The Project Gutenberg EBook of Theophano, by Otto Anthes and Paul Graener

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Title: Theophano
       Oper in drei Aufzgen

Author: Otto Anthes
        Paul Graener

Release Date: September 10, 2013 [EBook #43687]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

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Theophano


Oper in drei Aufzgen

Dichtung von Otto Anthes

Musik von Paul Graener

Alle Rechte, insbesondere das bersetzungsrecht vorbehalten.

  Universal-Edition       Drei Masken-Verlag
  Aktien-Gesellschaft        G.m.b.H.
  Wien.  Leipzig.          Berlin.  Mnchen.




Den Bhnen und Vereinen gegenber als Manuskript gedruckt. Dasselbe darf
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  Paul Graener.                               Otto Anthes.

  Copyright 1918 by Universal-Edition.

Nachdruck verboten. Auffhrungs-, Arrangements-, Vervielfltigungs- und
bersetzungsrechte fr alle Lnder vorbehalten (fr Ruland laut dem
russischen Autorengesetz vom 20. Mrz 1911 und der Deutsch-russischen
bereinkunft vom 28. Februar 1913, desgleichen fr Holland nach dem
hollndischen Autorengesetz vom 1. November 1912).

Universal-Edition Aktiengesellschaft.

Drei Masken-Verlag G. m. b. H.




Personen:


  _Alexios_, der junge Kaiser der Romer

  _Theophano_, seine Zwillingsschwester

  _Harald_, der Warger, des Alexios Jugendgespiele

  _Eudokia_, Hofdame der Theophano

  _Der Abbas_ des Klosters Laura am Athosgebirge

  _Erster_  }
            }
  _Zweiter_ } _Archont_
            }
  _Dritter_ }

  _Ein Getreuer_ des Kaisers

Mnche des Klosters Laura, Archonten, Generale, Soldaten, Gefolge des
Kaisers, Sklaven und Sklavinnen der Theophano, Tnzer und Tnzerinnen,
ein Henker und zwei Gehilfen.

Die Handlung des ersten Aufzuges geht im Hofe des Klosters Laura vor
sich; der zweite und dritte Aufzug spielen im Kaiserpalast zu Byzanz.

Zeit: Das frhe Mittelalter.




Erster Aufzug.


Der Hof im Kloster Laura am Athosgebirge. Links, sich in die Tiefe der
Bhne erstreckend, das Klostergebude; das Erdgescho massiv,
fensterlos; das Stockwerk mit zahlreichen kleinen vergitterten Fenstern
versehen. Ganz vorn ein gewlbter Durchgang, der die ganze Hhe des
Erdgeschosses einnimmt und in den ueren Klosterhof fhrt. Weiter
zurck eine kleine Pforte, zu der zwei Stufen emporsteigen. Das ganze
Haus nicht sehr hoch, so da darber hinweg eine mchtig anstrebende
Felswand sichtbar wird, in deren Spalten vereinzelte Taxusbume und
seltsame, groe Blumen wachsen. An dem Hause entlang luft, durch eine
niedere Mauer gegen den Abgrund abgegrenzt, ein schmaler Gang, der in
der Tiefe der Bhne um das Gebude herumbiegt.

Nach rckwrts ist der Hof ebenfalls durch eine niedrige Mauer
geschlossen, die sich in der Mitte etwa zu einem hinausspringenden
Balkon ausbuchtet. Darber hinweg sieht man in der Tiefe das gische
Meer, tiefblau, mit einzelnen fernen, weischimmernden Inseln.

Rechts die Kirche; das Mauerwerk plump, massig, schmucklos. Das Portal
mit Mosaik und Gold schier berladen. Breite Stufen fhren zum Portal
hinauf. Im Winkel zwischen Kirche und Hofmauer hngt unter einem
Holzdach eine Glocke, die mit der Hand geschlagen wird. Hinter der
Kirche hervor zieht sich das Waldgebirge im Bogen gegen die Mitte des
Hintergrundes, um in einem trotzigen Vorgebirge zu enden.

Im Hof ein alter Brunnen, aus dessen innerem Mauerrand ein lbaum
hervorwchst. Eine primitive Schpfvorrichtung. Eine Steinbank an der
Mauer im Hintergrund. Zwischen Bank und Balkon in der Mauer befestigt,
ein plumpes Holzkreuz, der Gekreuzigte mit grellen Farben bemalt.

Es ist Morgen. Gleiender Sonnenschein liegt auf dem Hofe, auf den
weien Mauern, ber der blauenden Ferne.


    _Alexios_ und _Harald_

(beide in weier, klsterlicher Tracht, treten aus der kleinen Pforte
links).

    _Alexios_:

  Wie dieses Morgens Schnheit
  mit Weh die Seele fllt!

    _Harald_:

  Warum mit Weh?

    _Alexios_:

  Als raffte meine Jugendwelt
  all' ihre Kstlichkeit in eins,
  um mir den Abschied zu erschweren.

    _Harald_:

  _Mir_ steht die Welt in _Festes_flammen,
  und diese Sonne jauchzt _Triumph_.

    _Alexios_:

  Hast du, mein Freund, niemals empfunden,
  da Sonne -- _droht_?

    _Harald_ (den Kopf schttelnd):

  Ich bin des Nordens Enkelkind.
  Hab' ich das dst're Land
  auch selber nie geseh'n --
  der Vter Seele lebt in mir
  und ihre wilde, wehe Sucht,
  der Sonne nachzuzieh'n.
  Wallfahrten geht des Nordens Herz
  viel hundert Jahre schon
  dem Sden zu.
  Mit sen Schmerzen lockt sein Gold,
  sein Purpur und sein Blut.

(Er breitet sehnschtig die Arme nach dem Meer.)

  -- Nun wird die Sucht gestillt.
  Dort liegt Byzanz!
  Und morgen
  sind unter Segel wir dahin.

    _Alexios_:

  Byzanz! Hast du vergessen,
  da wir Byzanz schon einmal sahen?
  Da wir als Kinder schon einmal
  sein wildes Schrein vernahmen?
  Klingt in den Ohren dir nicht mehr
  das Wutgebrll des Volks,
  das, meinen Vater hingeschlachtet,
  den Purpur von dem Leichnam ri
  und kam, den Sohn zu tten?
  Weit du nicht mehr, wie wir bei Nacht
  davongetragen wurden, weinend?
  Wie wir von Schiffes Bord
  die Flammen grausend sahen,
  die Palast und Haus verzehrten?
  Byzanz, die Mrderin!
  So seh' ich sie.

    _Harald_:

  Nur umso stolzer macht mich das.
  Als Flchtling gingst du einst,
  als _Kaiser_ kehrst du wieder!

    _Alexios_:

  Als Kaiser! Ich versteh' es nicht.
  Dasselbe Volk,
  nach meinem Blute schrie es damals;
  nun holt es mich hervor
  aus meiner Einsamkeit,
  da ich es knechten soll.

    _Harald_:

  So knechte es! Wie's ihm gebhrt.
  Steh' auf der kaiserlichen Hh',
  unnahbar!
  _Mir_ doch gib dein Schwert!

    _Alexios_:

  Mich lockt es nicht wie dich.

(Auf den Balkon im Hintergrunde tretend.)

  Wie lebt' ich still und friedlich
  in diesen Klostermauern!
  Rein war die Luft und rein das Herz.
  Die bse Welt, sie lag dahinten,
  das blaue Meer
  war Grenze meines Seins.
  Und wenn mein Sehnen jene Inseln
  mit heiem Wnschen berflog,
  wars um die Schwester nur.
  Theophano!
  Nicht um des Thrones schimmernde Pracht,
  um dich allein, Theophano!

    _Harald_:

  Liebst du sie so,
  die du doch kaum gekannt?

    _Alexios_ (weich):

  Die Zwillingsschwester!
  Mir ist, als wre
  meines Wesens Hlfte dort.
  An _einer_ Mutter Herz zugleich
  sind wir gelegen im Dunkel des Werdens.
  _Ein_ Herzschlag hat uns belebt,
  _ein_ Blut uns genhrt.

    _Harald_:

  Ob sie wohl schn geworden ist?

    _Alexios_:

  Seltene Kunde
  kam mir von ihr.
  Eine groe Prinzessin
  ist sie im Kaiserpalast.

    _Harald_:

  Eine groe Prinzessin!

    _Alexios_:

  Goldgestickte Seide
  fliet um ihren Leib.

    _Harald_:

  Seide um ihren Leib!

    _Alexios_:

  Und der Sklavinnen Schar
  zittert vor ihrem Wink.

    _Harald_:

  Schner Sklavinnen Schar!

    _Alexios_:

  Ihre rufende Stimme
  dringt an mein brderlich Ohr.
  Byzanz, die Mrderin -- sei ihr's vergeben!
  Byzanz, die Brennerin -- sei ihr's verzieh'n!
  Denn sie umschliet
  was ich liebend ersehne.
  Aus dem dsteren Grauen,
  das mir die schreckliche Stadt umhllt,
  winkt mir der Schwester weileuchtende Hand.

    _Harald_:

  Byzanz, die Spenderin
  kstlicher Freuden,
  wie ich sie lechzend ersehne!
  Wunderschne Frauen
  winken mir lchelnd mit weier Hand.

    _Ein Mnch_

(ist aus dem Hintergrunde den Gang am Haus entlang gekommen und zur
Glocke gegangen, die er nun schlgt):

    _Alexios_ (zusammenfahrend):

  Die Stunde schlgt. Harald,
  meines kindlichen Jammers Gefhrte,
  meiner Einsamkeit Gespiel' --
  bleibe bei mir! Verla mich nicht,
  wenn sie mich mit der Krone beladen!

    _Harald_:

  Fa dich, Alexios!

    _Die Mnche_ und _Knaben_

(des Klosters kommen, zwei und zwei, den Gang entlang und ziehen zur
Kirche, indem sie psalmodieren):

  Ich will in dein Haus gehen auf deine groe Gte
  und anbeten gehen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht.
  Ksset den Sohn, da er nicht zrne.
  Dienet dem Herrn mit Furcht
  und freuet euch mit Zittern.
  Ksset den Sohn, da er nicht zrne,
  da ihr nicht umkommt auf dem Wege.
  Denn sein Zorn wird bald entbrennen.
  Wohl aber denen, die auf ihn trauen.

    _Alexios_:

  Ksset den Sohn,
  da ihr nicht umkommet auf dem Wege.

    _Der Abbas_

(von zwei dienenden Mnchen gesttzt, tritt aus der kleinen Pforte
links. Nachdem sie ihm die Stufen herabgeholfen haben, bleiben sie
wartend links stehen.)

    _Alexios_ (dem Abbas entgegen):

  Heiliger Vater, mu ich nun scheiden?

    _Abbas_:

  Ich scheide nicht von dir.
  Meine Gebete folgen dir nach.

    _Alexios_:

  Lieber Vater!

    _Abbas_:

  Vater ist Einer!
  Dem Heimatlosen
  Hab' ich die himmlische Heimat gewiesen.
  Nun fhrt dich eine kleine Weile
  Der Herr auf einem anderen Weg.

    _Alexios_:

  Mir graut vor diesem Weg.

    _Abbas_:

  In deinem Herzen hab ich
  ein himmlisch Licht entzndet.
  Trag's in das dstre Grauen,
  und die Nacht wird hell.
  Christus hat dich erwhlt,
  Christus hat dich gesthlt,
  sein Werkzeug zu sein.
  Viele Kaiser hat es gesehen,
  das hehre Byzanz.
  In Snden auf den Thron gestiegen,
  in Snden geherrscht,
  in Snden gefallen --
  sei du ein reiner Kaiser!
  La der Reinheit weie Sonne
  nun mit mildem Freudenschein
  strahlen ber sie!

    _Alexios_ (mit leuchtendem Angesicht):

  Ja, ich will vor dem Throne stehn
  als ein Diener Christ's des Herrn.
  Lchelnder Friede soll vom Palaste
  durch die schauernden Gassen geh'n.

(ganz entzckt):

  ber das Meer wie weie Schwne
  sollen die Schiffe die Flgel heben.
  Und am fernsten Waldgebirge
  blase der Hirt die Friedensschalmei.

    _Abbas_:

  Amen.

(Er winkt den beiden Mnchen, sie treten an den Brunnen heran.)

    _Der erste Mnch_

(senkt den Krug in die Tiefe und zieht ihn wieder herauf, fllt einen
Becher, der in einer kleinen Vertiefung des Brunnenrandes steht, und
reicht ihn dem Abbas.)

    _Abbas_

(reicht ihn dem Alexios, feierlich):

  Trinke, mein Sohn!
  Keusches Wasser aus heiligem Felsen,
  khl und rein,
  heilige dich in dieser Stunde
  wider den heien,
  trben Trank der Welt!

(Er winkt dem zweiten Mnch.)

    _Der zweite Mnch_

(bricht einen Zweig vom lbaum und reicht ihn dem Abbas.)

    _Abbas_

(reicht ihn dem Alexios, wie oben):

  Dies Zweiglein mahne dich
  an deiner Jugend seligen Frieden.

    _Alexios_:

  An meiner Jugend seligen Frieden.

(Er birgt den Zweig auf seiner Brust und sinkt vor dem Abbas aufs Knie.
Von drauen hrt man Trompeten der Abgesandten von Byzanz.)

    _Abbas_:

  Der Ruf ertnt. Nun folge deiner Pflicht!

(Indem er Alexios noch einmal segnet, schreitet er langsam, auf die
beiden Mnche gesttzt der Kirche zu.)

(Aus dem Durchgang links kommt der Zug der _Byzantiner_. Antike
_Trompeten_ voran. _Archonten_ mit ihren Pagen, _Generale_, _Soldaten_.)

    _Erster Archont_:

  Alexios,
  des Alexios Sohn,
  Purpurgeborener!
  Das Volk der Romer, das uns gesandt,
  aus Wirrsal und Not Erlsung heischend,
  deines ruhmreichen Stammes gedenkend,
  ruft dich zum Kaiser durch mich.

    _Alexios_:

  Ich bin bereit.

(Es nhern sich der _zweite_ und der _dritte Archont_, jeder von _einem
Pagen_ gefolgt. Der erste _Page_ trgt auf einem Kissen die roten
Schuhe, der _zweite_ den Purpurmantel.)

    _Erster Archont_:

  La dich mit Kaisers Gewand bekleiden,
  da du geheiligt die Schwelle beschreitest
  unserer Hagia Sophia,
  wo du am Altar die Krone dir nimmst!

    _Zweiter Archont_

(nimmt die roten Schuhe und zieht sie dem Alexios an.)

    _Erster Archont_:

  Heilig dein Fu!
  Heilig die Erde, die er betritt!
  Heilig die Erde,
  die dein Fu betritt!

    _Dritter Archont_

(legt dem Alexios den Purpurmantel um.)

    _Erster Archont_:

  Heilig dein Leib,
  vom ewigen rmischen Purpur umwallt!
  Alexios, Kaiser der Romer!

    _Zweiter_ und _dritter Archont_:

  Heilig die Erde, die dein Fu betritt!
  Heilig dein Leib im ewigen Purpur Roms!

(Alle, mit Ausnahme Alexios und Haralds, fallen zu Boden nieder.)

    _Alexios_ (zu Harald):

  Es schauert mich.
  Mir ist, als wr' ich in ein Meer
  von Blut getreten,
  und blutig flsse es herab
  von meinen Schultern.
  Nur noch das Haupt ist frei und rein,
  und seiner harrt die Perlenbinde
  in Hagia Sophia.

    _Harald_:

  Sei stark! Und la die andern zittern!

    _Alexios_

(sich fassend, zu den Byzantinern):

  Steht auf!

(Die Byzantiner erheben sich.)

    _Die drei Archonten_:

  Christus erhalte Deinen Ruhm!
  Herr der Welt, allmchtiger Gott --
  Der wunderbar aus dem Grab Erstandene,
  Er erhalte dich lange Zeit!

    _Alle Byzantiner_:

  Christus erhalte seinen Ruhm
  noch lange im kaiserlichen Purpur!
  Er gewhre dir viele Jahre,
  er erhalte dich lange Zeit!

    _Alexios_

(grt mit der Hand und wendet sich der Kirche zu. Die Kirchentren
werden aufgestoen, Mnche und Knaben, an der Spitze der Abbas, treten
aus der Kirche und bleiben auf den Stufen des Portals stehen.)

    _Die Mnche und Knaben_:

  Herr, der Knig freuet sich in deiner Kraft,
  und wie frhlich ist er ber deine Hilfe!

    _Alexios_:

  Herr, der Knig ngstet sich
  und bangt nach deiner Hilfe.

    _Die Mnche und Knaben_:

  Du gibst ihm seines Herzens Wunsch,
  Du weigerst nicht, was sein Mund bittet.
  Du berschttest ihn mit gutem Segen,
  Du setzest eine goldne Krone auf sein Haupt.

(Der _Abbas_, _Alexios_ und _Harald_ treten in die Kirche. Whrend die
anderen folgen, schliet sich der Vorhang.)




Zweiter Aufzug.


Haus der Prinzessin Theophano in den groen kaiserlichen Grten zu
Byzanz. Der Vordergrund stellt eine nach rckwrts offene, von schlanken
Sulen getragene Halle dar. Mosaikfuboden. Die ffnungen zwischen den
Sulen knnen durch Vorhnge geschlossen werden. Nach hinten schweift
der Blick in einen weiten Garten. Der Hintergrund ist durch eine weie
Mauer geschlossen. Darber hinweg sieht man die Kuppeln und Trme von
Byzanz vor einem dunkelglhenden Abendhimmel. Links luft den Garten
entlang ein goldschimmernder Gang in die Tiefe. Ganz hinten nach links
hin der Ausgang ins Freie. In der Mitte der linken Seitenwand eine Tr
fr die Dienerschaft. Vorn eine andere, gro, vergoldet, von einem
schweren Vorhang berhangen. Dieser Tr gegenber endet die Auenwand
des Ganges in einer mchtigen Ecksule, die in Sehhhe das blasse
Gesicht Christi mit der Dornenkrone wie aufgemalt zeigt. Rechts ist in
den Garten hinaus ein runder Pavillon eingebaut, um einige Stufen
erhht, mit zierlichen Sulchen, die ein Kuppeldach tragen. Unten
schmiegt sich an die Rundung des Pavillons eine mit Kissen belegte
Marmorbank. In der Halle Sessel und zierliche runde Tischchen.

Den Gang herauf kommen als Trabanten _zwei riesenhafte Neger_ mit
gezogenen Schwertern; hinter ihnen der _Haushofmeister_ der Prinzessin
mit dem goldenen Stab. Dann _Theophano_ in Mantel und Schleier, ein
kostbares Gebetbuch vor der Brust tragend. Hinter ihr _Eudokia_, noch
weiter zurck _mehrere Sklavinnen_, zuletzt abermals Trabanten.

    _Theophano_

(geht noch ein paar Schritte innerhalb des Hauses langsam und mit
gesenktem Kopf, wie in frommes Sinnen verloren. Dann pltzlich --
nachdem der Haushofmeister und die beiden Neger links Aufstellung
genommen haben -- wirft sie den Kopf zurck und kommt schnell nach vorn.
Sie verneigt sich flchtig vor dem Haupt mit der Dornenkrone und reicht
das Buch der Eudokia, die es ihrerseits an die Sklavinnen weitergibt):

  Hier nimm! Das Buch!
  Nimm mir den Schleier ab! --
  Den Mantel auch! -- Und fort damit! --
  Und fort sie alle!

    _Eudokia_

(spreizt die Finger der rechten Hand radfrmig gegen das Gefolge, das
sich daraufhin zurckzieht).

    _Theophano_

(wirft sich in einen Sessel).

    _Eudokia_

(steht abwartend daneben).

    _Theophano_:

  Immer hngt das Geplrre der Priester
  mir in den schmerzenden Ohren. --
  Und ein Nebel von Weihrauch
  fllt mir den armen Kopf. --

(Pltzlich):

  Hast du ihn angesehen?

    _Eudokia_:

  Den Kaiser? -- Ja. Er sah so bleich.

    _Theophano_:

  Mir scheint, du siehst
  stets nur den Kaiser.

    _Eudokia_:

  Er ist so schn.
  Wenn am Altar er steht --
  nur die Flgel fehlen ihm,
  da er ein Engel wre.

    _Theophano_:

  Seit wann, verkappte kleine Heidin,
  glaubst du an Engel?

    _Eudokia_ (spitzbbisch):

  Wenn Engel -- Mnner sind.

    _Theophano_

(lacht; dann pltzlich ernst werdend, erhebt sie sich und tritt dicht
vor Eudokia):

  Ehrgeizige Nrrin!
  Schau ich in deine listige Seele:
  Da du mir Kaiserin werden willst?

    _Eudokia_

(verbeugt sich tief, indem sie mit den Hnden eine abwehrende Geste
macht).

    _Theophano_ (herrisch):

  Sag mir's noch einmal,
  wie schon so oft:
  Wo stammst du her?

    _Eudokia_:

  Aus Athen.

    _Theophano_:

  Wer ist dein Vater?

    _Eudokia_:

  Ein Philosoph.

    _Theophano_:

  Ein Schwtzer von Beruf (lacht hhnisch, kehrt zu ihrem Sitz zurck,
  pltzlich umgestimmt):

  Eudokia,
  du willst meine Freundin sein
  und hast ihn nicht einmal angeseh'n!

    _Eudokia_ (neben ihrem Sessel knieend):

  Wen, meine Prinzessin?

    _Theophano_ (ihren Arm umklammernd):

  Wen? -- Harald!

    _Eudokia_:

  Das blonde Bild!

    _Theophano_:

  Das blonde Bild!
  Ich zittere, es in meinen Armen
  zum Leben zu erwecken. --
  Was weit du, spielendes Ktzchen,
  von Weiberschmerzen? --

(Mehr fr sich, als zu ihr):

  An diesem Hof,
  wo alles Spiel ist:
  Liebe und Ha,
  Wollust und Mord --
  geh' ich umher und suche
  den schauernden Ernst der Lust;
  suche ich den,
  der meine Seele trunken macht.
  Schamlos wie je ein Weib,
  schm' ich mich mehr als je ein Weib,
  da ich mich immer verschwendet habe,
  Reichtum nie mit Reichtum getauscht.

(Mit ihren Fusten ihre Brust schlagend):

  Wieder die Stimme,
  die mich verlockt: Bist du's,
  der meine Seele trunken macht?

    _Eudokia_:

  Wessen bedarf es,
  als eines Winks,
  da er zu deinen Fen liegt?

    _Theophano_ (aufstehend):

  Nein! --
  Wenn mein Bruder nicht wre,
  der liebe Narr,
  der in weien Wolken wandelt!
  Er ist sein Freund --
  ich wag' es nicht.

    _Eudokia_:

  Wag' es nur immer!

    _Theophano_ (herrisch):

  Schweig!

(Es tritt eine pltzliche Stille ein. Man hrt von drauen verworrenen
Lrm, der sich nhert.)

    _Eudokia_ (den Gang hinabsphend):

  Der Kaiser!

    _Alexios_

(mit groem Gefolge durch das Tor im Hintergrund. Auf seinen Wink bleibt
alles in der Tiefe der Bhne zurck. Er selbst kommt, nur von Harald
gefolgt, den Gang herauf).

    _Theophano_ (verbeugt sich tief).

    _Eudokia_ (fllt zur Erde).

    _Alexios_

(macht an der Ecksule halt, kt das Bild und kniet davor nieder, in
langes, brnstiges Gebet versinkend).

    _Harald_

(hinter ihm stehend, heftet seine Augen unverwandt auf Theophano).

    _Theophano_

(richtet sich wieder auf und erwidert seinen Blick).

    _Alexios_

(erhebt sich nach einer geraumen Weile, macht das Zeichen des Kreuzes
und wendet sich dann endlich zu Theophano, die sich wiederum tief
verneigt. Er hebt sie auf und kt sie auf die Stirn):

  Theophano,
  geliebte Schwester.
  Nicht der Kaiser,
  der Bruder kommt zu dir.
  Lass' mich ein Weilchen bei dir sein!

    _Theophano_ (auf einen Sessel weisend):

  Mein kaiserlicher Herr und Bruder!

    _Alexios_ (sich niederlassend):

  Sitzen -- ach ja!
  Ich bin so md' -- und traurig.

(Vor sich hinstarrend):

  Die Bosheit einer Welt
  Liegt schwer auf meinem Herzen.
  Grinsende, feile Begierde
  seh' ich in jedem Aug',
  geifernde, tckische Rache
  lauert in jedem Wort.
  In einer Wolke von Weihrauch
  spr ich geheimes Gift.
  Ich flchte mich zu dir,
  Theophano --

    _Theophano_

(die, vor ihm stehend, den hinter ihm stehenden Harald nicht aus den
Augen gelassen, schrickt leicht zusammen und beugt sich ber seine
Hand):

  Mein Herr und Bruder!

    _Alexios_ (abwehrend):

  Nicht so, Schwester!

(Er erblickt Eudokia, die noch immer kniet.)

  Wer ist das dort! -- Steh' auf!

    _Eudokia_ (erhebt sich).

    _Theophano_:

  Eudokia, meine Dame
  und Freundin auch.

    _Alexios_:

  Komm!
  Wenn du der Schwester Freundin bist,
  bist du mir lieb.
  Woher bist du?

    _Eudokia_:

  Aus Athen.

    _Theophano_:

  Eines Philosophen Tchterlein.

    _Alexios_ (unangenehm berhrt):

  Athen ist schlimm. Und Philosophen
  sollten nicht Tchter haben.

    _Eudokia_:

  Ich mcht' ein Leiden kennen,
  um meine Herkunft abzuben.

    _Alexios_ (aufstehend):

  Nicht leiden! Der Herr am Kreuz
  hat fr uns alle alles einst gelitten,
  damit die Welt des _Leidens_ ledig sei.

    _Eudokia_:

  Wenn Leiden aber _Wonne_ wre?

    _Alexios_ (ungeduldig):

  Nein!
  Ich will das reine Glck der Welt.
  Die Welt will Wermut in den Wein.

(Sich zu Theophano wendend):

  Schwester!
  Du fhlst wie ich.
  Wenn mich keiner versteht,
  du kannst nicht miverstehen.
  Du bist ich,
  ich bin du.
  Zwillingsgeschwister sind eins.
  Aus aller Not
  flieht mein Herz zu dir,
  flieht es zu sich selber,
  findet sich wieder bei dir.

(Er fat sie bei der Hand und tritt mit ihr in den Garten hinaus.)

    _Eudokia_ (sich Harald nhernd):

  Ob ich den Kaiser gekrnkt?

    _Harald_

(in den Garten starrend, abwesend):

  Der Kaiser ist gut.

    _Eudokia_:

  So schn ist er und traurig.

    _Harald_ (wie oben):

  Schn ist Theophano.
  Die Dstere mcht' ich leuchten seh'n.

    _Eudokia_ (zugleich):

  So schn ist er und traurig.
  Ich mcht' ihn lachen seh'n,
  den traurigen Kaiser.

    _Alexios_

(winkt Harald mit erhobener Hand).

    _Harald_ (tritt eilig hinaus).

    _Eudokia_ (in zitternder Erregung):

  Einmal -- einmal --
  ein glckliches Wort
  schenkt mir, ihr hehren
  Gtter auf heimischer Burg!
  Oder auch du, heilige Jungfrau!
  Schenkt mir das Wort!
  Wer es auch sei,
  ich will ihn preisen,
  will zu ihm beten,
  wie nie ich getan.
  Dirnen haben den Thron bestiegen,
  Gauklerinnen schon Kaiser gebannt --
  ich will hinauf,
  ich will siegen:
  Gtter -- Satan --
  schenkt mir das Wort!

    _Alexios_

(kommt beruhigt und glcklich durch den Garten geschritten, hier einen
Strauch liebkosend, dort sich zu einer Blume beugend).

    _Eudokia_ (leise):

  Wie schn er ist! --
  Schenkt mir das Wort! --
  Das Wort!

    _Alexios_ (fr sich):

  Wie ich die Stille liebe
  und dieses Gartens Duft! --

(Eudokia gewahrend und zu ihr tretend):

  Hab ich dir wehgetan,
  Kind von Athen?

    _Eudokia_:

  Was du auch tust,
  ist selige Wohltat, Herr.

    _Alexios_ (sie aufhebend):

  Keinem mchte ich Schmerzen bereiten,
  und wenn ich strafe,
  blutet mein Herz!

    _Eudokia_:

  Straf mich wieder!
  Strafe mich immer!
  Strafe von dir ist kstliche Lust.

    _Alexios_:

  Bist du so bse, Kind von Athen?

    _Eudokia_ (leise):

  Ja, ich bin bs. Deine himmlische Gte
  hat mich, wie bs' ich bin, erst gelehrt.

    _Alexios_:

  Lstere nicht!

    _Eudokia_ (sich vor ihm niederwerfend):

  Sei barmherzig!
  Tritt in den Staub mich!
  Und ich ksse den heiligen Fu.

    _Alexios_ (zurckweichend):

  Wesen, wer bist du?

    _Eudokia_

(auer sich, ihm auf Knien nachrutschend):

  Ich bin ein Weib.
  Ich kann leiden,
  ich kann beglcken,
  kann beglcken und leiden in eins.
  Gib mir die Stunde,
  da ich dir's weise,
  da ich das se
  Geheimnis dir enthlle,
  das Geheimnis,
  wie ich gekreuzigte Gttin dir bin.

(Sie umschlingt seine Knie.)

    _Alexios_ (aufschreiend):

  Satan, Satan,
  weiche von mir! --
  Christ, berwinder
  hllischer Mchte,
  stehe mir bei! --
  Hinaus, hinweg,
  Hllendirne!

(Zu Theophano, die mit Harald herbeieilt):

  Schick sie hinweg noch diese Stunde!
  Schick sie ins Kloster!
  Ein Meer dazwischen!
  Da ich niemals wieder
  einen Boden mit ihr trete!

(Er geht in hchster Erregung, von Harald gefolgt, durch den Gang ab.
Das Gefolge lt ihn hindurch und schliet sich an.)

    _Eudokia_ (liegt vernichtet am Boden).

    _Theophano_

(steht an eine Sule gelehnt und betrachtet sie hhnisch):

  Kleine Eudokia,
  listige, kluge,
  ist dir dein Streich miglckt?

    _Eudokia_

(auf den Knien zu ihr herankriechend):

  Gnade, Gnade!

    _Theophano_:

  Kleine Tochter
  des Philosophen
  streckt ihre Hnde
  der Krone zu.

    _Eudokia_ (nher):

  Nicht ins Kloster!
  Hab' Erbarmen!
  Lass' deine Magd,
  deine letzte, mich sein!

    _Theophano_:

  Alles wei sie,
  die list'ge Dirne.
  Nur, da das Gold
  der Krone brennt,
  dieses eine wute sie nicht.

    _Eudokia_:

  Lass' mich die niedrigsten
  Werke verrichten!
  Nur aus Byzanz
  verbann mich nicht!

    _Theophano_:

  Was kann ich tun,
  da der Kaiser gesprochen?

    _Eudokia_:

  Dich liebt der Kaiser
  mehr als sein Leben.
  Leid' es nicht,
  da ich fern vergehe.
  Sprich du ein Wort,
  ein einziges nur --

    _Theophano_:

  Warum nur sollt' ich?

    _Eudokia_

(da Theophano lacht, mit flehend emporgehobenen Hnden):

  Lass' einen groen
  Dienst mich dir tun!
  Etwas gewaltiges,
  etwas, das niemand anders dir tut!

    _Theophano_

(sie pltzlich bei den Hnden fassend):

  Etwas, das niemand anders mir tut?
  -- Schaffe ihn mir!
  Den blonden Warger!
  Schaff' ihn zur Stunde
  hierher zu mir!
  Such' ihn und hol' ihn,
  wo du ihn findest;
  hol' ihn vom Sessel
  des Kaisers hinweg!
  Denn ich begehre ihn
  mit meiner Seele
  heiesten Gluten.

    _Eudokia_ (aufstehend):

  Ich schaff' ihn dir. (Ab.)

    _Theophano_

(tritt an die groe Tr links und schlgt ein Gong. Der Haushofmeister
erscheint.)

    _Haushofmeister_:

  Was befiehlt die groe Prinzessin?

    _Theophano_:

  Sklaven und Tnzer herbei! Ich fei're heut
  ein Fest.

    _Haushofmeister_

(verbeugt sich und steht zgernd).

    _Theophano_ (ungeduldig):

  Was zgerst du?

    _Haushofmeister_:

  Herrin, bange Sorge treibt mich, zu reden.
  Es droht Gefahr.

    _Theophano_:

  Wem? Mir?

    _Haushofmeister_:

  Dem Kaiser.

    _Theophano_:

  Wie? Woher?

    _Haushofmeister_:

  Rings im Palaste wispert Verrat,
  und das Volk auf der Gasse drauen
  wartet, da einer ihm das Zeichen gebe.

    _Theophano_:

  Sind sie des Psalmenbetens mde?

    _Haushofmeister_:

  Er ist der Kaiser nicht von Byzanz, er ist ein Priester.
  Schwerer dnkt dem Volk sein Joch als harte Fron.
  Soeben erlie er den Befehl, der in Byzanz
  fr einen Monat Tanz, Lustbarkeit und weltlich Spiel verbietet,
  damit das Volk in stiller Bue fr seine Snden um Vergebung flehe.

    _Theophano_:

  Was sagst du? Das befahl er?

    _Haushofmeister_:

  Soeben hat er die Archonten versammelt
  und ihnen seinen kaiserlichen Willen kundgetan.
  Darum erschreckt es mich, da du o Herrin,
  heut Abend hier ein Freudenfest befiehlst.

    _Theophano_ (herrisch):

  Tu, was ich dir sagte!

(Nimmt einen goldenen Reif von ihrem Arm und gibt ihn ihm):

  Und sei bedankt!
  Heute will ich lustig sein.
  Morgen -- vielleicht -- -- --
  -- -- Wie sagte er? -- -- (im Abgehen fr sich):
  Drauen wartet das Volk,
  da einer ihm das Zeichen gebe -- --

(Ab durch die Tr links.)

    _Haushofmeister_

(klatscht in die Hnde).

(Sklaven erscheinen, die auf seinen Befehl das Tor im Hintergrunde
schlieen und einen starken Querbalken davor legen. _Andere_ ziehen
whrenddessen die Vorhnge zu und entznden Lichter in der Halle.
_Tnzer_ und _Tnzerinnen_ kommen aus der mittleren Tr, stehen in
Gruppen zusammen, schwatzen und versuchen Stellungen, Tanzschritte.
Unterdrcktes Gelchter. Der Haushofmeister treibt sie allgemach in den
Garten hinaus. Die beiden Neger, halb nackt, treten, bloe, breite
Schwerter vor den Leib haltend, in den Gang und schlieen ihn nach
rckwrts ab. Haushofmeister und Sklaven verschwinden.)

    _Eudokia_ (aus der mittleren Tr).

    _Harald_

(hinter ihr, von ihr an der Hand gezogen; er ist befangen. Sie stehen
wartend bis Theophano aus der Tr links erscheint.)

    _Theophano_

(aus der Tr links).

    _Eudokia_ (zu ihr hin):

  Seste Herrin,
  dein Wunsch ist erfllt.

    _Theophano_

(ohne auf sie zu achten, Harald mit flammenden Blicken messend):

  Wie ich ihn liebe,
  der meine Seele trunken macht?

    _Eudokia_:

  Seste Herrin,
  du hast mir versprochen --

    _Theophano_:

  Wie ich ihn liebe! Wie er schn ist!

    _Eudokia_:

  Seste Herrin,
  wirst du nun Gnade
  deiner treuesten Dienerin leih'n?

    _Theophano_:

  Ist das die Stunde fr Sklavenwnsche,
  wenn die Herrin im Fieber glht?

    _Eudokia_:

  Seste Herrin, ein Wort nur --

    _Theophano_:

  Kupplerin! Weiche!
  Sonst lass' ich dich peitschen.

    _Eudokia_:

(taumelt empor, zur Tr links, wirft einen haerfllten, drohenden Blick
zurck und verschwindet).

    _Theophano_

(steht und schaut Harald unverwandt an).

    _Harald_

(lt sich zgernd auf ein Knie nieder).

    _Theophano_ (schnell zu ihm hin):

  Knie nicht, du Tor!
  -- Du ser Tor!
  Du sollst in mir
  nicht die Prinzessin seh'n.

    _Harald_ (leise):

  Ich seh in dir
  das schnste Weib der Erde.

    _Theophano_ (ebenso):

  Harald!

(Ergreift ihn bei der Hand und fhrt ihn zur Marmorbank.)

    _Harald_

(sitzt am uersten Ende der Bank, nach dem Garten hin):

  In jenen Klostermauern,
  da meine Jugend wuchs,
  sah ich mit Augen nur ernste Mnche,
  hrt' ich mit Ohren nur Singen und Beten.
  Doch in mir lebte ein andres Leben;
  woher mir's gekommen, ich wei es nicht.
  Brennende Sehnsucht lohte in mir
  nach Glanz und Pracht,
  nach rauschenden Festen,
  nach strmischer Stunden ser Gewalt.
  Und schne Frauen
  schritten durch meine Trume,
  liebreich und hold,
  da mir die Trnen entstrzten,
  wenn ich jhlings erwacht.
  Dann kam die Stunde -- dann kam Byzanz:
  Und ich sah dich, Theophano!
  Du Strahlende,
  vor dir versinkt die Pracht Byzanz',
  Du einzig Schne, mit dir
  will ich die purpurnen Feste feiern,
  die meine trunkene Seele sah.

    _Theophano_:

  Mit mir
  sollst du die purpurnen Feste feiern,
  die deine trunkene Seele sah.

    _Harald_:

  Theophano!

    _Theophano_:

  Harald!

(Sie umarmen sich. Dann reit sie sich von ihm los, luft die Stufen
hinauf zum Pavillon. Sich von oben ber ihn beugend):

  Snder!
  Bser Snder!
  Was wird der Kaiser sagen,
  wenn er dich so erblickt?

    _Harald_

(den Kopf rckwrts an die Rundung der Pavillonmauer gelehnt, zu ihr
hinauf):

  Der Kaiser?
  Lass' ihn beten
  zu seinen Heiligen!
  Ich, ich bete zu dir.

    _Theophano_:

  Zitterst du nicht, ihn ttlich zu krnken?

    _Harald_:

  Warger zittern nie.

    _Theophano_:

  Er ist der Herr der Welt.

    _Harald_:

  Hab' er die Welt!
  Eins hat er nicht,
  nicht die kstliche Schwester,
  die mir sich neigt.

    _Theophano_:

  Hhnst du ihn noch?

    _Harald_:

  Ich lache sein.

    _Theophano_:

  Kannst du ermessen,
  wie edel heiliges Kaisergeblt?
  Menschen leben im Staub der Erde,
  bumen sich, strecken sich
  nach dem Erhabenen,
  fallen zurck ins klanglose Nichts.
  Purpurgeborne schreiten in Hhen,
  Kaiserthrone stehen erhaben
  an den Pforten des Himmelssaals,
  Kaiserblut ist Gotte verwandt.

    _Harald_:

  Wenn ich einst alt bin
  will ich wohl glauben
  an einen Himmel wie ihr -- vielleicht.
  Vielleicht auch kehr' ich
  zur Heimat zurck.
  Dort gibt's keinen Himmel,
  noch Engel und Psalmen.
  Odin tafelt beim Becherklang
  in Walhalls frhlichen Rumen.

    _Theophano_:

  Hier oben ist Walhall.
  Komm herauf zu mir!

    _Harald_

(aufstehend und sich an die Mauer lehnend):

  Noch bin ich im Leben.
  Komm herab zu mir!

    _Theophano_:

  Helden mssen den Himmel strmen.

    _Harald_:

  Sterbliche Weiber mssen sich neigen.

(Er steht am Fue der Treppe, mit ausgebreiteten Armen.)

    _Theophano_

(fliegt die Stufen herab in seine Arme).

    _Beide_:

  Hchste Wonne, im Sturm zu stehen,
  khn den taumelnden Kopf gereckt!
  Hchste Wonne, in Liebe vergehen,
  Wenn die Flamme zum Leben erweckt

(Theophano rhrt an den nchsten Vorhang. Alle Vorhnge fliegen mit eins
zurck. Der nchtliche Garten liegt in magischer Beleuchtung. Tnzer und
Tnzerinnen stehen als Gtterstatuen in den Nischen der rckwrtigen
Mauer: in der Mitte Aphrodite, rechts Apollo, links Dionysos. Die
brigen Tnzer und Tnzerinnen als verehrende Festversammlung davor
liegend und knieend. Apollo steigt zu ihnen herab und fhrt sie an zu
einem Tanz voll strenger Schnheit. Dann mischt sich Dionys dazwischen.
Wilde rauschende Lust quillt auf. Theophano mischt sich in den Strudel
der Tanzenden. Alle fallen, ihr huldigend, zu Boden. Sie allein tanzt
weiter. Harald springt dazwischen, fngt Theophano auf und trgt sie zur
groen verhangenen Tr links. In diesem Augenblicke wird der Vorhang von
oben nach unten gerissen, fllt zur Erde und bauscht sich um die Fe
des)

    _Alexios_

(der totenbleich im Trrahmen steht. Hinter ihm)

    _Bewaffnete_

(dazwischen)

    _Eudokia_.

    _Harald_

(lacht wild auf und pret Theophano an sich):

  Heissa! Schtzchen!
  Dein frommer Bruder
  kommt zur Hochzeit.

    _Alexios_:

  Reit das doppelkpfige
  Tier entzwei!

    _Bewaffnete_

(strzen sich auf die beiden und reien sie auseinander).

    _Alexios_:

  In Ketten ihn!
  Und in den tiefsten Kerker!

    _Harald_ (wird abgefhrt).

    _Alexios_:

  Theophano!

    _Theophano_

(ohne ihn zu beachten, zu Eudokia):

  Kleine Tochter des Philosophen,
  hast du dein Mtchen gekhlt?

    _Alexios_:

  In ihr Gemach!
  Wchter davor -- (Er wankt.)
  kein Mensch soll sie sprechen -- (Er will fallen.)

    _Eudokia_

(springt vor und will ihn halten):

  Angebeteter --

    _Alexios_ (schleudert sie weg):

  Rhr' mich nicht an!
  Verfluchte!

    _Vorhang._




Dritter Aufzug.


Die Szene zeigt einen dsteren Saal, der sein Licht irgendwoher aus der
Hhe bekommt. Eine breite Treppe steigt im Hintergrund auf,
Straeneingang. In der _rechten_ Seitenwand eine mchtige Bronzetr,
erhht, ber zwei Stufen zu erreichen. Weiter zurck eine kleinere Tr.
Links ebenfalls zwei Tren. Der Thronstuhl des Kaisers steht rechts
vorn, berragt von einem holzgeschnitzten und buntbemalten Gekreuzigten.

Man hrt drauen das dumpfe Branden der Volkserregung, aus der sich ab
und zu ein heller Schrei losringt. _Der Henker_ mit zwei Gehilfen kommt
aus der kleinen Tr rechts, bezeigt dem Gekreuzigten seine Verehrung und
geht links vorn ab.

Ein _General_ mit mehreren Soldaten eben daher, ab durch die zweite Tr
links. Indem er hinaus ist und die Tre offen lt, drngen die _Frauen_
der Theophano herein, scheu, mit starrer Angst in den Zgen. Sie stellen
sich rechts und links von der Tr auf.

_Archonten_ und _Generale_ aus der zweiten Tr rechts, von Soldaten
gefolgt. Sie lauschen auf das Toben des Volkes und stecken die Kpfe
zusammen.

    _Erster Archont_:

  Das Volk von Byzanz?

    _Zweiter Archont_:

  Ein Wort gengt!

(Auf den Wink eines Generals besetzen Soldaten die Treppe im
Hintergrund. Eine silberne Glocke lutet lang und heftig von drauen.
Die Flgel der Bronzetr fliegen auf.)

    _Alexios_

(mit groem Gefolge tritt auf die Treppe heraus).

    _Mnnerstimmen_:

  Christus erhalte deinen Ruhm.

    _Frauenstimmen_:

  Christus erhalte deinen Ruhm
  noch lange im -- -- --

    _Alexios_

(winkt ab. Die Mnner verstummen, die Frauen plrren weiter):

  Schweigt stille!
  Mein Ruhm ist nicht fein.

(Er steigt langsam die Treppe hernieder, indes alle niederfallen. Er
neigt sich tief vor dem Bild des Gekreuzigten):

  Gekreuzigter! Gequlter!
  Immer von neuem kreuzigt man dich!
  Wende dein schmerzgezeichnetes Antlitz
  bis ich gerichtet hab'.

(Er tritt auf die Erhhung, auf der der Thronstuhl steht, lt sich auf
ihn nieder und winkt.)

    _Theophano_

(aus der zweiten Tr links, gefolgt vom General und den Soldaten. Sie
ist in ein ganz weies Gewand gekleidet, ein weier Schleier, zu beiden
Seiten des Kopfes lang herabhngend, lt nur ein lngliches,
viereckiges Stck ihres Gesichtes frei. Sie schreitet zwischen den
Frauen hindurch, die bei ihrem Anblick zum Teil aufschluchzen. Sie weist
sie mit einer herrischen Gebrde zur Ruhe, stellt sich, halb nach vorn
gewendet, auf und wirft einen fragenden Blick zu den Archonten und
Generlen hinber. Die verneigen sich tief.)

    _Alexios_

(der sich langsam erhoben hatte, sinkt, da sie ihn gar nicht beachtet,
in seinen Sitz zurck und gibt ein zweites Zeichen).

    _Harald_

(wird vom Henker und seinen Gehilfen hereingebracht. Er ist mit Ketten
beladen, aber aufrecht, ein wildes Feuer in seinen Augen. Sobald er
auftritt fhrt sein Kopf nach dem Hintergrund herum, wo die Frauen
stehen. Da er Theophano gewahrt, richtet er sich noch hher auf und
grt sie mit seinem Blick. Dann schweift sein Auge ber die Versammlung
der Mnner und bleibt schlielich hohnglhend auf Alexios haften).

    _Harald_:

  Wie gro und feierlich!
  Die Feste folgen sich,
  doch gleichen sie sich nicht.

    _Alexios_:

  Harald! Wargersohn!
  Aus niederem Stande aufgestiegen -- -- --

    _Harald_:

  Krieger waren die Ahnen alle!

    _Alexios_ (sich gewaltsam beherrschend):

  -- -- -- aus niederem Stande.
  Eines Kaisers Gunst und Gnade
  machte dich zum Gespielen des Sohnes.

    _Harald_:

  In langer, trauriger Klosterfron
  hab' ich es abgedient.

    _Alexios_:

  Ein unerhrtes Glck erhob
  dich zum Freunde des Kaisers -- -- --

    _Harald_:

  Und zum Geliebten der Schwester!

    _Alexios_:

  Rasender!
  denkst du daran:
  An meiner Gnade hngt dein Leben!

    _Harald_ (lacht):

  Gnade! Du Frmmler!
  Glaub' mir, ich kenn' dich!
  Eher vergehst du, eh' du verzeihst,
  was ich getan!

    _Alexios_:

  Was du getan!
  Mut du mich mahnen?
  Ja, Unsel'ger, wisse, du stehst vorm Tode!

    _Harald_:

  Heia, der Tod!
  Wie ich ihn gre!
  Jauchzend sind die Wargershne
  immer dem Tod entgegengestrmt!
  Glaubst du, da ich ihn greinend empfange?

    _Alexios_:

  Harald, Unsel'ger!

    _Harald_:

  Nicht dein Himmel,
  nicht die Erlsung,
  selber der Tod ist jubelnde Lust!

    _Alexios_:

  Lst're nicht!

    _Harald_ (in dmonischer Glut):

  Wenn ich den ttlichen Streich empfange,
  strahlt in meinem Blick noch einmal auf
  des Lebens Flamme in heller Glut!
  Und im letzten Blitz des Denkens
  nehm ich mir das Weib,
  das mir Tod und Leben einet --
  deiner Schwester Leib!

    _Alexios_:

  Halt ein! -- Verruchter!

    _Harald_:

  Einmal noch abwrts
  die schneeige Halde ihrer Schultern
  gleitet mein Blick,
  Einmal noch strahlt ihr heies Auge
  meine wilden Wnsche zurck,
  Einmal noch zittert in meinen Armen --

    _Alexios_:

  Hr' auf! Hr' auf!

    _Harald_:

  -- -- -- ihrer Glieder geschmeidige Pracht,
  Einmal noch drngt sich
  in heiester Sehnsucht
  an mich ihr Leib mit zrtlicher Macht --

    _Alexios_ (rasend):

  Henker! Henker!
  Schnell! Tu' dein Amt!

    _Harald_

(vom Henker und seinen Gehilfen rckwrts gerissen):

  Ewig das Wort vor Augen dir steht
  in blutigem Schein --
  deine Schwester ist mein!

    _Theophano_

(die der Szene mit glhender Anteilnahme gefolgt ist, springt mit einem
jubelnden Aufschrei vor, die Gehilfen des Henkers weichen zurck. Sie
reit dem Henker das Schwert aus der Hand, wirft es zu Boden, setzt den
Fu darauf und blickt mit wildem Triumph den Kaiser an. Ein Ruck geht
durch die Archonten und Generale, die sich nunmehr schon auf die Seite
der Theophano schieben):

  Keines Henkers Schwert
  soll ihn berhren!

    _Alexios_:

  Theophano! Purpurgeborene!

(Zu den anderen):

  Nein -- fort mit euch allen!
  Lat uns allein!
  Was kmmert euch
  der Purpurgebornen Sache!

    _Theophano_:

  Nein -- bleibt alle hier!
  Was hier geschieht, geht alle an!

(an Haralds Halse):

  Einziger du, der meine Seele
  trunken macht!

    _Alexios_:

  Soll ich die Zwillingsschwester,
  soll ich mein anderes Ich zerstren?

    _Theophano_:

  Dein _anderes_ Ich!
  Begreifst du das nun?
  Ein _anderes_ Ich ist deine Schwester!
  Heie Sehnsucht wohnt in uns beiden,
  wandert durch unser Blut ohne Rast.
  Weie Flamme ward sie in dir,
  die sich verehrend zum Himmel wendet.
  In rote Gluten bin ich getaucht!
  Der Erde Freuden begehr' ich mir!
  Nimm deinen Himmel,
  La uns das Leben!
  La uns das lebenbegehrende,
  jauchzende Kaiser-Byzanz!

(Jubelnder Zuruf der Archonten und Generale, die sich jetzt alle auf
Seiten der Theophano schieben. Nur ein einziger Getreuer bleibt bei
Alexios.)

    _Alexios_:

  La euch die Snde und das Verderben!
  Fhrt sie zum Tode alle beide!

    _Theophano_ (auflachend):

  Wer soll uns fhren?

    _Alexios_:

  Das Urteil ist gefllt!
  Ist niemand hier, es zu vollstrecken?

(Aufschreiend):
  So mu ich selbst -- -- --

(Alexios luft die Stufen des Thrones herab, ergreift das am Boden
liegende Schwert des Henkers und strzt sich auf Harald. Alles schreit
auf, nur Harald bleibt ruhig. Indem er Alexios furchtlos entgegensieht,
hebt er ein wenig die gefesselten Hnde. Da lt Alexios das Schwert zu
Boden fallen.)

    _Alexios_:

  Nein, ich kann nicht,
  ich darf nicht tten!

(Alexios schreitet zu der Christusfigur am Thronsessel und wirft sich
vor ihr nieder):

  Herr Jesus Christ, sei bedankt,
  da du das Schwert mir schlugst
  aus der Hand!
  Herr Jesus Christ, nun fhre mich du
  auf deinem Weg zum Frieden!

(Auf einen Wink Theophanos tritt jetzt der Henker herzu und entfesselt
Harald. Der reckt die Arme hoch empor und tut einen Schritt auf den noch
immer knieenden Alexios zu. Von Theophanos Hand wird er zurckgehalten.
Alexios erhebt sich. Indem er sich der Versammlung zuwendet, nimmt er
von seiner Brust den lzweig, das Geschenk des Abbas. Sein Blick, der
zuerst die Anwesenden umfate, scheint nun ins Weite, Leere gerichtet.
Ganz entrckt, visionr):

  Ich wollt' am Throne steh'n,
  als ein Diener Christ's des Herrn.
  Lchelnden Frieden wollt' ich fhren
  Durch die schauernden Gassen der Stadt.
  Die Stadt will meinen Frieden nicht -- -- --
  Die Schwester selbst ist wider mich.

(Er lt den Purpurmantel von den Schultern fallen und nimmt den Reifen
von der Stirn):

  Nehmt zurck, was ihr mir brachtet,
  dieser Welt Herr kann ich nicht sein!

(Langsam schreitet Alexios die Stufen des Thrones herab, durch die
schweigende Versammlung dem Tor im Hintergrunde zu.)

    _Ein Getreuer_

(sich ihm in den Weg werfend):

  Erhabener, geh' nicht hinaus,
  sie werden dich tten!
  Schone den jungen, geheiligten Leib!

    _Alexios_

(wehrt den Getreuen sanft ab und schreitet weiter, die Stufen hinauf zu
dem groen Tor im Hintergrunde. Er stt das groe Tor auf. Man erblickt
die tosende Volksmenge, deren Gebrll beim Anblick des Kaisers mchtig
anschwillt. Furchtlos steht Alexios da, bis das Geschrei schwcher wird
und endlich nach Aufheben seiner Hnde ganz verstummt. Da schreitet der
Kaiser in die lautlose Menge hinein, die ihm unwillkrlich eine Gasse
bildet. Wieder wchst das Gemurmel des Volkes. Pltzlich ertnt ein
einzelner furchtbarer Aufschrei. Darauf Totenstille. Der Getreue, der
dem Kaiser von der Hhe der Treppe nachgespht hat, dreht sich um und
erdolcht sich. Theophano ergreift Haralds Hand und schreitet mit ihm,
hocherhobenen Hauptes, dem Thronsessel zu. Whrend sie sich mit
Stirnreif und Purpurmantel bekleidet, fallen alle huldigend auf die
Knie, erheben sich dann und brechen in den grten Jubel aus.)

    _Ende_.




[Im folgenden werden alle genderten Textstellen angefhrt:

  * Auf Seite 1 wurde nach Berlin ein Punkt hinzugefgt.
  * Auf Seite 37 wurde einmal Eudioka zu Eudokia korrigiert.]





End of Project Gutenberg's Theophano, by Otto Anthes and Paul Graener

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     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
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     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
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     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

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electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
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of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
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LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
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INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
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that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
http://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at http://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit: http://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     http://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
