=, of the.

=desselben=, of it, of the same.

=dessen=, whose, of which, his, the latter's.

=degleichen=, the same.

=dehalb=, therefore, on that account.

=deuten=, to point out.

=deutlich=, plainly, clearly.

=Deutsch=, German.

=deutsche=, German.

=Deutschland=, Germany.

=Diamant=, _m._, _pl._ -en, diamond.

=Diamanten-Kreuz=, _n._ cross of diamonds.

=dich=, thee, thyself.

=dicht=, thick, dense, close, closely.

=dick=, fat.

=die=, the, who, that, which, whom.

=Dieb=, _m._, _pl._ -e, thief.

=Diebstahl=, _m._ theft.

=diejenigen=, the one, that.

=dienen=, to serve.

=Diener=, _m._ servant.

=Dienst=, _m._, _pl._ -e, service.

=Dienstboten=, servants.

=dienstfertig=, obliging, obligingly.

=dies=, this.

=diese=, =dieser=, =dieses=, this, these, the latter, this one.

=dieselbe=, the same.

=diesem=, to this, this.

=dieser=, this, of these, this one, the latter.

=diesmal=, this time.

=Ding=, _n._, _pl._ -e, thing.

=dir=, to thee, to you, thee, you.

=Dirne=, _f._ maid.

=doch=, surely, still, though, but (often used to give emphasis); 15,
4, komm' doch, do come.

=Doktor=, _m._ doctor.

=Donner=, _m._ thunder.

=donnernder=, thundering.

=Donnerstimme=, _f._ a voice like thunder.

=Dorf=, _n._, _pl._ Drfer, village.

=Dorfleute=, -n, villagers.

=Dorfschule=, _f._ village school.

=Dorn=, _m._ thorn.

=dort=, there, yonder.

=dorthin=, thither.

=drauen=, outside, out-doors.

=drei=, three.

=dreimal=, thrice.

=dreitausend=, three thousand.

=dringen=, _imp._ drang, _p.p._ gedrungen, to press, to urge.

=dritte=, third.

=drittens=, thirdly.

=drohend=, threatening, -ly.

=Drohung=, _f._ threat.

=du=, thou.

=Duft=, _m._ perfume.

=dulden=, to endure.

=duldend=, by endurance.

=dumm=, stupid.

=dunkel=, dark.

=Dunkelheit=, _f._ darkness.

=dunklen=, dark.

=dnn=, thin.

=durch=, through, by.

=durchaus=, absolutely.

=durchsuchen=, to search, to seek through.

=durchwachen=, to watch through.

=durchwrmen=, to heat through.

=drfen=, _modal aux._ shall, dare, may, to be able, to be allowed.

=drr=, dry.

=dster=, dark, sombre, gloomy.


E

=eben=, just.

=Ebene=, _f._ plain, level.

=ebenso=, just as, just so, like.

=ebensoviele=, just as many.

=Edelfrau=, _f._, _pl._ -en, noble lady, gentlewoman.

=Edelknabe=, _m._ page, boy of noble family.

=Edelstein=, _m._, _pl._ -e, precious stone.

=edle=, noble.

=ehe=, before, ere.

=Eheleute=, couple, man and wife.

=ehemalige=, former.

=ehemals=, formerly.

=ehrbar=, honest.

=Ehre=, _f._ honor.

=ehrenhaft=, honorable.

=Ehrenwort=, _n._, word of honor.

=ehrerbietig=, respectful, -ly.

=Ehrgefhl=, sense of honor.

=ehrlich=, honest, -ly, upright.

=ehrlose=, dishonorable.

=Ei=, _n._, _pl._ -er, egg.

=Eiche=, _f._ oak.

=Eichel=, _f._ acorn.

=Eid=, _m._, _pl._ -e, vow, oath; 51, 18, that ich einen --, I made a
vow.

=eiferschtig=, envious, jealous.

=eifrig=, zealous, -ly, busily.

=eigen=, own.

=eigenntzig=, selfish.

=Eigentum=, _n._ property.

=Eile=, _f._ haste, speed: in aller --, in hot haste.

=eilen=, to hasten.

=eilig=, hasty, hastily, hurriedly; der es nicht -- hatte, who was in
no hurry.

=eiligst=, with the utmost speed. =eilte ... entgegen=, _see_
entgegeneilen.

=Eimer=, _m._ pail, bucket.

=ein=, =-e=, =-en=, a, one, in; -- und aus, in and out.

=einander=, one another, another.

=einem=, to one, to a.

=einen=, a, one.

=einer=, of one, of a.

=eines=, of one, of a.

=einfach=, simple, plain, simply.

=einfallen=, _imp._ fiel ein, _p.p._ eingefallen, to occur.

=einfiel=, _see_ einfallen.

=einflen=, to infuse, to inspire.

=eingelernt=, learned by heart.

=einholen=, to overtake, to bring in.

=einige=, some, a few, a little.

=einkaufen=, to purchase, to buy.

=einkehren=, to turn into.

=einladen=, _imp._ lud ein, _p.p._ eingeladen, to invite.

=einmal=, once, sometime; auf --, all at once; noch --, once more;
nicht --, not even.

=einsam=, lonely.

=Einsamkeit=, _f._ loneliness.

=einschenken=, to pour out.

=einschlafen=, _imp._ schlief ein, _p.p._ eingeschlafen, to fall asleep.

=einst=, once, at one time.

=einstimmen=, _imp._ stimmte ein, _p.p._ eingestimmt, to chime in, join.

=einstimmig=, unanimously.

=einstweilen=, meantime.

=eintrat=, _see_ eintreten.

=eintreten=, _imp._ trat ein, _p.p._ eingetreten, to step in, to enter.

=Eintritt=, _m._ entrance.

=einverstanden=, agreed.

=Einwohner=, _m._ inhabitant.

=einzig=, only, sole, single; 27, 7, kein einziges, not a single.

=einzuholen=, _see_ einholen.

=einzukaufen=, _see_ einkaufen.

=einzurichten=, to establish.

=einzutreten=, _see_ eintreten.

=Eis=, _n._ ice.

=eisern=, iron, of iron.

=elend=, miserable.

=elfenbeinern=, of ivory.

=Elsa=, Elsie.

=Elster=, _f._ magpie.

=Eltern=, parents.

=Empfang=, _m._ receipt, reception; in -- zu nehmen, to receive.

=empfangen=, _imp._ empfing, _p.p._ empfangen, to receive, to welcome.

=empfing=, _see_ empfangen.

=emporheben=, _imp._ hob empor, _p.p._ emporgehoben, to lift up.

=emporsteigen=, to climb up, to rise up.

=emporstreben=, to struggle upward, to strive.

=emsig=, busily.

=Ende=, _n._, _pl._ -n, end; zu --, at an end.

=enden=, to end.

=endlich=, at last.

=endlos=, endless.

=Engel=, _m._ angel.

=Enkel=, _m._ grandchild.

=entbehren=, to do without, to renounce.

=entdecken=, to discover.

=entfalten=, to unfold.

=entfernt=, distant, remote, far away.

=Entfernung=, _f._ distance.

=entfliehen=, _imp._ entfloh, _p.p._ entflohen, to escape, to flee.

=entflohen=, _see_ entfliehen.

=entfhren=, to kidnap.

=entgegen=, toward, to meet.

=entgegeneilen=, _imp._ eilte entgegen, _p.p._ entgegengeeilt, to
hasten to meet.

=entgegenkommen=, _imp._ kam entgegen, _p.p._ entgegengekommen, to come
to meet.

=enthalten=, _imp._ enthielt, _p.p._ enthalten, to contain, to restrain.

=enthielt=, _see_ enthalten.

=entkam=, _see_ entkommen.

=entkommen=, _imp._ entkam, _p.p._ entkommen, to escape.

=entlang=, along.

=entreien=, _imp._ entri, _p.p._ entrissen, to snatch from, to rescue.

=entri=, _see_ entreien.

=entrstet=, dismayed.

=Entrstung=, _f._ indignation, dismay.

=entschdigen=, to make up for, to atone.

=entschlieen= (sich), _imp._ entschlo, _p.p._ entschlossen, to
decide, to make up one's mind, to resolve.

=entschlo=, _see_ entschlieen.

=entschlossen=, resolved, determined; fest --, firmly resolved.

=entweder=, either.

=entwerfen=, to draw up.

=entwichen=, vanished.

=entwischen=, to escape.

=Entzcken=, _n._ rapture.

=entzcken=, to delight, to charm.

=entzckt=, delighted.

=er=, he, it.

=erbarmen= (sich), to have compassion upon, to pity; 4, 16, sich seiner
erbarmt zu haben, to have had pity upon him.

=Erbe=, _m._, _pl._ -n, heir.

=erben=, to inherit.

=erblassend=, growing pale.

=erblichen=, paled.

=erblicken=, to catch a glimpse of.

=Erde=, _f._ earth, ground; zur -- gewandt, drooped.

=Ereignis=, _n._ event, occurrence.

=erfahren=, _imp._ erfuhr, _p.p._ erfahren, to experience, to discover.

=erfreuen= (sich), to rejoice, to be pleased.

=erfllen=, to fulfill.

=ergangen=, _see_ ergehen; 52, 19, wie es mir ergangen, what has
happened to me.

=ergeben=, devoted.

=Ergebenheit=, _f._ devotion.

=ergehen=, _imp._ erging, _p.p._ ergangen, to happen, to go.

=erglhen=, to glow.

=ergreifen=, _imp._ ergriff, _p.p._ ergriffen, to seize.

=ergriff=, _see_ ergreifen.

=erhalten=, _imp._ erhielt, _p.p._ erhalten, to preserve, to receive,
to get.

=erhielt=, _see_ erhalten.

=erhren=, to hear, to listen to, to grant.

=erinnern= (sich), to remember.

=erkannte=, _see_ erkennen.

=erkennen=, _imp._ erkannte, _p.p._ erkennt, to recognize.

=Erker=, _m._ balcony, bow window.

=erklren=, to explain, to declare.

=erkundigen=, to inquire.

=erlauben=, to allow; -- Sie dies wohl? will you kindly allow it?

=erleben=, to experience.

=Erlebnis=, _pl._ -sse, experience, adventure.

=erleichtern=, to make easier, to lighten.

=erleiden=, to suffer.

=erlsen=, to deliver, to free, to release.

=Erlsung=, _f._ release.

=ermordet=, murdered.

=ermorden=, to murder.

=ermden=, to weary, to tire.

=ermuntern=, to encourage, to cheer.

=ernst=, earnestly, serious.

=erobern=, to win, to conquer.

=erreichen=, to obtain, to get, to reach.

=erringen=, to attain.

=errten=, to blush.

=erschallen=, to re-echo; -- lassen, to let resound.

=erscheinen=, to appear, to seem.

=erschien=, _see_ erscheinen.

=erschpfen=, to exhaust.

=erschrecken=, _imp._ erschrak, _p.p._ erschrocken, to frighten, to
scare.

=erschrocken=, startled, frightened.

=Ersparnis=, _f._, _pl._ -sse, savings.

=erspart=, saved, economized.

=erst=, first, only.

=Erstaunen=, _n._ astonishment.

=erstaunen=, to astonish.

=erstaunt=, wondering, -ly, astonished.

=erstenmal=, first time.

=erstens=, firstly.

=ertrglicher=, more bearable.

=ertrinken=, _imp._ ertrank, _p.p._ ertrunken, to drown.

=ertrunken=, _see_ ertrinken.

=erwachen=, to awaken.

=erwrmen=, to warm.

=erwarten=, to expect, to await.

=erweisen=, _imp._ erwies, _p.p._ erwiesen, to show, to testify.

=erwidern=, to answer, to reply, to repay, to return.

=erwiesen=, _see_ erweisen.

=erzhlen=, to relate.

=Erzhlung=, _f._, _pl._ -en, tale, story, anecdote.

=erzogen=, brought up, educated.

=es=, it, she, he, there; 31, 14, 5, es wird geben, it will make.

=Essen=, _n._ food, provisions, meal; zum --, to dinner.

=essen=, _imp._ a, _p.p._ gegessen, to eat.

=Ezimmer=, _n._ dining-room.

=Etwas=, something, anything; irgend --, anything whatever.

=etwas=, something, somewhat, a little.

=euch=, you, to you, from you.

=euer=, your, yours.

=ewig=, everlasting; ew'gen = ewigen.


F

=Fackel=, _f._, _pl._ -n, torch, light.

=Faden=, _m._, _pl._ Fden, thread.

=Fahne=, _f._, _pl._ -n, flag.

=fahren=, _imp._ fuhr, _p.p._ gefahren, to drive, to ride.

=Fahrt=, _f._ journey, drive.

=Falkenburg=, Hawk Castle.

=Fall=, _m._ fall.

=Fallen=, _n._ falling.

=fallen=, _imp._ fiel, _p.p._ gefallen, to fall.

=fallend=, falling.

=falsch=, false.

=falten=, to fold.

=Familie=, _f._, _pl._ -n, family.

=fand=, _see_ finden.

=fand ... statt=, _see_ stattfinden.

=fangen=, _imp._ fing, _p.p._ gefangen, to catch.

=fangen ... an=, _see_ anfangen.

=fang ... auf=, catch.

=Farbe=, _f._, _pl._ -n, color.

=frben= (sich), to dye, to color.

=fassen=, to grasp, to seize, to catch.

=fast=, nearly, almost.

=fate=, grasped.

=Feder=, _f._ pen, feather.

=Fee=, _f._, _pl._ -en, fairy.

=fehlen=, to lack, to miss, to be the matter; wenig fehlte, but little
was lacking; 82, 11, what can be the matter with you.

=feierlich=, solemnly.

=feiern=, to celebrate.

=fein=, nice, -ly, refined, clever, -ly.

=Feind=, _m._, _pl._ -e, enemy.

=Feld=, _n._, _pl._ -er, field.

=Fels=, _m._ -en, _pl._ -en, rock.

=Felswand=, _f._ precipice, rocky wall.

=Fenster=, _n._ window.

=Ferien=, holidays.

=fern=, far away, distant; aus weiter Fern', from afar.

=Ferse=, _f._, _pl._ -n, heel; 44, 18, dicht auf den Fersen folgen, to
tread close on his heels.

=fertig=, ready, through, done, end; -- bringen, to finish.

=Fest=, _n._, _pl._ -e, feast, festival.

=fest=, fast, firm, -ly.

=festbinden=, _imp._ band fest, _p.p._ festgebunden, to bind fast.

=festgebunden=, _see_ festbinden.

=festhalten=, _imp._ hielt fest, _p.p._ festgehalten, to hold fast, to
cling.

=festhielt=, _see_ festhalten.

=festschlafen=, _imp._ schlief fest, _p.p._ festgeschlafen, to sleep
soundly.

=festzuhalten=, _see_ festhalten.

=Feuer=, _n._ fire.

=feuerrot=, fiery red.

=Feuersglut=, _f._ glowing like fire.

=Fichtenburg=, Pine Castle.

=fiel=, _see_ fallen.

=fiel ... ein=, _see_ einfallen.

=fielen ... zu=, _see_ zufallen.

=finden=, _imp._ fand, _p.p._ gefunden, to find.

=fing ... an=, _see_ anfangen.

=fing ... auf=, _see_ auffangen.

=Finger=, _m._ finger.

=finster=, dark, -ly.

=Firnewein=, _m._ last year's wine.

=Flche=, _f._ flat surface.

=Flachs=, _m._ flax.

=Fleck=, _m._ speck, spot.

=flehend=, imploring, entreating, -ly.

=fleiig=, diligent, -ly.

=fliegen=, _imp._ flog, _p.p._ geflogen, to fly.

=fliehen=, _imp._ floh, _p.p._ geflohen, to flee.

=flieen=, _imp._ flo, _p.p._ geflossen, to flow.

=flink=, quick, deft, nimble.

=Flitterwochen=, _f._ honeymoon.

=flog=, _see_ fliegen.

=flogen ... auf=, _see_ auffliegen.

=flog ... davon=, _see_ davonfliegen.

=flog ... fort=, _see_ fortfliegen.

=floh=, _see_ fliehen.

=Flor=, _m._ bloom.

=flossen=, _see_ flieen.

=Flte=, _f._ flute.

=Fluchen=, _n._ cursing, swearing.

=fluchen=, to swear.

=flchtig=, hurried, -ly, fleeting.

=Flgel=, _m._ wing.

=flstern=, to whisper.

=Flu=, _m._, _pl._ Flsse, river.

=Folge=, _f._, _pl._ -n, sequel; in --, in consequence.

=folgen=, to follow, to obey.

=folgend=, following, obeying.

=folgsam=, obedient.

=folgten ... nach=, _see_ nachfolgen.

=fordern=, to ask, to demand, to require.

=Frster=, _m._ forester.

=Frsterfamilie=, _f._ forester's family.

=Frsterfrau=, _f._ forester's wife.

=Forsthaus=, _n._ house in the forest.

=fort=, off, away, gone; -- und --, on and on.

=fortbringen=, _imp._ brachte fort, _p.p._ fortgebracht, to carry off,
to bring away, to make away.

=fortfahren=, _imp._ fuhr fort, _p.p._ fortgefahren, to continue.

=fortfliegen=, _imp._ flog fort, _p.p._ fortgeflogen, to fly away.

=fortflog=, _see_ fortfliegen.

=fortgegangen=, _see_ fortgehen.

=fortgehen=, _imp._ ging fort, _p.p._ fortgegangen, to go away.

=fortgenommen=, _see_ fortnehmen.

=fortging=, _see_ fortgehen.

=fortnhme=, _see_ fortnehmen.

=fortnehmen=, _imp._ nahm fort, _p.p._ fortgenommen, to take away.

=fortschicken=, _imp._ schickte fort, _p.p._ fortgeschickt, to send
away.

=fortspringen=, _imp._ sprang fort, _p.p._ fortgesprungen, to rush off,
to run off or away.

=forttragen=, _imp._ trug fort, _p.p._ fortgetragen, to carry off.

=forttrug=, _see_ forttragen.

=Frage=, _f._, _pl._ -n, question.

=fragen=, to ask, to question.

=Franziska=, Frances.

=Franzose=, _m._, _pl._ -en, Frenchman.

=fra=, _see_ fressen.

=Frau=, _f._, _pl._ -en, woman, wife, mistress.

=Frulein=, _n._ young lady, miss.

=frei=, free.

=Freie=, _n. and f._ open air.

=freien=, to woo.

=Freier=, _m._ suitor, lover.

=Freiheit=, _f._ liberty, freedom; alle --, quite free.

=freilassen=, _imp._ lie frei, _p.p._ freigelassen, to set free.

=fremd=, strange, unusual.

=Fremde=, _m. and f._ stranger, a strange land.

=fressen=, _imp._ fra, _p.p._ gefressen, to eat (like an animal).

=Freude=, _f._, _pl._ -n, pleasure, joy.

=freudig=, joyfully.

=freuen= (sich), to rejoice.

=Freund=, _m._, _pl._ -e, friend.

=Freundin=, _f._, _pl._ -nen, female friend.

=freundlich=, friendly, kindly.

=freut=, _see_ freuen; es -- mich, I am glad.

=frieren=, to freeze.

=frisch=, fresh, in good condition, boldly.

=frischer=, fresher.

=frischweg=, promptly, fluently.

=froh=, glad, happy.

=frhlich=, gladly, merrily, happily.

=fromm=, pious, God-fearing.

=Frommen=, welfare, piety; 42, 10, --, to save and bless you.

=Frmmigkeit=, _f._ piety.

=Frost=, _m._, _pl._ Frste, frost, cold.

=Frucht=, _f._, _pl._ Frchte, fruit.

=frh=, early.

=frher=, earlier.

=Frhstck=, _n._ breakfast.

=fgen=, to do, to resign, to behave; 48, 3-4, Golden Rule.

=fgte ... bei=, _see_ beifgen.

=fgte ... hinzu=, _see_ hinzufgen.

=fhlen=, to feel.

=fhlend=, sensitive, feeling.

=fhren=, to lead.

=fhren ... aus=, _see_ ausfhren.

=Fhrer=, _m._ leader.

=fuhr ... fort=, _see_ fortfahren.

=fhrt ... hinaus=, _see_ hinausfhren.

=fhrte ... zu=, _see_ zufhren.

=Flle=, _f._ quantity, lots.

=fllen=, to fill.

=fnf=, five.

=fnfjhrige=, five-year-old.

=fnfundzwanzig=, twenty-five.

=fnfzehn=, fifteen.

=fnfzig=, fifty.

=fr=, for.

=Furcht=, _f._ fear.

=furchtbar=, frightful, terrible.

=frchten= (sich), to be afraid.

=frchterlich=, frightful.

=Frst=, _m._, _pl._ -en, prince.

=Fu=, _m._, _pl._ Fe, foot; zu --, afoot.

=Fuweg=, _m._ path.

=Futter=, _n._ food.

=fttern=, to feed.


G

=gab=, _see_ geben.

=Gang=, _m._, _pl._ Gnge, walk, corridor.

=ganz=, quite, all, whole.

=gar=, very; -- nichts, nothing at all.

=Garten=, _m._, _pl._ Grten, garden.

=Gartenthor=, _n._ garden gate.

=Gartenthr=, _f._ garden door.

=Grtner=, _m._ gardener.

=Gast=, _m._, _pl._ Gste, guest.

=Gasthof=, _m._ inn, hotel.

=Gastmahl=, _n._ banquet.

=Gattin=, _f._ wife.

=geachtet=, esteemed, respected.

=geantwortet=, _see_ antworten.

=gearbeitet=, _see_ arbeiten.

=geben=, _imp._ gab, _p.p._ gegeben, to give; -- Sie ihn frei, set him
free; gebe Gott, God grant.

=Gebet=, _n._ prayer.

=gebeten=, _see_ bitten.

=gebieten=, _imp._ gebot, _p.p._ geboten, to command, to bid.

=Gebirge=, _n._ chain of mountains.

=geblieben=, _see_ bleiben.

=geboren=, born.

=gebot=, _see_ gebieten.

=gebracht=, _see_ bringen.

=gebraucht=, _see_ brauchen.

=gebunden=, _see_ binden.

=Gebsch=, _n._, _pl._ -e, bush, thicket, brush.

=gedacht=, _see_ gedenken; caught a glimpse of.

=Gedanke=, _m._, _pl._ -n, thought.

=gedankenvoll=, thoughtful, -ly.

=gedeckte=, covered, decked.

=gedenken=, _imp._ gedachte, _p.p._ gedenkt, to remember, to think, to
wish, to fancy, to intend.

=Gedicht=, _n._, _pl._ -e, poem.

=geduldig=, patient, -ly.

=geeilt=, _see_ eilen.

=geerbt=, _see_ erben.

=Gefahr=, _f._, _pl._ -en, danger.

=gefhrden=, to injure.

=gefhrlich=, dangerous, -ly.

=Gefhrte=, _m._, _pl._ -n, companion.

=Gefhrtin=, _f._ companion.

=gefallen=, _imp._ gefiel, _p.p._ gefallen, to please.

=gefallen=, _see_ fallen _or_ gefallen.

=geflligst=, if you please, most kindly.

=gefangen=, imprisoned.

=Gefangener=, _m._ prisoner.

=Gefangenwrter=, _m._ jailor.

=Gefngnis=, _n._, _pl._ -sse, prison; ins -- zu bringen, to take to
prison.

=gefiel=, _see_ gefallen.

=Gefolge=, _n._ suite, train.

=gefolgt=, _see_ folgen.

=geformt=, formed.

=gefressen=, _see_ fressen.

=gefhrt=, _see_ fhren.

=gefunden=, _see_ finden.

=gegangen=, _see_ gehen; 6, 25, wie wohl es ihm --, how well he had
thrived.

=gegeben=, _see_ geben.

=gegen=, toward, to.

=Gegend=, _f._ neighborhood.

=Gegenstand=, _m._ object.

=Gegenwart=, _f._ presence.

=gegessen=, _see_ essen.

=gehabt=, _see_ haben.

=Gehalt=, _m._ salary.

=geh'=, _see_ gehen; 52, 20, gehe mit Gott, God be with you; 62, 26,
gehe ja nicht, be sure not to go.

=gehalten=, _see_ halten.

=gehangen=, _see_ hangen.

=gehe ... hinein=, _see_ hineingehen.

=gehen=, _imp._ ging, _p.p._ gegangen, to go, to walk.

=Gehen=, _n._ walking.

=geholfen=, _see_ helfen.

=gehorchen=, to obey.

=gehre ... an=, _see_ angehren.

=gehren=, to belong to.

=gehrt=, _see_ hren _or_ gehren.

=geht=, _see_ gehen; wie -- es Ihnen? how are you? mir -- es, I am; das
-- nicht, that won't do.

=gehllt=, _see_ hllen.

=Geige=, _f._, _pl._ -n, violin.

=geirrt=, _see_ irren.

=Geist=, _m._ spirit, mind.

=gekauft=, _see_ kaufen.

=gekleidet=, _see_ kleiden.

=gekommen=, _see_ kommen.

=gekt=, _see_ kssen.

=gelallet=, lisped.

=Gelnder=, _n._ espalier.

=gelangen=, to arrive, to get at.

=gelassen=, cool, -ly; _see_ lassen.

=gelb=, yellow.

=Geld=, _n._, _pl._ -er, money.

=Geldtasche=, _f._ purse, money-bag.

=Gelegenheit=, _f._ opportunity.

=gelegt=, _see_ legen.

=Gelehrte=, _m._, _pl._ -n, learned man.

=gelernt=, _see_ lernen.

=gelesen=, _see_ lesen.

=geliebt=, beloved, _see_ lieben.

=geliehen=, _see_ leihen.

=geliehene=, loaned.

=Gemach=, _n._, _pl._ Gemcher, apartment.

=gemacht=, _see_ machen.

=Gemahlin=, _f._ wife.

=gemahnt=, _see_ mahnen.

=Gemlde=, _n._ paintings.

=gemalt=, _see_ malen.

=Gemeinde=, _f._, _pl._ -n, parish; der -- zur Last fallen, to be a
burden on the parish.

=gemordet=, _see_ morden.

=Gemse=, _n._ vegetables.

=genau=, exact, -ly, close, -ly.

=genesen=, _imp._ genas, _p.p._ genesen, to recover.

=genieen=, _imp._ geno, _p.p._ genossen, to enjoy.

=genommen=, _see_ nehmen.

=genug=, enough.

=gengen=, to suffice.

=geffnet=, _see_ ffnen.

=gepflckt=, _see_ pflcken.

=geplaudert=, _see_ plaudern.

=geplndert=, _see_ plndern.

=gerade=, straight, just.

=geraten=, _see_ raten, succeeded.

=Gerusch=, _n._, _pl._ -e, noise, bustle.

=geruschlos=, noiseless.

=Gerechtigkeit=, _f._ justice.

=gerettet=, _see_ retten.

=gerettete=, rescued.

=Gerichtssachen=, _f._ law matters.

=gern=, -e, willingly; -- haben, to like; -- thun, be fond of doing;
24, 21, das will ich -- thun, I shall gladly do so.

=gerufen=, _see_ rufen.

=gerhrt=, moved.

=gesagt=, _see_ sagen.

=gesammelt=, _see_ sammeln.

=gesandt=, _see_ senden.

=Gesang=, _m._, _pl._ Gesnge, song, singing.

=gest=, _see_ sen.

=Geschft=, _n._, _pl._ -e, business.

=Geschftsstube=, _f._ office.

=geschehen=, _imp._ geschah, _p.p._ geschehen, to happen, to take
place, to be done; recht -- wrde, would serve right.

=Geschenk=, _n._, _pl._ -e, present, gift.

=Geschichte=, _f._, _pl._ -n, story, history.

=geschickt=, clever, skillful.

=geschickt=, _see_ schicken.

=geschlagen=, _see_ schlagen; 50, 7, zum Ritter --, received the
accolade.

=geschlossen=, _see_ schlieen.

=geschluchzt=, _see_ schluchzen.

=geschmiegt=, leaning.

=geschmckt=, decked out, decorated.

=Geschpf=, _n._, _pl._ -e, creature.

=geschossen=, shot.

=Geschrei=, _n._ cry, clamor.

=geschrieben=, _see_ schreiben.

=geschwtzig=, talkative, chattering.

=gesehen=, _see_ sehen.

=Gesellschaft=, _f._ company.

=gesetzt=, placed, set.

=Gesicht=, _n._, _pl._ -er, face.

=Gesichtchen=, _n._ little face.

=Gespielin=, _f._, _pl._ -nen, playmate.

=Gesprch=, _n._, _pl._ -e, conversation.

=gesprochen=, _see_ sprechen.

=Gestalt=, _f._, _pl._ -en, form, figure.

=gestand=, _see_ gestehen.

=gestanden=, _see_ stehen _or_ gestehen.

=gesteckt=, _see_ stecken.

=gestehen=, _imp._ gestand, _p.p._ gestanden, to confess.

=gestern=, yesterday.

=gestiegen=, _see_ steigen.

=gestohlen=, _see_ stehlen.

=gestorben=, _see_ sterben.

=gestrickt=, _see_ stricken.

=Gestrpp=, _n._ underbrush.

=gestrzt=, hurled down.

=gesucht=, _see_ suchen.

=gesund=, healthy, sound.

=gesungen=, _see_ singen.

=getanzt=, _see_ tanzen.

=geteilt=, divided, portioned.

=gethan=, _see_ thun.

=getragen=, _see_ tragen.

=getraut=, married, _see_ trauen.

=getreuster=, most faithful.

=getrieben=, _see_ treiben.

=getroffen=, _see_ treffen.

=getrost=, happy, comforted, without fear, contentedly.

=getrunken=, _see_ trinken.

=getncht=, tinted; wei --, whitewashed.

=gewachsen=, _see_ wachsen.

=gewagt=, risky, _see_ wagen.

=gewhlt=, _see_ whlen.

=gewahr werden=, to perceive, to become aware of.

=Gewalt=, _f._, _pl._ -en, power, violence, might.

=gewaltsam=, violent, -ly.

=gewarnt=, _see_ warnen.

=gewartet=, _see_ warten.

=geweckt=, _see_ wecken.

=gewesen=, _see_ sein.

=gewickelt=, _see_ wickeln.

=gewinnen=, _imp._ gewann, _p.p._ gewonnen, to win, to conquer.

=gewi=, certain, -ly.

=Gewitter=, _n._ thunder-storm.

=gewhnen=, to accustom, to use.

=gewohnen=, to get used to.

=gewhnlich=, ordinary, usual, -ly.

=gewohnt=, _see_ wohnen _or_ gewohnen.

=gewonnen=, _see_ gewinnen.

=geworden=, _see_ werden; 8, 4, es war ... --, had come.

=geworfen=, _see_ werfen.

=gewnscht=, wished for.

=gezogen=, _see_ ziehen.

=gib=, _see_ geben; -- Acht, look out, beware.

=gieb=, _see_ geben; was giebt's? what is the matter? es --, there is
_or_ are; gieb's weiter, pass it along.

=gieen=, _imp._ go, _p.p._ gegossen, to pour.

=gilt=, is equivalent; -- bei dem lieben Gott den Gru, the greeting is
equivalent in God's sight to.

=ging=, _see_ gehen.

=ging ... auf=, _see_ aufgehen.

=ging ... aus=, _see_ ausgehen.

=ging ... weg=, _see_ weggehen.

=ging ... zurck=, _see_ zurckgehen.

=ginge=, _see_ gehen; 11, 9, -- es mir besser, I would get along
better.

=gingen ... fort=, _see_ fortgehen.

=gingen ... hin=, _see_ hingehen.

=gingen ... hinauf=, _see_ hinaufgehen.

=gingen ... hinaus=, _see_ hinausgehen.

=gingen ... zu=, _see_ zugehen.

=glnzend=, glittering, shining.

=Glas=, _n._, _pl._ Glser, glass, vase.

=glatt=, smooth.

=glauben=, to believe.

=gleich=, like, same, right away.

=Gleiche=, _f._ equal; seines Gleichen, his equals.

=gleichen=, _imp._ glich, _p.p._ geglichen, to liken, to resemble.

=Gleichgewicht=, _n._ balance.

=Gleichnis=, _n._ simile.

=glich=, _see_ gleichen.

=Glied=, _n._, _pl._ -er, limb, ranks.

=glockenartig=, bell-like.

=Glck=, _n._ luck, fortune, happiness.

=glcklich=, happy, lucky, fortunate, -ly.

=glcklicherweise=, fortunately.

=gndige=, gracious, noble.

=Gnom=, _m._, _pl._ -en, gnome.

=Gold=, _n._ gold.

=golden=, golden.

=goldgefllten=, gold-filled.

=goldlockig=, golden-haired.

=Goldstck=, _n._, _pl._ -e, gold pieces.

=go=, _see_ gieen.

=Gott=, God; -- sei Dank, thank God.

=Gottesdienst=, _m._ divine service.

=Gotteshauch=, _m._ the breath of God.

=Gouvernante=, _f._ governess.

=Grab=, _n._, _pl._ Grber, grave.

=Graf=, _m._, _pl._ -en, count.

=Grfin=, _f._ countess.

=Gras=, _n._, _pl._ Grser, grass.

=grau=, gray.

=grausam=, cruel.

=greifen=, _imp._ griff, _p.p._ gegriffen, to seize, to grasp, to catch
hold of.

=Grenze=, _f._, _pl._ -n, boundary.

=Griff=, _m._ touch, handle.

=griff=, _see_ greifen.

=Grille=, _f._ cricket.

=grob=, rough, rude.

=gro=, large, big, tall, great.

=Gre=, _f._ size.

=grer=, larger, greater.

=Gromut=, _f._ generosity.

=grte=, greatest.

=Grovater=, _m._ grandfather.

=Gruft=, _f._, _pl._ Grfte, vault.

=grn=, green.

=Grund=, _m._ bottom.

=Gru=, _m._, _pl._ Gre, greeting, compliments.

=gren=, to greet; 46, 10, es grt Sie bestens, cordial greetings
from.

=gldnen=, golden.

=Grtel=, _m._ girdle.

=gut=, good, well, very well, all right.

=Gut=, _n._, _pl._ Gter, estate, property, goods.

=Gte=, _f._ kindness, goodness.

=Gute=, -s, _n._ good.

=gtig=, kind, -ly, benevolent.

=gtiger=, kinder.

=gutmtig=, good-natured, -ly.


H

=Haar=, _n._ hair.

=haben=, _imp._ hatte, _p.p._ gehabt, to have.

=Habseligkeit=, _f._, _pl._ -en, possessions.

=habt=, _see_ haben.

=hadern=, to quarrel.

=halb=, half.

=halber=, on account of.

=half=, _see_ helfen.

=Hlfte=, _f._ half.

=hallend=, echoing.

=Hals=, _m._, _pl._ Hlse, neck.

=halt=, stop.

=halten=, _imp._ hielt, _p.p._ gehalten, to hold, to keep.

=Hammer=, _m._, _pl._ Hmmer, hammer.

=Hand=, _f._, _pl._ Hnde, hand; in die Hnde schlagen, to clap; alle
Hnde voll zu thun haben, to be very busy; zur --, in her hand, at hand.

=handelnd=, by doing.

=Handvoll=, handful of.

=hangen=, _imp._ hing, _p.p._ gehangen, hung.

=hngen=, _imp._ hngte, _p.p._ gehngt, to hang.

=Hans=, Johnny.

=hantieren=, to skip, to go about.

=Harmonie=, _f._ harmony.

=Harren=, _n._ waiting.

=harren=, to wait; meiner --, to wait for me.

=harrend=, waiting.

=hart=, hard, tough.

=hrtesten=, hardest.

=hartnckig=, obstinate, -ly.

=haschend=, snatching.

=hassen=, to hate.

=Hast=, _f._ haste.

=hast=, _see_ haben.

=hastig=, hasty, hastily.

=hat=, =hatte=, =hatten=, =htte=, =htten=, _see_ haben; htte ...
mssen, would have to; htte ... mgen, might have.

=hatte ... an=, _see_ anhaben.

=Haufe=, _m._ heap.

=Hauptmann=, _m._ captain.

=hauptschlich=, principally.

=Haus=, _n._, _pl._ Huser, house; nach --, home; zu Hause, at home.

=Hausarbeit=, _f._ housework.

=Huschen=, _n._ little house, cottage.

=hausen=, to dwell.

=Hausfrau=, _f._ mistress of the house.

=Haushalt=, _m._ household.

=Hausherr=, _m._ master of the house.

=Hausschuh=, _m._, _pl._ -e, slipper.

=Hausthr=, _f._, _pl._ -en, house-door.

=Hausvater=, _m._ father of the family.

=Heer=, _n._, _pl._ -e, army.

=heftig=, violent, -ly.

=Heil=, _n._ welfare, happiness.

=Heiland=, _m._ Lord, Saviour.

=heilig=, holy, sacred.

=heim=, home.

=Heimat=, _f._ home.

=heimbringen=, _imp._ brachte heim, _p.p._ heimgebracht, to bring home.

=heimfhren=, _imp._ fhrte heim, _p.p._ heimgefhrt, to bring home.

=heimgegangene=, gone home, deceased.

=heimkehren=, _imp._ kehrte heim, _p.p._ heimgekehrt, to return home.

=heimkommen=, _imp._ kam heim, _p.p._ heimgekommen, to come home.

=heimlich=, secret, -ly.

=Heimweg=, _m._ way home, road home.

=Heinrich=, Henry.

=Heirat=, _f._ marriage.

=heiraten=, to marry.

=Heiratsantrag=, marriage proposal.

=Heiratscontract=, marriage contract.

=heien=, _imp._ hie, _p.p._ geheien, to call, to name, to mean, to
bid.

=heiter=, gay, gaily, clear.

=heitern=, to clear up, to grow brighter.

=heiterte ... auf=, _see_ aufheitern.

=Held=, _m._, _pl._ -en, hero.

=Heldensprache=, _f._ language of heroes.

=helfen=, _imp._ half, _p.p._ geholfen, to help.

=hell=, clear, bright.

=Helm=, _m._ helmet.

=her=, here, hither; hin und --, hither and thither, back and forth.

=herab=, down, downward.

=herabhangen=, _imp._ hing herab, _p.p._ herabgehangen, to hang down,
to suspend.

=heranbrach=, _see_ heranbrechen.

=heranbrechen=, _imp._ brach heran, _p.p._ herangebrochen, to dawn, to
break.

=herankommen=, _imp._ herankam or kamen heran, _p.p._ herangekommen,
to arrive, to come up, to approach.

=herankommend=, approaching.

=heranreiten=, _imp._ ritt heran or heran ritt, _p.p._ herangeritten,
to ride up.

=heraus=, out, outspoken.

=herauskommen=, _imp._ kam heraus _or_ herauskam, _p.p._
herausgekommen, to come out.

=herausziehen=, to pull out.

=herbei=, to the fore, up.

=herbeiholen=, _imp._ holte herbei, _p.p._ herbeigeholt, to fetch, to
send for, to bring out.

=herbeikommen=, _imp._ kam herbei, _p.p._ herbeigekommen, to come, to
assemble.

=herbeirufen=, _imp._ rief herbei, _p.p._ herbeigerufen, to call up.

=herbeischaffen=, to procure.

=herbeizuschaffen=, _see_ herbeischaffen.

=Herbst=, _m._, _pl._ -e, autumn, fall.

=Herbstlied=, _n._ autumn song.

=herein=, in, within.

=hereinlassen=, _imp._ lie herein, _p.p._ hereingelassen, to admit.

=hereinstrzen=, _imp._ strzte herein, _p.p._ hereingestrzt, to rush
in, to burst in.

=hereintrat=, _see_ hereintreten.

=hereintreten=, _imp._ trat herein, _p.p._ hereingetreten, to step in.

=herfliegen=, to fly thither.

=hergeben=, _imp._ gab her, _p.p._ hergegeben, to give up.

=hergehen=, _imp._ ging her, _p.p._ hergegangen, to walk or go here, to
go on, to happen.

=Herr=, _m._ Mr., master, lord; mein --, sir; -- Ritter, Sir Knight;
24, 15, Ihr Herren Riesen, Messrs. the Giants.

=Herrin=, _f._ mistress.

=herrlich=, lovely, splendid.

=Herrlichkeit=, _f._, _pl._ -en, magnificence.

=herrschen=, to rule.

=herstellen=, _imp._ stellte her, _p.p._ hergestellt, to place here, to
restore.

=herum=, around, about.

=herumfliegen=, _imp._ flog herum, _p.p._ herumgeflogen, to fly around.

=herumgehen=, _imp._ ging herum, _p.p._ herumgegangen, to go around.

=herumspringen=, _imp._ sprang herum, _p.p._ herumgesprungen, to jump
around, to frisk.

=herunter=, down, downward.

=herunterfallen=, _imp._ herunterfiel, _p.p._ heruntergefallen, to fall
down.

=herunterfiel=, _see_ herunterfallen.

=herunterschicken=, _imp._ schickte herunter, _p.p._ heruntergeschickt,
to send down.

=hervor=, out, forth.

=hervorquellen=, to stream out.

=Herz=, _n._, _pl._ -en, heart.

=herzhaft=, heartily.

=herzlich=, heartily.

=herzugeben=, _see_ hergeben.

=Heu=, _n._ hay.

=heulen=, to howl.

=heulend=, howling.

=Heuschrecke=, _f._ grasshopper.

=heute=, to-day; heut' abend, this evening.

=hie=, here; -- und da, now and then, here and there.

=hielt=, _see_ halten.

=hielt ... an=, _see_ anhalten.

=hielt ... inne=, _see_ innehalten.

=hielt ... still=, _see_ stillhalten.

=hier=, here; von -- aus, from now on, henceforth.

=hierher=, here thither.

=hiermit=, herewith.

=hie=, _see_ heien.

=hilf=, _see_ helfen; -- doch, do help.

=hilft=, _see_ helfen.

=Himmel=, _m._ heaven, sky; Himmels, heavenly.

=Himmelreich=, _n._ kingdom of heaven.

=hin=, thither.

=hinab=, down.

=hinabgehen=, _imp._ ging hinab, _p.p._ hinabgegangen, to go down.

=hinabgenommen=, taken down there.

=hinauf=, up, upward.

=hinaufgehen=, _imp._ ging hinauf, _p.p._ hinaufgegangen, to go up.

=hinaufklettern=, _imp._ kletterte hinauf, _p.p._ hinaufgeklettert, to
climb up.

=hinaufschauen=, _imp._ schaute hinauf, _p.p._ hinaufgeschaut, to gaze
up.

=hinauftragen=, _imp._ trug hinauf, _p.p._ hinaufgetragen, to carry up.

=hinaus=, out, outside, without.

=hinausfhren=, _imp._ fhrte hinaus, _p.p._ hinausgefhrt, to lead out.

=hinausgeworfen=, _see_ hinauswerfen.

=hinauswerfen=, to cast out.

=hinausstoen=, _imp._ stie hinaus, _p.p._ hinausgestoen, to turn
out, to utter.

=hinaustreiben=, _imp._ trieb hinaus, _p.p._ hinausgetrieben, to drive
out.

=Hindernis=, _n._, _pl._ -sse, hindrance.

=hindurch=, through, throughout.

=hinein=, within, in, inside.

=hineingehen=, _imp._ ging hinein, _p.p._ hineingegangen, to go in.

=hineinschreiten=, _imp._ schritt hinein, _p.p._ hineingeschritten, to
stride in.

=hineintragen=, _imp._ trug hinein, _p.p._ hineingetragen, to carry in.

=hinfllig=, decrepit.

=hing=, _see_ hangen.

=hingesetzt=, sat down there.

=hing ... herab=, _see_ herabhangen.

=hingehen=, _imp._ ging hin, _p.p._ hingegangen, to go thither.

=hingegangen=, _see_ hingehen.

=hinhalten=, _imp._ hielt hin, _p.p._ hingehalten, hold out to.

=hinhaltend=, holding out.

=hinkend=, limping.

=hinlegen=, to put down.

=hinschauen=, to gaze at.

=hinsetzen= (sich), _imp._ setzte hin, _p.p._ hingesetzt, to sit down
there, to put, to place.

=hinstellen=, _imp._ stellte hin, _p.p._ hingestellt, to put, to place.

=hinter=, behind.

=hintereinander=, consecutive.

=hinterlassen=, _imp._ hinterlie, _p.p._ hintergelassen, to leave, to
will.

=hinterlie=, _see_ hinterlassen.

=hinber=, over to the other side.

=hinbergehen=, to go over to the other side.

=hinbertragen=, to carry over to the other side.

=hinunter=, down; 18, 8, Ich mu --, I must go down there.

=hinunterfallen=, _imp._ fiel hinunter, _p.p._ hinuntergefallen, to
fall down.

=hinuntersteigen=, _imp._ stieg hinunter, _p.p._ hinuntergestiegen, to
climb down.

=hinunterstoen=, _imp._ stie hinunter, _p.p._ hinuntergestoen, to
push down.

=hinzufgen=, _imp._ fgte hinzu, _p.p._ hinzugefgt, to add.

=Hirtenknab'=, _m._ shepherd boy.

=hob ... auf=, _see_ aufheben.

=hob ... empor=, _see_ emporheben.

=hoch=, high.

=hochgeboren=, of noble birth.

=hchst=, high, -ly.

=hchsten=, highest.

=Hochzeit=, _f._ wedding.

=Hochzeitsfest=, _n._ wedding-feast.

=Hof=, _m._, _pl._ Hfe, court, yard.

=hoffen=, to hope.

=hflich=, polite, -ly.

=Hhe=, _f._ height; in die --, upward.

=hohem=, high; -- Alter, good old age.

=Hohenstaufen=, imperial family name.

=hher=, taller, higher.

=Hohenburg=, _f._ High Castle.

=hohl=, hollow.

=Hhle=, _f._, _pl._ -n, cave.

=hhnisch=, scornful, jeeringly.

=holen=, to get, to fetch.

=holten ... herbei=, _see_ herbeiholen.

=Holz=, _n._ wood.

=hlzern=, wooden.

=Holzhacker=, _m._ wood-cutter.

=Holzhackerfamilie=, _f._ the family of the wood-cutter.

=hren=, to hear.

=hre ... zu=, _see_ zuhren.

=hrte ... auf=, _see_ aufhren.

=Huhn=, _n._, _pl._ Hhner, chicken.

=Hlfe=, _f._ help.

=Hund=, _m._ dog.

=hlflos=, helpless.

=hllen=, to wrap.

=hundert=, hundred.

=Hunger=, _m._, hunger; -- leiden, to starve.

=hungrig=, hungry.

=Husar=, _m._, _pl._ -en, hussar.

=Hut=, _m._, _pl._ Hte, hat; _f._, _pl._ -en, protection, shelter,
keeping.

=Hutband=, _n._, hat-band.

=hten=, to watch, to guard.

=Htte=, _f._, _pl._ -n, hut, cottage.


I

=ich=, I; -- bin es, it is I; ich's = ich es.

=ihm=, him, to him, to it, to her.

=ihn=, him, it, them, to them.

=ihnen=, to them; 36, 11, ging es -- gut, all went well with them.

=Ihnen=, to you, to them, them, for you.

=Ihr=, you; ihr, your, to her, her, their.

=ihrer=, for them, to her, from her.

=ihrigen=, hers.

=im=, = in dem, in the.

=immer=, always.

=immerdar=, always there.

=in=, in.

=inbrnstig=, fervently.

=indem=, in which, while.

=Infanterie=, _f._ infantry.

=inmitten=, in the middle, in the midst.

=innehalten=, _imp._ hielt inne, _p.p._ innegehalten, to be silent,
stop.

=Innere=, inside.

=innig=, dearly.

=Innigkeit=, _f._ fervor.

=Interesse=, _n._, _pl._ -n, interest.

=irdisch=, earthly; das irdische verlor, lost all temporal blessings.

=irgend=, any.

=irren=, to err, to wander.

=ist=, _see_ sein, -- mir's doch, it seems to me.

=it=, _see_ essen.

=Italien=, _n._ Italy.

=Italiener=, _m._ Italian.

=Italienisch=, Italian.


J

=ja=, yes, indeed, surely, do (used to give emphasis).

=Jacob=, James.

=Jagd=, _f._, _pl._ -en, hunt, chase.

=jagen=, to rush, to gallop.

=Jahr=, _n._, _pl._ -e, year.

=Jahrhundert=, _n._ century.

=Jahrmarkt=, _m._ yearly market, fair.

=Jammern=, _n._ lamentations.

=jammern=, to lament.

=je=, ever, always.

=jede=, each, every, each one.

=Jedermann=, every one.

=jedesmal=, each time.

=jedoch=, still, though.

=Jemand=, somebody.

=jene=, that.

=jenseits=, on the other side.

=jetzt=, now.

=Joseph=, Joseph.

=Jovis=, Jove.

=jubeln=, to rejoice.

=jubelnd=, rejoicing.

=Jugendzeit=, _f._ youth.

=jung=, young.

=Junge=, _m._, _pl._ -n, lad, boy, youth.

=jnger=, younger.

=Jungfrau=, _f._, _pl._ -en, young lady.

=Jngling=, _m._, _pl._ -e, youth, young man.

=jngst=, a short time ago.

=jngste=, youngest.

=Junker=, _m._ huntsman.


K

=Kfig=, _m._ cage.

=Kaiser=, _m._ emperor.

=Kaiserheer=, _n._ imperial army.

=Kaiserin=, _f._ empress.

=kaiserlich=, imperial.

=kalt=, cold, -ly.

=Klte=, _f._ cold.

=kam=, =-en=, =kme=, =-n=, _see_ kommen.

=kam ... entgegen=, _see_ entgegenkommen.

=kam ... heraus=, _see_ herauskommen.

=kam ... vor=, _see_ vorkommen.

=kam ... zurck=, _see_ zurckkommen.

=kamen ... an=, _see_ ankommen.

=kamen ... herbei=, _see_ herbeikommen.

=Kamerad=, _m._, _pl._ -en, comrade.

=Kampf=, _m._ battle, fight, struggle.

=kann=, _see_ knnen; 44, 24, das kann ich, indeed I can.

=kannst=, _see_ knnen.

=kannte=, _see_ kennen.

=Kapelle=, _f._ chapel.

=Kapital=, _n._ capital.

=Kaplan=, _m._ chaplain.

=Kapuzen=, _pl._ hoods.

=Katze=, _f._ cat.

=kaufen=, to buy.

=Kaufladen=, _m._ shop.

=Kaufmann=, _m._, _pl._ Kaufleute, merchant.

=kaum=, scarcely, hardly.

=Kavallerie=, _f._ cavalry.

=kehrte ... ein=, _see_ einkehren.

=kehrte ... zurck=, went back.

=kein=, not any, not a, not one.

=Keller=, _m._ cellar.

=kennen=, _imp._ kannte, _p.p._ gekannt, to know.

=Kerker=, _m._ prison, cell, dungeon.

=Kerkerleben=, _n._ prison-life.

=Kerkermeister=, _m._ jailer.

=Kerl=, _m._ fellow.

=Kette=, _f._, _pl._ -n, chain.

=Kind=, _n._, _pl._ -er, child.

=Kinderfrau=, _f._ nurse.

=Kinderwrterin=, _f._ nurse.

=Kindeskinder=, _pl._ grandchildren.

=Kindlein=, _n._ little child.

=Kinn=, _n._ chin.

=Kirche=, _f._, _pl._ -n, church.

=Kirchenglocke=, _f._, _pl._ -n, church-bell.

=Kiste=, _f._, _pl._ -n, box.

=Klage=, _f._ complaint, lament.

=klagen=, to complain; um ihre Leiden zu --, to tell their woes.

=klglich=, pitiful, mournfully.

=klammern=, to cling, to clutch.

=Klang=, _pl._ Klnge, sound.

=klang=, _see_ klingen.

=klar=, clear.

=klatschen=, to clap.

=kleben=, to glue.

=Kleid=, _n._, _pl._ -er, dress, garment.

=Kleidchen=, _n._ little dress.

=kleiden=, to clothe.

=klein=, small, little.

=Kleine=, little one.

=Kleiner-Finger=, _m._ little finger.

=Kleinigkeit=, _f._ trifle.

=klettern=, to climb.

=klingen=, _imp._ klang, _p.p._ geklungen, to sound, to ring.

=klingeln=, to ring.

=Klirren=, _n._ clash.

=Klopfen=, _n._ beating, knocking.

=klopfen=, to rap, to knock; es klopfte, there was a knock.

=Kluft=, _f._, _pl._ Klfte, gap, cleft, gulf.

=klug=, smart, wise.

=klgsten=, wisest.

=Knabe=, _m._, _pl._ -n, boy.

=knallen=, to snap, to crack.

=Knecht=, _m._, _pl._ -e, man-servant, squire.

=Knie=, _n._, _pl._ -e, knee.

=knieen=, to kneel.

=kniete ... nieder=, _see_ niederknieen.

=Kobold=, _m._, _pl._ -e, dwarf.

=Koch=, _m._ cook.

=Kchin=, _f._ cook.

=Kohlenbrenner=, _m._ charcoal-burner.

=kommen=, _imp._ kam, _p.p._ gekommen, to come.

=Knig=, _m._, _pl._ -e, king.

=Knigin=, _f._ queen.

=knnen=, to be able, can; 79, 27, es knnte geben, there might be.

=Kopf=, _m._, _pl._ Kpfe, head.

=Kpfchen=, _n._ little head.

=Koralle=, _f._, _pl._ -n, coral.

=Korb=, _m._, _pl._ Krbe, basket.

=Krbchen=, _n._ little basket.

=Korn=, _n._ corn, grain.

=Kornfeld=, _n._, _pl._ -er, grain-field.

=Kost=, _f._ food, board.

=kostbar=, costly, precious.

=Kosten=, _pl._ the costs.

=kosten=, to cost; koste es mir, even if it were to cost me.

=Krachen=, _n._ the cracking.

=Kraft=, _f._, _pl._ Krfte, strength.

=Kralle=, _f._, _pl._ -n, claw.

=krampfhaft=, convulsively.

=krank=, sick, ill.

=Kranken=, sick people.

=Krankheit=, _f._ sickness.

=Kreis=, _m._, _pl._ -e, circle.

=kreucht und fleucht=, creeps and flies (_poet._).

=Kreuz=, _n._ cross.

=Kreuzzug=, _m._ crusade.

=kriechen=, _imp._ kroch, _p.p._ gekrochen, to creep, to crawl.

=Krieg=, _m._, _pl._ -e, war.

=kriegen=, to get.

=Krieger=, _m._ warrior.

=Kriegsro=, _n._ war-horse.

=Kriegsruf=, _m._ battle-cry.

=Krippe=, _f._, _pl._ -n, manger.

=krochen=, _see_ kriechen.

=Krone=, _f._ crown, calyx.

=Krug=, _m._, _pl._ Krge, crock, jug.

=Kche=, _f._, _pl._ -n, kitchen.

=Kuchen=, _m._ cake.

=khl=, cool; =-er=, cooler.

=khner=, bolder, more daring.

=Kummer=, _m._ grief, sorrow.

=Kund geben=, to proclaim, to make known.

=Knstler=, _m._ artist.

=knstlich=, artistic, -ally.

=Kunstwerk=, _n._, _pl._ -e, work of art.

=kupfern=, of copper.

=Kuppe=, _f._ top, peak.

=kurz=, short, -ly, in short.

=krzlich=, recently.

=kssen=, to kiss.

=kte=, _see_ kssen.


L

=lcheln=, to smile.

=lchelnd=, smiling.

=Lachen=, _n._ laughter.

=lachen=, to laugh.

=lachten ... aus=, _see_ auslachen.

=Laden=, _m._ store, shop.

=lag=, _see_ liegen.

=Lampe=, _f._ lamp.

=Land=, _n._, _pl._ Lnder, land, country; auf dem Lande, in the
country.

=Landhaus=, _n._ country-seat.

=Landhof=, _m._ yard of a country-house, rural court.

=lang=, long.

=langbeinig=, long-legged.

=lange=, a long time.

=Lange= (=der=), the long one, Longy.

=lnger=, longer; auf lngere Zeit, for some time.

=langsam=, slow, -ly.

=lngst=, longest; schon --, long ago, already.

=langeweilen= (sich), to be bored, to find the time long.

=langweilig=, boring, tiresome.

=Lanze=, _f._, _pl._ -n, lance.

=Lrm=, _m._ noise, bustle.

=las=, _see_ lesen.

=las ... vor=, _see_ vorlesen.

=lassen=, _imp._ lie, _p.p._ gelassen, to leave, to let.

=Last=, _f._, _pl._ -en, burden.

=la=, _see_ lassen.

=Laterne=, _f._, _pl._ -n, lantern.

=Lauf=, _m._ course.

=laufen=, _imp._ lief, _p.p._ gelaufen, to run.

=lauschen=, to listen.

=lauschend=, listening.

=laut=, loud, -ly, aloud.

=lauten=, to run, to say.

=luten=, to ring.

=lauter=, louder.

=lautrufen=, to cry loudly.

=lautweinend=, weeping.

=leben=, to live.

=Leben=, _n._ life; 89, 21, at the risk of my life.

=lebendig=, alive, lively.

=Lebenlang=, as long as I live.

=Lebensmittel=, _n._ provisions, food.

=lebensvoll=, full of life, lively.

=Leckerbissen=, _pl._ delicacies.

=ledig=, unmarried, single.

=leer=, empty.

=leeren=, to empty.

=legen=, to put, to lay.

=legen ... nieder= (sich), _see_ niederlegen.

=legte ... hin=, _see_ hinlegen.

=Lehen=, _n._ fief, fee.

=lehnen=, to lean.

=lehnte ... ab=, _see_ ablehnen.

=Lehnstuhl=, _m._, _pl._ Lehnsthle, armchair.

=Lehre=, _f._, _pl._ -n, lessons, teachings.

=lehren=, to teach.

=Lehrer=, _m._ teacher.

=Leib=, _m._, _pl._ -er, body.

=leicht=, easy, easily.

=leichter=, easier.

=Leid=, _n._, _pl._ -en, wrong, sorrow, trouble; was zu leide thun, to
harm; ein -- zufgen, do any harm.

=leid=, used with sein and thun: es thut mir --, I am sorry.

=leiden=, _imp._ litt, _p.p._ gelitten, to suffer, to endure.

=leidende=, suffering; die Leidenden, sufferers.

=leider=, the more is the pity.

=leihen=, _imp._ lieh, _p.p._ geliehen, to lend, to borrow.

=leise=, soft, -ly.

=leiten=, to keep, to govern, to direct.

=lenken=, to lead, to turn.

=lernen=, to learn.

=Lesen=, _n._ reading.

=lesen=, _imp._ las, _p.p._ gelesen, to read.

=lesend=, reading.

=letzte=, last.

=leuchten=, to light.

=Leute=, people.

=Licht=, _n._, _pl._ -e, light; ging ein -- auf, a light dawned upon.

=Lichtstrom=, _m._ stream of light.

=liebe=, dear, beloved.

=Liebe=, _f._ love; =-n=, beloved ones.

=lieben=, to love.

=liebend=, loving, in love.

=Liebeswort=, _n._ word of love.

=lieb haben=, to be fond of, to like.

=lieblich=, sweet, -ly.

=Liebling=, darling, favorite.

=liebsten=, dearest; am -- ist, likes best.

=Lied=, _n._, _pl._ -er, song.

=lief=, _see_ laufen.

=lief ... voraus=, _see_ vorauslaufen.

=liegen=, _imp._ lag, _p.p._ gelegen, to lie.

=lies=, _see_ lesen.

=lie=, _see_ lassen; -- holen _or_ kommen, sent for; -- binden, bade
them bind; -- vermuten, made him suppose; -- sagen, sent word.

=Linden=, a proper name.

=links=, left, to the left.

=Lippe=, _f._, _pl._ -n, lip.

=litt=, _see_ leiden.

=Lob=, _n._ praise.

=loben=, to praise.

=lockenhaarige=, curly-haired.

=Lohn=, _m._ pay, reward.

=los=, rid; -- zu sein, to get rid of.

=lsen= (sich), to loose, to untie, to release, to solve.

=lud ... ein=, _see_ einladen.

=Luft=, _f._, _pl._ Lfte, air.

=lgen=, to lie.

=Lgner=, _m._ liar.

=Lust=, _f._ pleasure.

=lustig=, merry, merrily.

=Lustschlo=, _n._ castle in the country.


M

=machen=, to do, to make; sich --, to set to; -- Sie Platz, make room.

=machst=, _see_ machen.

=Macht=, _f._, _pl._ Mchte, power, might.

=machte ... auf=, _see_ aufmachen.

=machte ... zu=, _see_ zumachen.

=mchtig=, powerful, -ly.

=mchtig werden=, to become master of, to take possession of.

=mchtiger=, mightier.

=Mdchen=, _n._ girl, maid.

=mag=, _see_ mgen.

=Magd=, _f._, _pl._ Mgde, maid-servant.

=mager=, thin.

=Mahlzeit=, _f._ meal.

=mahnen=, to admonish, to recommend.

=Majestt=, _f._ majesty.

=Mal=, _n._ time.

=malen=, to paint.

=Malkasten=, _m._ paint-box.

=man=, one, they, people.

=manche=, many a.

=Manches=, many a thing.

=manchmal=, often, many a time.

=Mangel=, _m._ want.

=Mann=, _m._, _pl._ Mnner, man, husband; 29, 12, men.

=Mantel=, _m._, _pl._ Mntel, cloak.

=Mrchen=, _n._ fairy-tales.

=Maria=, Mary.

=Markt=, _m._, _pl._ Mrkte, market, commerce, trade; auf den --, to
market.

=Marktplatz=, market-place.

=Markttag=, _m._ market-day.

=marmelsteinern=, of marble.

=Marmortisch=, _m._ marble table.

=Mauer=, _f._, _pl._ -n, wall.

=Meer=, _n._ sea.

=Meeresstille=, _f._ calm at sea.

=mehr=, more, longer.

=mehrere=, several.

=mehrmals=, repeatedly.

=Meile=, _f._, _pl._ -n, mile.

=mein=, my, mine.

=meinen=, to think, to mean.

=meisten=, most; =-s=, mostly.

=melden=, to announce.

=Menge=, _f._, _pl._ -n, multitude, quantity.

=Mensch=, _m._, _pl._ -en, man, human being.

=menschlich=, human.

=merken=, to notice, to mark.

=merkwrdig=, wonderful, marvelous.

=Metall=, _n._ metal.

=mich=, me.

=Michel=, Michael.

=Miene=, _f._ mien.

=Miete=, _f._ rent.

=mieten=, to rent, to hire.

=Milch=, _f._ milk.

=Mineralreich=, _n._ mineral kingdom.

=Minute=, _f._, _pl._ -n, minute.

=mir=, me, from me, to me; 40, 27, -- ist nicht ganz wohl, I don't feel
quite well.

=mit=, with, to, along, too.

=mitbringen=, _imp._ brachte mit, _p.p._ mitgebracht, to bring along.

=mitgebracht=, _see_ mitbringen.

=mitgenommen=, _see_ mitnehmen.

=mitgeteilt=, _see_ mitteilen.

=mitkommen=, _imp._ kam mit, _p.p._ mitgekommen, to come along.

=Mitleid=, _n._ compassion.

=mitleidig=, compassionate, -ly.

=mitnahmen=, _see_ mitnehmen.

=mitnehmen=, _imp._ nahm mit, _p.p._ mitgenommen, to take along.

=mitsingen=, _imp._ sang mit, _p.p._ mitgesungen, to sing too.

=Mittag=, _m._ noon, dinner.

=Mitte=, _f._ middle.

=mitteilen=, _imp._ teilte mit, _p.p._ mitgeteilt, to impart, to inform.

=Mittel=, _n._ means, way.

=Mittelfinger=, _m._ middle-finger.

=mitten=, in the middle, in the midst.

=Mitternacht=, _f._ midnight.

=mchte=, would like; _see_ mgen; -- gar gern haben, would very much
like to have.

=mgen=, _imp._ mochte, _p.p._ gemocht, to be able (may, might, can,
would, etc.).

=mglich=, possible, -ly; ich that mein mgliches, I did my best.

=Monat=, _m._, _pl._ -e, month.

=Mond=, _m._ moon.

=Mondenglanz=, moonlight.

=Moos=, _n._, _pl._ -e, moss.

=moosig=, mossy.

=Morcheln=, mushrooms.

=morden=, to murder.

=Mrder=, _m._ murderer.

=Morgen=, _m._ morning; am --, in the morning; heut' --, this morning.

=morgen=, to-morrow, the morrow.

=Morgengesang=, morning song.

=Morgenlied=, morning song.

=Morgenrot=, morning red, sunrise.

=morgens=, in the morning, mornings.

=Morgenstrahl=, morning sunbeam.

=morsch=, moldy.

=mde=, tired.

=Mhe=, pains, trouble; sich -- geben, to take pains.

=Mhle=, _f._ mill.

=mhsam=, painful, -ly.

=Mller=, _m._ miller.

=Mnster=, _m._ cathedral.

=munter=, gay, jolly, merry.

=Murren=, _n._ murmur.

=murrend=, cross, muttering, murmuring.

=Musik=, _f._ music.

=Muster=, _n._ pattern, model.

=Musterhaus=, _n._ model house.

=mustern=, to review.

=mssen=, to be obliged, to be forced, must, ought.

=mu=, _see_ mssen; 61, 20, mut mit, must come with me.

=Miggang=, _m._ idleness.

=Mut=, _m._ courage.

=mutig=, brave, -ly.

=Mutter=, _f._, _pl._ Mtter, mother.

=Muttergrund=, native soil.

=Mutterhaus=, home.

=Mutterlaut=, familiar sound.

=Muttersprache=, native language.

=Mtze=, _f._, _pl._ -n, cap.


N

=nach=, after, according to, to, for, toward; -- und --, little by
little.

=Nachbar=, _m._, _pl._ -n, neighbor.

=nachdem=, after.

=Nachdenken=, _n._ meditation.

=nachdenklich=, thoughtful, -ly, meditatively.

=nachfolgen=, _imp._ folgte nach, _p.p._ nachgefolgt, to follow.

=nachher=, after, afterwards, later.

=Nachkommen=, _pl._ descendants.

=nachlssig=, careless, -ly.

=nachmachen=, _imp._ machte nach, _p.p._ nachgemacht, to imitate, to
copy.

=Nachmittag=, _m._ afternoon; =-s=, in the afternoon.

=Nachricht=, _f._, _pl._ -en, news.

=nachriefen=, _see_ nachrufen.

=nachrufen=, _imp._ rief nach, _p.p._ nachgerufen, to call after, to
cry.

=nachsann=, _see_ nachsinnen.

=nachsehen=, _imp._ sah nach, _p.p._ nachgesehen, to see to, to look
after.

=nachsinnen=, _imp._ sann nach, _p.p._ nachgesonnen, to reflect, to
think over.

=nchste=, next.

=nachsuchen=, _imp._ suchte nach, _p.p._ nachgesucht, to hunt for, to
seek.

=Nacht=, _f._, _pl._ Nchte, night.

=Nachtigall=, _f._ nightingale.

=nchtlich=, nightly.

=Nachtruhe=, _f._ quiet _or_ peace of night, night-rest.

=nachts=, at night.

=nackt=, naked, bare.

=Nagel=, _m._ nail.

=nahe=, near, near by, close.

=Nhe=, _f._ neighborhood.

=nahen=, to draw near.

=nhen=, to sew.

=nher=, nearer.

=nhern=, to approach, to draw near.

=nahm=, =-en=, _see_ nehmen.

=nahm ... ab=, _see_ abnehmen.

=nahm ... mit=, _see_ mitnehmen.

=Nahrungsmittel=, _n._ food, provisions.

=Name=, _m._, _pl._ -n, name.

=Nation=, _f._, _pl._ -en, nation.

=natrlich=, natural, -ly, of course.

=natrlicherweise=, as a matter of course.

=Nebel=, _m._ fog.

=nebelig= _or_ =neblig=, foggy.

=neben=, beside, next.

=Nebenzimmer=, _n._ adjoining room.

=nebst=, beside.

=nehme ... auf=, _see_ aufnehmen.

=nehmen=, _imp._ nahm, _p.p._ genommen, to take.

=nehmend=, taking.

=nehmt=, _see_ nehmen; -- mir das Kind aus dem Arme, take the child
from me.

=nehmt ... hin=, take.

=nein=, no.

=nennen=, _imp._ nannte, _p.p._ genannt, to name.

=Nessel=, _f._, _pl._ -n, nettle.

=Nest=, _n._, _pl._ -er, nest.

=neu=, new; von neuem an, anew.

=neugierig=, inquisitive, -ly.

=Neujahr=, _n._ New Year.

=Neujahrsabend=, _m._ New Year's eve.

=Neujahrslied=, _n._ New Year's song.

=Neujahrsmorgen=, _m._ New Year's morn.

=Neujahrstag=, _m._ New Year's day.

=nicht=, no, not.

=nichts=, nothing, in no wise, naught.

=nie=, never.

=nicken=, to nod.

=nieder=, down, below.

=niederbrennen=, _imp._ brannte nieder, _p.p._ niedergebrannt, to burn
down.

=niedergebrannt=, _see_ niederbrennen.

=niederknieen=, to kneel down.

=niederlegen= (sich), _imp._ legte nieder, _p.p._ niedergelegt, to lie
down.

=niedersetzen= (sich), _imp._ setzte nieder, _p.p._, niedergesetzt, to
sit down.

=niedersinken=, _imp._ sank nieder, _p.p._ niedergesunken, to sink down.

=niedrig=, low.

=niemals=, never.

=Niemand=, -en, nobody.

=nimm ... an=, _see_ annehmen.

=nimmermehr=, nevermore.

=nirgend=, nowhere.

=noch=, yet, still, again; weder ... --, neither ... nor; -- nicht, not
yet; -- einmal, once more.

=Nord=, _m._ -en, north.

=Nord-Deutschland=, Northern Germany.

=Not=, _f._ need, trouble, want; ihnen seine -- zu klagen, to tell them
of his woes.

=ntig=, necessary; -- haben, to need.

=Nu=, im --, in the twinkling of an eye.

=nun=, well, now, therefore; von -- an, henceforth.

=nur=, only.

=Nu=, _f._, _pl._ Nsse, nut.

=Nubaum=, _m._, _pl._ Nubume, nut-tree.

=Nutz=, _m._, _pl._ -en, use; von -en, of use.

=ntzen=, to be of use; -- mir nicht viel, are not of much use to me.


O

=ob=, whether, if.

=Obdach=, _n._ shelter, home.

=oben=, up, above; dort --, up yonder.

=obere=, top, above.

=Oberflche=, _f._ surface.

=Oberst=, _m._, _pl._ -e, captain.

=obgewaltet=, _see_ obwalten.

=obgleich=, although.

=Obhut=, _f._ protection.

=obschon=, although.

=obwalten=, to direct.

=obwohl=, although.

=oder=, or.

=Ofen=, _m._, _pl._ fen, stove, oven.

=offen=, open.

=ffentlich=, publicly.

=Officier=, _m._, _pl._ -e, officer.

=ffnen=, to open.

=ffnung=, _f._, _pl._ -en, opening.

=oft=, often.

=fter=, oftener.

=oftmals=, often, oftentimes.

=ohne=, without; -- dies, besides.

=ohnmchtig=, unconscious.

=Ohr=, _n._, _pl._ -en, ear.

=Ohrfeige=, _f._ box on the ear.

=Oktober=, _m._ October.

=Ordnung=, _f._ order; in --, all right.

=Ort=, _m._, _pl._ rter, place, spot.

=Ottilie=, a proper name.


P

=Paar=, _n._, _pl._ -e, pair, couple.

=Pack=, _m._, _pl._ Pcke, pack.

=packen=, to pack, to seize.

=Page=, _m._, _pl._ -n, page.

=Palast=, _m._, _pl._ Palste, palace.

=Pantoffel=, _m._, _pl._ -n, slipper.

=Papier=, _n._, _pl._ -e, paper.

=Papierbogen=, _m._ sheet of paper.

=Park=, _m._ park.

=pat=, suits.

=pat ... auf=, pay attention; _see_ aufpassen.

=Patientin=, _f._ patient.

=Pause=, _f._, _pl._ -n, pause.

=Peitsche=, _f._, _pl._ -n, whip.

=Perle=, _f._ pearl.

=Perlenkrone=, _f._ crown of pearls.

=Person=, _f._, _pl._ -en, person.

=Pfad=, _m._, _pl._ -e, path.

=Pfeife=, _f._ pipe.

=Pfeil=, _m._ arrow.

=Pfeiler=, _m._ pillar.

=pfeilschnell=, quick as a flash (arrow).

=Pfennig=, _m._, _pl._ -e, penny.

=Pferd=, _n._, _pl._ -e, horse.

=pfeifen=, _imp._ pfiff, _p.p._ gepfiffen, to whistle.

=pfiff=, _see_ pfeifen.

=Pfirsche=, _f._, _pl._ -n, peach.

=Pflaume=, _f._ plum.

=Pflanzenreich=, _n._ vegetable kingdom.

=Pflanzenwelt=, _f._ vegetable world.

=pflegen=, to be in the habit, to tend, to nurse; 113, 22, 25, is in
the habit of.

=Pflicht=, _f._ duty.

=pflcken=, to pick, to gather.

=Pforte=, _f._, _pl._ -n, gate, gateway, wicket.

=Pfrtner=, _m._ porter.

=Pfrtnerin=, _f._ portress.

=Pfrtnerwohnung=, _f._ lodge.

=Pilger=, _m._ pilgrim.

=Pilgerfahrt=, _f._ pilgrimage.

=Pilgerrock=, _m._ pilgrim garb.

=Pilgerzimmer=, _n._ pilgrim's room.

=Plan=, _m._, _pl._ Plne, plan.

=Platz=, _m._, _pl._ Pltze, place, spot.

=plaudern=, to chatter.

=pltzlich=, suddenly.

=plndern=, to rob, to spoil.

=Pochen=, _n._ beating, knocking.

=pochen=, to beat, to knock.

=Poet=, _m._, _pl._ -en, poet.

=Pracht=, _f._ magnificence.

=prchtig=, fine, grand, splendid.

=prachtvoll=, magnificent.

=prahlen=, to boast.

=prangen=, to make parade, to deck themselves.

=Preis=, cost, price, prize.

=pressen=, _imp._ prete, _p.p._ gepret, to press, to urge.

=Prinz=, _m._, _pl._ -en, prince.

=Prinzessin=, _f._ princess.

=Produckt=, produce, sum.

=Privatzimmer=, _n._ private room.

=Proze=, _m._, _pl._ -sse, lawsuit.

=Prophezeihung=, _f._ prophecy.

=prfen=, to try, to test.

=prgeln=, to beat.

=Pult=, _n._ desk.

=pnktlich=, carefully, punctual, -ly.

=Puppe=, _f._, _pl._ -n, doll.

=Purpur=, _m._ purple.

=purpurfarbig=, purple-colored.


Q

=Qual=, torment.

=Quitte=, _f._, _pl._ -n, quince.


R

=Rabe=, _m._, _pl._ -n, crow, raven.

=rchen= (sich), to revenge one's self.

=Rand=, _m._, _pl._ Rnder, edge.

=rannte=, _see_ rennen.

=rasch=, quick, quickly, fast.

=Rasen=, _m._ turf, grass.

=Rat=, _m._ advice, counsel.

=raten=, _imp._ riet, _p.p._ geraten, to advise.

=Ratgeber=, _m._ adviser.

=Ratibor=, a proper name.

=Ratschlag=, _m._, _pl._ Ratschlge, advice.

=rauben=, to rob, to steal.

=Ruber=, _m._ robber.

=Raubvogel=, _m._, _pl._ Raubvgel, bird of prey.

=rauchen=, to smoke.

=rauh=, cold, rough, hard, raw.

=Raum=, _m._, _pl._ Rume, room, place.

=Rauschen=, _n._ rustle.

=Rebe=, _f._, _pl._ -n, vine.

=Rebenlaub=, _n._ vine-leaf.

=Rechnen=, _n._ arithmetic.

=rechnen=, to do sums.

=Recht=, right; -- haben, to be right; das ist mir schon --, that suits
me perfectly.

=recht=, right; rechts, to the right.

=reden=, to talk.

=redete ... an=, _see_ anreden.

=regelmig=, regular, -ly.

=regen= (sich), to move, to stir.

=Regiment=, _n._, _pl._ -er, regiment.

=Regung=, _f._ motion.

=regungslos=, motionless.

=reich=, rich, richly.

=Reich=, _n._, _pl._ -e, kingdom.

=reichen=, to give, to hand.

=reicher=, richer.

=reichlich=, richly.

=Reichtum=, _m._, _pl._ Reichtmer, wealth.

=reif=, ripe.

=reifen=, to ripen.

=Reihe=, _f._, _pl._ -n, turn; der -- nach, in turn.

=Reihenfolge=, _f._ succession.

=rein=, clear, clean, pure.

=reinigen=, to clean.

=reinlich=, neat, -ly, clean, -ly.

=Reise=, _f._, _pl._ -n, journey; auf der -- war, was traveling.

=reisen=, to journey.

=reisen ... ab=, _see_ abreisen.

=Reisende=, _m._, _pl._ -n, traveler.

=reien=, _imp._ ri, _p.p._ gerissen, to tear.

=reiten=, _imp._ ritt, _p.p._ geritten, to ride.

=Reiter=, _m._ rider, horseman, cavalryman.

=Reitersmann=, _m._ cavalryman.

=reizend=, bewitching.

=rennen=, _imp._ rannte, _p.p._ gerannt, to run.

=retten=, to rescue, to save.

=rettende=, saving, rescuing.

=Retterin=, _f._ rescuer.

=richten=, to direct; (sich), to act.

=Richter=, _m._ judge.

=richtig=, right.

=Richtung=, _f._, _pl._ -en, direction.

=rief=, _see_ rufen.

=rief ... aus=, _see_ ausrufen.

=rief ... zu=, _see_ zurufen.

=riefen ... laut=, _see_ lautrufen.

=Riese=, _m._, _pl._ -n, giant.

=Riesengebirge=, mountains in Germany.

=rieten=, _see_ raten.

=Ring=, _m._, _pl._ -e, ring.

=Ringeltanz=, ring-around-a-rosy dance.

=Ring-Finger=, _m._ ring-finger.

=rings=, around; ringsum, all around.

=rinnen=, rann, geronnen, trickle.

=ri=, _see_ reien.

=ri ... aus=, _see_ ausreien.

=Rita=, Daisy.

=ritt=, _see_ reiten.

=Ritter=, _m._ knight; Herr --, Sir Knight; zum Ritter geschlagen,
knighted.

=Rock=, _m._, _pl._ Rcke, coat.

=rohen=, rude, rough.

=Rosa=, Rose.

=Rose=, _f._, _pl._ -n, rose.

=rosenrot=, pink, rosy red.

=Ro=, _n._, _pl._ -sse, steed.

=rot=, red; wird --, gets red.

=Rotbart=, _m._ Barbarossa.

=rotbrtig=, red bearded.

=rotgeweint=, reddened by tears.

=Rbe=, _f._, _pl._ -n carrot.

=Rbensamen=, _m._ carrot-seed.

=Rbezahl=, _m._ the carrot counter.

=Rubin=, _m._, _pl._ -e, ruby.

=Rcken=, _m._ back.

=Rckkehr=, _f._ return.

=Ruf=, _m._, _pl._ -e, call.

=rufen=, _imp._ rief, _p.p._ gerufen, to call, to exclaim.

=Ruhe=, _f._ rest, peace.

=Ruhebett=, _n._ lounge.

=ruhen=, to rest.

=ruhig=, quiet, -ly.

=rhmen=, to praise.

=rhren=, to touch, to move.

=Rhrung=, _f._ emotion.

=Ruine=, _f._, _pl._ -n, ruin.

=Runde=, _f._ rounds.

=runzelnd=, wrinkling.

=Rstung=, _f._, _pl._ -en, armor.


S

=Saal=, _m._, _pl._ Sle, hall.

=Sache=, _f._, _pl._ -n, matter, affair, thing.

=Sachlage=, _f._ state of affairs, matter.

=Sachwalter=, _m._ lawyer.

=Sack=, _m._, _pl._ Scke, sack, bag.

=sen=, to sow.

=Saft=, _m._, _pl._ Sfte, sap, juice.

=sagen=, to say, to tell.

=sah=, _see_ sehen.

=sah ... an=, _see_ ansehen.

=sah ... aus=, _see_ aussehen.

=sah ... um=, _see_ umsehen.

=sammeln=, to gather, to assemble.

=sammt=, with, together with.

=Sand=, _m._ sand.

=sandte=, _see_ senden.

=sanft=, soft, -ly, gentle, mild, -ly.

=sang=, _see_ singen.

=sang ... mit=, _see_ mitsingen.

=sank=, _see_ sinken.

=sank ... nieder=, _see_ niedersinken.

=sank ... zurck=, _see_ zurcksinken.

=sann=, _see_ sinnen.

=sann ... nach=, _see_ nachsinnen.

=Sans-Souci=, without a care.

=Saphiren=, sapphires.

=sa=, _see_ sitzen.

=Schaar=, _f._, _pl._ -en, troop.

=Schade=, _m._, _pl._ -n, harm, damage, pity; es ist --, it is a pity.

=schaden=, to harm.

=schdlich=, injurious.

=schaffen=, to work, to remove.

=Schale=, _f._ shell.

=schallen=, to resound.

=schmen= (sich), to be ashamed.

=scharf=, sharp, -ly.

=Scharfugige=, the sharp-eyed, Sharpy.

=Schatten=, _m._ shadow.

=Schatz=, _m._, _pl._ Schtze, treasure.

=schtzen=, to prize.

=Schatzhter=, _m._ guardian of treasure.

=Schatzkammer=, _f._ treasure-room.

=schauen=, to gaze, to look at.

=schaute ... an=, _see_ anschauen.

=schaute ... hinauf=, _see_ hinaufschauen.

=schaute ... zu=, _see_ zuschauen.

=scheiden=, _imp._ schied, _p.p._ geschieden, to die, to depart, to
separate.

=Schein=, _m._ splendor, glow.

=scheinen=, _imp._ schien, _p.p._ geschienen, to seem, to appear.

=Schelten=, _n._ scolding.

=scheltende=, scolding.

=schenken=, to give, to grant.

=Scheune=, _f._ barn.

=schicken=, to send.

=schickte ... ab=, _see_ abschicken.

=schickte ... aus=, _see_ ausschicken.

=schien=, _see_ scheinen.

=schieen=, _imp._ scho, _p.p._ geschossen, to shoot.

=Schild=, _m._, _pl._ -e, shield.

=Schlaf=, _m._ sleep.

=schlafen=, _imp._ schlief, _p.p._ geschlafen, to sleep.

=schlafend=, sleeping.

=Schlafgemach=, _n._ bedroom.

=Schlaflied=, _n._ lullaby.

=schlfrig=, sleepy.

=Schlafrock=, _m._ dressing-gown.

=schlagen=, _imp._ schlug, _p.p._ geschlagen, to strike, to fight, to
clap, to slap.

=schlang=, _see_ schlingen.

=schlecht=, bad, wicked.

=schleichen=, _imp._ schlich, _p.p._ geschlichen, to slip, to creep.

=schlendernd=, loitering, loafing.

=schlich=, _see_ schleichen.

=schlief ... ein=, _see_ einschlafen.

=schlieen=, _imp._ schlo, _p.p._ geschlossen, to close, to lock.

=schliet ... zu=, _see_ zuschlieen.

=schlimm=, bad, wicked; =-er=, _comp._

=schlingen=, _imp._ schlang, _p.p._ geschlungen, to clasp.

=schlo=, _see_ schlieen.

=Schlo=, _n._, _pl._ Schlsser, castle, lock.

=Schlohof=, _m._, _pl._ Schlohfe, castle court-yard.

=Schlokapelle=, _f._ chapel of the castle.

=schluchzen=, _n._ sobbing.

=schluchzen=, to sob.

=schluchzend=, sobbing.

=schlug=, _see_ schlagen.

=schlug ... aus=, _see_ ausschlagen.

=schlug ... vor=, _see_ vorschlagen.

=schlug ... zurck=, _see_ zurckschlagen.

=Schlssel=, _m._ key.

=schmecken=, to taste.

=Schmeichelreden=, caressing words.

=schmelzen=, to melt.

=Schmerz=, _m._ pain.

=schmerzen=, to ache, to pain.

=schmerzhaft=, painful, -ly.

=schmerzlich=, painful, -ly, deeply.

=schmunzeln=, to grin.

=Schnee=, _m._ snow.

=Schneeball=, _m._ snowball.

=schnell=, quick, -ly.

=Schnelle=, _f._ rapidity.

=schon=, already.

=schn=, fine, beautiful.

=Schne=, _f._ beauty.

=schner=, more beautiful.

=Schnheit=, _f._ beauty.

=Scho=, _m._ lap.

=scho=, _see_ schieen.

=Schreck=, _m._ fright, terror.

=schrecklich=, frightful.

=Schreiben=, _n._ a document, a paper, writing.

=schreiben=, _imp._ schrieb, _p.p._ geschrieben, to write.

=Schreiber=, _m._ clerk.

=schreien=, _imp._ schrie, _p.p._ geschrieen, to scream, to cry.

=Schreien=, _n._ screaming.

=Schreihals=, _m._, _pl._ -hlse, squaller.

=Schreiner=, _m._ joiner.

=schreiten=, _imp._ schritt, _p.p._ geschritten, to stride, to walk.

=schrie=, _see_ schreien.

=schrie ... auf=, aufschreien, to exclaim.

=schrieb=, _see_ schreiben.

=Schrift=, _f._, _pl._ -en, writing.

=Schriftsteller=, _m._ author.

=Schritt=, _m._, _pl._ -e, step, stride.

=schritt=, _see_ schreiten.

=schritt ... hinein=, _see_ hineinschreiten.

=schchtern=, shy, shyly.

=Schuh=, _m._, _pl._ -e, shoe.

=Schuld=, _f._, _pl._ -en, debt.

=schuldig=, owe, indebted, guilty.

=Schule=, _f._, _pl._ -n, school.

=Schler=, _m._ scholar.

=Schulter=, _f._ shoulder.

=Schssel=, _f._, _pl._ -n, dish.

=schtteln=, to shake.

=Schutz=, _m._ protection.

=Schtz=, _m._ archer.

=schtzen=, to guard, to protect.

=Schwaben=, Swabia.

=schwach=, weak, -ly.

=Schwachen=, weak people.

=schwcher=, weaker.

=Schwalbe=, _f._, _pl._ -n, swallow.

=schwankte=, tipped.

=schwarz=, black.

=schweben=, to hover, to flutter.

=Schweigen=, _n._ silence.

=schweigen=, _imp._ schwieg, _p.p._ geschwiegen, to be silent; -- Sie,
be silent.

=schweigend=, silent, -ly.

=schwer=, heavy, serious, hard, difficult.

=Schwert=, _n._, _pl._ -er, sword.

=Schwerthieb=, _m._ sword-thrust.

=Schwester=, _f._, _pl._ -n, sister.

=schwiegen=, _see_ schweigen.

=Schwiegermutter=, _f._ mother-in-law.

=Schwiegersohn=, _m._ son-in-law.

=schwindelt=, dizzy; mir --, I am dizzy.

=schwinden=, to vanish.

=schwingen=, to swing, to brandish.

=schwingend=, swinging.

=schwor=, _see_ schwren.

=schwren=, _imp._ schwur, _p.p._ geschworen, to swear, to take an oath.

=Sebastian=, a proper name.

=sechs=, six.

=sechster=, sixth.

=See=, _m._ lake.

=Segen=, _m._ blessing.

=sehen=, _imp._ sah, _p.p._ gesehen, to see; zu -- war, was to be seen.

=sehnen=, to long for.

=sehr=, very, much, great, -ly, a great deal.

=seht ... an=, _see_ ansehen.

=sei=, =seid=, _see_ sein.

=Seil=, _n._, _pl._ -e, rope.

=sein=, his, its, her.

=sein=, _imp._ war, _p.p._ gewesen, to be; _sometimes used for_ to
have.

=seit=, since.

=seitdem=, since then.

=Seite=, _f._, _pl._ -n, side, direction.

=selben=, selfsame.

=selbst=, self, even.

=Selbstberwindung=, _f._ self mastery.

=selige=, blessed, soulful.

=senden=, _imp._ sandte, _p.p._ gesandt, to send.

=sendet ... aus=, _see_ aussenden.

=setzen=, to put, to place, to set; sich --, to sit.

=setzte ... dahin=, _see_ dahinsetzen.

=setzte ... hin=, _see_ hinsetzen.

=seufzen=, to sigh.

=Seufzer=, _m._ sigh.

=sich=, one's self, herself, himself, itself.

=sicher=, sure, -ly, safe.

=sichern=, to assure.

=sicherte ... zu=, _see_ zusichern.

=Sie=, you.

=sie=, she, it, they, them.

=sieben=, seven.

=siebzehn=, seventeen.

=Sieger=, _m._ victor.

=siehe=, _see_ sehen.

=siehest ... aus=, _see_ aussehen.

=Silbergeld=, _n._ silver money.

=silbern=, of silver.

=sind=, _see_ sein.

=Singen=, _n._ singing.

=singen=, _imp._ sang, _p.p._ gesungen, to sing.

=sinken=, _imp._ sank, _p.p._ gesunken, to sink.

=Sinn=, _m._ mind.

=sinnen=, _imp._ sann, _p.p._ gesonnen, to think, to reflect.

=Sitte=, _f._, _pl._ -n, custom.

=sitzen=, _imp._ sa, _p.p._ gesessen, to sit.

=so=, so, thus, like, you don't mean to say so; -- wie, just like.

=sobald=, as soon as.

=soeben=, just.

=sogar=, even.

=sogleich=, right away.

=Sohn=, _m._, _pl._ Shne, son.

=solch=, such, such a.

=Soldat=, _m._, _pl._ -en, soldier.

=sollen=, to be obliged, shall, ought, etc.

=sollst=, _see_ sollen.

=sollte=, should; _see_ sollen.

=sonderbar=, strange, queer.

=sondern=, but.

=Sonnenaufgang=, _m._ sunrise.

=Sonnenschein=, _m._ sunshine.

=Sonntag=, _m._ Sunday.

=sonst=, besides, unless, or, or else.

=Sophie=, Sophy.

=Sorge=, _f._, _pl._ -n, care, trouble.

=sorgen=, to care for, to take care of.

=sorgfltig=, careful, -ly.

=Sorglichkeit=, _f._ carefulness.

=sowohl=, as well as.

=spalten=, to split, to crack.

=sparsam=, economical.

=spt=, late, -ly.

=spter=, later.

=Speicher=, _m._ granary, magazine.

=Speise=, _f._, _pl._ -n, meat, food, dish.

=speisen=, to dine.

=Speisesaal=, _m._ dining-room.

=sperren=, to block, to close.

=Spiel=, _n._, _pl._ -e, play, game; auf das -- gesetzt, to set at
stake; gute Miene zum bsen -- zu machen, to face trouble bravely.

=spielen=, to play.

=Spielsachen=, toys.

=Spielzeug=, _n._ plaything.

=Spinnen=, _n._ spinning.

=Spinnrad=, _n._ spinning-wheel.

=Spitze=, _f._, _pl._ -n, head, point.

=sprach=, _see_ sprechen.

=Sprache=, _f._, _pl._ -n, language, speech, talk.

=sprachlos=, speechless, -ly.

=sprang=, _see_ springen.

=sprang ... auf=, _see_ aufspringen.

=sprang ... fort=, _see_ fortspringen.

=sprechen=, _imp._ sprach, _p.p._ gesprochen, to speak, to talk; zu --,
to be spoken to.

=sprengte ... davon=, _see_ davonsprengen.

=sprich=, _see_ sprechen.

=springen=, _imp._ sprang, _p.p._ gesprungen, to jump, to spring.

=Spruch=, _m._, _pl._ Sprche, maxims.

=Spur=, _f._, _pl._ -en, trace.

=Stadt=, _f._, _pl._ Stdte, city.

=sthlern=, of steel.

=Stall=, _m._, _pl._ Stlle, stable.

=stammeln=, to stammer.

=stampfen=, to stamp.

=Stand=, _m._ rank; Ihres Standes wrdig, suitable to her rank.

=stand=, _see_ stehen.

=stand ... auf=, _see_ aufstehen.

=Stange=, _f._, _pl._ -n, pole.

=starb=, _see_ sterben.

=stark=, strong, -ly.

=strkende=, strengthening.

=strker=, stronger.

=strkste=, strongest.

=starren=, to be stiff, to bristle.

=statt=, instead.

=stattfinden=, _imp._ fand statt, _p.p._ stattgefunden, to take place,
to occur.

=stattlich=, tall, stately.

=Statue=, _f._, _pl._ -n, statue.

=stechen=, _imp._ stach, _p.p._ gestochen, to prick.

=stecken=, to put, to place.

=stehen=, _imp._ stand, _p.p._ gestanden, to stand, to be.

=stehlen=, _imp._ stahl, _p.p._ gestohlen, to steal.

=steigen=, _imp._ stieg, _p.p._ gestiegen, to climb.

=steil=, steep, straight.

=Stein=, _m._, _pl._ -e, stone.

=steinern=, of stone.

=steinig=, stony.

=Stelle=, _f._, _pl._ -n, place, spot, position.

=stellen=, to put, to place, to post.

=stellte ... hin=, _see_ hinstellen.

=stellte ... vor=, _see_ vorstellen.

=sterben=, _imp._ starb, _p.p._ gestorben, to die.

=Stern=, _m._, _pl._ -e, star.

=stets=, ever, always.

=Stich=, _m._, _pl._ -e, pain, stitch.

=Stiefel=, _m._, _pl._ -- _or_ -n, boot.

=stieg=, _see_ steigen.

=stieg ... auf=, _see_ aufsteigen.

=stieg ... empor=, _see_ emporsteigen.

=stieg ... nieder=, went down.

=stiegen ... hinunter=, _see_ hinuntersteigen.

=still=, still, quiet, -ly; 41, 27, be quiet; 42, 14, -- doch, do be
quiet.

=Stille=, _f._ stillness.

=stillhalten=, to stop.

=stillstehen=, to stand still.

=Stimme=, _f._, _pl._ -n, voice.

=stimmte ... ein=, _see_ einstimmen.

=stirbt=, _see_ sterben.

=Stirne=, _f._ forehead.

=Stock=, _m._, _pl._ Stcke, stick.

=Stockwerk=, _n._ story, floor.

=stolz=, proud, -ly; -- auf, proud of.

=Stoppelfelder=, stubble-fields.

=Storch=, _m._, _pl._ Strche, stork.

=strahlen=, to beam, to shine.

=Strae=, _f._, _pl._ -n, street, road.

=strecken=, to stretch.

=streckte ... aus=, _see_ ausstrecken.

=Streif=, _m._, _pl._ -en, streak.

=streifte ... ab=, pulled off.

=Streit=, _m._ battle, fight.

=streiten=, _imp._ stritt, _p.p._ gestritten, to fight, to struggle.

=Streiter=, _m._ fighter.

=Streitro=, _n._ war-horse.

=streng=, stern, -ly.

=Strick=, _m._, _pl._ -e, rope, cord.

=Strickarbeit=, _f._ knitting-work.

=stricken=, to knit.

=Stricken=, _n._ knitting.

=Stroh=, _n._ straw.

=Strom=, _m._, _pl._ Strme, stream, river.

=Strumpf=, _m._, _pl._ Strmpfe, stocking.

=Stube=, _f._, _pl._ -n, room.

=Stck=, _n._, _pl._ -e, piece.

=Stckchen=, _n._ little piece.

=Student=, _m._, _pl._ -en, student.

=studieren=, to study.

=Stuhl=, _m._, _pl._ Sthle, chair.

=stumm=, dumb, silent.

=Stunde=, _f._, _pl._ -n, hour, lesson.

=stnden=, _poet. for_ stehen.

=stundenlang=, for hours at a time.

=strmen=, to rush, to storm.

=Sturmglock'=, _f._ alarm-bell.

=Sturmwind=, _m._ storm-wind.

=Sturz=, _m._ fall.

=strzen=, to fall, to hurl.

=sttzen=, to support, to rest.

=suchen=, to seek.

=suchte ... auf=, _see_ aufsuchen.

=suchte ... nach=, _see_ nachsuchen.

=Sd=, _m._ south.

=Summe=, _f._ sum.

=Snde=, _f._ sin.

=Suppe=, _f._, _pl._ -n, soup.

=s=, sweet.


T

=Tafel=, _f._ board.

=Tag=, _m._, _pl._ -e, day; eines Tages, one day.

=tagelang=, all day long, for days at a time.

=tagen=, to dawn.

=tglich=, daily.

=Tannenburg=, Pine _or_ Fir Castle.

=Tannenwald=, _m._ pine-forest.

=tanzen=, to dance.

=tapfer=, brave, -ly.

=tapferste=, bravest.

=Tasche=, _f._, _pl._ -n, pocket.

=Taube=, _f._ dove, pigeon.

=tausend=, thousand.

=tausendmal=, thousand times.

=Teil=, _m. and n._, _pl._ -e, part.

=teilen=, to share, to divide.

=teilte ... mit=, _see_ mitteilen.

=Teilung=, _f._ division.

=Teller=, _m._ plate.

=Testament=, _n._ will.

=teuer=, dear, precious.

=Thal=, _n._, _pl._ Thler, valley.

=Thaler= = thaler (German dollar).

=That=, _f._, _pl._ -en, deed.

=that=, _see_ thun.

=Thtigkeit=, _f._ activity.

=Thema=, _n._ theme, subject.

=Thor=, _n._, _pl._ -e, gate, gateway, wicket.

=Thrne=, _f._, _pl._ -n, tear.

=Thron=, _m._, _pl._ -en, throne.

=Thun=, _n._ doings.

=thun=, _imp._ that, _p.p._ gethan, to do, to make; was --, what's to
be done.

=Thr=, =-e=, _f._, _pl._ Thren, door.

=Thringen=, Thuringia.

=thust=, _see_ thun; -- du stolz mit, art thou proud of.

=thut ... auf=, _see_ aufthun.

=tief=, deep, -ly, low.

=Tiefe=, _f._, _pl._ -n, depth.

=tiefer=, lower, deeper.

=Tier=, _n._, _pl._ -e, animal.

=Tierreich=, _n._ animal kingdom.

=Tisch=, _m._, _pl._ -e, table.

=Tischnachbar=, _m._ neighbor at table.

=Tochter=, _f._, _pl._ Tchter, daughter.

=Tchterchen=, _n._ little daughter.

=Tod=, _m._ death; sind Sie des Todes, you are a dead man.

=Todesstille=, _f._ deathly stillness.

=Ton=, _m._, _pl._ Tne, sound, tone.

=tot=, dead.

=tten=, to kill.

=trge=, lazy, indolent.

=tragen=, _imp._ trug, _p.p._ getragen, to carry, to wear, to bear.

=trage ... an=, _see_ antragen.

=Trger=, _m._ porter.

=Trgheit=, _f._ laziness.

=trank=, _see_ trinken.

=trat=, _see_ treten.

=trat ... ein=, _see_ eintreten.

=Traube=, _f._, _pl._ -n, grape.

=trauen=, to marry.

=Traum=, _m._, _pl._ Trume, dream.

=trumen=, to dream.

=Trumerei=, _f._, _pl._ -en, dream, fancy, day-dream.

=traurig=, sad, -ly.

=traut=, cozy.

=treffen=, to hit, to befall.

=Treiben=, _n._ working, doing.

=treiben=, _imp._ trieb, _p.p._ getrieben, to drive, to do.

=trennen=, to part.

=Treppe=, _f._, _pl._ -n, stair.

=treten=, _imp._ trat, _p.p._ getreten, to step, to tread.

=treu=, true, faithful.

=trinken=, _imp._ trank, _p.p._ getrunken, to drink.

=triumphierend=, triumphantly.

=Trompete=, _f._ trumpet.

=Trost=, _m._ consolation.

=trsten=, to comfort.

=trstende=, comforting.

=trotz=, in spite of.

=trotzdem=, although, in spite of.

=trb=, sad, doleful.

=trug=, _see_ tragen.

=Truppe=, _f._, _pl._ -n, troop.

=Tuch=, _n._, _pl._ Tcher, shawl.

=tchtig=, good, thorough, -ly.

=Tugend=, _f._, _pl._ -en, virtue.

=tugendhaft=, virtuous.

=Tugendwege=, _pl._ paths of virtue.

=Turm=, _m._, _pl._ Trme, tower.

=Turmthre=, _f._ tower-door.

=Turnier=, _n._, _pl._ -e, tournament.


U

=ben=, to practice, to use.

=ber=, over, across, above, at.

=berall=, everywhere.

=berbringen=, _imp._ brachte ber, _p.p._ bergebracht, to deliver, to
bring over.

=bergab=, _see_ bergeben.

=bergeben=, _imp._ bergab, _p.p._ bergegeben, to hand over to
surrender.

=berlisten=, to outwit.

=bermannen=, to overpower, to master, to overcome.

=bermorgen=, day after to-morrow.

=bernachten=, to spend the night.

=bernehmen=, _imp._ bernahm, _p.p._ bergenommen, to undertake.

=berragen=, to tower above.

=berraschen=, to surprise.

=berrascht=, surprised.

=berraschung=, _f._ surprise.

=berschallen=, to sound above.

=berwinden=, to conquer.

=berwunden=, _see_ berwinden.

=Uhlan=, _m._, _pl._ -en, lancer.

=Uhr=, _f._, _pl._ -en, hour, o'clock.

=um=, around, about, concerning, in order to, at, for, so as to.

=umarmen=, to hug, to clasp.

=umfangen=, _imp._ umfing, _p.p._ umfangen, to clasp, to hug.

=umfing=, _see_ umfangen.

=Umgegend=, _f._ surroundings, neighborhood.

=umher=, around, about.

=umherblicken=, _imp._ blickte umher, _p.p._ umhergeblickt, to glance
about.

=umherschlendern=, to loiter around.

=umherziehen=, _imp._ zog umher, _p.p._ umhergezogen, to go around.

=umlegen=, _imp._ legte um, _p.p._ umgelegt, to put on, to don.

=umringen=, to surround.

=umsahen=, _see_ umsehen.

=umsehen=, _imp._ sah um, _p.p._ umgesehen, to look around.

=umsonst=, in vain.

=umwandte=, _see_ umwenden.

=umwenden=, _imp._ wandte um, _p.p._ umgewandt, to turn around.

=unappetitlich=, unappetizing.

=unaufhrlich=, incessantly.

=unbefangen=, easy, easily.

=Unbekannter=, _m._ unknown man.

=unbemerkt=, unnoticed.

=unbestraft=, unpunished.

=unbewacht=, unwatched.

=und=, and.

=unerfahren=, inexperienced.

=unermdlich=, unweariedly.

=unertrglich=, unbearable.

=unfhig=, incapable.

=Unfug=, _m._ disorder, misdemeanor.

=Ungeduld=, _f._ impatience.

=ungeduldig=, impatient, -ly.

=ungefhr=, about, nearly.

=ungefhrdet=, unharmed.

=ungehalten=, indignant, -ly, angry.

=ungeheuer=, immense.

=ungehindert=, unhindered.

=ungelegen=, inopportune; kam mir sehr --, was very inconvenient for me.

=ungeschickt=, awkward, -ly.

=ungesehen=, unseen.

=ungewohnt=, unaccustomed.

=Unglck=, _n._ misfortune.

=unglcklich=, unhappy.

=Unglcklichen=, unhappy people.

=unhflich=, unpolite, -ly.

=Uniform=, _f._ uniform.

=unmglich=, impossible.

=unordentlich=, disorderly.

=uns=, us, to us.

=unschuldig=, innocent.

=unser=, our.

=unsrigen=, ours.

=unter=, under, among.

=unterbrach=, _see_ unterbrechen.

=unterbrechen=, _imp._ unterbrach, _p.p._ unterbrochen, to interrupt.

=unterdessen=, meanwhile, in the mean time.

=unterdrckt=, suppressed.

=untergehen=, _imp._ ging unter, _p.p._ untergegangen, to set, to go
down.

=unterging=, _see_ untergehen.

=unterhalten=, _imp._ unterhielt, _p.p._ unterhalten, to entertain.

=unterhaltend=, entertaining.

=Unterhaltung=, _f._ conversation.

=unterirdisch=, subterranean.

=Unterredung=, _f._ conversation.

=Unterricht=, _m._ lesson, tuition.

=unterrichten=, to teach.

=untersuchen=, to investigate.

=Unterthan=, _m._, _pl._ -en, subject, vassal.

=unterwegs=, on the way.

=unterzeichnen=, to sign.

=unthtig=, incapable.

=unverschmt=, impudent.

=unwissend=, ignorant.

=uralt=, very old, antique.

=Ursache=, _f._ cause.


V

=Vasall=, _m._, _pl._ -en, vassal.

=Vater=, _m._, _pl._ Vter, father.

=Vaterland=, _n._ native country.

=verabschieden=, _imp._ verabschiedete, _p.p._ verabgeschiedet, to take
leave.

=verabschiedete=, _see_ verabschieden.

=verchtlich=, contemptuously.

=verndern=, to change.

=Vernderung=, _f._ change.

=verantwortlich=, answerable, responsible.

=Verband=, _m._ bandage.

=verbergen=, _imp._ verbarg, _p.p._ verborgen, to hide.

=verbeugen=, to bow.

=verborgen=, hidden.

=verbracht=, _see_ verbringen.

=verbrauchen=, to spend.

=verbrennen=, _imp._ verbrannte, _p.p._ verbrannt, to burn up.

=verbringen=, _imp._ verbrachte, _p.p._ verbracht, spent.

=verbunden=, bound, bandaged.

=Verbndete=, _m._ ally.

=verdanken=, to owe.

=verdienen=, to earn, to deserve.

=verderben=, _imp._ verdarb, _p.p._ verdorben, to spoil, to ruin.

=verdorben=, _see_ verderben.

=vereinen=, to be unanimous, to unite.

=vereint=, unanimously, united.

=verfertigen=, to make, to finish.

=verfolgen=, to pursue.

=vergangen=, _see_ vergehen.

=verga=, _see_ vergessen.

=vergebens=, vainly.

=vergeblich=, vainly.

=vergehen=, _imp._ verging, _p.p._ vergangen, to pass.

=vergelten=, _imp._ vergalt, _p.p._ vergolten, to reward; vergelt' es
Gott, God reward you.

=vergessen=, _imp._ verga, _p.p._ vergessen, to forget.

=verging=, _see_ vergehen.

=vergi=, _see_ vergessen.

=vergleichen=, _imp._ verglich, _p.p._ verglichen, to compare.

=verglich=, _see_ vergleichen.

=Vergngen=, _n._ pleasure.

=vergngen=, to satisfy, to please.

=vergngt=, contented, pleased.

=vergraben=, _imp._ vergrub, _p.p._ vergraben, to bury.

=vergrub=, _see_ vergraben.

=Verhaft=, _m._ arrest.

=verhaften=, to arrest.

=verhehlen=, to conceal, to hide.

=verheiraten=, to marry.

=verhindern=, to prevent.

=verhungern=, to starve.

=verirren=, to go astray, to lose.

=verkaufen=, to sell.

=verkleiden=, to disguise.

=verkrzen=, to shorten.

=verlangen=, to demand, to request.

=verlngern=, to lengthen.

=verlassen=, _imp._ verlie, _p.p._ verlassen, to leave, to forsake.

=verlegen=, embarrassed.

=verletzen=, to wound, to hurt.

=verleumden=, to slander.

=verlieren=, _imp._ verlor, _p.p._ verloren, to lose.

=verlie=, _see_ verlassen.

=Verlobte=, _m. and f._ betrothed.

=verloren=, _see_ verlieren.

=Verlust=, _m._, _pl._ -e, loss.

=vermissen=, to miss.

=Vermgen=, _n._ fortune.

=vermuten=, to suspect, to suppose.

=vernahm=, _see_ vernehmen.

=vernehmen=, _imp._ vernahm, _p.p._ vernommen, to hear, to learn.

=verraten=, _imp._ verriet, _p.p._ verraten, to betray.

=verrichten=, to do, to say.

=verrckt=, crazy.

=Vers=, _m._, _pl._ -e, verse.

=versagen=, to deny, to refuse.

=versammeln=, to collect, to assemble.

=verscheiden=, _imp._ verschied, _p.p._ verscheiden, to die, to depart.

=verscheuchen=, to drive away.

=verschiebe=, postpone; 80, 12, never put off till to-morrow what you
can do to-day.

=verschied=, _see_ verscheiden.

=verschlieen=, _imp._ verschlo, _p.p._ verschlossen, to lock.

=verschlingen=, _imp._ verschlang, _p.p._ verschlungen, to swallow.

=verschlossen=, _see_ verschlieen.

=verschlungen=, _see_ verschlingen.

=verschollen=, obsolete, forgotten.

=verschonen=, to spare.

=verschreiben=, _imp._ verschrieb, _p.p._ verschrieben, to prescribe.

=Verschreibung=, _f._, _pl._ -en, prescription.

=verschwand=, _see_ verschwinden.

=verschwinden=, _imp._ verschwand, _p.p._ verschwunden, to vanish.

=verschwunden=, _see_ verschwinden.

=versetzen=, to set, to deck, to stud, to speak (_poet._).

=versichern=, to assure.

=versorgen=, to care for, to take care of, to provide.

=versprach=, _see_ versprechen.

=Versprechen=, _n._ promise.

=versprechen=, _imp._ versprach, _p.p._ versprochen, to promise.

=verstand=, _see_ verstehen.

=verstndig=, intelligent, knowing.

=verstecken=, to hide.

=verstehen=, _imp._ verstand, _p.p._ verstanden, to understand.

=versteinern=, to petrify.

=verstorben=, dead.

=verstummte=, was silent.

=Versuch=, _m._, _pl._ -e, attempt.

=versuchen=, to try, to taste.

=verteidigen=, to defend.

=vertiefen=, to sink, to burrow.

=vertrauen=, to trust.

=vertrieben=, driven away.

=vertrocknet=, dried up.

=verunglcken=, to fall, to come to grief.

=verursachen=, to occasion.

=verwaist=, orphaned.

=Verwalter=, _m._ director, lawyer.

=verwandeln=, to transform.

=Verwandte=, _m._, _pl._ -n, relative.

=verweigern=, to refuse.

=verweilen=, to tarry, to spend.

=verwitwen=, to widow.

=verwitwete=, widowed.

=verwhnen=, to spoil.

=verwundet=, wounded.

=verwundern=, to wonder at.

=verwundert=, amazed, wonderingly.

=Verwundeter=, _m._, _pl._ -en, wounded.

=verzhlen=, to miscount.

=verzaubert=, bewitched, under a spell.

=verzehren=, to devour, to squander.

=verzeihen=, _imp._ verzieh, _p.p._ verziehen, to forgive.

=Verzeihung=, _f._ forgiveness.

=verziert=, decorated.

=verzweifelnd=, despairing, -ly.

=Verzweiflung=, _f._ despair.

=Vieh=, _n._ cattle.

=viel=, much, many, very.

=vieles=, much, many things.

=vielleicht=, perhaps.

=vier=, four.

=viereckig=, four-cornered.

=vierzehnten=, fourteenth.

=Vogel=, _m._, _pl._ Vgel, bird.

=Vogelnest=, _n._, _pl._ -er, bird's nest.

=voll=, full, full of.

=vollenden=, to finish, to accomplish.

=voller=, complete.

=vllig=, wholly, completely.

=Voltaire=, a French writer.

=vom= = von dem.

=von=, from, of, by, with, about.

=vor=, before, in front of, through, by, ago.

=voran=, ahead.

=voraus=, ahead.

=vorauslaufen=, _imp._ lief voraus, _p.p._ vorausgelaufen, to run ahead.

=vorbei=, over, passed.

=vorbereiten=, to prepare.

=Vorgnger=, _m._ predecessor.

=vorgehen=, _imp._ vorging, _p.p._ vorgegangen, to happen.

=vorging=, _see_ vorgehen.

=Vorhang=, _m._ curtain, veil.

=vorkommen=, _imp._ kam vor, _p.p._ vorgekommen, to appear, to seem.

=vorlesen=, _imp._ las vor, _p.p._ vorgelesen, to read aloud.

=vornahmen=, _see_ vornehmen.

=vornehm=, well bred, distinguished.

=vornehmen=, _imp._ nahm vor, _p.p._ vorgenommen, to determine, to
undertake.

=vors= = vor das.

=Vorschlag=, _m._ proposal.

=vorschlagen=, to propose.

=vorsingen=, _imp._ sang vor, _p.p._ vorgesungen, to sing to.

=vorspringend=, projecting.

=vorstellen=, _imp._ stellte vor, _p.p._ vorgestellt, to place before,
to introduce.

=vorstrecken=, to advance, to lend.

=vortrefflich=, excellent.

=vorber=, over.

=Vorwand=, _m._ pretext, excuse.

=vorwrts=, forward, on.

=Vorwurf=, _m._, _pl._ Vorwrfe, reproach.

=vorziehen=, to prefer.

=vorzubereiten=, _see_ vorbereiten.

=vorzulesen=, _see_ vorlesen.


W

=Waare=, _f._, _pl._ -n, ware.

=wach=, awake.

=Wache=, _f._ watch.

=wachen=, to watch, to wake.

=wachsen=, _imp._ wuchs, _p.p._ gewachsen, to grow.

=wachste ... auf=, _see_ aufwachsen.

=Wchter=, _m._ sentinel.

=wackere=, brave, bold, worthy.

=Waffe=, _f._, _pl._ -n, weapon.

=Wagen=, _m._ carriage, wagon.

=wagen=, to risk, to venture.

=Wahl=, _f._ choice.

=whlen=, to choose.

=whnen=, to fancy, to mention.

=wahr=, true; nicht --? is not that so?

=whrend=, as, while, during.

=Wahrheit=, _f._ truth.

=wahrscheinlich=, probably.

=Waise=, _m. and f._ orphan.

=Wald=, _m._, _pl._ Wlder, wood.

=Waldecke=, _f._ corner of the woods.

=wallen=, to surge, to wave.

=walten=, to reign.

=Wand=, _f._, _pl._ Wnde, wall.

=wandern=, to wander, to stray.

=Wanderung=, _f._, _pl._ -en, wanderings.

=Wange=, _f._, _pl._ -n, cheek.

=wann=, when.

=Wappen=, _n._ coat of arms.

=war=, =waren=, _see_ sein.

=ward=, _see_ werden.

=wre=, =wren=, _subj. of_ sein.

=warfen=, _see_ werfen.

=warm=, warm.

=warnen=, to warn.

=Warnung=, _f._ warning.

=Warte=, _f._ watch-tower; auf die -- gehen, to go up on the watch
tower.

=Warten=, _n._ waiting; lie sich das -- gefallen, waited willingly.

=warten=, to wait.

=wartende=, waiting.

=warum=, why.

=was=, what, that, which; -- haben Wie? what is the matter with you?

=waschen= (sich), _imp._ wusch, _p.p._ gewaschen, to wash.

=Wasser=, _n._ water.

=weckten ... auf=, _see_ aufwecken.

=weder=, neither; -- ... noch, neither ... nor.

=Weg=, _m._, _pl._ -e, road, way; an dem Wege, by the roadside.

=weg=, away.

=wegen=, on account.

=weggeben=, to give away.

=weggehen=, _imp._ ging weg, _p.p._ weggegangen, to go away.

=weggeweht=, _see_ wegwehen.

=wegrumen=, to clear away, to remove.

=wegwehen=, _imp._ wehte weg, _p.p._ weggeweht, to blow away.

=Weh=, woe; -- mir, woe is me; -- thun, to hurt.

=wehren=, to defend.

=weht=, blows.

=Weib=, _n._, _pl._ -er, wife, woman.

=weigern=, to refuse; (sich), to defend one's self.

=Weih=, _m._ kite.

=Weihnacht=, _f._, _pl._ -en, Christmas.

=Weihnachtsabend=, _m._ Christmas eve.

=Weihnachtskuchen=, _m._ Christmas cake.

=Weihnachtslied=, _n._ Christmas carol.

=Weihnachtsgru=, _m._ Christmas greeting.

=weil=, because, for.

=Weile=, _f._, _pl._ -n, while, time.

=weilen=, to tarry.

=Wein=, _m._, _pl._ -e, wine.

=weinen=, to weep.

=Weinen=, _n._ weeping.

=weinend=, weeping.

=Weise=, _f._, _pl._ -n, way.

=weisen=, _imp._ wies, _p.p._ gewiesen, to show, to point out.

=weiser=, wiser.

=wei=, white.

=wei=, _see_ wissen.

=weit=, far, spacious, wide, broad.

=Weite=, _f._ space, distance.

=weiter=, farther, further on.

=welche=, which, who, that.

=welken=, to fade.

=Welle=, _f._, _pl._ -n, wave.

=Welt=, _f._, _pl._ -en, world.

=wenig=, little, small in quantity.

=wenigstens=, at least.

=wenn=, if, when.

=wer=, who, he who; wer's, he who it.

=werden=, _imp._ ward, wurde, _p.p._ geworden, to become, to be, to
grow, to get, shall, should.

=werfen=, _imp._ warf, _p.p._ geworfen, to throw, to cast.

=Wetter=, _n._ weather.

=wickeln=, to wrap, to wind.

=widerstehen=, to resist.

=wie=, as, how, like.

=wieder=, again.

=wiederholen=, to repeat.

=Wiedersehen=, _n._ seeing again; auf --, farewell.

=wiederkommen=, to come again.

=Wiese=, _f._, _pl._ -n, meadow.

=Wiesenstrau=, _m._ bouquet of wild flowers.

=wieviel=, how much.

=wild=, wild.

=will=, _see_ wollen.

=Wille=, _m._ will; Gottes --, the will of God.

=willig=, willingly.

=willkommen=, welcome.

=willst=, _see_ wollen.

=Wind=, _m._, _pl._ -e, wind.

=Wink=, _m._, _pl._ -e, sign.

=winken=, to wave, to signal, to motion.

=winkte ... zu=, _see_ zuwinken.

=Winter=, _m._ winter.

=Winterabend=, _m._ winter evening.

=Wintervgel=, _m._, _pl._ winter birds.

=Winterzeit=, _f._ winter time.

=Winzerinnen=, the women gathering grapes.

=winzig=, tiny.

=wir=, we.

=wird=, _see_ werden.

=wirf=, _see_ werfen.

=wirklich=, really.

=wirst=, _see_ werden.

=Wirt=, _m._ innkeeper.

=Wirtshaus=, _n._ inn, hotel.

=wissen=, _imp._ wute, _p.p._ gewut, to know.

=Witwe=, _f._ widow.

=wo=, where.

=wchentlich=, weekly.

=wogend=, tossing, waving.

=woher=, from where, whence.

=wohin=, whither.

=wohl=, well; 2, 10, Ist wohl die Thr offen? Can it be that the door
is open? -- ihm, blessed is he.

=wohlbehalten=, unharmed, in good condition.

=wohlhabender=, richer.

=Wohlsein=, _n._ good health, well-being.

=Wohlthterin=, _f._ benefactress.

=wohlwollend=, kindly, benevolent, -ly.

=wohnen=, to live, to dwell.

=Wohnzimmer=, _n._ sitting-room.

=Wlbung=, _f._ dome.

=Wolf=, _m._, _pl._ Wlfe, wolf.

=Wolke=, _f._, _pl._ -n, cloud.

=wollen=, to wish, to want, will, shall, should, would.

=wollenen=, of wool.

=wonnesam=, blissful.

=woran=, of what, on which.

=worauf=, on which.

=worden=, _see_ werden.

=worin=, in which, wherein.

=Wort=, _n._, _pl._ -e, _or_ Wrter, word, promise; -- halten, to keep
a promise; nahm das --, spoke.

=wozu=, wherefore.

=wuchsen=, _see_ wachsen.

=Wunde=, _f._, _pl._ -n, wound.

=Wunder=, _n._ wonder.

=wunderbar=, wonderful, -ly.

=Wunderdinge=, magical objects.

=wundern= (sich), to wonder.

=wundersam=, marvelous.

=wunderschn=, very beautiful.

=Wundertisch=, _m._ magic table.

=Wunsch=, _m._, _pl._ Wnsche, wish.

=wnschen=, to wish.

=Wste=, _f._ desert.

=wurde=, _see_ werden; -- gewahr, became aware of.

=wrde=, _subj. of_ werden.

=wrdig=, worthy.

=wusch sich=, _see_ sich waschen.

=wute=, _see_ wissen.


Z

=Zahl=, _f._ number.

=zahlen=, to pay.

=zhlen=, to count.

=Zhlung=, _f._ count, sum.

=zahm=, tame.

=zankende=, =zankhaft=, quarrelsome.

=zart=, delicate, tender, -ly, gingerly.

=zrtlich=, tenderly.

=Zauberer=, _m._ magician.

=Zauberstbchen=, _n._ wand.

=Zaudern=, _n._ hesitation.

=zaudern=, to hesitate.

=z. B.= _abbreviation for_ zum Beispiel, for example, e.g.

=Zeche=, _f._, _pl._ -n, bill, score.

=zehn=, ten.

=Zehente=, _n._ tenth.

=Zeichen=, _n._ sign.

=zeichnen=, to draw.

=Zeichnung=, _f._, _pl._ -en, drawing.

=Zeigefinger=, _m._ index-finger.

=zeigen=, to show.

=ziehe ... herum=, roam around.

=Zeile=, _f._, _pl._ -n, line.

=Zeit=, _f._, _pl._ -en, time.

=zeitig=, timely; recht --, in good time.

=Zeitlang=, a certain space of time.

=Zeitung=, _f._, _pl._ -en, newspaper.

=zerbarst=, _see_ zerbersten.

=zerbersten=, _imp._ zerbarst, _p.p._ zerborsten, to burst asunder.

=zerfallen=, _imp._ zerfiel, _p.p._ zerfallen, to fall to pieces.

=zerfiel=, _see_ zerfallen.

=zerreien=, _imp._ zerri, _p.p._ zerrissen, to tear; -- wollen, was
on the point of tearing to pieces.

=zerrissen=, _see_ zerreien.

=zerspalten=, to split to pieces.

=zersprang=, _see_ zerspringen.

=zerspringen=, _imp._ zersprang, _p.p._ zersprungen, to explode, to
burst.

=zerstreuen=, to amuse.

=zertrmmern=, to destroy.

=Ziege=, _f._, _pl._ -n, goat.

=ziehen=, _imp._ zog, _p.p._ gezogen, to draw, to pull, to go, to grow,
to tramp.

=ziehn ... umher=, are going the rounds.

=zieht=, _see_ ziehen.

=ziemlich=, quite, pretty.

=Zimmer=, _n._ room.

=Zimmerleute=, carpenters.

=Zins=, _m._, _pl._ -e, interest.

=Zittern=, _n._ trembling.

=zittern=, to tremble.

=zitternd=, trembling.

=zog=, _see_ ziehen.

=zog ... an=, _see_ anziehen.

=zog ... aus=, _see_ ausziehen.

=zog ... heraus=, _see_ herausziehen.

=zog ... zurck=, _see_ zurckziehen.

=zgern=, to hesitate.

=zgernd=, hesitating.

=Zorn=, _m._ anger, wrath.

=zornig=, angry, angrily.

=zu=, for, to, at, too.

=zubereiten=, to prepare.

=zubringen=, _imp._ brachte zu, _p.p._ zugebracht, to spend, to pass.

=Zuckerwerk=, _n._ sweets, candy.

=zuerst=, at first.

=zufallen=, _imp._ fiel zu, _p.p._ zugefallen, to close, to shut.

=zufllig=, accidentally.

=zufielen=, _see_ zufallen.

=zuflsternd=, whispering to.

=zufrieden=, satisfied, contented.

=zufgen=, _imp._ fgte zu, _p.p._ zugefgt, to do, to add.

=zufhren=, _imp._ fhrte zu, _p.p._ zugefhrt, to lead to.

=zugehen=, _imp._ ging zu, _p.p._ zugegangen, to go towards, to occur,
to pass.

=Zgel=, _m._ rein, bridle.

=zugleich=, at the same time.

=zuhren=, _imp._ hrte zu, _p.p._ zugehrt, to listen.

=zuletzt=, finally, at last.

=zum= = zu dem.

=zumachen=, _imp._ machte zu, _p.p._ zugemacht, to shut.

=zndete ... an=, _see_ anznden.

=Zunge=, _f._, _pl._ -n, language, tongue.

=zur= = zu der.

=zurief=, _see_ zurufen.

=zurckbezahlen=, to pay back.

=zurckbleiben=, _imp._ blieb zurck, _p.p._ zurckgeblieben, to remain
behind, to be outdone.

=zurckbringen=, _imp._ brachte zurck, _p.p._ zurckgebracht, to bring
back.

=zurckfhren=, _imp._ fhrte zurck, _p.p._ zurckgefhrt, to lead
back.

=zurckgeben=, _imp._ gab zurck, _p.p._ zurckgegeben, to give back.

=zurckgehen=, _imp._ ging zurck, _p.p._ zurckgegangen, to go back.

=zurckhaben=, to get back.

=zurckkam=, _see_ zurckkommen.

=zurckkommen=, _imp._ kam zurck, _p.p._ zurckgekommen, to come back.

=zurcklegen=, to go over.

=zurcklehnen=, _imp._ lehnte zurck, _p.p._ zurckgelehnt, to lean
back.

=zurckschlagen=, to throw back.

=zurckschicken=, _imp._ schickte zurck, _p.p._ zurckgeschickt, to
send back.

=zurcksinken=, _imp._ sank zurck, _p.p._ zurckgesunken, to sink back.

=zurckziehen=, _imp._ zog zurck, _p.p._ zurckgezogen, to draw back,
to retire.

=zurckzugeben=, _see_ zurckgeben.

=zurckzuzahlen=, to pay back.

=zurufen=, _imp._ rief zu, _p.p._ zugerufen, to call to.

=zurufend=, calling to.

=zusammen=, together.

=zuschauen=, _imp._ schaute zu, _p.p._ zugeschaut, to gaze at.

=zuschlieen=, _imp._ schlo zu, _p.p._ zugeschlossen, to lock, to shut.

=zuschlo=, _see_ zuschlieen.

=zusichern=, _imp._ sicherte zu, _p.p._ zugesichert, to assure.

=Zustand=, _m._ condition, state.

=zuversichtlich=, confidently.

=zuvor=, before.

=zuwider=, distasteful.

=zuwinken=, _imp._ winkte zu, _p.p._ zugewinkt, to sign, to wave.

=zwanzig=, twenty.

=zwar=, it is true.

=zwei=, two.

=Zweig=, _m._ branch, twig.

=zweite=, second.

=zweitens=, secondly.

=Zwerg=, _m._, _pl._ -e, dwarf.

=zwinken=, to blink.

=zwischen=, between.

=zwlf=, twelve.

=zwlfte=, twelfth.




  [ Transcriber's Note:

      Every effort has been made to replicate this text as faithfully
      as possible, including inconsistencies in spelling and
      hyphenation. Obvious typographical and punctuation errors
      repaired.
  ]





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H. A. Guerber

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK MARCHEN UND ERZAHLUNGEN FUR ANFANGER ***

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assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
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Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
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501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
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http://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
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permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

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business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at http://pglaf.org

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     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


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